Überblick

In den letzten Jahren ging in der Ukraine ein sehr komplizierter und vielgestaltiger Prozess der Restrukturierung von Bildung und Wissenschaft vonstatten.

Ausgehend vom Erbe der Sowjetunion musste die Ukraine eine eigenständige Forschungs- und Bildungslandschaft aufbauen. Dabei waren ihre Voraussetzungen im Vergleich zur Mehrzahl der übrigen früheren Sowjetrepubliken relativ gut, da sie über ein breites Profil in der Forschung verfügte. Auf dem Weg zu Marktwirtschaft und Demokratie machte sich die strenge Planwirtschaft, die Zentralisation und die starke Orientierung auf den militärisch-industriellen Bereich aus Sowjetzeiten besonders negativ bemerkbar. Die jahrzehntelange Abschottung insbesondere im Bereich von Forschung und Entwicklung von der übrigen Welt erschwerte den Transformationsprozess zusätzlich.

Drei Phasen der Entwicklung

In der ersten Phase (1991 - 1993) musste unter den Bedingungen der wachsenden ökonomischen Krise aus einem regionalen Wissenschaftssystem, mit weitverzweigter Arbeitsteilung über die gesamte Sowjetunion, ein nationales Wissenschaftssytem aufgebaut werden. Dabei gab es aber im institutionellen Bereich keine gravierenden Änderungen. Während Wissenschaft und Forschung zu Sowjetzeiten Prestigeobjekte waren, bestimmte nun die Ökonomie. Die Industrie richtete in vielen Fällen eigene Forschungszentren ein und gab auch kaum noch Forschungen in Auftrag. Der Staat mit seinen desolaten Finanzen musste als Auftraggeber einspringen. So erlebten Wissenschaft und Bildung in der Anfangszeit der staatlichen Souveränität der Ukraine einen enormen Niedergang. Allein 1993 verringerte sich das Forschungspersonal um ein Sechstel. Zugleich entstanden in dieser Zeit erste private Forschungseinrichtungen und öffentliche Wissenschaftsassoziationen.

Die zweite Phase (1994 - 1998) war gekennzeichnet durch eine Explosion der Infrastrukturkosten. Für Forschungsausrüstungen und Verbrauchsmaterial waren keine Mittel mehr vorhanden, die bescheidenen Gehälter wurden verspätet und oft nur teilweise ausgezahlt, was zur Folge hatte, dass immer mehr Wissenschaftler sich haupt- oder nebenberuflich finanziell lukrativeren Tätigkeitsbereichen zuwendeten. Diese Praxis, die auf unannehmbaren materiellen Bedingungen für die Wissenschaftler beruhte, führte zu einem Niedergang der Arbeitsorganisation und -moral in den Forschungseinrichtungen.

Die dritte Phase begann 1999. Seitdem ist eine Aufwärtstendenz zu beobachten. Die Nachfrage nach Forschungsergebnissen ist gestiegen, mehrere Akademie-Institute und Hochschulen haben ihren kommerziellen Output erhöht. Es wurden wichtige gesetzliche Grundlagen (Wissenschaftsgesetz, Innovationsgesetz, Gesetz zum geistigen Eigentum) geschaffen. Innovationszentren und Technologieparks, die territorial oder auf bestimmte Wissenschaftsgebiete ausgerichtet sind, haben ihre Tätigkeit aufgenommen. Durch die Bekanntschaft mit europäischen Standards änderte sich die innere Einstellung vieler Wissenschaftler. Die Anzahl junger Wissenschaftler in den Forschungseinrichtungen und die Zahl der Promotionen nehmen wieder zu.

Insgesamt ist die Talsohle jedoch noch nicht durchschritten. So verringerte sich das Forschungspersonal in der Gesamtperiode seit der Unabhängigkeit auf weniger als die Hälfte im Vergleich zur den Achtzigerjahren und die vom Staat bereitgestellten finanziellen Mittel betrugen nur noch ein Zehntel der bisherigen Mittel.
Die für die Wissenschaft im Haushaltsplan vorgesehenen Mittel werden nicht vollständig zur Verfügung gestellt, teilweise umgewidmet und nicht immer effizient eingesetzt. Die Unterstellung der Forschungs- und Technologieeinrichtungen unter zahlreiche Ministerien und Ämter und damit die Vergabe der Staatshaushaltsmittel durch eine derartige Vielzahl von Einrichtungen wirkt sich negativ auf die Sicherung staatlicher Forschungsprioritäten und die interdisziplinäre Kooperation aus.

