Überblick

Die Ausgaben für FuE im Zivilbereich sind 2013 im Vergleich zum Jahr 2012 gesunken. Im Jahr 2012 betrug das Budget 355,92 Mrd. RUB (ca. 7,74 Mrd. EUR) für FuE, im Jahr 2013 342,1 Mrd. RUB (ca. 7,43 Mrd. EUR) und damit 3,8 Prozent weniger als im Vorjahr. Laut dem Staatsprogramm "Wissenschaft und Technologie" soll der Anteil der FuE-Ausgaben am BIP bis 2015 auf 1,77% steigen.

Für die Grundlagenforschung betrugen die Ausgaben 2013 91,4 Mrd. RUB (ca. 1,99 Mrd. EUR), für die angewandte Forschung 253,6 Mrd. RUB (ca. 5,51 Mrd. EUR). Laut Prognosen wird der für FuE aus dem Haushalt zugeteilte Betrag in den nächsten Jahren sinken. 2014 wird FuE mit 323,1 Mrd. RUB (7,02 Mrd. EUR) gefördert, 2015 sollen es dann lediglich 227,1 Mrd. RUB (4,94 Mrd. EUR) sein.

Die staatlichen Ausgaben im Bildungsbereich betrugen 2013 627,1 Mrd. RUB (ca. 13,63 Mrd. EUR), das sind 12,4 Mrd. RUB mehr als 2012.

Weitere Informationen
Links/Institutionen

FuE-Indikatoren

Indikator

Russland

Deutschland

OECD

Stand

Nationale FuE-Ausgaben [Mio. USD*]

39.882

118.159

1.266.135

2016

FuE-Ausgabenwachstum im Vergleich zum Vorjahr [Prozent]

0,4

3,7

2,3

2016

FuE-Anteil am Bruttoinlandsprodukt (BIP) [Prozent]

1,1

2,9

2,3

2016

Anteil der FuE-Ausgaben des Staates am BIP [Prozent]

0,7

0,8

0,6

2016/16/15

Anteil der FuE-Ausgaben der Wirtschaft am BIP [Prozent]

0,3

1,9

1,4

2016

Ausgaben für FuE in Unternehmen (BERD)** [Mio. USD*]

23.414

80.537

875.912

2016

Anteil der öffentlich finanzierten Ausgaben für FuE in Unternehmen (direkter Förderanteil) [Prozent]

59,0

3,4

6,0

2016/16/15

Anteil der vom Ausland finanzierten Ausgaben für FuE in Unternehmen [Prozent]

2,5

6,7

7,4

2016/16/15

Ausgaben für FuE in Hochschulen (HERD) [Mio. USD*]

3.631

21.314

221.528

2016

Anteil der unternehmensfinanzierten Ausgaben für FuE in Hochschulen [Prozent]

27,7

13,8

6,2

2016/16/15

Ausgaben für FuE in außeruniversitären öffentlichen Forschungseinrichtungen (GOVERD) [Mio. USD*]

12.752

16.307

138.301

2016

Anteil der unternehmensfinanzierten Ausgaben für FuE in außeruniversitären öffentlichen Forschungseinrichtungen [Prozent]

9,1

11,2

3,5

2016/16/15

Anzahl der Forschenden (Vollzeitäquivalente)

428.884

400.821

4.770.739

2016/16/15

Anzahl der Forschenden (VZÄ) je 1000 Beschäftigte

5,9

9,2

8,3

2016/16/15

Anteil der Forschenden (VZÄ) in privaten Unternehmen [Prozent]

46,3

58,9

61,4

2016/16/15

Anteil internationaler Ko-Patente an Patentanmeldungen unter dem Vertrag über Patentzusammenarbeit (PCT) [Prozent](1)

19,0

16,9

7,7

2014

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* in laufenden Preisen, kaufkraftbereinigt
** Der Anteil der Unternehmen (BERD) umfasst in Russland auch die mit (staatlichen) Unternehmen verbundenen privaten gemeinnützigen Einrichtungen wie Industrieforschungsinstitute (Quelle: OECD Main Science and Technology Indicators, National Specifications).

