Indikatoren für Bildung

Indikator

Vietnam

Deutschland

Stand

 

Anteil öffentlicher Bildungsausgaben am Bruttoinlandsprodukt (BIP) [Prozent]

5,7

4,8

2013/15

 

Wachstum des öffentlichen Bildungsanteils am BIP (Differenz des BIP-Bildungsanteils zu dem des Vorjahres in Prozentpunkten) [Prozent]

2,1

-2,4

2013/15

 

Anteil öffentlicher Ausgaben für die tertiäre Bildung am BIP [Prozent]

0,8

1,2

2013/15

 

Anteil internationaler abschlussorientierter Studierender aus dem Land [Prozent]*

3,6

3,9

2016

 

Anzahl Studierender im Tertiärbereich insgesamt [Mio.]

2,307

3,043

2016

 

Anteil internationaler abschlussorientierter Studierender im Land [Prozent]**

0,2

8,0

2016

 

Anzahl Promovierender insgesamt

13.587

197.000

2017/16

 

Anteil an neuen Studienabschlüssen in Mathematik, Statistik und Naturwissenschaften (Ingenieurwissenschaften) [Prozent]

0,7 (19,9)

keine Angaben

2016

 

PISA-Ergebnisse: Lesen [Punktzahl (Platzierung)]

487 (30)

509 (12)

2015

 

PISA-Ergebnisse: Naturwissenschaften [Punktzahl (Platzierung)]

525 (8)

509 (16)

2015

 

PISA-Ergebnisse: Mathematik [Punktzahl (Platzierung)]

495 (21)

506 (16)

2015

 

Tabelle 3: Bildungsindikatoren

Quelle: UNESCO Institute of Statistics, Stand September 2018

"OECD - PISA 2015: Ergebnisse im Fokus"

* UNESCO registriert nur diejenigen internationalen Studierenden, bei denen aufgrund der Aufenthaltsdauer davon auszugehen ist, dass sie einen Abschluss im Ausland anstreben.

** UNESCO registriert nur diejenigen internationalen Studierenden, bei denen aufgrund der Aufenthaltsdauer davon auszugehen ist, dass sie einen Abschluss in dem jeweiligen Land anstreben.

       

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Schulen und Hochschulen

Das nationale Bildungssystem umfasst einheitlich zwölf Schuljahre, unterteilt in eine Primarstufe und die Sekundarstufen I und II. Die Sekundarstufe II endet mit der Prüfung zur allgemeinen Hochschulreife, welche jedoch bisher nur bei sehr guten Leistungen direkt zur Aufnahme an einer Universität berechtigt. Im Allgemeinen verlangen die Hochschulen eine Aufnahmeprüfung, die seit 2014 zumindest an einigen ausgewählten Hochschulen wieder dezentral durchgeführt wird. Neben dem akademischen Zweig gibt es die Möglichkeit, schulische Berufsbildungsgänge in der Sekundarstufe I und II zu belegen, die mit einem Fachabiturabschluss enden.

Nach Abschluss des Abiturs bzw. des Fachabiturs stehen den Absolventen verschiedene Hochschulstudiengänge offen. Vollzeitstudiengänge an Hochschulen sind auf vier bis sechs Jahre angelegt, ein Fachhochschulstudium dauert drei Jahre. Die meisten größeren Hochschuleinrichtungen bieten neben Vollzeitstudiengängen verschiedene Formen des Teilzeitstudiums und unterschiedliche Intensiv- und Fernstudienangebote an.

Bis Ende der 1980er Jahre orientierte sich das vietnamesische Bildungssystem an osteuropäischen Standards. Anfang der 1990er Jahre erfolgte eine zunehmende Ausrichtung an westeuropäischen und US-amerikanischen Bildungsstandards und -abschlüsse. Neben dem bisherigen Promotionssystem wurden Masterstudiengänge eingeführt. Die universitäre Qualifizierung sieht drei Stufen vor:

  • allgemeiner Hochschulabschluss, der dem amerikanischen Bachelor-Grad nahe kommt (cu nhan), in bestimmten Fachbereichen äquivalente Spezialabschlüsse, z.B. Medizin (bac si), Ingenieurswesen (ky su),
  • Masterstudium (thac si),
  • Doktorat (tien si).

Nur wenige BA-, MA- und PhD-Abschlüsse sind bislang international akkreditiert (Stand 2018). Daher bemüht sich Vietnam um internationale Kooperationen, um gemeinsam Studiengänge aufzubauen und die fachliche Qualifikation des akademischen Personals zu verbessern. Eine Vorbildfunktion sollen die beiden sog. "New Model Universities" als Forschungsuniversitäten übernehmen, die in Kooperation mit Deutschland und Frankreich aufgebaut werden. Das Royal Melbourne Institute of Technology in Ho Chi Minh Stadt ist die bislang einzige private Universität, die in ausländischer Trägerschaft betrieben wird.