Die Wissenschaftler selbst sind unzureichend an der Herausarbeitung der Wissenschaftspolitik und der Verteilung der staatlichen Mittel beteiligt. Zur Sicherung einer stabilen Entwicklung von Forschung und Entwicklung in der Ukraine und damit auch zur Erhöhung des Anteils von Wissenschaft und Technik an der volkswirtschaftlichen Gesamtbilanz ist eine grundlegende Strukturreform der Forschungslandschaft und eine langfristige Entwicklungsstrategie erforderlich, deren Erarbeitung und Umsetzung jedoch eine ausreichend stabile politische und ökonomische Lage des Landes voraussetzt.

Trotzdem darf das Forschungspotential des Landes nicht unterschätzt werden. Auf mehreren Gebieten, wie der Erforschung neuer Werkstoffe, Luft- und Raumfahrt, Informatik gibt es in der Ukraine lange Traditionen, gut ausgebildete, hoch motivierte Wissenschaftler und sehr gute Ergebnisse. 

Weitere Informationen
Links/Institutionen

FuE-Indikatoren

Indikator

Ukraine(1)

Deutschland(2)

OECD-Gesamt(2)

Stand

Nationale FuE-Ausgaben [Mio. USD*]

1.711

118.159

1.266.135

2016

FuE-Ausgabenwachstum im Vergleich zum Vorjahr [Prozent]

-18,5

3,7

2,3

2016

FuE-Anteil am Bruttoinlandsprodukt (BIP) [Prozent]

0,5

2,9

2,3

2016

Ausgaben für FuE in Unternehmen (BERD) [Mio. USD*]

1.058

80.537

875.912

2016

Anteil von BERD am BIP [Prozent]

0,3

2,0

1,6

2016

Ausgaben für FuE in Hochschulen (HERD) [Mio. USD*]

108

21.314

221.528

2016

Anteil von HERD am BIP [Prozent]

0,03

0,5

0,4

2016

Ausgaben für FuE in außeruniversitären öffentlichen Forschungseinrichtungen (GOVERD) [Mio. USD*]

545

16.307

138.301

2016

Anteil von GOVERD am BIP [Prozent]

0,2

0,4

0,3

2016

Anzahl der Forschenden (Vollzeitäquivalente)

44.177

400.821

4.770.739

2016/16/15

Anzahl der Forschenden (VZÄ) je 1000 Beschäftigte

2,5

9,2

8,3

2016/16/15

Anteil der Forschenden (VZÄ) in privaten Unternehmen [Prozent]

29,1

58,8

61,4

2016/16/15

Anteil internationaler Ko-Patente an Patentanmeldungen unter dem Vertrag über Patentzusammenarbeit (PCT) [Prozent](3)

24,0

16,9

7,7

2014

Nach oben

* in laufenden Preisen kaufkraftbereinigt

Quellen:
(1) UNESCO Institute of Statistics, Stand Juni 2018
(2) OECD.Stat Main Science and Technology Indicators MSTI 2018/1 (Stand Juli 2018)
(3) OECD.Stat Patents Statistics, Stand Oktober 2017

Redaktion: 19.11.2018, von: Miguel Krux, VDI Technologiezentrum GmbH

 

In den OECD-Ländern mit überwiegend hohem Einkommen finanziert meist die inländische Wirtschaft den größten Anteil der Ausgaben für Forschung und Entwicklung (OECD Gesamt ca. 61 Prozent, Deutschland ca. 65 Prozent).  Die Anteile betragen für den Staat knapp 30 Prozent und für das Ausland ca. 4-5 Prozent (OECD Gesamt und Deutschland).

In der Ukraine ist dagegen der Staat vor der inländischen Wirtschaft die wichtigste Finanzierungsquelle, wie es für Länder mit mittlerem Einkommen wie die Ukraine (Einteilung Weltbank) typisch ist. Auffällig ist der hohe Anteil an Auslandsfinanzierung: etwa ein Fünftel der Ausgaben für Forschung und Entwicklung in der Ukraine wird durch ausländische Quellen finanziert.