Quellen:
OECD.Stat Main Science and Technology Indicators, Stand Juli 2018
(1) OECD.Stat Patents Statistics, Stand Oktober 2017

Redaktion: 29.10.2018, von: Miguel Krux, VDI Technologiezentrum GmbH

In den OECD-Ländern mit überwiegend hohem Einkommen finanziert meist die inländische Wirtschaft den größten Anteil der Ausgaben für Forschung und Entwicklung (OECD Gesamt 60 Prozent, Deutschland 66 Prozent). Die Anteile betragen für den Staat ca. 30 Prozent und für das Ausland ca. 4-5 Prozent (OECD Gesamt und Deutschland).
Russland zeigt eher eine Verteilung, wie es für ein Land mit mittlerem Einkommen typisch ist: der Staat lieg mit den höchsten Finanzierungsanteilen vor der inländischen Wirtschaft. Seit dem Jahr 2000 wurde der Anteil des Staates noch einmal um 13 Prozentpunkte erhöht, während sich die Anteile der inländischen Wirtschaft (und des Auslandes) verringerten. Russland, das seit 2012 als Hocheinkommensland eingestuft wird, nähert sich somit nicht dem "OECD-Modell" an, sondern entwickelt sich eher in die gegenteilige Richtung.

Bei der Durchführung von Forschung und Entwicklung nehmen die Unternehmen in den OECD-Ländern meist eine dominante Rolle ein (Anteile für Deutschland und OECD Gesamt liegen bei 67 bzw. 68 Prozent). In Russland ist der Anteil der Unternehmen an der Durchführung doppelt so hoch wie der Anteil an der Finanzierung von Forschung und Entwicklung und liegt relativ nahe an den OECD-Zahlen. Dieser hohe Anteil erklärt sich aber vor allem durch die Besonderheiten der russischen Statistik. In der Praxis werden die meisten der BERD zugerechneten Aktivitäten in Russland nicht durch Unternehmen sondern durch Industrieforschungsinstitute durchgeführt (s. oben). Von Interesse ist auch, welche Anteile außeruniversitäre öffentliche Forschungseinrichtungen (GOVERD) im Vergleich zu den Hochschulen (HERD) haben. Der OECD-Raum ist mit einem Verhältnis von etwa 40 : 60 überwiegend hochschulzentriert (Deutschland 45 : 55). Mit einem Verhältnis von etwa 75 : 25 bzw. 3 : 1 dominieren in Russland dagegen die außeruniversitären öffentlichen Forschungseinrichtungen klar gegenüber den Hochschulen.

Forschungsorganisationen

Im folgenden Abschnitt werden kurz die bedeutsamsten Russischen Forschungseinrichtungen vorgestellt. 

Russische Akademie der Wissenschaften

Die Russische Akademie der Wissenschaften mit ihren über 450 Instituten hat im russischen Wissenschaftssystem eine zentrale Rolle inne. Sie wurde 1724 vom russischen Zaren, Peter dem Großen, gegründet. In den Zeiten der Sowjetunion erlangten die Institute der Akademie der Wissenschaften insbesondere in der Grundlagenforschung internationales Renommee. Nach einer Umstrukturierung im Jahr 2002 sind die zuvor 18 wissenschaftlichen Abteilungen zu neun zusammengefasst worden. Seitdem ist die RAW-Struktur moderat angepasst worden – sie weist 3 Regionale Abteilungen, 11 Fachabteilungen und, 15 Wissenschaftszentren auf. Mit der Einrichtung des Kurtschatow-Instituts für Kernenergie im Jahr 2009 verlor die RAW z. B. das St. Petersburger Forschungsinstitut für Kernphysik, eines ihrer führenden Forschungsinstitute.

