Bildungspolitische Zielsetzungen und Programme

2013 wurde das Hochschul- und Forschungssystem durch ein entsprechendes Gesetz neu geordnet. Dabei hat die Regierung drei Prioritäten definiert:

  • Bessere Studienerfolgsquote;
  • Koordination des Lehr- und Forschungsangebotes durch Standortpolitik;
  • Schaffung einer nationalen Strategie für Grundlagen- und technikorientierte Forschung, Transfer und Innovation – diese wurde im März 2015 verabschiedet.

In der Nationalen Hochschulstrategie StraNES wurden darüber hinaus fünf strategische Achsen festgehalten:

  • eine lernende Gesellschaft aufbauen und die Wirtschaft unterstützen;
  • die europäische und internationale Dimension des Hochschulwesens entwickeln;
  • soziale Mobilität und Inklusion fördern;
  • das Hochschulwesen des 21. Jahrhunderts erfinden;
  • auf die Bestrebungen der Jugend antworten.

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Forschungs- und Innovationspolitische Ziele und Programme

Mit der Nationalen Forschungsstrategie SNR will sich Frankreich einen Platz unter den weltweit erfolgreichsten Forschungsmächten sichern und Antworten für die wissenschaftlichen, technologischen, ökologischen und gesellschaftlichen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts finden. Dazu gehört neben der weiterhin zentralen Grundlagenforschung auch eine zunehmende Förderung anwendungsorientierter Forschung, um die Zusammenarbeit von Forschungseinrichtungen und Unternehmen zu erleichtern. So wurden 2018 administrative Hürden für unternehmerisch tätige Wissenschaftler abgebaut, die nun beispielsweise auch nach ihrer Rückkehr in den öffentlichen Dienst dauerhaft an einem von ihnen gegründeten Unternehmen beteiligt bleiben dürfen. Bereits 2013 wurde im Hochschul- und Forschungsgesetz „Transfer“ erstmals als explizite Aufgabe der Wissenschaft definiert.

Innovation gehört zudem den Schwerpunkten der Präsidentschaft von Emmanuel Macron. Mithilfe eines umfänglichen Investitionsfonds („Grand plan d’investissement“, GPI) werden Schwerpunktthemen der Regierung gefördert: Kampf gegen den Klimawandel (20,8 Milliarden), die Förderung beruflicher Bildung und Weiterbildung (14,6 Milliarden), innovationsbasierte Wettbewerbsfähigkeit (12,47 Milliarden Euro) und die Digitalisierung des Staates (9,3 Milliarden Euro). Die einzelnen Bereiche erhalten jeweils die Fonds-Erträge. Auch das Wachstum von Startups wird im Bereich Innovation umfänglich gefördert.

Fachspezifische Strategien zu den Themen Raumfahrt; Digitalisierung; Künstliche Intelligenz; Gesundheit; Gesundheit und Digitales; neurodegenerative Krankheiten; Krebsbekämpfung; Ökologischer Wandel für Nachhaltige Entwicklung; Wasser, Ozeane und Klima; Dekarbonisierung ergänzen die SNR. Es gibt weiterhin eine am europäischen Rahmen orientierte Nationale Strategie für Forschungsinfrastrukturen mit dem Ziel, die staatliche Infrastrukturpolitik im Forschungsbereich transparenter zu gestalten.

Exzellenzförderung fand und findet in Frankreich durch die Ausschreibungen der Nationalen Forschungsagentur ANR sowie im Rahmen des Programms für Zukunftsinvestitionen PIA statt. Das PIA wurde 2018 vom GPI (siehe oben) abgelöst und ein Teil seines Kapitals ist in den GPI übergegangen, aber aus den restlichen Anlagen werden weiter die laufenden Programme finanziert. Bei PIA handelt es sich um einen Investitionsfonds von nun 47 Milliarden Euro, von dem ein Großteil über Projektausschreibungen den Hochschulen und Forschungseinrichtungen zur Verfügung gestellt wird. Insbesondere wurden seit 2010/11 elf exzellente Hochschulstandorte („Idex“) ausgewählt: Straßburg, Bordeaux, Aix-Marseille, Toulouse, Lyon, Université Côte d’Azur, Grenoble Alpes sowie die Zusammenschlüsse im Pariser Großraum Paris Sciences Lettres, Université de Paris, Sorbonne Universités und Paris-Saclay. Diese erhalten im Rahmen des Programmes PIA über mehrere Jahre Erträge von jährlich 25 bis 30 Millionen Euro aus insgesamt knapp elf Milliarden Euro Kapitalanlagen. Die Förderung von Aix-Marseille, Bordeaux, Sorbonne Universités und Straßburg wurde verstetigt, während Toulouse nach einer negativen Evaluierung aus dem Förderprogramm ausschied. Weitere Standorte werden ähnlich den deutschen Exzellenzclustern in bestimmten Forschungsschwerpunkten gefördert („Isite“, „Labex“).

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Ergebnisse von Evaluierungen

Regelmäßig werden in Frankreich Analysen und Empfehlungen zu verschiedenen Themenfeldern von Think Tanks, Parlamentariern, Kommissionen etc. veröffentlicht. Exemplarisch soll hier die von Frankreich 2014 beauftragte und nach wie vor aktuelle Untersuchung seines Innovationssystems durch die OECD genannt werden. Die OECD empfahl, die exzellenzbasierte Förderung auszubauen, die öffentliche Forschung besser zu evaluieren und die Zusammenarbeit von Industrie und öffentlichem Sektor besser zu koordinieren. Des Weiteren sollten laut OECD die Universitäten als Forschungsakteure gestärkt werden, das Wachstum kleiner, innovativer Unternehmen gefördert sowie vor allem die privatwirtschaftlichen Ausgaben für Forschung und Entwicklung auf zwei Prozent des BIPs erhöht werden (aktuell 1,4 Prozent). Den Erfolg des Programms steuerlicher Anreize für privatwirtschaftliche Forschung CIR („Crédit d‘impôt recherche“) hielt die OECD für fraglich und die verschiedenen Ausschreibungen des Programms für Zukunftsinvestitionen PIA für zwar begrüßenswert aber zu unübersichtlich (Quelle: OECD Reviews of Innovation Policy: France).

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