StartseiteLänderEuropaNorwegenEU-Projekt PROSPECTOMICS entwickelt umweltfreundlichere Verfahren zur Exploration von Öl und Gas

EU-Projekt PROSPECTOMICS entwickelt umweltfreundlichere Verfahren zur Exploration von Öl und Gas

Internationalisierung Deutschlands, Bi-/Multilaterales

Auch in Zeiten der Energiewende werden Erdöl und Erdgas noch für mindestens 30 Jahre eine wichtige Rolle für die Energie- und Rohstoffversorgung Europas spielen. Da in Europa immer weniger nach Öl und Gas gesucht wird, kommt es zu einer zunehmenden Abhängigkeit von anderen Ländern. Ein Hauptgrund für diesen Rückgang der Exploration ist die Umweltbelastung bei der Suche nach neuen Vorkommen. Um den ökologischen Fußabdruck bei der Suche nach heimischen Lagerstätten zu minimieren, entwickelt das EU-Projekt PROSPECTOMICS neue molekularbiologische, umweltfreundlichere Methoden.

Unter der Leitung des Deutschen GeoForschungsZentrums Potsdam (GFZ) kooperieren fünf wissenschaftliche Gruppen aus Deutschland (neben dem GFZ die Universität Greifswald und die Universität Duisburg-Essen), Luxemburg (das Luxemburg Centre for Systems Biomedicine der Universität Luxemburg) und Österreich (das Centre for Microbiology and Environmental Systems Science der Universität Wien), sowie ein norwegisches Explorationsunternehmen (Lundin Energy). Gefördert wird das Projekt für 42 Monate mit 3,4 Mio. Euro im Rahmen des EU-Horizont 2020 Programms Future Emerging Technologies (FET).

Mithilfe eines neuen Ansatzes, der auf molekularbiologischen Verfahren beruht, sollen Veränderungen in Sedimenten oberhalb von Lagerstätten aufgespürt werden, wo Mikroorganismen auf natürliche Weise dem Austritt von Kohlenwasserstoffen ausgesetzt sind. Dieser im Projekt verfolgte Ansatz basiert auf der Beobachtung, dass jeder Öl- oder Gasspeicher minimale Undichtigkeiten aufweist, auf die die mikrobiellen Gemeinschaften in den darüber liegenden Sedimentschichten reagieren. Diese Reaktionen können vielfältig sein: Von einer Verschiebung der Artenzusammensetzung, über das An- oder Abschalten bestimmter Gene oder die Produktion von spezifischen Enzymen zum Abbau von Kohlenwasserstoffen bis zur Anreicherung bestimmter Stoffwechselprodukte. Diese Änderungen sind häufig nur minimal. Im Rahmen von PROSPECTOMICS soll untersucht werden, wie sie mit modernsten molekularbiologischen, sogenannten Omics-Methoden erfasst werden können.

In PROSPECTOMICS werden Metagenomik, Metatranskriptomik und Metaproteomik eingesetzt. Jede dieser Methoden fokussiert sich auf eine spezifische Gruppe von Biomolekülen, die jeweils ganz bestimmte Informationen beinhalten. Des Weitere sollen Methoden des maschinellen Lernens und der Künstlichen Intelligenz bei den molekularbiologischen Analysen helfen.

Jens Kallmeyer, Leiter des Projektes und am GFZ Leiter der Arbeitsgruppe für aquatische Geochemie, sagt:

"Unser Ziel ist es, durch die Identifikation von einzelnen Schlüsselparametern neuartige, hochempfindliche Verfahren zum Aufspüren von Lagerstätten zu entwickeln, die so robust und einfach in der Anwendung sind, dass sie als Standardtechnik bei der Öl- und Gasexploration eingesetzt werden können."

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Quelle: Helmholtz-Zentrum Potsdam - Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ via IDW Nachrichten Redaktion: von Sarafina Yamoah, VDI Technologiezentrum GmbH Länder / Organisationen: Deutschland Luxemburg Norwegen Österreich EU Themen: Energie Umwelt u. Nachhaltigkeit

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