Überblick

Seit der Unabhängigkeit der Ukraine Anfang der 90er-Jahre fand, aufbauend auf dem Erbe der Sowjetunion, in der Ukraine ein komplizierter und vielgestaltiger Prozess der Weiterentwicklung und Restrukturierung der Bildungslandschaft statt. Dabei erfolgte auch eine große Annäherung an das europäische Bildungssystem. Die Vielfalt der Bildungsangebote ist groß, die Bildungsform kann entsprechend den eigenen Wünschen und Fähigkeiten ausgewählt werden. Wie in der Mehrzahl der europäischen Länder üblich, wurde auch in der Ukraine die zwölfjährige Ausbildung eingeführt. Größere Aufmerksamkeit wird auch der Bildung für körperlich und geistig Benachteiligte und der Begabtenförderung gewidmet. Große Anstrengungen werden unternommen, um insbesondere im ländlichen Raum die Ausbildungsmöglichkeiten zu verbessern. In Übereinstimmung mit der Verfassung ist die kostenlose Bildung in der Ukraine garantiert, zwischenzeitlich haben sich jedoch auch nichtstaatliche Bildungsträger entwickelt, bei denen für die Ausbildung in der Regel bezahlt werden muss.

Die rechtlichen, organisatorischen und finanziellen Grundlagen für das Funktionieren und die Entwicklung des nationalen Bildungssystems stellen die folgenden Gesetze dar: "Über die Bildung" (1996), "Über die allgemeine mittlere Bildung" (1999), "Über die Berufsbildung" (1998), "Über die vorschulische Bildung" (2001), "Über die außerschulische Bildung" (2000) und "Über die Hochschulbildung" (2014).

In Übereinstimmung mit dem Gesetz "Über die Bildung" weist die aktuelle Bildungslandschaft der Ukraine europäische Strukturen auf und umfasst: Vorschulbildung, allgemeine mittlere Bildung, außerschulische Bildung, Berufsbildung, Hochschulbildung, postgraduale Bildung und Selbstbildung.
In diesem Rahmen sind die folgenden Bildungsstufen definiert: Vorschulbildung, Grundschulbildung, mittlere Grundallgemeinbildung, allgemeine vollständige Mittelschulbildung, Berufsbildung und Hochschulbildung. Dabei gibt es die folgenden Bildungsqualifikationsstufen: qualifizierter Arbeiter, Juniorspezialist, Juniorbachelor, Bachelor, Master und Promotionsstufe (Doktor der Philosophie und Doktor der Wissenschaften).
Das folgende Diagramm veranschaulicht die ukrainische Bildungsstruktur mit der Abfolge der ukrainischen Bildungs- und Qualifikationsstufen und setzt diese mit den Zyklen der European Higher Education Area (EHEA) und dem European Credit Transfer System (ECTS) in Beziehung.

Gemäß dem Gesetz "Über die Bildung" wurde in der Ukraine das System der staatlichen und kommunalen Verwaltung aufgebaut. Seine Struktur wird im folgenden Diagramm veranschaulicht.

Zuständig für die Bildungspolitik ist auf allen Ebenen von der Vorschulerziehung bis hin zu den Universitäten das Ministerium für Bildung und Wissenschaft der Ukraine (www.mon.gov.ua) in Kiew. Das Ministerium entwickelt die Bildungsstandards und -programme und ist vorgesetzte Behörde für die Institutionen und deren Schnittstelle zu staatlichen und internationalen Organisationen.


Die Nationale Agentur für die Sicherung der Qualität der Hochschulbildung wird gemäß dem Gesetz "Über die Hochschulbildung" aus dem Jahr 2014 als ein separates, unabhängiges und kollegiales Organ aufgebaut. Die neue Agentur soll alle Studiengänge auf der Grundlage von Mindeststandards akkreditieren und somit ein zentrales Qualitätssicherungsorgan werden. Die Ergebnisse der Qualitätsprüfung werden veröffentlicht. In der Agentur werden die Hochschulen, Arbeitgeber, Studierende und Mitglieder der Nationalen Akademie der Wissenschaften vertreten sein. Die Nationale Agentur akkreditiert auch sog. "Spezialräte" in den Hochschulen (äquivalent zum Promotionsausschuss in Deutschland) und untersucht etwaige Einsprüche gegen deren Entscheidungen.

Dem Ministerium sind die Hochschulbildungseinrichtungen sowie die Nationale Akademie der pädagogischen Wissenschaften (naps.gov.ua) und deren Forschungsinstitute untergeordnet.