Am 18. September 2013 wurde ein Reformgesetz verabschiedet, die rechtliche Souveränität der RAW einzuschränken und eine Agentur zur Verwaltung des Eigentums der RAW und der Forschungsinstitute, die früher zur RAW gehörten, zu gründen. Diese Organisation - die Föderale Agentur für wissenschaftliche Organisationen (FANO) - verwaltet seit 2014 die finanziellen Mittel der Akademie. Ausgenommen sind die Uraler, die Sibirische und die Fernöstliche Abteilung der Akademie. Das Budget der RAW und FANO gemeinsam beträgt etwa 2 Milliarden Euro, darunter werden ca. 1,9 Milliarden Euro von der FANO und etwa 88 Mil. Euro von der RAW verwaltet.

Seit 2014 werden die Akademie der Wissenschaften (RAW), die Akademie der Agrarwissenschaften (RASKHN) und die Akademie der Medizinwissenschaften (RAMN) in eine Akademie (RAW) vereinigt. Die drei Akademien werden zu einer Institution verschmolzen, um die Strukturen effizienter zu machen.

Die Schwerpunktbereiche umfassen traditionell:

Darüber hinaus unterhalten die Akademie weiterhin drei regionale Zweige mit insgesamt 21 Forschungszentren:

Der Sibirische Zweig (SORAN) ist die größte regionale Abteilung der RAW mit neun Wissenschaftszentren in Nowosibirsk, Tomsk, Krasnojarsk, Irkutsk, Jakutsk, Ulan-Ude, Kemerowo, Tjumen und Omsk sowie vier weiteren Instituten in Barnaul, Tschita, Kyzyl und Bijsk. Etwa die Hälfte der Ressourcen des SORAN ist im Nowosibirsker Wissenschaftszentrum in Akademgorodok konzentriert. In Rahmen der Reformierung der RAW wurden etwa 300 Mitarbeiter des sibirischen Zweiges der Akademie entlassen.

DWORAN ist ein Verbund aus Forschungszentren, Instituten, Versuchsanstalten, Naturschutzgebieten und botanischen Gärten. Die Entwicklung dieser Struktur wurde im Wesentlichen durch die Erforschung und den Schutz der einzigartigen Flora und Fauna des Fernen Ostens geprägt. Hierzu gehören 36 Forschungseinrichtungen.

Die Akademie der Wissenschaften im Ural umfasst 20 Forschungseinrichtungen mit 3.367 wissenschaftlichen Mitarbeitern (davon 660 Doktoren und 1.814 PhDs).

Die RAW folgt dem Innovations-Trend in Russland, in dem ein Koordinierungsrat für Innovationen und eine Abteilung für Innovationen und geistiges Eigentum eingerichtet wurden. Diese Stellen koordinieren das Akademieprogramm für Innovationen.

Föderale Agentur für wissenschaftliche Organisationen (FANO)

Die Föderale Agentur ist eine neu gegründete staatliche Einrichtung zur Regulierung und Erbringung von öffentlichen Dienstleitungen in den Bereichen Wissenschaft, Bildung, Gesundheit und Landwirtschaft. Nach den erlassenen Richtlinien wird FANO nicht nur ausgewählte Verwaltungstätigkeiten der RAW übernehmen, sondern soll zu einem wichtigen Akteur in der Forschungspolitik Russlands aufgebaut werden: FANO bereitet Gesetzentwürfe für die Regierung vor, erarbeitetProgramme zur Entwicklung der wissenschaftlichen Organisationen sowie ist verantwortlich für die die Verteilung und Durchführung von Forschungsaufgaben. Außerdem soll die Agentur die Effektivität der wissenschaftlichen Organisationen prüfen und eine Reihe an organisatorischen Aufgaben, wie Durchführung von Konferenzen und Seminaren, übernehmen. Zum Leiter wurde Michail Kotjukov, vormals stellvertretender Finanzminister, ernannt. Für die Organisationskosten wurden der FANO Budgetmittel der RAW zugeteilt.

