Indikatoren für Bildung

Indikator

Frankreich

Deutschland

OECD-Gesamt

Stand

Bildungsanteil am Bruttoinlandsprodukt: Bildung insgesamt [Prozent]

5,2

4,2

5,0

2015

Wachstum des Bildungsanteils am BIP (Differenz des BIP-Bildungsanteils zu dem des Vorjahres in Prozentpunkten) [Prozent]

-0,1

-0,1

-0,2

2015

Bildungsanteil am Bruttoinlandsprodukt: tertiäre Bildung [Prozent]

1,5

1,2

1,5

2015

Öffentlicher Anteil an den Ausgaben für tertiäre Bildung [Prozent]

78

83

66

2015

Anteil internationaler abschlussorientierter Studierender aus dem Land [Prozent]*

4

4

2

2016

Anzahl Studierender im Tertiärbereich insgesamt [Mio.]

2,480

3,043

k.A.

2016

Anteil internationaler abschlussorientierter Studierender im Land [Prozent]**

10

8

6

2016

Anzahl Promovierender insgesamt

67.679

197.000

k.A.

2016

Anteil internationaler abschlussorientierter Promovierender im Land [Prozent]**

40

9

26

2016

Anteil 25- bis 34-Jähriger mit einem Abschluss im Tertiärbereich [Prozent]

44

31

44

2017

Anteil an neuen Studienabschlüssen in Mathematik, Statistik und Naturwissenschaften (Ingenieurwissenschaften) [Prozent]

8 (15)

9 (22)

6 (14)

2016

PISA-Ergebnisse: Lesen [Punktzahl (Platzierung)]

499 (20)

509 (12)

493

2015

PISA-Ergebnisse: Naturwissenschaften [Punktzahl (Platzierung)]

495 (27)

509 (16)

493

2015

PISA-Ergebnisse: Mathematik [Punktzahl (Platzierung)]

493 (26)

506 (16)

490

2015

Tabelle 3: Bildungsindikatoren

Quelle: OECD - Education at a Glance 2018, UNESCO Institute for Statistics und "OECD - PISA 2015: Ergebnisse im Fokus"

* OECD (UNESCO) registrieren nur diejenigen internationalen Studierenden, bei denen aufgrund der Aufenthaltsdauer davon auszugehen ist, dass sie einen Abschluss im Ausland anstreben.

** OECD (UNESCO) registrieren nur diejenigen internationalen Studierenden bzw. Promovierenden, bei denen aufgrund der Aufenthaltsdauer davon auszugehen ist, dass sie einen Abschluss in dem jeweiligen Land anstreben.

       
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Schulen und Hochschulen

In Frankreich besuchen Kinder ab dem dritten Lebensjahr eine Ganztagsvorschule („École maternelle“ oder „École préélémentaire“). Im Alter von sechs Jahren beginnt dann eine einheitliche, neun Jahre dauernde, verpflichtende und ganztägige Schulausbildung. Der Schulbesuch ist bis zum Abschluss der höheren Schule (Collège oder Lycée) kostenlos. Höhere Schulen haben in der Regel zwei Bildungsgänge, zwischen denen es Übergänge gibt: einer bereitet die Schüler auf ein Hochschulstudium vor, der andere auf eine berufliche Ausbildung oder den Beruf.

Bei der OECD PISA-Studie („Programme on International Student Assessment“) liegt Frankreich seit Beginn der Datenerhebung im Jahr 2000 im Mittelfeld.

Frankreich zeichnet sich durch eine große Vielfalt unterschiedlicher Hochschultypen aus. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen den zugangsfreien Universitäten und  selektiven Hochschulen („Grandes Écoles“ / „Écoles“). Die Einrichtungen sind größtenteils in Verbünden oder durch Assoziierung organisiert, haben unterschiedliche Rechtspersönlichkeiten und unterstehen unterschiedlichen Ministerien, auch wenn die Federführung beim Ministerium für Hochschulbildung, Forschung und Innovation MESRI liegt. Darüber hinaus findet auch in den Lycées Hochschullehre in Form der zweijährigen Vorbereitungsklassen für die Grandes Écoles im Anschluss an das Abitur statt.  Etwa 4.000 Einrichtungen oder Strukturen bieten Hochschullehre an. Es gibt 67 Universitäten und mittlerweile 26 Hochschul- und Forschungsverbünde (Oktober 2018). Die Hochschulrektorenkonferenz CPU („Conférence des présidents d’université“) ist die wichtigste Interessenvertretung der französischen Hochschulen mit über 100 Mitgliedern.