Bei den staatlichen Gebiets- und Landesbezirks-(städtischen)Verwaltungen sind jeweils Verwaltungseinheiten für Bildung eingerichtet: bei der staatlichen Gebietsverwaltung die Bildungsverwaltung und bei der staatlichen Landesbezirks-(städtischen)Verwaltung die Bildungsabteilungen. Bei den Gemeinderäten sind Kommissionen für Wissenschaft eingerichtet.
Die Bildungsverwaltung ist sowohl dem Ministerium als auch der staatlichen Gebietsverwaltung untergeordnet. Sie verwaltet den Bildungsbereich auf der Gebietsebene.
Die Bildungsverwaltung analysiert den Bildungsstand auf der Gebietsebene, organisiert die Entwicklung und Umsetzung der regionalen Programme für die Ausbildung von Minderheiten, sichert die Entwicklung eines Netzwerks von Bildungs- und Erziehungsstätten des Gebietes und übernimmt deren Lizenzierung und Evaluierung. Zu ihren weiteren Aufgaben gehören die Einführung der durch das Bildungsministerium bestätigten Bildungstechnologien, die Kontrolle über die Bildungsabteilungen in den Landesbezirken (Städten), die Organisation der staatlichen Inspektion der unterordneten Bildungs- und Erziehungsstädte, darunter auch für postgraduale Bildung.
Die Bildungsabteilung ist einerseits der Bildungsverwaltung und andererseits der staatlichen Landesbezirks-(städtischen)Verwaltung untergeordnet. Sie übernimmt die Leitung über die bildungs- und Erziehungsstätten (allgemeinbildende Schulen, Lyzeen, Gymnasien, vorschulische und außerschulische Bildungseinrichtungen).


Die Qualitätssicherung im Bildungsbereich auf nationaler Ebene wird durch Lizenzierung und Akkreditierung gewährleistet: Die Tätigkeit im Bildungsbereich in der Ukraine unterliegt der Lizenzierung. Obligatorisch für die Vergabe einer Lizenz ist die Erfüllung mit den Normen, die durch das Bildungsministerium der Ukraine festgelegt werden. Eine Hochschule darf ein staatliches anerkanntes Dokument über eine abgeschlossene Hochschulbildung nur in einer akkreditierten Fachrichtung ausstellen. Eine Fachrichtung gilt als akkreditiert, wenn das Bildungsniveau in dieser Fachrichtung den staatlichen Anforderungen entspricht. Zu den Organen, die für die Gewährleistung der Bildungsqualität im Bereich der Hochschulbildung bevollmächtigt sind, gehören: Ministerium für Bildung und Wissenschaft der Ukraine, Nationale Agentur für die Sicherung der Qualität der Hochschulbildung, Akkreditierungsgremium, Staatliche Inspektion der Bildungseinrichtungen der Ukraine (dinz.gov.ua).

Quelle: Ansprechpartner für Forschungskooperationen im Auftrag des BMBF in Kiew

Indikatoren für Bildung

Indikator

Ukraine

Deutschland

Stand

 

Anteil öffentlicher Bildungsausgaben am Bruttoinlandsprodukt (BIP) [Prozent]

5,0

4,8

2016/15

 

Anteil öffentlicher Ausgaben für die tertiäre Bildung am BIP [Prozent]

1,5

1,2

2016/15

 

Anteil internationaler abschlussorientierter Studierender aus dem Land [Prozent]*

4,6

3,9

2017/16

 

Anzahl Studierender im Tertiärbereich insgesamt [Mio.]

1,667

3,043

2017/16

 

Anteil internationaler abschlussorientierter Studierender im Land [Prozent]**

3,2

8,0

2017/16

 

Anzahl Promovierender insgesamt

28.387

197.000

2017/16

 

Anteil an neuen Studienabschlüssen in Mathematik, Statistik und Naturwissenschaften (Ingenieurwissenschaften) [Prozent]

3,0 (18,6)

keine Angaben

2017

 

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Quelle: UNESCO Institute of Statistics, Stand September 2018

Redaktion: 30.11.2018, von: Miguel Krux, VDI Technologiezentrum GmbH

Weitere Informationen
Links/Institutionen

Schulen und Hochschulen

Das Bildungssystem in der Ukraine ist sehr komplex und ähnelt in groben Zügen den meisten europäischen Bildungssystemen, vgl. auch das Diagramm „Bildungsstruktur und Bildungs- und Qualifikationsstufen in der Ukraine“ im Abschnitt „Überblick“.

Vorschulen

Vorschulbildung können Kinder im Alter von 1-6 Jahren in Kindergärten erlangen. Es gibt staatliche, kommunale und private Kindergärten. Anfang 2013 lag der Anteil der kommunalen Vorschulen bei 97,2%, der privaten bei 1,9% und der staatlichen bei 0,9%. Die privaten Kindergärten unterliegen einer staatlich festgelegten Lizenzierungspflicht. Alle Vorschulen müssen unabhängig von Trägerschaft, Art und Eigentumsform die Anforderungen der durch das Bildungsministerium der Ukraine am 04.05.2012 verabschiedeten „Grundlagenkomponente der Vorschulbildung“ (Staatlicher Standard der Vorschulbildung in der Ukraine) erfüllen.

Die staatliche Finanzierung der Vorschulbildung machte 2012 3% vom Staatshaushalt oder 14,4% aller staatlichen Ausgaben für den Bildungsbereich aus.

Allgemeinbildende Bildungsanstalten (Grund- und Sekundarschulen)

Die allgemeine vollständige Mittelschulbildung ist in der Ukraine Pflicht und gliedert sich in 3 Schulstufen: Stufe I – Grundschule (1. bis 4. Klasse), Stufe II - Mittelschule (5. bis 9. Klasse) und Stufe III – Oberschule (10. bis 12. Klasse). Die wichtigsten Bildungsanstalten in diesem Bereich sind:

  • Allgemeinbildende Schule der Stufen I-III,
  • Gymnasium – Bildungsanstalt der Stufen II und III mit Schwerpunkt auf speziellen Fächern gemäß Profil,
  • Kollegium - Bildungsanstalt der Stufen II und III mit philologischem und philosophischem und (oder) kulturellem und ästhetischem Profil,
  • Lyzeum - Bildungsanstalt der Stufe III mit ausgeprägtem Bildungsprofil und vorberuflicher Bildung (darf auch Bildungsleistungen der Stufe II ab der 8. Klasse anbieten),
  • Sonstige spezielle Bildungsanstalt, darunter auch für Kinder mit besonderen Bedürfnissen.

