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Bevölkerung/Geografie

Ländername

Ukraine

Ukrajina (Україна)

Fläche

603.700 km² (einschl. Krim),

nach Russland das flächenmäßig größte Land Europas

Bevölkerungszahl

44.429.471

(Schätzung Juli 2015)

Lebenserwartung

Männer: 66,81 Jahre

Frauen: 76,63 Jahre

(Schätzung 2015)

Altersstruktur

0-14 Jahre: 15,22%

15-64 Jahre: 68,98 %

65 Jahre und älter: 15,8 %

(Schätzung 2015)

Bevölkerungswachstum

-0,6 %

(Schätzung 2015)

Bevölkerungsgruppen

Ukrainer 78 %,

Russen 17%,

Weißrussen 0,6%.

Insgesamt über 130 Nationalitäten, u. a. Moldauer, Bulgaren, Ungarn, Rumänen, Polen und weitere kleinere Bevölkerungsgruppen (Volkszählung 2001).

Sprachen

Staatssprache Ukrainisch

Verkehrssprache auch Russisch (überwiegend im Süden und Osten)

Religionen

Russisch-Orthodox (Moskauer Patriarchat) 26,1 %,

Ukrainisch-Orthodox (Kiewer Patriarchat) 50,4 %,

Ukrainisch-Orthodox (autokephal) 7,2 %,

Griechisch-Katholisch (uniert mit Rom) 8,0 %.

Kleinere jüdische, römisch-katholische und protestantische Gemeinden (insb. Baptisten); Islam (v. a. Krimtataren)

Nationaltag

24. August 1991 (Tag der Unabhängigkeit)

Zeitzone

MEZ+1 (UTC+2)

Sommerzeit März bis Oktober: MEZ+2 (UTC+3)

Klima

gemäßigt kontinental

Währung

1 Ukrainische Hrywnja UAH / 100 Kopijok

 

Aktueller Wechselkurs unter OANDA.com - Währungskonverter (siehe u. a. Link)

Vorwahl

+380

Quelle: Auswärtiges Amt (Deutschland), Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Kiew, Spiegel Jahrbuch, CIA World Factbook, TravelShop

Die Ukraine ist mit 603.700 km² nach Russland das flächenmäßig größte und östlichste Land Europas sowie der drittgrößte Mitgliedstaat der GUS (Gemeinschaft Unabhängiger Staaten). Sie grenzt im Süden an das Schwarze Meer und an das Asowsche Meer, im Südwesten an Rumänien und die Republik Moldau, im Westen an Ungarn, die Slowakei und Polen, im Norden an Weißrussland und schließlich im Nordosten und Osten an die Russische Föderation.

Der die Ukraine, ihre Geografie und Geschichte bestimmende Fluss ist der 2.285 km lange Dnipro (Dnjepr), welcher das Land in West und Ost teilt. Drei riesige Stauseen sorgen sowohl für die Wasserspeicherung als auch für die Energieversorgung des Landes.

Die Fläche der Ukraine bildet den Westteil des eurasischen Steppengürtels. Das nördliche Grenzland zu Weißrussland, Polessien, ist von den Pripjat-Sümpfen gekennzeichnet. Dem schließt sich nach Süden ein Mischwaldstreifen an. Er erstreckt sich, rechts des Dnipro über das Gebiet Wolhyniens im Norden, das nach Polen hineinreichende Galizien im Nordwesten und das Gebiet Podoliens in der Westukraine.

Die Zentral- und Ostukraine wird von einem Wald- und Steppengebiet dominiert. Die hier vorhandenen Schwarzerdeböden sind äußerst ertragreich, was durch das milde Klima und die damit langen Vegetationsperioden wesentlich begünstigt wird. Die Waldsteppe geht in natürliche Steppen über, die bis auf die Flussufer baumlos sind und im äußersten Süden und Osten als Folge starker Trockenheit versalzen.

Die Ostukraine gliedert sich in die sogenannte Sloboda-Ukraine um Charkiw im Norden und das Donez-Becken im Süden.

Es gibt nur wenige Gebirgszüge in der Ukraine, und zwar in den Waldkarpaten im äußersten Westen des Landes an der Grenze zur Slowakei und Rumänien. Dort befindet sich der 2.061 m hohe Gowerla, der höchste Berg des Landes. Dazu erhebt sich an der Südküste der ansonsten flachen Krimhalbinsel das Jailagebirge mit bizarren Felsformationen bis zu 1.500 m Höhe. (Hinweis im Hinblick auf die politischen Ereignisse 2014: Die Krim gehört aus Sicht der Bundesregierung völkerrechtlich weiterhin zur Ukraine, wird aber derzeit faktisch von Russland kontrolliert.)