Bei der Durchführung von Forschung und Entwicklung nehmen die Unternehmen in den OECD-Ländern meist eine dominante Rolle ein (Anteile für OECD Gesamt und Deutschland betragen jeweils ca. 68 Prozent). Die Ukraine überrascht mit einem Anteil der Unternehmen an der Durchführung, der zwar unter den OECD-Werten für Durchführung liegt, aber fast das Doppelte des ukrainischen Finanzierungsanteils der inländischen Unternehmen (s. oben) beträgt. Eine mögliche Begründung ist, dass in der Ukraine - ähnlich wie in Russland -  die meisten der dem Unternehmenssektor zugerechneten Aktivitäten tatsächlich nicht durch Unternehmen sondern durch Industrieforschungsinstitute durchgeführt werden, welche (halb)staatlichen Unternehmen zugeordnet sind (vgl. stats.oecd.org zu Russland).

Der OECD-Raum und in geringerem Maße auch Deutschland sind hochschulzentriert (Verhältnis von GOVERD zu HERD von etwa 40 : 60, bzw. 45 : 55). In der Ukraine dominieren dagegen die außeruniversitären öffentlichen Forschungseinrichtungen gegenüber den Hochschulen (Verhältnis von GOVERD zu HERD von etwa 85 : 15).

Forschungsorganisationen

Die ukrainische Forschung steht auf drei Säulen: 

  • Nationale Akademien (Nationale Akademie der Wissenschaften sowie Nationale Akademien der Agrarwissenschaften, der medizinischen Wissenschaften, der pädagogischen Wissenschaften und der Rechtswissenschaften) 
  • staatliche FuE betreibende Universitaten 
  • Forschungseinrichtungen einzelner Branchenministerien und der Industrie (z. T. privat)  

Das Forschungspotenzial konzentriert sich dabei vor allem in den 206 Einrichtungen der Nationalen Akademie der Wissenschaften (NAdW) mit ca. 25.600 Beschäftigten in FuE sowie den 179 Einrichtungen der anderen Akademien, den 144 staatlichen FuE treibende Universitäten im Bereich des Ministeriums für Bildung und Wissenschaft,  Jugend und Sport und den 774 zum Teil privaten Forschungseinrichtungen einzelner Branchenministerien und der Industrie (Stand 2010).

Die Mehrheit aller FuE-Institute forscht in den Ingenieurwissenschaften (44%) und in den Naturwissenschaften (34%). Dabei nimmt die Anzahl der Forschungseinrichtungen im Bereich der Ingenieurwissenschaften vor allem im Industriesektor kontinuierlich ab (ca. 47% seit 1995).

Etwa 63% der forschenden Einrichtungen konzentrieren sich in den folgenden 6 Regionen: Kiew (25,6%), Charkiw (15,2%), Lemberg (6,3%), Dnipropetrowsk (6,0%), Donezk (5,0%) und Odessa (4,5%). 44% der Einrichtungen forschen im Bereich Ingenieurwissenschaften, 14,7% im Bereich Naturwissenschaften, 12,9% im Agrarwesen und 6,7% in der Medizin und Pharmazie.

Am fortgeschrittensten sind die ukrainischen Wissenschaftler nach wie vor in der Grundlagenforschung (Mathematik, Physik, Chemie, Kybernetik) sowie in der Materialforschung, in physikalisch-chemischen Technologien, Raketenentwicklung, Flugzeugbau und in der Informatik. Akademische Institute und zum Teil Universitäten beschäftigen sich überwiegend mit der Grundlagenforschung, anwendungsnahe Forschung (wie in Deutschland in der FhG) ist in der Ukraine immer noch wenig entwickelt.

Die Zahl des in der FuE tätigen Personals nimmt weiterhin kontinuierlich um 2-4% pro Jahr ab (s. Diagramm) und belief sich 2010 auf ca. 141.100, wobei hier allerdings die große Zahl der teilzeitbeschäftigten Forscher und Wissenschaftler (Vollbeschäftigten-Äquivalent etwa 27.700) noch nicht berücksichtigt ist.

