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Französisches Institut für Gesundheit und medizinische Forschung Inserm startet Zellatlas für menschliche Entwicklung

Berichterstattung weltweit

Das französische Nationale Institut für Gesundheit und medizinische Forschung Inserm baut einen Katalog für menschliche Embryonal- und Fetalzellen auf. Der „Zellatlas für menschliche Entwicklung“ will einen Beitrag zur internationalen Initiative „Human Cell Atlas“ (HCA) leisten, die sich zum Ziel gesetzt hat, die Gesamtheit aller menschlichen Zelltypen zu erfassen.

Der Human Developmental Cell Atlas (HuDeCa) soll unterschiedliche Zelltypen embryonaler und fetaler Organe in verschiedenen Stadien definieren und kartographieren. Daraus entsteht durch Zeitreihenaufnahmen und nicht-invasive biophysikalische Methoden ein umfangreicher Atlas der menschlichen Embryo-Entwicklung vor der Einnistung in die Gebärmutter. Die zu untersuchenden Gewebearten wurden in Anlehnung an den HCA ausgewählt (wie zum Beispiel Nebennieren-, Lungen- oder Augengewebe).

Das Inserm hat den HuDeCa zusätzlich zu den laufenden Förderprogrammen initiiert, um der französischen Embryonen-Forschung mehr Sichtbarkeit zu verleihen. Frankreich habe hier eine historische Stärke, die durch fortschrittliche Bioethik-Gesetze unterstützt werde, so das Inserm. 17 erfahrene Forschende aus acht französischen Forschergruppen nationaler Forschungseinrichtungen arbeiten gemeinsam an dem Projekt. Die Koordination der verschiedenen Partner liegt bei Alain Chédotal vom Pariser Institut für Sehkraft (Institut de la Vision), einer Gemeinschaftseinrichtung des Inserm, Sorbonne Université und des Nationalen Zentrums für wissenschaftliche Forschung CNRS.

Für den HuDeCa wird eine Kryobank mit menschlichen Präimplantationsembryos sowie Fetal- und Embryoproben aufgebaut. Daraus entsteht die voraussichtlich größte Embryo- bzw. Fetalkohorte innerhalb Europas. Diese Bioressource soll dem beteiligten Forscherkonsortium und später auch weiteren Interessierten zugänglich gemacht werden. Dabei legt das Inserm großen Wert auf Datenkompatibilität und arbeitet daher mit Einzelzell-RNA-Sequenzierung. Für die Daten wird eine neuartige Bildgebungsplattform entwickelt, die fluoreszierende Molekular-Nachweisverfahren mit 3D-Bildgebung verbindet. Dadurch können Genexpressionen mit sehr hoher Auflösung im zeitlichen und räumlichen Verlauf visualisiert werden.

Die Ergebnisse des HuDeCa werden ab September 2019 allen Interessierten über eine eigene Webplattform zugänglich gemacht. Dabei werden die Prinzipien der GO-FAIR-Initiative beachtet: Die Daten werden auffindbar, zugänglich, interoperabel und wiederverwendbar sein (Findable, Accessible, Interoperable, Reusable). Relevante Transcriptom-Datensätze werden zudem auf der HCA-Plattform gespiegelt.

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Quelle: Inserm Redaktion: von Kathleen Schlütter, Deutsch-Französische Hochschule Länder / Organisationen: Frankreich Themen: Grundlagenforschung Lebenswissenschaften

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