Am 8. Januar 2014 wurde von Dmitry Medvedew eine Liste aus 1007 Institutionen genehmigt, die unmittelbar der FANO untergeordnet sind.

Kurtschatow-Institut für Kernenergie

Das Kurtschatow-Institut gehörte bereits zu Zeiten der Sowjetunion zu den renommiertesten Wissenschaftseinrichtungen. Es war auch das erste Forschungsinstitut Russlands, das 2009 in ein Nationales Forschungszentrum umgewandelt wurde. Seitdem ist das Institut unmittelbar der russischen Regierung unterstellt. Es wird direkt aus dem Föderalen Budget finanziert. Das Institut umfasst 15 Forschungsinstitute in den Schwerpunktbereichen

  • Wasserstoffenergie und Plasmatechnologie, 
  • Innovative Energie, 
  • IKT, 
  • Mikrotechnologien, 
  • Molekularphysik, 
  • allgemeine und Kernphysik, 
  • angewandte chemische Physik, 
  • Reaktormaterialien und –technologien, Supraleitfähigkeit und
  • Festkörperphysik, Physik der stochastischen Strukturen, Tokamak-Physik, angewandte Plasmaphysik, Kernreaktoren.

Zu dem Institut gehören 3 Zentren, 5 Forschungsinstitute und 5 wissenschafts-technologische Komplexe. Etwa 4.900 Mitarbeiter sind an allen Einrichtungen beschäftigt.

Staatliche Forschungszentren

In der früheren Sowjetunion verfügte jedes Ministerium über eigene Ressortforschungsinstitute. Der militärisch-industrielle Forschungssektor stellte mit 75 % den größten Bereich dar. Er umfasste teilweise äußerst spezialisierte Forschungsinstitute, die dem Verteidigungsministerium oder dem Industrieministerium zugeordnet waren. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wurde die Zahl dieser Forschungsinstitute reduziert. Mit einer Verordnung aus dem Jahre 1993 erhielten einige Forschungsinstitute, die angewandte Forschung auf höchstem, international anerkannten Niveau betreiben, den Status eines Staatlichen Forschungszentrums zuerkannt. Die Mehrheit der insgesamt 32 Institute ist in der Moskauer Region angesiedelt. Sie betreiben Forschung in Themengebieten, die den forschungspolitischen Prioritäten der Regierung entsprechen. Hierzu gehören insbesondere

  • Kernforschung 
  • Aeronautik 
  • Biotechnologie 
  • Elektronik.

Die russische Regierung erichtet derzeit ein modernes Zentrum für Forschung und Entwicklung im Ort Skolkowo (Rajon Odinsowo, Moskauer Gebiet). Dort entsteht ein Komplex zur Entwicklung und Kommerzialisierung von neuen Technologien für 30.000 bis 40.000 Wissenschaftler und Ingenieure. In der Moscow School of Management "Skolkovo" soll Russlands zukünftige Wirtschaftselite ausgebildet werden. Im Mittelpunkt stehen folgende Technologiebereiche: Energie, Informationstechnologien, Telekommunikation, Biomedizinische Technologien und Atomtechnologien. Das neue Innovationszentrum soll nach russischen Vorstellungen zu einem Prototyp für eine Stadt der Zukunft werden. Führende Universitäten und Unternehmen aus Russland und aus anderen Ländern sollen dort Zweigstellen und Labore aufbauen. Die Stadt wird von der Skolkovo Foundation verwaltet, dessen Präsident W. Wechselberg ist. Auch ausländische Investoren sollen sich an diesem Fonds beteiligen. Der Bau der neuen Innovationstadt soll bis zum Jahr 2020 beendet sein. Für die Finanzierung sind insgesamt 520 Milliarden Euro eingeplant, wobei nur 135,65 Milliarden aus dem Staatshaushalt finanziert werden.