Die Anzahl der allgemeinbildenden Bildungsanstalten aller Art in der Ukraine belief sich im Jahr 2014 auf insgesamt 17.604 Bildungsanstalten mit insgesamt 3,74 Mio. Schülern, davon etwa 32,45% der Bildungsstätten in den Städten (67,71% der Schüler) und 67,54% auf dem Land (32,29% der Schüler). Nur etwa 1% der allgemeinbildenden Bildungsanstalten sind privat organisiert, davon sind etwa die Hälfte Gymnasien, Kollegien und Lyzeen.
Am Ende jeder Schulstufe (4., 9. und 11. Klasse) ist eine staatliche Abschlussprüfung abzulegen. Die jeweiligen Pflichtaufgaben werden durch das Bildungsministerium verabschiedet.

Im Jahr 2004 wurde versuchsweise in einigen Regionen eine externe unabhängige Evaluierung der Schulabsolventen als Alternative zu Hochschulaufnahmeprüfungen eingeführt. Im Jahre 2005 wurde durch Beschluss des Ministerkabinetts ein Ukrainisches Zentrum für die Evaluierung der Bildungsqualität (testportal.gov.ua) eingerichtet. Ab 2008 wurde die externe unabhängige Evaluierung als Grundlage für die Aufnahme an einer Hochschule obligatorisch.

Im Jahre 2015 wurde die Grundfinanzierung des Schulwesens durch den Staat in Form der sogenannten Bildungssubvention übernommen. Im Jahre 2015 beläuft sich diese Art der Subvention insgesamt auf 43.719,4 Mio. UAH. Zielgerichtet wird diese Arte der Subvention über die Haushalte der Gebiete, Gebietsbezirke, kreisfreien Städte und vereinten Gemeinden an die Bildungsstätten vergeben.

Hochschulwesen

In den Hochschuleinrichtungen erlangt man folgende Bildungs- und Qualifikationsabschlüsse: Juniorbachelor, Bachelor, Magister, Doktor der Philosophie und Doktor der Wissenschaften.

1992 wurde ein Gesetz zur Reform des Hochschulwesens verabschiedet. Es räumt den Hochschulen mehr Entscheidungsspielraum ein und gliedert sämtliche Einrichtungen nach den Akkreditierungsstufen 1 bis 4.

Laut einem neuen Hochschulbildungsgesetz aus dem Jahr 2014 werden nicht mehr die Hochschulen, sondern die Bildungsprogramme akkreditiert.

Zu Beginn des Studienjahrs 2014/2015 verfügt die Ukraine über 175 Universitäten, 54 Akademien, 1 Konservatorium und 66 Institute, die Hochschulbildung anbieten (früher Akkreditierungsstufe III-IV). Davon sind etwa 28,8% privat organisiert. Darüber hinaus gibt es eine insgesamt 387 berufsbildende fachhochschulähnliche Einrichtungen (früher Akkreditierungsstufe I-II). Davon sind etwa 16,5% privat organisiert.

Universitäten, Akademien, Konservatorium und Institute dürfen Bildungsdienstleistungen sowohl für alle Arten der Bildungsqualifikationen (Juniorfachmann, Bachelor, Fachmann, Master) als auch im Bereich der postgradualen Ausbildung anbieten. Für hochwertige Leistungen im Forschungsbereich kann der Universität (Akademie) der Status einer Nationalen Bildungseinrichtung verliehen werden. Bisher wurde dieser Status 120 Hochschulbildungseinrichtungen verliehen (www.parta.com.ua/ukr/university/national/).

Das Hochschulwesen wird vom ukrainischen Bildungsministerium verwaltet und koordiniert. Die Bildungseinrichtungen der anderen Ministerien unterstehen ebenfalls der Kontrolle des Bildungsministeriums.

Studiensystem

Das akademische Jahr beginnt im September und endet im Juni. Derzeit folgt das ukrainische Studiensystem zwei prinzipiellen Richtungen: Das alte sowjetische System wird nach wie vor angewandt, aber im Zuge der Neuorientierung werden auch verstärkt Bachelor- und Masterstudiengänge angeboten, die sich an das angloamerikanische Prinzip anlehnen und eine kürzere Studiendauer vorsehen.

Zulassungsvoraussetzungen zur Hochschulbildung sind:

  • Abgeschlossene vollendete Mittelschulbildung,
  • Zertifikat der externen unabhängigen Prüfung
  • Für einige Fachrichtungen obligatorische Aufnahmeprüfungen

Die Ausbildung von Experten mit Hochschulabschluss wird nach jeweiligen den Bildungs- und Berufs-, Bildungs- und Forschungs-, und Forschungsprogrammen auf verschiedenen Stufen der Hochschulbildung durchgeführt (siehe Diagramm im Abschnitt „Überblick“).