Die Auswanderung ukrainischer Forscher ins Ausland hat sich in den letzten Jahren wesentlich reduziert:

Auswanderung der Habilitierten und Promovierten

Länder

1995

 

2000

 

2009

 

2010

 
 

Habilitierte

Promovierte

Habilitierte

Promovierte

Habilitierte

Promovierte

Habilitierte

Promovierte

Insgesamt

59

129

26

125

5

26

8

31

Israel

10

12

2

15

-

-

-

-

Deutschland

3

18

6

14

-

11

-

3

Russland

20

36

3

31

-

5

3

7

USA

19

33

9

34

2

4

-

10

19,0% der Forscher mit einem akademischen Grad sind Ingenieurwissenschaftler, 17% Physiker bzw. Mathematiker und 12,0% Mediziner.

Das Durchschnittsalter der Forscher blieb in den letzten Jahren weitgehend unverändert und betrug im Jahr 2010 43,4 Jahre (Habilitierte 61,8 Jahre, Promovierte 47,5 Jahre). Der monatliche Durchschnittslohn der Forscher betrug 2874 (2559) UAH im Jahr 2010 (2009) - entsprechend etwa 274 (230) EUR - und lag damit um 28,4% (34,1%) höher als der Durchschnittslohn in der Ukraine.

 

Förderorganisationen

Die staatliche Förderung erfolgt zum größten Teil direkt (institutionell), Der Anteil der "Programmausgaben", die auf Wettbewerbsbasis ausgeschrieben werden, bleibt gering (unter 5,8%). Dabei vergibt die Staatliche Stiftung für Grundlagenforschung (ab Juni 2014 dem Bildungsministerium der Ukraine untergeordnet) Programmmittel nach einem transparenten Wettbewerb (ca. 1,0 Mio. €, d.h. weniger als 1% der öffentlichen FuE-Finanzierung).

Ministerium für Bildung und Wissenschaft der Ukraine (MBWU) 

Die Gestaltung und Umsetzung der staatlichen Politik im Bereich von Wissenschaft, Innovation und geistigem Eigentum durch das Ministerium für Bildung und Wissenschaft der Ukraine konzentriert sich auf die Koordinierung der Tätigkeit der zugeordneten Hochschul- und Forschungseinrichtungen. Außerdem betraf sie bis 04.06.2014 die Ausrichtung und Koordinierung der Staatlichen Agentur für Wissenschaft, Innovationen und Informatisierung der Ukraine (s. u.).

Im Jahre 2012 wurden in den zugeordneten Hochschul- und Forschungseinrichtungen 2062 Vorhaben im Bereich der Grundlagenforschung mit einer Gesamtfördersumme von 24,7 Mio. € und 1692 Vorhaben im Bereich der angewandten Forschung mit einer Gesamtfördersumme von 15,6 Mio. € auf Wettbewerbsbasis durchgeführt. Darunter wurden im Jahre 2012 auch komplexe zwischenuniversitäre Forschungsprojekte zwecks Bündelung der Kompetenzen leitender wissenschaftlicher Schulen und Infrastruktur initiiert.

Außerdem ist das MBWU Auftraggeber (Trägereinrichtung) des staatlichen Sonderprogramms "Wissenschaft an Universitäten für den Zeitraum 2008-2017". Im Jahre 2012 wurden im Rahmen dieses Programms 9 Projekte mit einer Gesamtfördersumme von 0,73 Mio. € realisiert.

Im Jahre 2014 förderte das Ministerium die angewandte Forschung und die Grundlagenforschung mit 631,79 Mio. UAH (40,1 Mio. €).

Das MBWU hat zur Begleitung der Projekte und Programme des Ministeriums, insbesondere für die Durchführung von Bekanntmachungen im FuE-Bereich, die Datenbank "Einheitliches Informationssystem Wissenschaft an Universitäten" etabliert. Für das Jahr 2013 sind darin insgesamt 485 Projekte aus dem Bereich der Grundlagenforschung und 713 aus dem Bereich der angewandten Forschung erfasst.