Föderale Universitäten

Die Föderalen Universitäten werden im Rahmen des "Föderalen Zielprogramms zur Entwicklung der Bildung 2006-2010" (verlängert auf 2011-2015),, aufgebaut.

Bereits 2007 wurden die ersten beiden Föderalen Universitäten (die Südliche FU und die Sibirische FU) gegründet. 2009 wurde die Gründung weiterer fünf FU beschlossen und 2010 kam eine letzte hinzu: Neben der sibirischen und der südlichen auch die Nord-Östliche FU, die Kazaner FU, die FU des Ural, die Nördliche (Arktische) FU, die Fernöstliche FU sowie die Baltische Föderale Immanuel Kant Universität. Föderale Universitäten entstehen durch den Zusammenschluss mehrerer regionaler Universitäten.

Mit der Gründung der Föderalen Universitäten sollte zum einen eine gesteigerte Konkurrenz zwischen den Hochschulen entstehen und zum anderen für einen kontinuierlichen Nachwuchs in der Forschung gesorgt werden.

Neben den FU werden 2 Hauptuniversitäten in Moskau und St. Petersburg und 29 Nationale Forschungsuniversitäten gefördert.

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Förderorganisationen

Folgende Einrichtungen zählen zu den wichtigsten Förderorganisationen im russischen FuE-System:

Russischer Wissenschaftsfonds (RNF)

Der RNF wurde am 02. November 2013 ins Leben gerufen. RNF fördert Exzellenz-Projekte der wissenschaftlichen Grundlagenforschung. In 2014 stehen dem RNF ca. 233 Mio. EUR zur Verfügung, 2015 sind es 351 Mio. Euro und 2016 390 Mio. EUR. Der RNF gehört damit zu den bedeutensten Fördereinrichtung in Russland. Im Vergleich zu dem bereits existierenden Fonds für Grundlagenforschung (s.u. RFFI), werden auch größere Projekte bis zu 5 Mio. RUB (ca. 110 Tsd. EUR) gefördert. Neu an der Förderung durch den RNF ist außerdem die Umstellung auf einem Grant-System.

Insgesamt sind 5 Förderlinien aufgelegt, unterschieden nach Art und Umfang der Förderung (max. ca. 2 Mio. EUR/Jahr). Für die Förderung sind neun Themenfelder festgelegt:

  • Mathematik/Systeminformatik
  • Physik/Weltraumwissenschaft
  • Chemie/Materialwissenschaften
  • Biologie/Lebenswissenschaften
  • Grundlagenforschung Medizin 
  • Landwirtschaftswissenschaften
  • Geowissenschaften 
  • Sozial- und Humanwissenschaften
  • Ingenieurwissenschaften

Die einzelnen Förderprogramme des Fonds sind unter http://rscf.ru/contests aufgelistet.

Russischer Fonds für Grundlagenforschung (RFFI) 

Der RFFI wurde 1992 durch einen Erlass gegründet. Er fördert exzellente Forschungsprojekte in allen Bereichen der Grundlagenforschung, die im Wettbewerb durch ein Peer-Review-Verfahren ausgewählt werden. Förderschwerpunkte sind folgende Bereiche:

  • Mathematik, Mechanik und Informatik
  • Physik und Astronomie
  • Chemie
  • Biologie und Medizinische Wissenschaften
  • Geowissenschaften
  • Human- und Sozialwissenschaften

Der RFFI bietet Projektförderung bis 500.000 RUB (ca. 11 Tsd. EUR). 2013 standen dem Fonds 8,2 Mrd. RUB (178,26 Mio. EUR) zur Verfügung. 2014 stieg die Finanzierung um ca. 15 % auf 9,3 Mrd. RUB (202,17 Mio. EUR). Diese Entwicklung zeigt, dass der Grundlagenforschung in Russland nach vielen Jahren starker Unterfinanzierung wieder wachsende Bedeutung zukommt.
Weitere Informationen unter http://www.rfbr.ru/rffi/ru/  

