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Trinationales Forschungsprojekt zur Bekämpfung von Osteopetrose: DFG verlängert Förderung

Internationalisierung Deutschlands, Bi-/Multilaterales

In einem trilateralen Projekt erforschen deutsche, israelische und palästinensische Wissenschaftler seit 2016 die Marmorknochenkrankheit (Osteopetrose). Nun hat die DFG eine Verlängerung der Förderung des Projekts beschlossen.

Um die Ursachen dieser Erbkrankheit zu ergründen und neue Therapieansätze zu entwickeln, bündeln deutsche, israelische und palästinensische Forschende ihre Kompetenzen. Das Forschungsprojekt wird als „Trilaterale Fernost-Kooperation“ seit 2016 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit insgesamt rund 1,5 Millionen Euro gefördert und hat in mehreren Ländern zur Gründung neuer Osteopetrose-Konsortien beigetragen.

Diese eigentlich seltene Erbkrankheit kommt in palästinensischen Großfamilien auffällig häufig vor. Im Rahmen der bisherigen Forschung wurde bei Osteopetrose-Patienten aus den besonders betroffenen Palästinensergebieten eine Erbgutveränderung entdeckt, die der Schlüssel zu alternativen Therapieansätzen sein könnte. Dieser Erbgutveränderung geht die  internationale Forschergruppe auf den Grund – insbesondere mithilfe von genetischen und zellbiologischen Methoden. In ihrem trilateralen Forschungsprojekt arbeiten die Naturwissenschaftler der federführenden Universität Ulm eng mit dem renommierten israelischen Weizmann-Institut sowie mit der Bethlehem University (Palästinensische Autonomiegebiete) zusammen.

Als erster Erfolg ist es den Forschenden gelungen, die Stammbäume von Trägern der Erbgutveränderung zu rekonstruieren und zu erweitern: Es handelt sich um zwei palästinensische Großfamilien, in denen oftmals arrangierte Eheschließungen unter Cousinen und Cousins zu einer Verbreitung der mit Osteopetrose verbundenen Mutation geführt haben. „Aufgrund unserer Ergebnisse konnten wir eine Aufklärungskampagne anstoßen. Zudem soll im Heimatdorf der betroffenen Familien eine Außenstelle des Krankenhauses in Hebron aufgebaut werden“, berichtete der palästinensische Wissenschaftler Professor Moien Kanaan.

Im Zuge des Forschungsprojekts ist es den Wissenschaftlern um Prof. Jan Tuckermann von der Universität Ulm nicht nur gelungen, die Stammbäume betroffener Familien zu rekonstruieren. Sie haben zudem wichtige molekulare Grundlagen der Osteopetrose aufgedeckt. Ihre Forschungsergebnisse kommen nicht nur von Osteopetrose betroffenen Familien in den Palästinensergebieten zugute, sie könnten auch zu einem tieferen Verständnis der Volkskrankheit Osteoporose („Knochenschwund“) führen. Nun hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) eine Weiterförderung des trilateralen Projekts bis 2022 mit rund 570 000 Euro beschlossen.

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Quelle: Universität Ulm via IDW Nachrichten Redaktion: von Mirjam Buse, VDI TZ GmbH Länder / Organisationen: Israel Palästinensische Autonomiegebiete Themen: Förderung Lebenswissenschaften

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