Staatliche Agentur für Wissenschaft, Innovationen und Informatisierung der Ukraine (SAWII), ab Juni 2014 Staatliche Agentur für e-Government der Ukraine

Die Staatliche Agentur für Wissenschaft, Innovationen und Informatisierung der Ukraine war bis Juni 2014 zentrales Organ der Exekutive, gebildet zur Umsetzung der staatlichen Politik im Bereich der wissenschaftlichen, wissenschaftlich-technischen und innovativen Tätigkeit, der Informatisierung, der Gestaltung und Nutzung der nationalen elektronischen Informationsressourcen sowie der Schaffung von Bedingungen für die Entwicklung einer Informationsgesellschaft.

Zu den wichtigsten Instrumenten der Agentur zur Umsetzung der staatlichen Politik im wissenschaftlichen und wissenschaftlich-technischen Bereich gehörten staatliche zielgebundene wissenschaftlich-technische Programme sowie staatliche Aufträge zur Entwicklung moderner Technologien in Schwerpunktbereichen der Entwicklung von Wissenschaft und Technik.

Nach ihrer Gründung 2011 war die Agentur der staatliche Auftraggeber für die Entwicklung staatlicher zielgebundener wissenschaftlich-technischer Programme:

  • Implementierung und Nutzung von Grid-Technologien (2009-2013): Im Jahr 2012 wurden insgesamt 6 Projekte mit einer Gesamtfördersumme von 0,25 Mio. € durchgeführt.
  • Nanotechnologien und Nanomaterialien (2010-2014): Im Jahr 2012 wurden insgesamt 13 Projekte mit einer Gesamtfördersumme von 1,81 Mio. € durchgeführt.
  • Forschungen in der Antarktis (2011-2020). Im Jahr 2012 wurden insgesamt 38 Projekte mit einer Gesamtfördersumme von 0,62 Mio. € durchgeführt.
  • Entwicklung moderner Technologien zur Herstellung von Arzneien für die Gewährleistung des menschlichen Gesundheitsschutzes und die Deckung der Bedürfnisse der Veterinärmedizin (2011-2015): Im Jahr 2012 wurden insgesamt 5 Projekte mit einer Gesamtfördersumme von 0,71 Mio. € durchgeführt.

Darüber hinaus wurden von der Agentur jährlich im Rahmen des staatlichen Auftrags aufgrund des Gesetzes der Ukraine Nr. 2623-III vom 11. Juli 2001 (mit Änderungen und Ergänzungen) auf Wettbewerbsbasis etwa 50 wissenschaftlich-technische Projekte zur Schaffung der wichtigsten modernen Technologien in den Schwerpunktbereichen von Wissenschaft und Technik ausgewählt.

Für das Jahr 2013 waren im Staatshaushalt für die Agentur Mittel in Höhe von 79,9 Mio. UAH zur Finanzierung von Projekten im Rahmen der staatlichen wissenschaftlich-technischen Programme (36,6 Mio. UAH) und von staatlichen Aufträgen (43,3 Mio. UAH) vorgesehen.

Die internationale wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit ist ein wirksames und effizientes Mittel zur Integration der Ukraine in den europäischen und weltweiten wirtschaftlichen und technologischen Raum. Die prioritäre Entwicklung diverser Formen der internationalen Zusammenarbeit ist ein perspektivträchtiger Weg zur Erhaltung und Aufstockung des wissenschaftlichen Potentials. Die Integration der ukrainischen Wissenschaft in den weltweiten Raum erfolgt in verschiedenen Formen der wissenschaftlich-technischen Zusammenarbeit (Programme, Verträge, Aufträge für wissenschaftlich-technische Produkte). Vor diesem Hintergrund leistete SAWII auch Unterstützung bei der Umsetzung gemeinsamer internationaler wissenschaftlich-technischer und innovativer Projekte. Im Jahr 2014 wurden von der Agentur etwa 200 gemeinsame wissenschaftlich-technische Projekte unterstützt. Die Agentur war auch die nationale Trägerorganisation für EUREKA.

Am 04.06.2014 wurde die Staatliche Agentur für Wissenschaft, Innovation und Informatisierung der Ukraine in die Staatliche Agentur für e-Government der Ukraine umgebildet.

Für die Umsetzung der Staatspolitik im Bereich der wissenschaftlichen, wissenschaftlich-technischen und Innovationstätigkeit ist gemäß dem Regierungsbeschluss vom 04.06.2014 Nr. 255 "Über einige Fragen der Tätigkeit der zentralen Exekutivorgane" (http://zakon4.rada.gov.ua/laws/show/255-2014-%D0%BF) das Ministerium für Bildung und Wissenschaft der Ukraine SAWII-Rechtsnachfolger.