Russische Stiftung für die Geistes- und Sozialwissenschaften (RGNF)

Die Russische Stiftung für die Geistes- und Sozialwissenschaften (RGNF) wurde 1994 auf Basis einer Regierungsverordnung gegründet. Sie ist ein Ableger des Russischen Fonds für Grundlagenforschung RFFI und hat als solche die Förderung der Grundlagenforschung in den Geistes- und Sozialwissenschaften in Russland zur Aufgabe. Die Stiftung ist eine staatliche nicht-kommerzielle Organisation in Form einer Föderalen Einrichtung, die der Regierung untersteht. Für die nächsten Jahre ist eine Erhöhung der Finanzierung des Fonds bis 2,37 Mrd. RUB (51,52 Mio. EUR) im Jahr 2016 geplant.

Struktur der Stiftung:

  • Vorsitzender des Wissenschaftlichen Rates ist seit 2010 Wladimir N. Fridljanow (ehemaliger stellvertretender Wissenschaftsminister).
  • Der Wissenschaftliche Rat als oberstes Organ der Stiftung setzt sich aus 26 renommierten Wissenschaftlern, Vertretern der Akademien der Wissenschaften und führender Hochschulen sowie leitenden Ministerialbeamten zusammen.
  • Die Geschäftsstelle mit Sitz in Moskau hat ca. 60 Mitarbeiter.
  • Das jährliche Budget beträgt etwa 25 Mio. Euro.

Die Stiftung verfügt über Programme zur Förderung wissenschaftlicher Projekte (bis zu 3 Jahre), zur Publikationsförderung und zur Förderung von Konferenzen, Seminaren usw., aber auch zur Teilnahme an solchen Veranstaltungen. Darüber hinaus werden auch Feldforschungen und wissenschaftliche Informationssysteme gefördert. Darüber hinaus fördert die Stiftung gemeinsam mit Partnern in anderen Ländern bilaterale Forschungskooperationen. Entsprechende Förderabkommen existieren mit Belarus, der Ukraine, der Mongolei, Finnland, Frankreich (CNRS) und Deutschland (DFG). Zwischen RGNF und der DFG wurde Ende 2005 ein Abkommen zur Förderung gemeinsamer Projekte deutscher und russischer Wissenschaftler unterzeichnet.
Weitere Informationen unter http://www.rfh.ru/index.php/ru/

Fonds für die Unterstützung kleiner innovativer Unternehmen (FASIE) 

Hauptaufgaben des 1994 gegründeten Fonds sind insbesondere:

  • Förderung von kleinen Unternehmen im wissenschaftlich-technischen Bereich
  • finanzielle und administrative Unterstützung innovativer kleiner Unternehmen bei FuE-Projekten
  • Aufbau und Entwicklung der Infrastruktur zur Unterstützung innovativer kleiner Unternehmen.

Die von FASIE unterstützen Unternehmen gehören vor allem folgenden Branchen an

  • Maschinenbau und Gerätebau
  • Medizin und Pharmakologie
  • Bau, neue Materialien
  • Informatik, Software Entwicklung, Computertechnik
  • Lebensmittelindustrie, Landwirtschaft
  • Elektrotechnik, Energie

FASIE arbeitet mit 41 Regionen der Russischen Föderation zusammen. Vertretungen des Fonds existieren in 29 Regionen Russland. Im Jahr 2013 wurden 3.072 Projektanträge eingereicht und bearbeitet. 2013 standen dem Fonds 3,8 Mrd. RUB (ca. 82,60 Mio. EUR) aus dem föderalen Haushalt zur Verfügung.