In Vietnam gibt es einer weiten Begriffsdefinition folgend 338 staatliche und 83 private Hochschulen. In diesem Text wird der Begriff Hochschulen jedoch ausschließlich auf die 207 Hochschulen mit Universitätscharakter (Dai Hoc) bezogen. Daneben gibt es 214 Colleges, die eher dem Berufsbildungswesen (Cao Dang) zuzuordnen sind (siehe nächster Abschnitt).

Die vietnamesischen Hochschulen sind – mit Ausnahme der beiden Nationaluniversitäten, die direkt dem Premierminister unterstellt sind – entweder den Lokalregierungen oder den Fachministerien (z.B. Gesundheit oder Umwelt) zugeordnet. Das vietnamesische Ministerium für Bildung und Ausbildung (MOET) ist im engeren Sinne nur für die pädagogischen Hochschulen zuständig. Das MOET übt jedoch die akademische Aufsicht über alle Hochschulen aus und teilt in Kooperation mit anderen Ministerien auch das Budget zu (Quelle: DAAD Bildungssystemanalyse).

Im Jahre 2016 waren 2.692.124 Studierende an höheren Bildungseinrichtungen (inkl. Berufscolleges) eingeschrieben; der Frauenanteil liegt bei 50,1 Prozent. Im genannten Referenzjahr schlossen 420.697 Studierende ihr Bachelor- oder Masterstudium erfolgreich ab, 826 erlangten einen Doktorgrad.

Nach dem QS Ranking Asia (2018) sind die beiden Nationaluniversitäten in Hanoi und Ho Chi Minh Stadt die besten des Landes (Platz 139 und 142; führende Universitäten in vergleichbaren Schwellenländern Südostasiens schneiden deutlich besser ab).

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Berufliche Bildung

Das Berufsbildungssystem Vietnams umfasst drei Formen beruflicher Bildungseinrichtungen, die sich nach Zugangskriterien, Dauer der Angebote und Abschlussmöglichkeiten unterscheiden:

  • Berufszentren/Berufliche Trainingscenter (Vocational Training Center),
  • Berufsschulen (Vocational Training Schools),
  • Berufscolleges (Vocational Colleges).

Berufszentren bieten kurze Weiterbildungen (drei bis zwölf Monate), deren Angebot sich am Bedarf der lokalen Wirtschaft orientiert. Die Abschlüsse von Berufszentren gelten nicht als Qualifikation für den Zugang zu Berufsschulen oder Berufscolleges. Die Ausbildung an Berufsschulen dauert zwei bis drei Jahre. Der Abschluss an einer Technischen Berufsschule ermöglicht den Übergang an die Universität, zur fachgymnasialen Oberstufe oder zum Berufscollege. Der Abschluss an einer Vollzeitberufsschule hingegen ermöglicht ausschließlich den Besuch eines Berufscolleges. Das höchste Berufsbildungsniveau bieten die Berufscolleges. Hier wird zwischen "pädagogischen Berufscolleges" zur Ausbildung von Primarschullehrern, "medizinischen Berufscolleges" zur Ausbildung von Pflegekräften oberhalb des Krankenpflegerberufes und "technischen Berufscolleges" mit Angeboten in den Bereichen Wirtschaft, Finanzen, Kultur und Kunsthandwerk unterschieden. Der Abschluss an einem Berufscollege berechtigt zu einem Studium. Alle genannten Berufsbildungseinrichtungen sind rein schulisch ausgerichtet, ohne praktische Ausbildungsmodule in Betrieben.

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Weiterbildung

Die Bereitschaft, sich in der Freizeit und auf eigene Kosten weiterzubilden, ist in Vietnam sehr hoch. Ziel ist dabei sowohl die aktuelle Arbeitsplatzsicherung als auch die Weiterqualifizierung für neue Aufgaben. Beliebte Themen bei privaten Weiterbildungen sind kaufmännische Inhalte, Management, Sprachen, EDV oder Soft-Skills wie „Präsentationstechniken“ oder „Interkulturelle Kompetenz“. Diese Kurse werden sowohl von spezialisierten Bildungsinstituten als auch von Berufsbildungsinstitutionen und Hochschulen angeboten. Daneben führen Branchenverbände und Organisationen wie die Vietnam Chamber of Commerce (VCCI) ebenfalls Fort- und Weiterbildungen durch.

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Eine Initiative vom

Projektträger