Staatliche Stiftung für Grundlagenforschungen Die Staatliche Stiftung für Grundlagenforschungen wurde 1992 gegründet. Seit Juni 2014 ist sie eine juristische Person in der Trägerschaft des Ministeriums für Bildung und Wissenschaft der Ukraine.

Die Stiftung hat erstmals in der Ukraine Fördermittel für wissenschaftliche und wissenschaftlich-technische Projekte auf Wettbewerbsbasis in allen Bereichen der Grundlagenforschung vergeben.

Bis Ende 2015 hat die Stiftung insgesamt 69 nationale und internationale Wettbewerbe unterschiedlichen Charakters durchgeführt: allgemeinthematisch, zielgebunden (auch zur Unterstützung der Einrichtung von Zentren zur gemeinsamen Nutzung einzigartiger Ausrüstung, Wissenschafts- und Bildungszentren und problembezogene Schlüssellabors z. B. für Molekular- und Zellbiologie und Hochenergiephysik), regional, innovationsorientiert, grenzüberschreitend, editionsbezogen, Stipendien des ukrainischen Präsidenten zur Unterstützung der Forschungen von jungen Wissenschaftlern und Doktoren unter 45 Jahren, international gemeinsam mit Organisationen aus Belarus, Deutschland (www.dffd.gov.ua/index.php?option=com_k2&view=item&id=28&lang=ua), den USA, Frankreich, Japan.

Bis Ende 2014 wurden bei der Stiftung fast 25.000 Anträge eingereicht und mehr als 6.000 Förderungen gewährt. Die jährlichen Gesamtfördermittel der Stiftung beliefen sich in den vergangenen Jahren auf die in der Tabelle angegebenen Summen:

Jahr

2008

2009

2010

2011

2012

2013

2014

Fördermittelumfang (Mio. €)

1,6

1,07

1,6

2,7

2,92

1,42

0,96

Die effiziente Tätigkeit der Stiftung bezeugen die fast 9.000 auf den Forschungsergebnissen basierenden Publikationen, Hunderte von Monographien, Lehrbücher, Wörterbücher, Lizenzen und Patente.

Nationale Akademie der Wissenschaften der Ukraine (NAdWU)

Die Nationale Akademie der Wissenschaften der Ukraine ist die höchste staatliche wissenschaftliche Organisation der Ukraine mit Selbstverwaltung, d. h. eigenständiger Festlegung ihrer Forschungsthemen, Struktur und Regelung von Wirtschafts- und Personalangelegenheiten sowie der internationalen Wissenschaftskontakte.

Im Jahr 2014 förderte die NAdWU FuE-Projekte im Rahmen von 5 Staatlichen Sonderprogrammen (Gesamtförderung 2014 in Höhe von etwa 29,98 Mio. UAH (1,91 Mio.€)), 22 eigenen Sonderprogrammen (Gesamtförderung 2014 in Höhe von etwa 69,5 Mio. UAH (4,4 Mio. €), davon betrafen 38% die 7 Programme der Grundlagenforschung und der Rest die der angewandten Forschung), des Programms der wissenschaftlich-technischen (Innovations-)Projekte (Gesamtförderung 2014 in Höhe von 31,7 Mio. UAH (2,02 Mio. €)) und etwa 200 Projekte im Rahmen von gemeinsamen Bekanntmachungen mit ausländischen Forschungszentren und Organisationen, für die von ukrainischer Seite insgesamt 21,0 Mio. UAH (1,3 Mio. €) zur Verfügung gestellt wurden.

Im Jahr 2014 wurden im Rahmen der durch die NAdWU geförderten folgenden staatlichen Sonderprogramme 212 FuE-Projekte mit einer Gesamtsumme von ca. 1,9 Mio. € unterstützt:

  • "Entwicklung und Einführung von energiesparenden Lichtquellen aus LED und Beleuchtungssysteme auf deren Basis" (2012): 33 Projekte, 0,05 Mio. €,
  • "Nanotechnologien und Nanomaterialien" (2010-2014): 120 Projekte, 1,27 Mio. €,
  • "Entwicklung von wissenschaftsintensiven sensorbasierten Produkten 2008-2017": 47 Projekte, 0,52 Mio. €,
  • Entwicklung der modernen Technologien und einheimischen Arzneimittel für die Sicherung des Gesundheitsschutzes vom Menschen und Befriedigung der Bedürfnisse der veterinären Medizin für den Zeitraum 2011-2015: 12 Projekte, 0,05 Mio. €.

