Historie: Russland

Deutschland ist im Bereich Wissenschaft und Technologie unverändert ein führender Kooperationspartner Russlands. Die deutsch-russische Zusammenarbeit erstreckt sich auf die gemeinsame Beteiligung am Bau und der Nutzung von Großforschungseinrichtungen, gemeinsame Forschungsprogramme und -projekte, den Studenten- und Wissenschaftleraustausch, Hochschulpartnerschaften, gemeinsame Studiengänge sowie Anbahnungsreisen, Messeauftritte u.a. Als Zeichen der langjährigen Kooperation konnten 2015 zahlreiche Jubiläen begangen werden, z.B. die 20-jährige Kooperation zwischen der Deutschen Forschungsgemeinschaft und dem Russischen Fonds für Grundlagenforschung, das zehnjährige Bestehen des Deutschen Historischen Instituts der Max-Weber-Stiftung in Moskau, sowie das zehnjährige Bestehen des Moskauer Büros der Helmholtz-Gemeinschaft.

Die bestehenden Kooperationsschwerpunkte umfassen die Optischen Technologien, Innovationsstrategien und Technologien zum nachhaltigen Umweltschutz und rationelle Nutzung der natürlichen Ressourcen, Biologische Forschung und Biotechnologie, Meeres- und Polarforschung, Informations- und Kommunikationstechnologien sowie Entwicklung und Anwendung von beschleunigerbasierten Photonenquellen, Nanotechnologieforschung und eine verstärkte Innovationskooperation.

Im April 2005 hatten beide Länder mit der "Gemeinsamen Erklärung über die deutsch-russische Strategische Partnerschaft" den politischen Willen bekräftigt, die erfolgreiche Zusammenarbeit in einem breiten Spektrum von Forschungsgebieten weiter auszubauen (s. unten).

Deutsch-russische strategische Partnerschaft in Forschung und Innovation

Die Koordination der Strategischen Partnerschaft liegt beim BMBF und dem russ. Ministerium für Bildung und Wissenschaft (MON). Beteiligt sind das BMWi mit dem russischen Ministerium für Wirtschaftsentwicklung und Handel sowie das BMI mit der russischen Präsidialverwaltung als Partner. Unter Einbeziehung von Wirtschaft und Wissenschaft, Bildungseinrichtungen und öffentlicher Verwaltung konzentrieren sich die Aktivitäten auf drei Säulen:

  • Forschung, Bildung und Innovation (BMBF), 
  • Fortbildung und Qualifikation von Führungskräften in der Wirtschaft (BMWi), 
  • Weiterbildung von Führungskräften des öffentlichen Dienstes (BMI). 

In den letzten Jahren ist es beiden Seiten gelungen, die Partnerschaft innerhalb der drei Säulen erfolgreich auszugestalten. Die Zusammenarbeit mit Russland in Bildung und Forschung ist vielfältig - tiefgehend in der Spitzenforschung und breit angelegt bei den Hochschulpartnerschaften und bei der Qualifizierung wichtiger Personengruppen. Hervorzuheben ist auch die Intensivierung von Netzwerken in den unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen.

Petersburger Dialog 

Die Zusammenarbeit in Forschung und Technologie ist darüber hinaus auch Bestandteil des Petersburger Dialogs. Er wurde im Jahr 2001 ins Leben gerufen. Der Petersburger Dialog findet abwechselnd in Deutschland und Russland statt und soll den deutsch-russischen Beziehungen neue Impulse geben. Teilnehmer/innen am Dialog sind Vertreter/innen des öffentlichen Lebens und der Wirtschaft mit Multiplikatorenfunktion.
Vom 22.-24. Oktober 2015 fand in Potsdam der 14. Petersburger Dialog statt. Das Hauptthema des Austausches 2015 war die "Modernisierung als Chance für ein gemeinsames europäisches Haus".

Entwicklung und Bau von Großgeräten

Zwischen Deutschland und Russland besteht eine lange und erfolgreiche Zusammenarbeit bei der Entwicklung und dem Bau von wissenschaftlichen Großgeräten. Gemeinsam mit weiteren internationalen Partnern entstehen in Deutschland zwei einzigartige Großanlagen für die naturwissenschaftliche Forschung: Ab 2017 soll der europäische Röntgen-Freie-Elektronen-Laser European XFEL in der Metropolregion Hamburg in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Elektronen-Synchrotron DESY hochintensive ultrakurze Röntgenblitze erzeugen. Mit dem Röntgenlaser können Forscherinnen und Forscher sowie industrielle Anwender Prozesse im Nanokosmos in Echtzeit beachten. Das eröffnet neue Erkenntnisse und Anwendungen in Bereichen wie Nanotechnologie, Energietechnik und Medizin. Gemeinsam arbeiten beide Länder außerdem daran, fundamentale Geheimnisse in der Entwicklungsgeschichte des Universums zu entschlüsseln. Grundlage hierzu wird das neuartige Beschleunigerzentrum FAIR sein, das am GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt entsteht. In Zukunft können dort mehr als 3.000 Forscherinnen und Forscher aus 50 Ländern neue grundlegende Erkenntnisse in der Kern- und Hadronenphysik, der nuklearen Astrophysik, der Atom- und Plasmaphysik, aber auch in anwendungsorientierten Wissenschaftszweigen wie Biophysik, Materialforschung und Hochleistungscomputing erlangen.
 

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