Als einzige zugängliche Kreditmöglichkeit für die Finanzierung der Hochschulbildung gilt das System der staatlichen ermäßigten Kredite. Gemäß dem Beschluss des Ministerkabinetts vom 16.06.2003 Nr.916 „Über die Bestätigung der Ordnung der Vergabe von zielgerichteten ermäßigten staatlichen Kredite für die Erlangung der Hochschulbildung“ werden solche Kredite unter folgenden Bedingungen gewährt:

  • maximale Rückzahlungsdauer 15 Jahre mit 3% Jahreszins, erste Auszahlung 12 Monate nach der Absolvierung der Hochscheinrichtung …;
  • Finanzierung für die staatlichen und privaten Hochschulen im Staatshaushalt und für die kommunalen Hochschulen in den Haushalten der Kommunen vorgesehen;
  • Kredithöhe durch Bildungsministerium je nach der Summe der jeweiligen Bildungsleistung festgelegt
  • ortsabhängige Anfrage der Kredite durch die staatlichen Gebietsadministrationen

Wichtig ist hier, dass ein Kreditnehmer, der nach Absolvierung der Hochschule mindestens 5 Jahre in einer staatlichen oder kommunalen Einrichtung oder in einer Einrichtung auf dem Land gemäß dem erlangten Bildungsfach gearbeitet hat, von der Rückzahlung des Kredites und der Zinsen befreit wird.

Im staatlichen Haushalt der Ukraine für das Bildungsministerium wurden 2013 5 Mio. UAH für diese Zwecke vorgesehen aber tatsächlich nur 58,8% davon zur Verfügung gestellt.

Hochschularten

Konservatorium – Hochschuleinrichtung (früher Bildungseinrichtung der Akkreditierungsstufe ІІІ oder IV), die die Hochschulbildung im Bereich der Kultur und Kunst betreibt

Akademie – Hochschuleinrichtung (früher Bildungseinrichtung der Akkreditierungsstufe IV), die die Hochschulbildung für eine bestimmte Qualifikation im einem bestimmten Bereich von Wissenschaft, Produktion, Bildung, Kultur und Kunst anbietet, die Grundlagen- und angewandte Forschungen betreibt und zum leitenden wissenschaftlichen und methodischen Zentrum im Bereich ihrer Tätigkeit gehört und über ein entsprechendes Niveau des Personals und der materiellen und technischen Versorgung verfügt. Obligatorisch für eine Akademie ist die Ausbildung in mindestens 2 Bildungsbranchen und die Ausbildung von promovierten und habilitieren Doktoren der Wissenschaften in mindestens zwei wissenschaftlichen Fachrichtungen (mit Ausnahme der Bildungseinrichtungen mit besonderen Studienbedingungen).

Universität – Multiprofil-Hochschuleinrichtung (früher Bildungseinrichtung der Akkreditierungsstufe IV), die die Ausbildung im breiten Spektrum der humanitären, wirtschaftlichen, naturwissenschaftlichen und anderen Wissenschaften betreibt und zum leitenden wissenschaftlichen und methodischen Zentrum gehört. Es gibt klassische und profilbezogene (technische, wirtschaftliche, usw.) Universitäten.

Obligatorisch für die klassische Universität sind die Ausbildung in mindestens 8 Bildungsbranchen und die Ausbildung von promovierten und habilitierten Doktoren der Wissenschaften in mindestens 12 wissenschaftlichen Fachrichtungen, darunter mindestens in 2 humanitären, wirtschaftlichen, naturwissenschaftlichen oder technischen Fachrichtungen.

Obligatorisch für die profilbezogene Universität sind die Ausbildung in mindestens 4 Bildungsbranchen und die Ausbildung von promovierten und habilitieren Doktoren der Wissenschaften in mindestens 8 wissenschaftlichen Fachrichtungen, darunter mindestens in 6 profilbezogenen Fachrichtungen mit Ausnahme der Bildungseinrichtungen mit besonderen Studienbedingungen).

Ein Institut ist eine Hochschuleinrichtung (früher die Bildungseinrichtung der Akkreditierungsstufe III oder IV) oder die Struktureinheit eine Universität, die die Hochschulausbildung in einem bestimmten Bereich der Wissenschaft, Bildung, Kultur oder Produktion betreibt.

Eine Forschungsuniversität ist eine nationale Hochschulbildungseinrichtung, die über wesentliche wissenschaftliche Errungenschaften verfügt, die Forschungs- und Innovationstätigkeit betreibt, die die Integration von Bildung und Wissenschaft mit der Produktion gewährleistet und an der Umsetzung von internationalen Projekten und Programmen teilnimmt.

Verliehen wird der Titel einer Forschungsuniversität durch das Ministerkabinett der Ukraine auf Vorschlag des Bildungsministeriums.

Der Status einer Forschungsuniversität wird verliehen zur Steigerung der Rolle der Universität als Zentrum von Bildung und Wissenschaft, der Ausbildung hochqualifizierten wissenschaftlichen und wissenschaftlich-pädagogischen Personals, der Einführung in die Praxis der Forschungsergebnisse, der technischen und technologischen Entwicklungen, als Zentrum der Umsetzung von Programme in bevorzugten Richtungen der Grundlagen- und der angewandten Forschungen gemeinsamen mit anderen Forschungs- und Bildungseinrichtungen und der Lösung von wichtigen sozialen und wirtschaftlichen Aufgaben in verschiedenen Wirtschaftszweigen.

