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Kreislaufwirtschaft: Frankreich und Singapur gründen gemeinsames Institut

Berichterstattung weltweit

Die französische Behörde für Atom und erneuerbare Energien CEA entwickelt zukünftig gemeinsam mit der Technischen Universität Nanyang in Singapur nachhaltige Ansätze zum Elektroschrott-Recycling. Es ist die weltweit erste Außenstelle des CEA.

Die Behörde für Atom und erneuerbare Energien CEA (Commissariat à l'énergie atomique et aux énergies alternatives) und die Technische Universität Nanyang (NTU) haben am 13. März 2019 ein gemeinsames Forschungsinstitut für Kreislaufwirtschaft in Singapur eingeweiht. Die singapurische Staatsministerin für Umwelt und Wasserressourcen, Amy Khor, war zugegen. Es ist das erste Auslandsinstitut des CEA.

Das Institut SCARCE (Singapore CEA Alliance for Research in Circular Economy) soll nachhaltigere Recycling-Verfahren für Elektronik- und Elektroschrott entwickeln. Die im Schrott gebundenen Materialien und Rohstoffe sollen besser genutzt und die Umwelt gleichzeitig weniger belastet werden. Insbesondere interessieren sich die Forscher für die Lebenszyklen von Lithium-Ionen-Batterien, Silizium-Solarzellen, Leiterplatten und im Elektroschrott enthaltenes Plastik. Das CEA hat aufgrund seiner Erfahrungen mit dem Lebenszyklus von Kernbrennstoffen besondere Expertise im Materialrecycling. Singapur wiederum hat sich zum Ziel gesetzt, sein Müllaufkommen drastisch zu reduzieren und eine „Zero Waste Nation“ zu werden.

Insgesamt werden um die 40 Forscher und Techniker im SCARCE arbeiten, davon mehr als 15 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des CEA, die für längere Forschungsaufenthalte nach Singapur reisen. Die Nationale Umweltagentur von Singapur NEA (National Environment Agency) unterstützt das Projekt im Rahmen seines Forschungs- und Entwicklungsprogramms „Den Müllkreislauf schließen“ (Closing the Waste Loop, CTWL). Die drei Partner investieren insgesamt 20 Millionen Singapur-Dollar (etwa 13 Millionen Euro) in SCARCE.

Das CEA arbeitet seit 2012 mit der NTU zusammen. Im Rahmen des französisch-singapurischen Innovationsjahres 2018 beschlossen die Partner, ihre FuE-Kooperation in Richtung innovativer und gleichzeitig umweltschonender Verfahren auszubauen, wie zum Beispiel in den Bereichen Mülltrennungsautomatisierung, Mikrofluidik, Elektrochemie oder „grüne“ Chemie.

Allein 2016 gab es laut den Vereinten Nationen 44,7 Millionen Tonnen Elektroschrott weltweit, von denen es jedoch nur 20 Prozent in den Recyclingkreislauf schafften. In Singapur sind es im Jahr 60.000 Tonnen bzw. elf Kilo pro Person. Nur ein geringer Teil davon wird recycelt oder weiterverwendet. Zudem werden für starke Säuren und chemische Produkte benötigt um wertvolle Metalle wie Gold, Silber oder Platin zu lösen und die existierenden Kontroll- und Wasseraufbereitungssysteme sind sehr teuer.

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Quelle: CEA Redaktion: von Kathleen Schlütter, Deutsch-Französische Hochschule Länder / Organisationen: Singapur Frankreich Themen: Umwelt u. Nachhaltigkeit

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