Den bewaldeten Gebieten im Westen und Norden ist eine Höhe zwischen 200 und 400 m gemeinsam. Die Süd- und Ostukraine besteht wesentlichen aus flachen Niederungen unter 200 m, die von den größten Flüssen - Dnister, Bug, Dnipro und Donez durchzogen werden.

Der größte Teil der Ukraine gehört einer gemäßigten Klimazone an, auf der Krim herrschen subtropische Klimaverhältnisse. Der Norden und Nordosten ist vom Kontinentalklima geprägt, mit kalten Wintern und warmen Sommern. Die meisten Niederschläge fallen im Bergland und in den Karpaten.

Politik/Administration

Ländername

Ukraine

(Ukrajina, Україна)

Hauptstadt

Kyyiv (Київ)

Kiew

Regierungsform

Parlamentarisch-präsidiale Republik

Staatsoberhaupt

Präsident Volodymyr Zelenskyi (Володимир Зеленський)

Amtsantritt am 20.05.2019

Regierungschef

Volodymyr Hroysman (Гройсман Володимир Борисович)

Ministerpräsident (seit 14.04.2016)

Außenminister

Pavlo Klimkin (Клімкін Павло Анатолійович)

Wissenschaftsministerin

Liliia Hrynevych (Гриневич Лілія Михайлівна)

Ministerin für Bildung und Wissenschaft (seit 14.04.2016)

Parlament

Ein-Kammer-Parlament

Verkhovna Rada (Верховна Рада) - Oberster Rat

Regierungsparteien

Gewählt wird nach einem Mischsystem: 225 Sitze werden über ein Verhältniswahlsystem an Listen vergeben (mit 5-Prozent-Sperrklausel), 225 per Mehrheitswahl an Direktkandidaten in den Wahlkreisen, wobei 27 Mandate aufgrund der Krim-Besetzung und des Konflikts in der Ostukraine nicht vergeben wurden.

 

Im Parlament sind folgende Fraktionen und Gruppen vertreten (derzeit 423 Abgeordnete):

  • Block von Petro Poroschenko (Blok Petra Poroschenka) 135
  • Volksfront (Narodny Front) 81
  • Oppositionsblock (Oposyzijny Blok) 38
  • Selbsthilfe (Samopomitsch) 25
  • Radikale Partei von Oleh Ljaschko (Radykalna Partija Oleha Ljaschka) 21
  • Vaterlandspartei (Batkywschtschyna) 20
  • Gruppe Wolja Narodu 19
  • Gruppe Widrodshennja 24
  • Fraktionslose Abgeordnete 60

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Quelle: Auswärtiges Amt, CIA - Chiefs of State, Electionworld.org, CIA World Factbook, Website der zentralen Wahlkommission der Ukraine, Web-Portal der ukrainischen Regierung, bpb.de

 

Entwicklung der letzten Jahre

Nach der Verfassung vom 28. Juni 1996 war die Ukraine eine Präsidialdemokratie. Politik und Verwaltung waren stark auf den Staatspräsidenten als zentrale Verfassungsinstitution und Ausdruck staatlicher Macht ausgerichtet. 

Am 8. Dezember 2004 wurde die Verfassung im Zuge der "Orangenen Revolution" wesentlich geändert. Diese Änderungen traten zum Jahresbeginn 2006 in Kraft. Sie stärkten das Parlament, das nun weitgehend selbst die Regierung einsetzen und durch Misstrauensvotum abberufen konnte. Der automatische Rücktritt der Regierung nach Präsidentschaftswahlen wurde mit der Verfassungsänderung abgeschafft. Der Präsident hatte jedoch faktisch bei der Regierungsbildung weiterhin eine einflussreiche Rolle und zudem unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit, das Parlament aufzulösen.

Die Kompetenzen der einzelnen Verfassungsorgane waren im Verfassungstext von 2004 nur unzureichend abgegrenzt. Dies führte im Frühjahr 2007 zu einem Verfassungskonflikt zwischen Staatspräsident Juschtschenko und der damaligen Regierung unter Premierminister Janukowytsch.

Am 1. Oktober 2010 hat das ukrainische Verfassungsgericht die Verfassungsänderung von 2004 aus prozeduralen Gründen für verfassungswidrig und damit ungültig erklärt. Damit galt wieder die Verfassung von 1996. Der Präsident konnte jetzt das Kabinett wieder ohne Zustimmung des Parlaments ernennen und entlassen.

