Für Bildung und Forschung zuständige Ministerien

Die oben stehende Tabelle bietet einen Überblick über die wichtigsten Organisationen des russischen Forschungs- und Fördersystems und die hierarchische Zuordnung.

Am 5. März 2004 unterzeichnete der russische Präsident Wladimir Putin den Erlass Nr. 314 "Über das System und die Struktur der föderaler Organe der exekutiven Gewalt".

Kern der Verwaltungsreform war die Einführung eines dreigliedrigen Systems exekutiver Organe: 

  • föderale Ministerien
  • föderale Dienste
  • föderale Agenturen

2013 wurden Reformen an der Akademie der Wissenschaften und die Gründung der Föderalen Agentur für wissenschaftliche Organisationen (FANO) beschlossen. Der neue Russische Wissenschaftsfond (RSF) wurde am 02. November 2013 auf Initiative von Präsident Putin ins Leben gerufen.  

Das Ministerium für Bildung und Wissenschaft (MON)

Das Ministerium für Bildung und Wissenschaft der Russischen Föderation (MON) wurde am 9. März 2004 in Folge der Restrukturierung von zwei Ministerien, dem Ministerium für Bildung und dem Ministerium für Industrie, Wissenschaft und Technologien, gegründet. Das neue Ministerium übernahm die Aufgaben beider Ministerien und der föderalen Agentur für Bildung und Innovationen (abgeschafft am 4. März 2010).  

Zentrale Aufgabe des Ministeriums ist die Ausarbeitung der Staatspolitik und Norm- sowie Rechtsregulierung auf den Gebieten der Bildung, der Wissenschaft, der wissenschaftlich-technischen Tätigkeit, Innovationen, Jugendpolitik, des geistigen Eigentums, der Erziehung, Kinder- und Jugendhilfe. Außerdem werden vom Ministerium föderale Wissenschafts- und Technologiezentren entwickelt.

Ziele des Ministeriums sind:

  • Sicherstellung der Zugänglichkeit einer qualitativ guten Bildung für alle Bevölkerungsschichten.
  • Sicherstellung der Bedarfsdeckung der Wirtschaft und des sozialen Bereichs an professionellem Nachwuchs.
  • Schaffung von Bedingungen für eine aktive Partizipation von Kindern und Auszubildenden an dem gesellschaftlichen Leben.
  • Schaffung von Bedingungen für die Entwicklung und effektive Nutzung des wissenschaftlich-technischen Potentials.
  • Schaffung von Bedingungen für die Aktivierung der innovativen Tätigkeit.

Unter der Leitung des Ministeriums steht der föderale Dienst für Aufsicht in Bildung und Wissenschaft (ROSOBRNADZOR). Die Hauptaufgabenbereiche von ROSOBRNADZOR sind:

  • Qualitätssicherung und Kontrolle im Bereich Bildung und Wissenschaft.        
  • Lizenzvergabe, Akkreditierung und Attestierung der Wissenschafts- und Bildungseinrichtungen.
  • Attestierung von Wissenschaftlern und Pädagogen.
  • Staatliche Attestierung von Schülern (Gewährleistung einheitlicher staatlicher Prüfungen).
  • Akademische Mobilität und Anpassung der Ausbildungsprogramme an internationale Standards (z.B. im Zusammenhang mit der Umsetzung des Bologna-Prozesses).

Alle wissenschaftlichen bzw. Bildungseinrichtungen sollen bei ROSOBRNADZOR lizenziert bzw. akkreditiert und dann in regelmäßigen Abständen attestiert werden. Eine der Hauptaufgaben ist auch die Kontrolle der Ein-und Durchführung des Einheitlichen Staatlichen Schulabschlusses in Russland.

Beratungsgremien für Forschungs- und Bildungspolitik

2009 wurden drei neue Beratungsgremien für Forschungs- und Bildungspolitik installiert:

  • die Präsidialkommission für Modernisierung und technologische Entwicklung, 
  • der Präsidialrat für Wissenschaft, Technologie und Bildung sowie 
  • die Regierungskommission für Hochtechnologien und Innovationen.

Die Präsidialkommission für Modernisierung und technologische Entwicklung befasst sich mit Fragen der staatlichen Politik, koordiniert föderale und regionale Maßnahmen und legt die Prioritäten in den Bereichen der Modernisierung und der technologischen Entwicklung fest. Die personelle Zusammensetzung der Kommission wird mit Erlass des Präsidenten geändert. Die aktuelle Struktur wurde 2012 im Rahmen einer Umstrukturierung gesetzlich festgelegt. Mit Mitteln aus dem föderalen Haushalt fördert die Präsidialkommission Modernisierungsprojekte in den Bereichen Supercomputer, Weltraum und Telekommunikation, Kerntechnologie, Medizintechnik und Pharmazie. Als Hauptthemen wurden außerdem Energieeffizienz, effizientes Bauwesen, Pharmazie und Gesundheitswesen definiert.

Der Präsidialrat für Wissenschaft, Technologie und Bildung ist im Wesentlichen für die Strategieentwicklung in Bildung, Wissenschaft und Innovation, sowie für die internationale Wissenschaftlich-Technische Zusammenarbeit zuständig. Er berät den Präsidenten bei Fragen in den genannten Bereichen. Der Rat hat außerdem weitere Funktionen wie z.B. die Koordinierung von föderalen, regionalen und öffentlichen Organisationen sowie die Vergabe von staatlichen Auszeichnungen im Bereich Wissenschaft und Bildung. Stellvertretende Vorsitzende im Rat sind der Präsident der RAN Wladimir Fortov und der Berater des Präsidenten für Bildung und Wissenschaft Andrej Fursenko (bis 05/2012 Minister für Bildung und Wissenschaft).

Die Regierungskommission für Hochtechnologie und Innovationen koordiniert die Maßnahmen der einzelnen Ressorts und moderiert die Zusammenarbeit der Regionen mit der Akademie der Wissenschaften und den Forschungseinrichtungen bei der Umsetzung der staatlichen Innovationspolitik.

Der Ausschuss für Wissenschaft und wirtschaftsintensive Technologien der Staatlichen Duma befasst sich mit der Gesetzgebung im wissenschaftlich-technischen Bereich und der Innovationspolitik sowie wissenschaftsintensiven Technologien und dem Schutz des geistigen Eigentums. Im Föderationsrat besteht ebenfalls ein Ausschuss für Wissenschaft, Bildung, Kultur und Informationspolitik, zu dessen Kompetenzen u. a. die Staatspolitik im Wissenschafts-, wissenschaftlich-technischen-, Bildungs- und Innovationsbereich gehören. Darüber hinaus existiert ein Ausschuss für Bildung, der für die russische Gesetzgebung im Bildungsbereich zuständig ist.

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