Die Tätigkeit der Forschungsuniversitäten wird durch die „Verordnung über die Forschungsuniversität“ geregelt, die durch den Beschluss des Ministerkabinetts der Ukraine Nr. 163 von 17.02.2010 verabschiedet wurde. Darüber hinaus werden einige Modalitäten betreffend die Forschungsuniversitäten auch im neuen Gesetz „Über die Hochschulbildung“ festgelegt, z. B. die zusätzliche staatliche Finanzierung der Forschungsarbeit.

Der Status einer Forschungsuniversität wurde den folgenden 14 ukrainischen Universitäten verliehen:

  • Nationale Taras-Schewtschenko-Universität Kiew, www.univ.kiev.ua (2009)
  • Nationale Technische Universität der Ukraine “Kiewer Polytechnisches Institut” (NTUU „KPI“), kpi.ua (2010)
  • Nationale Kiewer Universität Mohyla-Akademie, www.ukma.kiev.ua (2009)
  • Nationale V. N. Karazin-Universität Charkiw, www.univer.kharkov.ua (2010)
  • Nationale Technische Universität "Charkiwer Polytechnisches Institut", www.kpi.kharkov.ua (2010)
  • Polytechnische Nationale Universität Lwiw, www.lp.edu.ua (2009)
  • Nationale Iwan-Franko-Universität Lwiw, www.lnu.edu.ua (2009)
  • Ostukrainische Nationale Wolodymyr-Dal-Universität, www.snu.edu.ua (2010)
  • Nationale Luftfahrtuniversität, www.nau.edu.ua (2010)
  • Nationale Bergbauuniversität, www.nmu.org.ua (2009)
  • Nationale Universität „Ostrog-Akademie“, www.oa.edu.ua (2009)
  • Nationale Universität für Bioressourcen und Naturnutzung, nubip.edu.ua (2010)
  • Nationale juristische Yaroslav-Mudryi-Universität der Ukraine, nlu.edu.ua (2010)
  • Kiewer Nationale Hetman-Wirtschaftsuniversität, kneu.edu.ua (2010)


Quelle: Ansprechpartner für Forschungskooperationen im Auftrag des BMBF in Kiew


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Berufliche Bildung

Das ukrainische Berufsbildungssystem ist dreistufig und stellt dabei eine hohe Durchlässigkeit zwischen den Stufen sicher.

  • Die erste Stufe vermittelt kursartig eine berufliche Anfangsausbildung und dauert zwischen einer Woche und einem Jahr. Dabei ist die mittlere Grundallgemeinbildung oder allgemeine vollständige Mittelschulbildung nicht obligatorisch. Die Ausbildung endet mit einer Qualifikationsprüfung und der Verleihung der Qualifikation "Qualifizierter Arbeiter" in einem bestimmten Beruf sowie der Zuweisung einer bestimmten Gehaltsklasse. Die Absolventen erhalten ein Bildungszeugnis. Typische Bildungseinrichtungen sind z. B. Veranstalter berufsbezogener Bildungskurse und Berufsschulen.
  • Der Zugang zur zweiten Stufe der Berufsbildung ist entweder auf der Basis der allgemeinen vollständigen Mittelschulbildung (11 Schuljahre) oder der Grundallgemeinbildung (9 Schuljahre) möglich. Im letzteren Fall kann in der berufsbildenden Schule parallel zum Erwerb einer beruflichen Qualifizierung der Abschluss der vollen allgemeinbildenden Mittelschule nachgeholt werden. Ausnahmeregelungen ermöglichen auch Personen, die die Sekundarstufe I nicht abgeschlossen haben, den Zugang zur Berufsbildung in ausgewählten Berufen. Die Ausbildung der zweiten Stufe dauert bis zu vier Jahren. Lehranstalten, die diese Art der Ausbildung anbieten, können auch Träger von Weiterbildungs- und Umschulungsmaßnahmen sein. Typische Bildungsanstalten sind z. B. profilbezogene Berufsschulen, Kunstfachschulen, kommerzielle Agrar-Berufsschule. Die Ausbildung endet mit einer Qualifikationsprüfung und der Verleihung der Qualifikation "Qualifizierter Arbeiter" in einem bestimmten Beruf sowie der Zuweisung zu einer bestimmten Gehaltsklasse. Die Absolventen erhalten ein Diplom.
  • Die dritte Stufe der Berufsbildung zählt bereits zum Hochschulniveau und ist auf der Basis der allgemeinen vollständigen Mittelschulbildung (11 Schuljahre) möglich. Zum Abschluss dieser Stufe wird die Qualifikation "Juniorspezialist" verliehen und erfolgt die Zuweisung zu einer bestimmten Gehaltsklasse, die sowohl den Eintritt in den Arbeitsmarkt als auch die Fortsetzung des Bildungsweges ermöglicht.

Die berufliche Erstausbildung ist für die Auszubildenden kostenfrei. Berufsbildung hat auch eine starke soziale Funktion als Auffangbecken für Benachteiligte.

Weiterbildung für Beschäftigte und Arbeitslose ist ein drängendes Thema. Die Kenntnisse vieler Beschäftigter entsprechen nicht mehr den Anforderungen moderner Technologien und marktwirtschaftlicher Gepflogenheiten, und die Arbeitslosigkeit ist infolge der nach wie vor angespannten wirtschaftlichen Lage hoch.

