Politische Zielsetzungen: Palästinensische Gebiete

  1. Überblick

Überblick

Der Auf- und Ausbau eines einheitlichen und nachhaltigen Bildungssystems, das maßgeblich dazu beitragen soll, der jungen Generation die Chance auf eine bessere Zukunft und wirtschaftliche Perspektiven zu bieten, ist das Hauptziel der Bildungspolitik und umfasst die Grundbildung wie den tertiären Bildungssektor und die Hochschulbildung. Einrichtungen der höheren Bildung werden dabei fast ausschließlich als Lehr- und weniger als Forschungsanstalten verstanden.

Das zuständige Ministerium erarbeitet alle fünf Jahre einen "Plan zur Strategischen Entwicklung des Bildungssektors" (EDSP). Die im März 2014 vom zuständigen Ministerium vorgelegte Bildungsstrategie "Palästinensische Gebiete 2020: Eine lernende Nation" für den Zeitraum 2014-2019 berücksichtigt aktuell sowohl nationale Prioritäten als auch internationale Trends und Entwicklungen im Bildungsbereich. Für die drei Sektoren i) Zugang zu Bildung, ii) Bildungsqualität und iii) Bildungsmanagement werden hier grundlegende bildungspolitische Strategien sowie nationale Prioritäten formuliert, die es in den kommenden sechs Jahren umzusetzen gilt.

Das Ministerium für Planung veröffentlicht im Abstand von drei Jahren nationale Entwicklungspläne. Im Aktuellen Plan für den Zeitraum 2014 – 2017 werden für das Bildungs-, Hochschulbildungs- und berufliche Aus- und Weiterbildungssystem folgende Ziele formuliert: Verbesserung der Lehre für alle und Anpassung der Ausbildung an die Marktanforderungen und den wissenschaftlichen sowie  akademischen Anspruch. Die genauere Sektorplanung für den Bildungsbereich liegt bislang nur für die Jahre 2011 – 2013 vor. Ziel ist es vor allem, den großen Bedarf an Schul-, Hochschul- und beruflicher Bildung zu befriedigen und das Angebot auszubauen. Außerdem soll die Qualität verbessert und an die Marktanforderungen angepasst werden. Weiterhin sollen sowohl die Finanzierung als auch das Management der Einrichtungen verbessert werden (vgl. Ministry of Planning and Administrative Development). 

Eine explizite Forschungsstrategie existiert bislang in den Palästinensischen Gebieten nicht. Innerhalb der Bildungsstrategie 2011 - 2013 ist festgehalten, dass Forschung als sozioökonomisches Element eingesetzt werden soll, um die höheren Bildungs- und Forschungseinrichtungen besser in die wirtschaftliche und gesellschaftliche Umgebung zu integrieren. Dafür soll dem Lehrpersonal erlaubt werden in der freien Wirtschaft zu forschen (MoPAD 2011). Des Weiteren sollen die Universitäten und die Forschungsinstitute stärker national und international vernetzt und mit einem größeren Haushalt für Forschung  mindesten 5 Prozent des Haushaltes von Universitäten sollen in Forschung fließen  ausgestattet werden. Außerdem sollen Exzellenzzentren an den Universitäten gegründet und an diesen Master- & Doktoranden-Programme angeboten werden. Abschließend sollen einheitlich Regeln für Publikationen, Patente sowie Forschungsethiken erarbeitet werden (MoPAD 2011). Anders als im Bereich der Bildung, gibt es bisher aber keine nationale Förderungsstrategie.

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