Regierungs- und Ressortabkommen mit Partnerländern

Die deutsche Wissenschaft genießt in der Türkei hohes Ansehen. Seit 1984 besteht eine formelle Zusammenarbeit zwischen dem Wissenschaftlichen und Technischen Forschungsrat der Türkei (TÜBITAK) und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Den rechtlichen Rahmen für die Wissenschaftlich Technologische Zusammenarbeit (WTZ) zwischen Deutschland und der Türkei bildet eine Einzelvereinbarung zwischen dem Projektträger im Forschungszentrum Jülich GmbH und dem TÜBITAK vom 10.01.1997 im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Die Beziehungen werden verstärkt durch die Aktivitäten und der Förderinstrumente der beiden großen Stipendienorganisationen, dem DAAD und der Alexander von Humboldt-Stiftung (AvH).

Die Türkische Erziehungsstiftung (Türk Egitim Vakfi, TEV) wurde 1967 gegründet und fördert die Ausbildung von begabtem Nachwuchs, dem finanzielle Möglichkeiten fehlen. Diese Stiftung richtet sich speziell an Studierende von technischen und industriellen Berufen an Höheren Schulen, Universitäten, in Master- und Doktorat-Programmen. Darüber hinaus werden die Ausbildung von Lehrern und Institutionen und Einrichtungen unterstützt, die sich diesem Ziel widmen. Die TEV legt besonderen Wert auf Unabhängigkeit. Seit Gründung wurden nach eigenen Angaben über 150.000 nationale Stipendien, 1000 internationale Stipendien, 14 Grundschulgebäude, 2 Hochschulgebäude sowie mehrere Schlafsaalsäle, öffentliche Mehrzweckzentren und ein Ausbildungszentrum für Lehrlinge gefördert bzw. errichtet. Seit 1998 werden jährlich gemeinsame Stipendien mit dem DAAD für türkische Graduierte vergeben, die an den vom DAAD an deutschen Hochschulen geförderten internationalen Studiengängen ein zweijähriges Masterstudium absolvieren. Der DAAD und die Türkische Erziehungsstiftung tragen jeweils 50% der Programmkosten. Seit 1998 wurden fast 200 Stipendien vergeben, 32 davon in 2007. 

Teilnahme an europäischen Programmen und Initiativen

Die Türkei ist seit 2014 assoziiertes Mitglied in Horizon 2020 und damit voll antragsberechtigt.

Weitere

Deutsch-Türkisches Masterprogramm in Sozialwissenschaften (GeT MA)

Das deutsch-türkische Master-Programm im Bereich der Sozialwissenschaften, ist ein interdisziplinäres, zweijähriges Master-Programm, zwischen der Humboldt Universität Berlin und der Technische Universität des Mittelostens (METU) in Ankara. Das an beiden Universitäten durchgeführte Studium wird mit einem Doppeldiplom beider Universitäten abgeschlossen. GeT MA hat das Ziel, den Studierenden akademische und analytische Fähigkeiten in aktuellen Fragen der Sozialwissenschaften zu vermitteln. Thematisch focusiert sich der Masterstudiengang auf gesellschaftliche und politische Transformationsprozesse, wie Modernisierung, Demokratisierung, Migration, Vertiefung und Erweiterung der Europäischen Union sowie Globalisierung. Inhalte werden aus einer vergleichenden Perspektive anhand der Länderbeispiele Deutschland und der Türkei erarbeitet. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer verbringen ihr erstes Studienjahr gemeinsam an der METU in Ankara und wechseln anschließend an die Humboldt-Universität zu Berlin. Unterrichtssprache ist Englisch. 
www.bgss.hu-berlin.de/masters/getma