Zwischen 1997 und 2003 wurden alle 580 Ausbildungsberufe neu geordnet. Neue Ausbildungsberufe, Fächer und Methoden erfordern eine entsprechende Weiterbildung für das Lehrpersonal. Staatliche Bildungsstandards für jeden einzelnen Ausbildungsberuf sind im Entstehen. Ein internationales europäisches Projekt unter Federführung der ETF (European Training Foundation) leistet hier Unterstützung. Die Bildungsstandards werden verpflichtende gesamtnationale sowie fakultative regionale Komponenten enthalten.

Die Finanzierung der Berufsbildung wurde vor 1990 zu großen Teilen von der Industrie mitgetragen, die diejenige berufliche Lehranstalten materiell und finanziell ausstattete, die dafür im Gegenzug Personal für die Industrie ausbildeten. Im Zuge der Wirtschaftstransformation zog sich die Industrie jedoch praktisch vollständig zurück, so dass der Staatshaushalt zum einzigen Finanzier wurde. Inzwischen ist es den berufsbildenden Schulen erlaubt, eigene Einkünfte zu erwirtschaften, etwa durch den Verkauf von Übungswerkstücken oder durch das Angebot von Weiterbildungskursen gegen Bezahlung. Auf diese Weise sichern sie sich ihre Existenz zu wesentlichen Teilen selbst. Im Jahre 2015 wurde die Grundfinanzierung der Berufsschulen, die die staatlichen Bildungsaufträge zur Ausbildung von Facharbeitern bekommen, durch den Staat in Form von sogenannten Subventionen für die Ausbildung von Facharbeitern übernommen. Im Jahre 2015 beläuft sich diese Art von Subventionen insgesamt auf 5.839,1 Mio. UAH. Zielgerichtet wird diese Art der Subvention über die Haushalte der Gebiete an die Berufsschulen weitergegeben.

Die Verwaltung für den Bereich der Berufsbildung wird auf nationaler Ebene durch ein speziell bevollmächtigtes zentrales Exekutivorgan geregelt, dessen Funktionen gegenwärtig vom Ministerium für Bildung und Wissenschaft der Ukraine ausgeübt werden. Daneben existierte als Koordinationsorgan der branchenübergreifende Rat für Berufsbildung, dem der Stellvertretende Ministerpräsident, leitende Vertreter verschiedener Ministerien, Parlamentsabgeordnete, Wissenschaftler und Vertreter der Arbeitgeberverbände angehörten. Im Zuge der administrativen Reform wurde dieser Rat durch Beschluss des Ministerkabinetts am 13. März 2013 aufgelöst. Auf regionaler Ebene gibt es eigene Organe der Bildungsverwaltung. Auf lokaler Ebene schließlich liegt die Verwaltung der Berufsschule in den Händen des Direktors, der vom Bildungsministerium eingestellt wird.

Zur Weiterentwicklung der Berufsbildung wurde am 13. April 2011 durch den Beschluss des Ministerkabinetts der Ukraine das "Staatliche spezifische Programm für die Entwicklung der Berufsbildung für den Zeitraum 2011-2015" mit dem in der nachfolgenden Tabelle angegebenen Finanzierungsumfang verabschiedet.

Finanzierungsquellen

Finanzierungsumfang

Mio. UAH 2011-2015 (Richtwert)

2011

2012

2013

2014

2015

Staatshaushalt

594,6

0,0

86,4

121,2

170,9

216,1

Kommunen

1672,8

29,4

215,4

240,4

446,5

741,1

Sonstige

1226,8

15,0

49,8

137,4

384,5

640,1

Gesamt

3494,2

44,4

351,6

499,0

1001,9

1597,3

Gemäß Ministerkabinettbeschlusses Nr. 71 von 05. März 2014 wurde dieses Programm allerdings vorzeitig beendet.

Zur Popularisierung der Berufsbildung wird das ukrainische nationale Web-Portal zur Berufsbildung unter www.proftechosvita.org.ua weiterentwickelt.

Das Ministerium für Bildung und Wissenschaft der Ukraine hat zwischenzeitlich eine Reform des Berufsschulwesens in Wege geleitet. Im Zusammenhang damit wird die Anzahl der Berufsbildungsstätten von etwa 1.200 auf einige Dutzend sinken. Mit Stand 30.09.2015 wurde der entsprechende vom Bildungsministerium erarbeitete Gesetzesentwurf "Über die Berufsbildung" an das Parlament weitergeleitet. Die Reform sieht eine an den aktuellen Bedürfnissen ausgerichtete Neugestaltung der Berufsliste vor. Anstelle von speziellen Berufsschulen werden regionale Multiprofilzentren für Berufsbildung eingerichtet. Die Entscheidung zur Vereinigung von speziellen Berufsschulen wird auf der Regionalebene getroffen. Dafür werden spezielle Räte gegründet, die sich aus den Vertretern von Unternehmen als Stakeholder, Bildungsstätten und Kommunen zusammensetzen.


