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Westbalkan rüstet sich für Horizont 2020

Obwohl sich die wissenschaftliche Leistung der Länder des westlichen Balkans (WBC) in den letzten Jahren verbessert hat, hinkt sie immer noch jener der EU-Länder sowohl in Bezug auf Quantität, als auch auf Qualität hinterher. Zu wenig Personal, Forschungsförderung und Einrichtungen sowie ein unzureichendes Regulierungssystem sind die Haupthindernisse, damit sich diese Situation verbessern könnte.

Die Region hat sich von der Massenmigration einer großen Zahl von Wissenschaftlern, Ingenieuren und Technikern in den 1990er Jahren noch nicht vollständig erholt, während ein unzureichende Investitionen in Forschung und Entwicklung die Leistungsfähigkeit behindern. Im Jahr 2012 beantragten die westlichen Balkanstaaten 38 Patente in den Vereinigten Staaten, im Vergleich zu einem Durchschnitt von 25 Patentanträgen für die führenden US-Forschungsuniversitäten und Institutionen. Jedes Patent erfordert auch viel höhere FuE-Investitionen für diese Länder.

Die Integration der Forschungs- und Innovationssysteme der westlichen Balkanstaaten in den Europäischen Forschungsraum ist ein wichtiger Schritt, um die schlechte wissenschaftliche Leistung zu überwinden. Seit 2008 hat das EU-finanzierte Projekt WBC-INCO.NET an der Beziehungspflege zwischen der EU und den westlichen Balkanstaaten in diesem Bereich mitgewirkt, indem es gezielte hochwertige Informationen über die Forschung auf dem westlichen Balkan bereitgestellt hat.

Das WBC-INCO.NET-Portal bietet eine Datenbank mit Ausschreibungen nach Land und Programm sowie einen Speicher mit abgeschlossenen und laufenden Projekten und Forschungsinfrastrukturen in der Region. Es hält Forscher und andere Akteure über die Aktivitäten in der wissenschaftlichen Gemeinschaft auf dem Laufenden und bietet weiterführende Informationen mittels eines regelmäßig erscheinenden eJournals, analytischen Studien und Berichten sowie Verzeichnissen.

Während sich WBC-INCO.NET seiner letzten Phase nähert, scheinen seine Bemühungen Früchte zu tragen. Von Innovationspartnerschaften bis hin zur Verbesserung der Meeresforschung, die Zusammenarbeit wird immer stärker und die westlichen Balkanstaaten sind zunehmend bestrebt, sich in EU-Projekten zu engagieren. Allein im Jahr 2011 waren Forscher in Slowenien an 98 Projekten mit einem Gesamtwert von 32.401.000 EUR beteiligt, während ihre Kollegen in Kroatien an 57 Projekten im Wert von 18 542 000 EUR und jene in Serbien und Montenegro an 36 Projekten im Wert von 9 773 000 EUR gearbeitet haben.

WBC-INCO.NET geht genau zum Beginn von Horizont 2020, dem neuen Sieben-Jahres-Forschungs- und Innovationsprogramm der EU, in seine Schlussphase. Die Forschungsgemeinschaft der westlichen Balkanstaaten erwartet von diesem neuen Programm, dass es die starke Dynamik der EU-Projekte, die in den letzten Jahren aufgebaut worden war, weiter trägt. Die Organisatoren der letzten bevorstehenden WBC-INCO.NET-Konferenz sind sich dessen deutlich bewusst.

Die Konferenz "Towards 2020: New Horizons for RTD and Innovation in the Western Balkan Region", die am 27. und 28. März 2014 in Wien stattfinden wird, möchte ein Umfeld bieten, in dem neue Partnerschaften für die Zusammenarbeit in Horizont 2020 aufgebaut werden können. Auf dieser Konferenz wird eine Kooperationsbörse veranstaltet, um die Vernetzung und Zusammenarbeit in Horizont 2020 zu unterstützen. Dazu wird man sich auf Ausschreibungen in ausgewählten Bereichen sicherer, sauberer und effizienter Energie-, Informations- und Kommunikationstechnologien und umfassender, innovativer und reflektierender Gesellschaften konzentrieren.

Auf der Konferenz werden etwa 200 forschungspolitische Entscheidungsträger, Wissenschaftler und Industrievertreter aus der Region des westlichen Balkans, Südosteuropa (SEE), Donauraum und anderen EU-Staaten erwartet. Ziel ist es, den Wissenschaftlern eine Plattform zum Netzwerken und zur Förderung von speziellen Projekten oder eigenen innovativen Produkten in ausgewählten Bereichen zu bieten.

Weitere Informationen:

TRUST: http://www.trust-i.net/

Project factsheet: http://cordis.europa.eu/projects/rcn/86227_de.html

Quelle: CORDIS - Nachrichten Redaktion: Länder / Organisationen: EU Albanien Bosnien und Herzegowina Kosovo Kroatien Republik Nordmazedonien Montenegro Serbien Themen: Förderung Fachkräfte Strategie und Rahmenbedingungen

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