Helmholtz-TÜBITAK Promotionsprogramm Anadolu-Lehrerenstsendeprogramm 

(Quelle: Deutsche Botschaft Ankara)
Im Jahr 1986 wurde das sogenannte Anadolu-Programm gegründet. Ziel war es zunächst, den vielen türkischen Rückkehrerkindern den Einstieg in das türkische Schulsystem zu erleichtern. Zum Anadolu-Programm gehörten deshalb landesweit Schulen nicht nur mit Deutsch als erster Fremdsprache, sondern mit deutschsprachigem Fachunterricht. Der Anteil der Rückkehrerkinder an diesen Schulen ist von früher von 40 - bis 50 % auf jetzt etwa 4 % zurückgegangen. Daher hat sich das Programm auch inhaltlich verändert. Derzeit sind 27 entsandte deutsche Lehrer an 13  staatlichen Anadolu-Gymnasien in Ankara, Istanbul, Izmir, Antalya und Adana tätig. Sie unterrichten Deutsch als erste Fremdsprache. Das aktuelle Hauptziel des Anadolu-Programms ist die Vorbereitung der türkischen Schülerinnen und Schüler  auf das Deutsche Sprachdiplom der Stufen  B1 und C1  der Kultusministerkonferenz (orientiert am Europäischen Referenzrahmen). Jedes Jahr erwerben zwischen 300 und  400 Schülerinnen und Schüler  eines der Sprachdiplome. Das Deutsche Sprachdiplom der Stufe C1 berechtigt in Verbindung mit der bestandenen türkischen Hochschulaufnahmeprüfung zum Studium in Deutschland. Ansprechpartner für das Anadolu-Programm ist der an der Botschaft angesiedelte Fachberater für Deutsch (fbankara(at)tr.net).

Neben den wirtschaftswissenschaftlichen Studiengängen in deutscher Sprache an der Marmara Universität existieren noch zwei deutschsprachige naturwissenschaftliche Abteilungen an der Hacettepe-Universität in Ankara.

Seit 1999 wurde vom Fachbereich vier Wirtschafts- und Rechtswissenschaften der Universität Oldenburg in Kooperation mit der Universität Sakarya (Türkei) ein neuer Doppel-Diplom-Studiengang Wirtschaftswissenschaften eingerichtet. Kooperation mit türkischer Uni Vizepräsidentin Ina Grieb hat, auf Anregung des Oldenburger Ökonomen Prof. Dr. Carles Ossorio-Capella, einen Kooperationsvertrag mit dem Rektor der Universität Sakarya (Türkei), Prof. Dr. Ismael Calle, abgeschlossen. Er soll StudentInnen beider Universitäten im Bereich Wirtschaftswissenschaften das Doppeldiplom ermöglichen. Die Kooperation wird vor allem für in Deutschland lebende StudentInnen mit türkischer Abstammung von großem Interesse sein. Schon in diesem Jahr sollen die ersten türkischen StudentInnen ihr Studium aufnehmen.

Die Altertumsforschung spielt traditionell eine wesentliche Rolle in den bilateralen Wissenschaftsbeziehungen mit der Türkei. Das Deutsche Archäologische Institut, heute unter der Zuständigkeit des Auswärtigen Amtes, hat seit 1928 eine Außenstelle in Istanbul. Für 2000 wurden wieder mehr als 50 Anträge auf Grabungs- und Forschungsgenehmigungen für deutsche Wissenschaftler beim türkischen Kulturministerium eingereicht. Klassische Grabungsstätten mit deutscher Beteiligung sind Troja, Pergamon, Hattuscha, Milet, Priene, Ayzanoi und Didyma. Die Grabung Troja, die im zwölften Jahr von Professor Manfred Korfmann aus Tübingen geleitet wird, besuchen im Durchschnitt 2000 Menschen täglich. Daimler-Chrysler unterstützt das Projekt seit Anbeginn mit erheblichen Summen. Seit 1998 zählt die Troja-Grabung zum Weltkulturerbe der UNESCO. In Deutschland gibt es ein Dutzend Lehrstühle für die Geschichte und Kultur der Turkvölker. Die Turkologie ist seit ihrem Entstehen im 19. Jahrhundert weithin eine "deutsche" Wissenschaft. Das Orient-Institut der "Deutschen Morgenländischen Gesellschaft" in Istanbul ist seit 1998 mit den anderen deutschen Kultureinrichtungen in der Türkei (Goethe-Institut, DAI) gleichgestellt.

Quelle: Inter Nationes Press III-2000

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