Die öffentliche Schul- aber auch die Hochschulbildung gilt als wichtiges Fundamente der Französischen Republik. Darüber hinaus gibt es private, staatlich akkreditierte Einrichtungen – unter anderem 13 Hochschulen und etwa 100 privat geführte, spezialisierte Ingenieur- und Handelshochschulen. Ein Sechstel der Studierenden ist an einer privaten Einrichtung immatrikuliert.

Zum Wintersemester 2016/17 waren 2.610.000 Studierende an einer französischen Hochschule eingeschrieben, darunter 1.624.000 an Universitäten. Die Tendenz ist seit vielen Jahren steigend. Im Jahr 2016 wurden 180.800 Abschlüsse für grundständige Studiengänge (Licence) und 128.800 Master-Abschlüsse von den Universitäten vergeben. 74.450 Doktoranden waren im Wintersemester 2015/16 eingeschrieben und 13.000 Promotionen (inklusive Habilitationen) wurden verteidigt.

Für die staatlichen Universitäten müssen von In- wie Ausländern lediglich Immatrikulationsgebühren entrichtet werden, die vom Ministerium für Hochschulbildung, Forschung und Innovation MESRI festgelegt werden: 170 Euro für grundständige Studiengänge, 243 Euro für Master-Programme und 380 Euro für Doktorate. Für andere Hochschultypen, staatlich oder privat, können auch deutlich höhere Gebühren anfallen.

Im OECD-Vergleich von Personen im erwerbsfähigen Alter (25-64 Jahre) mit einem tertiären Abschluss liegt Frankreich mit 35 Prozent im Mittelfeld (OECD-Durchschnitt: 35 Prozent). Auffällig ist besonders, dass mit 14 Prozent überdurchschnittlich viele Personen ein Kurzzeitstudium ohne Bachelorabschluss („short-cycle tertiary“, OECD-Durchschnitt sieben Prozent) und mit zwölf Prozent unterdurchschnittlich viele Personen ein grundständiges Studium (Bachelor) absolvieren (OECD-Durchschnitt 22 Prozent; Quelle: OECD (2017): France Country Note – Education at a Glance 2017).

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Berufliche Bildung

Landesweit gibt es rund 1.000 Einrichtungen, die zweijährige, berufliche Ausbildungen in etwa 250 Fachrichtungen mit verschiedenen Abschlüssen anbieten. Mehrheitlich handelt es sich um die Ausbildungszentren CFA („Centres de formation d’apprentis“), an denen die Lehre dual in Schule und Betrieb absolviert wird, aber es gibt auch berufliche Gymnasien mit Vollzeitausbildung. Anschließend sind weitere Abschlüsse auf allen Bildungsebenen möglich, bis hin zum Master oder Ingenieurdiplom. 4,9 Prozent bzw. 412.266 aller 16- bis 25-jährigen absolvierten 2016/17 eine Lehre. Dies stellt nach einem Rückgang in den letzten Jahren wieder eine Zunahme dar. Es ist erklärtes Ziel Frankreichs, die Zahl der Auszubildenden auf 500.000 pro Jahr zu steigern.

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Weiterbildung

Weiterbildung wird in Frankreich von 135 Netzwerken lokaler, öffentlicher Einrichtungen (Stand 2014) sowie dem Nationalen Konservatorium für Kunst und Handwerk Cnam („Conservatoire National des Arts et Métiers“) und den Hochschulen angeboten. Jedem privatwirtschaftlich Angestellten steht ein persönliches Weiterbildungskonto („Compte personnel de formation“) zu, auf dem jährlich je nach Berufsjahren 12 oder 24 Stunden gut geschrieben werden. Es besteht zudem die Möglichkeit, sich langjährige, mindestens aber eine dreijährige Berufserfahrung als Hochschulabschluss anerkennen zu lassen.

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