Überblick

Die Verteilung der Publikationen auf Fachgebiete kann erste Hinweise auf Stärken eines Forschungssystems geben (Bezugsjahr 2014, Quelle: SCImago (2007). SJR – SCImago Journal & Country Rank. Retrieved July 15, 2015, from http://www.scimagojr.com). Weltweit wie auch in Palästina ist Medizin das Fachgebiet mit den meisten Publikationen, allerdings liegt der Anteil in Palästina unter dem Durchschnitt (12,7 Prozent, Welt sowie Deutschland etwa 17,5 Prozent). Die Ingenieurwissenschaften liegen weltweit (12 Prozent) wie auch in Palästina (10,6 Prozent) an zweiter Stelle.

Eine Spezialisierung Palästinas ist in folgenden Fachgebieten festzustellen (Auswahl basierend auf Spezialisierungsindex Länderanteil/Weltanteil  1,3):

  • Materialwissenschaften (8,6 Prozent, Welt: 5,9 Prozent und Deutschland: 6,2 Prozent)
  • Chemie (7,9 Prozent, Welt: 5,2 Prozent, Deutschland: 5,7 Prozent)
  • Sozialwissenschaften (5,6 Prozent, Welt: 4,5 Prozent, Deutschland: 3,3 Prozent)
  • Pharmakologie, Toxikologie und Pharmazeutik (4,5 Prozent, Welt: 2,0 Prozent, Deutschland: 1,7 Prozent)
  • Umweltwissenschaften (4,2 Prozent, Welt: 3,0 Prozent, Deutschland: 2,7 Prozent).

Bei einem weltweiten Vergleich der Anzahl der Publikationen liegt Palästina im Jahr 2014 insgesamt auf Rang 99. Innerhalb der einzelnen Fachgebiete erreicht Palästina die beste Platzierung in den Materialwissenschaften (Rang 78).

Bildungsforschung

Bildungsforschung ist aufgrund der sehr jungen palästinensischen Bevölkerung ein wichtiger Schwerpunkt an den Universitäten. An vielen Universitäten wie z.B. An-Najah, Bethlehem, Birzeit, PPU, Al-Quds und der Islamischen Universität wird in Bildungszentren oder eigenen Fakultäten in diesem Bereich geforscht. Ziele dieser Forschung sind einerseits die Verbesserung der Lehre an der eigenen Universität, andererseits die bildungsorientierte Politikberatung zur Optimierung des gesamten Bildungssystems in Palästina. Beispielhaft für palästinensische Forschungsinstitute seien hier das "Center for Continuing Education" (CCE) an der Birzeit University und das "Center for Excellence in Teaching and Learning" der Universität Bethlehem genannt. Neben den staatlichen Zentren werden von verschiedenen NGOs Bildungsforschungszentren betrieben (bspw. "Qattan Centre for Educational Research and Development (QCERD).

Bio- und Agrarwissenschaften

Biowissenschaftliche Forschung ist nach wie vor eine Randdisziplin, die vor allem sowohl von den Sozial- und Geisteswissenschaften, als auch den Geowissenschaften in den Schatten gestellt wird. Zurzeit wird nur an drei palästinensischen Universitäten zu diesem Thema geforscht. Dies allerdings mit zunehmendem Erfolg. Vor allem das UNESCO Biotechnology Center der Bethlehem Universität wird dabei immer wieder als Vorzeigeprojekt hervorgehoben.

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Geistes- und Sozialwissenschaften

In Analogie zu den dominanten Zahlen der Tawjihi-Absolventen und eingeschriebenen Studierenden im Bereich der Sozial- und Geisteswissenschaften ist auch die Forschung auf diesen Gebieten am sichtbarsten. Allein an den palästinensischen Universitäten befinden sich über 40 Forschungsinstitute. Dazu kommt eine Vielzahl von Instituten, die von privaten Trägern und internationalen Organisationen betrieben werden. Diese außeruniversitären Einrichtungen sind jedoch in Bezug auf ihre Spezialisierung, Reichweite und Qualität der Forschung sehr heterogen, da eine Akkreditierungspflicht nur für universitäre und staatliche Einrichtungen besteht. (Beratungsgremien für Forschungs- und Bildungspolitik).

Der Großteil der sozial- und geisteswissenschaftlichen Forschung konzentriert sich auf folgende Themenfelder:

  • internationale und strategische Studien
  • kommunale Studien
  • Medien
  • Islam
  • Flüchtlingsfragen
  • Gender Studien
  • Menschenrechte und Demokratie.

Dabei stellen häufig der Umgang mit und die Erarbeitung von Lösungen zur Bewältigung des Alltags eine zentrale Motivation der Forschung dar.

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Gesundheitsforschung

Gesundheitsforschung ist eng mit den Themen Umwelt und Klima, insbesondere Wasser und Landwirtschaft verknüpft. Hier steht die Ernährung und Versorgung der Bevölkerung mit sauberem Wasser, ausreichend Nahrungsmitteln und einer sicheren medizinischen Grundversorgung im Mittelpunkt (public health and nutrition). Aber auch die Auswirkungen der Bewältigung von Krieg und Konflikt werden wie zum Beispiel am Palestine Center for Traumatic Stress an der Al-Quds Universität untersucht. 

Umwelt- und Klimaforschung

Umwelt und Klima, insbesondere die Sicherheit der Versorgung mit Lebensmitteln und Wasser, sind wie in den meisten Ländern der arabischen Welt auch in den Palästinensischen Gebieten wichtige Themen. Mehr als zehn Institute arbeiten an den Universitäten Al-Azhar, An-Najah, Bethlehem, Birzeit und Hebron (Indikatoren für Bildung) zu Themen wie der Qualität und den Auswirkungen von Umweltverschmutzung, um eine nachhaltige Sicherung der Lebensgrundlage gewährleisten zu können.

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