Quelle: Ansprechpartner für Forschungskooperationen im Auftrag des BMBF in Kiew

Weiterbildung

Die postgraduale Weiterbildung ist in der ukrainischen Gesetzgebung (Gesetz über die Bildung) als spezielle Verbesserung der schulischen und beruflichen Ausbildung durch Vertiefung, Erweiterung und Erneuerung spezieller Kenntnisse, Fertigkeiten und Kompetenzen oder Aneignung eines neuen Faches auf Basis des vorhandenen Bildungs- und Qualifikationsniveaus und der vorhandenen praktischen Erfahrungen definiert. Hauptziele sind:

  • die Befriedigung der Bedürfnisse des Marktes an qualifiziertem Personal, insbesondere schnelle und flexible Reaktion auf sich vollziehende Veränderungen in der Wirtschaft,
  • Schaffung von Voraussetzungen für das lebenslange Lernen und die Förderung/Ermöglichung der ständigen Qualifizierung der im Arbeitsprozess befindlichen Personen.

Die postgraduale Weiterbildung umfasst: Umschulung, Spezialisierung, Erweiterung des Profils und Hospitation. Nach einer Umschulung und der entsprechenden staatlichen Prüfung erhält der Absolvent ein Zeugnis über die Ausbildung. Nach einer Spezialisierung, Hospitation oder Erweiterung des Profils erhält der Absolvent eine entsprechende Bescheinigung über die postgraduale Weiterbildung. Das jeweilige Dokument wird durch das Bildungsministerium der Ukraine bestätigt.

Die postgraduale Weiterbildung wird durch die Hochschulen der postgradualen Ausbildung oder Struktureinheiten der Bildungsstätten der jeweiligen Akkreditierungsstufe angeboten. Die Weiterbildung erfolgt in verschiedenen Formen: durch Weiterbildungskurse, an Abendschulen, durch Fernstudium oder im Selbststudium.

Das Netz der Weiterbildungseinrichtungen in der Ukraine ist umfangreich und weit verzweigt. Es gibt rund 500 Einrichtungen, darunter etwa 220 bei Branchenministerien und anderen staatlichen Organen, 185 im System des Ministeriums für Bildung und Wissenschaft (postgraduale Bildung in Hochschulen) ca. 90 Einrichtungen bei nichtstaatlichen Trägern. Etwa 300.000 Fachleute nutzen jährlich die Weiterbildungsmöglichkeiten.

Eine besonders intensive Entwicklung ist beim Fernstudium festzustellen, das in Verbindung mit dem breiten Einsatz von rechnergestützten Programmen eine optimale Kombination von beruflicher Tätigkeit und Weiterbildung ermöglicht. Für die Koordinierung auf diesem Gebiet wurde bei der Nationalen Technischen Universität der Ukraine "Kiewer Polytechnisches Institut" das Ukrainische Zentrum für das Fernstudium geschaffen, zu dessen Aufgabe die Erarbeitung eines Konzepts für das Fernstudium, die Vorbereitung der erforderlichen normativ-rechtlichen Basis, die Ausarbeitung von Vorschlägen zur Nutzung der elektronischen Medien, die Koordinierung der Tätigkeit der auf dem Gebiet des Fernstudiums tätigen Einrichtungen und die Qualifizierung der Fachleute auf diesem Gebiet gehören.

Sehr gut ist in der Ukraine die (noch zu Sowjetzeiten ausgebaute) Weiterbildung von Pädagogen. Federführend ist das Zentralinstitut für pädagogische postgraduale Ausbildung der Akademie der pädagogischen Wissenschaften. Zum System gehören außerdem 27 regionale Institute für pädagogische postgraduale Bildung und 19 Weiterbildungsfakultäten an pädagogischen Hochschulen und Instituten.

Bestandteil des am 1. Juli 2014 verabschiedeten Gesetzes "Über die Hochschulbildung" ist Artikel 60 "Postgraduale Bildung, Qualifikation und Hospitation der pädagogischen und wissenschaftlich-pädagogischen Lehrkräfte". In diesem Zusammenhang hat das Ministerium für Bildung und Wissenschaft der Ukraine einen Entwurf für einen "Beschluss über die postgraduale Bildung im Bereich des Hochschulwesens der Ukraine" erarbeitet. Im Entwurf werden die Hauptaufgaben, Arten und Formen der postgradualen Bildung, die Verwaltungsgrundlagen, die Organisation des Bildungsprozesses, die finanziellen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und die Akteure des Bildungsprozesses definiert. In der zweiten Jahreshälfte 2015 wurde die öffentliche Diskussion über das Dokument initiiert. (Quelle: Ansprechpartner für Forschungskooperationen im Auftrag des BMBF in Kiew)

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Bildungsorganisationen

Nationale Akademie der pädagogischen Wissenschaften der Ukraine

Die Hauptziele der Tätigkeit der Nationalen Akademie der pädagogischen Wissenschaften der Ukraine sind:

  • theoretische, methodologische und methodische Gewährleistung der Entwicklung des nationalen Bildungssystems;
  • allseitige wissenschaftliche Begleitung und umfassende Forschungstätigkeit im Bereich der Pädagogik und Psychologie;
  • Förderung der modernsten Nutzung und Erneuerung des intellektuellen und kulturellen Potentials des ukrainischen Volkes;
  • Verankerung allgemeinmenschlicher und nationaler Werte;
  • Gewährleistung einer pro-aktiven Entwicklung der pädagogischen und psychologischen Wissenschaften unter Berücksichtigung der Perspektiven der sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung der Ukraine.

