StartseiteLänderEuropaNiederlandeEU-gefördertes Projekt TRIANKLE entwickelt personalisierte 3D-Biomaterialien für die Regeneration von Fußgelenksverletzungen

EU-gefördertes Projekt TRIANKLE entwickelt personalisierte 3D-Biomaterialien für die Regeneration von Fußgelenksverletzungen

Internationalisierung Deutschlands, Bi-/Multilaterales

Ein Forschungskonsortium von zwölf Partnern aus fünf europäischen Ländern wird mit 5,9 Millionen Euro von der Europäischen Union (EU) gefördert. Entwickelt wird ein Herstellungsverfahren für personalisierte Implantate, die in der Therapie von Sehnen- und Gelenksverletzungen am Fuß eingesetzt werden können. Das TRIANKLE-Projekt soll die Wettbewerbsfähigkeit der EU in der Biomedizin erhöhen.

Sehnenleiden, in der Fachsprache Tendopathien genannt, sind ebenso wie der Verlust von Gelenkknorpel, die sogenannte Osteoarthritis, weit verbreitete Erkrankungen, speziell bei älteren Menschen, Frauen und Leistungssportlerinnen und -sportlern. Neben der Einschränkung der Lebensqualität belasten beide Leiden auch stark die Gesundheitssysteme: Alleine in der EU betragen die jährlichen Kosten für die Behandlung von Osteoarthritis 76,5 Milliarden Euro; die Ausgaben für Tendopathien weltweit werden auf über 140 Milliarden Euro geschätzt.

Das TRIANKLE-Projekt will die kritische Lücke an Behandlungsmöglichkeiten für Sehnen- und Gelenkverletzungen schließen. Keine der derzeit angewendeten operativen oder nicht-operativen Therapien erzielt eine erfolgreiche Langzeitlösung für die Patientinnnen und Patienten, denn häufig erlangen die betroffenen Sehnen und Gelenke ihre vollständige Stärke und Funktionalität nicht wieder zurück. Daher hat sich TRIANKLE nicht nur zum Ziel gesetzt, die Genesungszeit zu halbieren, sondern auch die Funktionalität des verletzten Gewebes um 10-15 Prozent zu steigern.

Am 6. November gab die EU-Kommission grünes Licht für die Förderung des TRIANKLE-Projekts im Rahmen des Horizont-2020-Programms. Das antragstellende Konsortium aus 12 Organisationen aus fünf europäischen Ländern (Deutschland, Spanien, Schweden, Niederlande und England) kann nun die Entwicklung von personalisierten 3D-Scaffolds mittels Bioprint-Technologie aufnehmen. Dafür erhält das  Forschungsvorhaben in der regenerativen Medizin ein Gesamtbudget von 5,9 Millionen Euro für einen Vierjahreszeitraum, beginnend im Januar 2021. Die TRIANKLE-Projektpartner verfolgen das Ziel, innovative, personalisierte 3D-Implantate aus Kollagen und Gelatine für Patienten mit Tendopathien (z. B. Achillessehnenanrisse) sowie Knorpelverletzungen herzustellen.

Das Konsortium besteht aus einem Industriepartner (Viscofan BioEngineering), drei KMUs (CELLINK AB, Cambridge Nanomaterials Technology und Gradocell SL), zwei Forschungseinrichtungen (Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB und Acondicionamiento Tarrasense Associacion), drei Universitäten (Universität Stuttgart, Universidad del País Vasco und Technische Universität Eindhoven), zwei gemeinnützigen Organisationen (FC Barcelona Asociacion FCB und Osteoarthritis Foundation International OAFI) und einer Stiftung des Gesundheitswesens (Fundacio Clinic per a la Recerca Biomedica). TRIANKLE-Projektkoordinator ist Viscofan BioEngineering, die biomedizinische Einheit des Traditionsunternehmens für Kollagenherstellung Naturin Viscofan GmbH.

Das TRIANKLE-Konsortium umfasst Arbeitsgruppen), die das komplette Spektrum der Entwicklung von der Spitzenforschung bis zur Marktreife abdecken. Die besondere Stärke liegt in der Zusammenarbeit von hochqualifizierten Teams mit nachgewiesener Expertise in Biomaterialien für regenerative Anwendungen und 3D-Bioprint-Technologien mit Projektpartnern, die sich für soziales Engagement und die Verbreitung der Ergebnisse in medizinischen Fachkreisen sowie letztlich unter Patientinnen und Patienten einsetzen.

TRIANKLE wird dazu beitragen, das Potenzial innovativer 3D-Bioprint-Technologien für die regenerative Medizin zu erschließen und die Kommerzialisierung von personalisierten Therapien von Sehnen- und Gelenkverletzungen mit 3D-Implantaten zu ermöglichen. Darüber hinaus liegt das Innovationspotenzial von TRIANKLE in der Einführung einer Technologieplattform, mit der künftig auch weitere regenerative Therapien zur Behandlung von Erkrankungen gewichttragender Gelenke entwickelt werden können.

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Quelle: Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB via IDW Nachrichten Redaktion: von Mirjam Buse, VDI Technologiezentrum GmbH Länder / Organisationen: Niederlande Schweden Spanien Vereinigtes Königreich (Großbritannien) EU Themen: Lebenswissenschaften

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