Nach der Flucht von Präsident Janukowytsch im Februar 2014 sowie der Wiedereinsetzung der Verfassung von 2004 durch die Werchowna Rada am 22.2.2014 und einer Übergangszeit, in der Parlamentspräsident Turtschynow die Amtsgeschäfte geführt hatte, wurde Petro Poroschenko im Mai 2014 mit 54,7% zum neuen Präsidenten gewählt und am 7. Juni 2014 in sein Amt eingeführt. Poroschenko rief im August 2014 vorzeitige Neuwahlen aus, die am 26. Oktober 2014 stattfanden. 

Die Ukraine wird zentralistisch regiert. Organe der regionalen und lokalen Selbstverwaltung haben relativ geringe Kompetenzen. Eine Ausnahme hiervon bildete die Krim, die bis zur Annexion durch Russland mit besonderen Autonomierechten ausgestattet war. Das Land ist in 27 Verwaltungseinheiten aufgeteilt: 24 Bezirke (Oblaste), deren Gouverneure vom Präsidenten ernannt und entlassen werden, sowie die Autonome Republik Krim und die Städte Kiew und Sewastopol, die einen Sonderstatus haben. Präsident Poroschenko und die ukrainische Regierung setzen sich für eine Dezentralisierung ein.

 

Aktuelle Situation

Die Ukraine befindet sich in einer schwierigen Umbruchsituation, die einerseits durch die völkerrechtswidrige Annexion der Halbinsel Krim durch Russland und den Konflikt in der Ost-Ukraine, andererseits durch Reformbemühungen geprägt ist. Schwer bewaffnete pro-russische Separatisten kämpfen in der Ost-Ukraine gegen offizielle ukrainische Kräfte und haben sich in den nicht anerkannten „Volksrepubliken“ Donezk und Luhansk zusammengeschlossen. Nach VN-Angaben vom Dezember 2017 wurden seit Beginne der Kämpfe Mitte April 2014 mindestens 10.303 Personen getötet und 24.778 Personen verletzt. Nach Schätzungen des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz werden weitere 1.000 bis 1.500 Personen im Zusammenhang mit dem Konflikt vermisst. Rund 3,1 Mio. Menschen sind aus der Ost-Ukraine geflohen, davon 1,7 Mio. innerhalb der Ukraine.

Die Ukraine ist seit Beginn der „Euromaidan“-Proteste im November 2013 nicht mehr vollständig zur Ruhe gekommen. Bei Auseinandersetzungen mit Sicherheitskräften waren dabei im Februar 2014 rund 100 Personen ums Leben gekommen. Durch zahlreiche Austritte aus der Regierungsfraktion „Partei der Regionen“ verlor die Regierung im Februar 2014 ihre Mehrheit an die Opposition. Nach der Flucht von Wiktor Janukowytsch beschloss das Parlament die Neuwahl des Präsidenten, die Petro Poroschenko im Mai 2014 schon im ersten Wahldurchgang mit großer Mehrheit in allen Regionen des Landes (insgesamt 54,7%) gewann.

Nach dem endgültigen Scheitern der ursprünglich fünf Parteien umfassenden Koalitionsregierung unter Ministerpräsident Jazenjuk im Februar 2016 konnten sich die zwei größten Fraktionen BPP und Narodny Front im Parlament (Werchowna Rada) im April 2016 auf die Bildung einer neuen Koalition verständigen, die allerdings rechnerisch keine Mehrheit im Parlament hat und daher auf Absprachen mit anderen politischen Kräften angewiesen ist. Die von Wolodymyr Hrojsman geführte Regierung, die seit dem 14. April 2016 im Amt ist, bleibt dem Reformprogramm der Vorgängerregierung verpflichtet. Trotz mancher Fortschritte bleibt der Reformbedarf hoch.

nach: Auswärtiges Amt (Stand: August 2018)

Wirtschaftsinformationen

Die Reihe "Wirtschaftsdaten kompakt" von Germany Trade and Invest (GTAI) wird zweimal jährlich im Mai und November aktualisiert. Folgende Indikatoren sind unter anderem enthalten: Einwohner, Bevölkerungsdichte, Währung, Wechselkurs, Bruttoinlandsprodukt, BIP je Einwohner, BIP-Wachstum, Inflationsrate, Durchschnittslohn, Arbeitslosigkeit, Haushaltssaldo, Außenhandel, wichtigste Ein- und Ausfuhrgüter, wichtigste Handelspartner, ausländische Direktinvestitionen, Länderbonität, Devisenreserven, Außenhandel mit der EU und Deutschland, wichtigste deutsche Ein- und Ausfuhrgüter.

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