Die Akademieeinrichtungen sind:

  • Institut für Pädagogik,
  • Kostjuk-Institut für Psychologie,
  • Institut für pädagogische und Erwachsenen-Bildung,
  • Institut für Erziehungsprobleme,
  • Institut für spezielle Pädagogik,
  • Institut für soziale und politische Psychologie,
  • Institut für Hochschulbildung,
  • Institut für Informationstechnologien und Lehrmittel,
  • Institut für berufstechnische Bildung,
  • Institut für begabte Kinder,
  • Staatliche Hochschulanstalt "Universität für Bildungsmanagement",
  • Ukrainisches Wissenschaftlich-methodisches Zentrum für praktische Psychologie und soziale Arbeit,
  • Wissenschaftlich-methodisches Zentrum für Bildungsverwaltung der Republik Krim,
  • Südliches Wissenschaftszentrum,
  • Staatliche wissenschaftlich-pädagogische Suchomlynsky-Bibliothek der Ukraine.

Die wissenschaftliche Tätigkeit der Akademie ist konzentriert auf folgende Bereiche:

  • theoretische und methodologische Begründung der Entwicklung der pädagogischen und psychologischen Wissenschaften sowie der Ziele und Prioritäten des Bildungssystems;
  • didaktische und methodische Gewährleistung des Lehr- und Erziehungsprozesses auf allen Bildungsebenen;
  • Entwicklung des geistigen Potenzials der Persönlichkeit und ihrer Sozialisierung unter den derzeitigen Bedingungen;
  • Formierung eines erfolgreichen wettbewerbsfähigen Menschen im Kontext der europäischen Integration und der Globalisierungsherausforderungen.

2013 befassten sich 15 aus dem Staatshaushalt finanzierte Anstalten mit einschlägiger Forschung. Es wurden 95 Grundlagen- und 35 angewandte Forschungsaktivitäten im Bereich der pädagogischen, psychologischen und philosophischen Wissenschaften durchgeführt. Die vorgesehenen Finanzvolumina aus dem allgemeinen Haushaltsfonds für die Forschungen betrugen 106.372,7 Tsd. UAH bzw. 64,7% der gesamten Ausgaben der Akademie.

Es bestehen Kooperationen der Nationalen Akademie der pädagogischen Wissenschaften der Ukraine mit ausländischen Wissenschafts- und Lehranstalten (Belarus, Bulgarien, Estland, Spanien, Kasachstan, Kanada, China, Lettland, Litauen, Republik Moldau, Deutschland, Polen, Portugal, Russland, Slowakei, USA, Ungarn, Frankreich, Tschechien, Schweden u. a.) sowie mit internationalen Organisationen und Stiftungen (UNESCO, Weltbank, Europäische Union, Europa-Rat. Europäischer Ausbildungsfonds, Amerikanischer Rat für internationale Bildung, British Council). Eine fruchtbare Zusammenarbeit gibt es mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), die auf zwei 2009 im Rahmen des Projekts "Reform der Berufsbildung in Richtung der Energieeffizienz" und der Programmkomponente "Prävention von HIV/AIDS in Osteuropa" geschlossenen Kooperationsvereinbarungen basiert.

Weitere Informationen zur Nationalen Akademie der pädagogischen Wissenschaften der Ukraine sind unter www.naps.gov.ua (in ukrainischer Sprache, Teile in englischer Sprache) verfügbar.


Ukrainisches Zentrum für die Evaluierung der Bildungsqualität

Das Ukrainische Zentrum für die Begutachtung der Bildungsqualität wurde 2005 gemäß dem Präsidentenerlass der Ukraine "Über unverzügliche Maßnahmen zur Sicherung der Funktion der Bildungsentwicklung in der Ukraine" sowie den Beschlüssen des Ministerkabinetts der Ukraine "Einige Fragen zur Einführung einer externen unabhängigen Bewertung und Überwachung der Bildungsqualität" und "Über unverzügliche Maßnahmen zur Einführung einer externen unabhängigen Bewertung und Überwachung der Bildungsqualität» gegründet.

Das Zentrum widmet sich der Entwicklung und Erprobung von Verfahren für die externe unabhängige Bewertung des Bildungsniveaus von Absolventen der allgemeinbildenden Bildungsstätten zur Schaffung gleicher Voraussetzungen für ein Hochschulstudium. Zur Hauptaufgaben des Zentrums gehören:

  • die Vorbereitung der Durchführung der externen unabhängigen Bewertung;
  • die Überwachung der Bildungsqualität;
  • die Erstellung eines Registers der Personen, die einer Bewertung unterzogen wurden;
  • die Gestaltung und Ausfertigung der Zertifikate für die Personen, die die Prüfung bestanden haben;
  • die Bereitstellung von Informationen über die Ergebnisse der Bewertung auf Anfrage der Hochschulen und allgemeinbildenden Bildungsstätten.

Seit 2006 arbeiten neun regionale Bewertungszentren in Vinnytsa, Dnipropetrowsk, Donezk, Iwano-Frankiwsk, Kiew, Lwiw, Odessa, Simferopol und Charkiw.

Weitere Information stehen unter testportal.gov.ua (in ukrainischer Sprache) zur Verfügung.


Quelle: Ansprechpartner für Forschungskooperationen im Auftrag des BMBF in Kiew

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