Insgesamt werden jährlich mehr als 20 Förderprogramme realisiert, wie z. B. das Programm START. Im Programm START wurden bisher 17.950 Anträge eingereicht, davon wurden 4.407 Projekte gefördert. 1.200 innovative Kleinunternehmen und mehr als 4.000 neue hochqualifizierte Arbeitsplatze wurden geschaffen. Mehr als 1.800 Erfindungen und Entwicklungen wurden rechtlich geschützt. 160 innovative Kleinunternehmen wurden bei der Einwerbung von Drittmittelinvestitionen unterstützt. Antragsteller erhalten im Rahmen des Programms eine einjährige Unterstützung in Höhe von 20.000 Euro für eine Firmengründung zum Zwecke der Kommerzialisierung eines eigenen Patents. Weitere 2 Jahre Unterstützung in Höhe von 100.000 Euro folgen, wenn ein Investor hinzugewonnen wird.

Das FASIE-Programm UMNIK widmet sich der Förderung innovativer Projekte junger Unternehmensgründer (bis 28 Jahre). Seit 2007 wurden 10.000 Bewerber mit bis zu 200.000 Rubel (ca. 4.800 Euro) für einen Zeitraum von 2 Jahren gefördert. Fördergegenstand sind innovative Projekte mit dem Ziel der Kommerzialisierung eines Hightech-Produktes.

Erstmals im Jahr 2008 hat das BMBF zusammen mit FASIE eine gemeinsame Förderausschreibung veröffentlicht, die auf große Resonanz gestoßen ist. Seit diesem erfolgreichen Start führen das BMBF und FASIE den gemeinsamen Förderwettbewerb im jährlichen Turnus durch. 

Außerdem agierte FASIE auch als nationaler "Contact Point" für KMU-Beteiligungen im 7. Forschungsrahmenprogramm der EU. 
Weitere Informationen unter http://www.fasie.ru/

OAO "Russian Venture Company" (RVF)

Die RVF wurde 2006 von der russischen Regierung mit dem Ziel der Stimulierung und des Aufbaus des russischen Venture-Investitionsmarkts sowie zur Unterstützung des innovativen Sektors der Wirtschaft gegründet. Das Grundkapital der RVF beträgt 720,6 Mio. EUR (28,2 Mrd. RUB), die in den Innovationssektor mittels kleinerer Venture-Fonds investiert werden. Prioritär werden folgende Bereiche unterstützt: Sicherheit, Lebenswissenschaften (Biotechnologie, Medizintechnologie etc.), Nanotechnologie, IKT, Transport, Luft- und Raumfahrt, Energie und Energieeffizienz.
Weitere Informationen unter http://www.rusventure.ru/en/

Venture Innovationsfonds (VIF) (Fund of Funds)

Der Venture Innovationsfonds (Fund of Funds) ist eine nichtkommerzielle Organisation mit staatlicher Beteiligung, die zum Zweck der Entwicklung der Konkurrenzfähigkeit des technologischen Potentials Russlands 2000 gegründet wurde. Das Hauptziel des Fonds ist die Gestaltung der Organisationsstruktur eines Investitionssystems für Wagniskapital, Entwicklung der außerbudgetären Finanzierung von Venture-Projekten, Einwerbung von Investitionen (auch ausländische) in wissenschaftsintensive Innovationsprojekte. Die Hauptaufgabe des Fonds ist die Unterstützung der russischen regionalen und branchenbezogenen Venturefonds, die ihre Mittel in den Innovationssektor Russland investieren wollen.
Weitere Informationen unter http://www.rvca.ru

Russischer Investitionsfonds der Informations- und Kommunikationstechnologien

Im Jahr 2006 wurde der Russische Investitionsfonds der Informations- und Kommunikationstechnologien gegründet. Der Fonds erhält 1,45 Mrd. RUB (40 Mio. EUR) aus dem Föderalen Budget und soll Projekte mit einem Grundkapital von nicht weniger als 100 Mio. RUB (2,8 Mio. EUR) fördern. Der Fonds wird vom Ministerium für Informationstechnologien und Fernmeldewesen der Russischen Föderation koordiniert.
Weitere Informationen unter http://www.rosinfocominvest.ru

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