Zusätzlich wurden für im Jahr 2013 beendete Projekte im Programm für die Einführung und Anwendung von GRID-Technologien (2009–2013) ausstehende Zahlungen in Höhe von 58.400 € geleistet.

Nationale Akademie der Agrarwissenschaften der Ukraine

Die Nationale Akademie der Agrarwissenschaften der Ukraine begann ihre Tätigkeit als die Allukrainische Akademie der Landwirtschaftswissenschaften am 22. Mai 1931, ab Dezember 1991 als Ukrainische Akademie der Agrarwissenschaften. Im derzeitigen Status agiert sie seit dem 6. Januar 2010 gemäß dem Präsidentenerlass Nr. 8/2010 "Über die Verleihung des Status einer Nationalen Akademie der Ukrainischen Akademie der Agrarwissenschaften".

Die Akademie ist eine staatliche wissenschaftliche selbstverwaltende Organisation mit Kollegialität der Verwaltungsorgane und ihrer Wählbarkeit, selbständiger Festlegung der eigenen Struktur und der Forschungsthemen, der Lösung wissenschaftlich-technischer, organisatorischer und personalbezogener Fragen sowie mit selbständiger Durchführung wirtschaftlicher Aktivitäten und der Gestaltung internationaler Wissenschaftsbeziehungen auf der Grundlage ukrainischer Gesetze.

Gemäß den Regelungen des staatlichen Sonderprogramms für die Entwicklung des ukrainischen Dorfes für den Zeitraum bis 2015 betreut die Akademie 44 Forschungsprogramme.

Im Haushaltsprogramm "Grundlagenforschungen, angewandte wissenschaftliche und wissenschaftlich-technische Entwicklungen, Durchführung der Arbeiten nach staatlichen Sonderprogrammen und Aufträgen im Agrarbereich " wurden 2013 für Grundlagenforschungen 22,95 Mio. € und für angewandte Forschungen 15,96 Mio. € zur Verfügung gestellt. Entsprechende Bekanntmachungen sind auf die Forschungseinrichtungen der Akademie ausgerichtet.

Nationale Akademie der medizinischen Wissenschaften der Ukraine

Die Nationale Akademie der medizinischen Wissenschaften der Ukraine wurde durch Präsidentenerlass vom 24. Februar 1993 gegründet und ist eine staatliche Wissenschaftsorganisation für Probleme der Medizin und des Gesundheitsschutzes, agierend auf der Grundlage ukrainischer Gesetze auf Selbstverwaltungsbasis.

Die Hauptaufgaben der Akademie sind:

  • Festlegung prioritärer Entwicklungsrichtungen der medizinischen Wissenschaft;
  • Grundlagenforschung und angewandte Forschung im Bereich der Medizin;
  • Entwicklung wettbewerbsfähiger Wissenschaftsprodukte und innovativer Technologien;
  • Implementierung der Forschungsergebnisse in die praktische Tätigkeit der Gesundheitsschutzanstalten;
  • Erteilung hochspezialisierter medizinischer Hilfe an die ukrainische Bevölkerung.

Die Akademie ist Auftraggeber von 3 staatlichen wissenschaftlichen Sonderprogrammen:

  • "Fortpflanzungsgesundheit der Nation für den Zeitraum bis 2015" (2014: Förderung eines Projekts mit 10.200 €),
  • Allgemeinstaatliches soziales Programm für die Verbesserung der Arbeitssicherheit und -hygiene und der Produktionsumgebung für 2014-2018 (2014: Förderung von 3 Projekten mit insgesamt 77.000 €),
  • "Jugend der Ukraine" (2009-2015) (2014: Förderung von 2 Projekten mit insgesamt 31.800 €).

Staatliche Weltraumagentur der Ukraine (SWU)

Die Staatliche Weltraumagentur der Ukraine ist ein zentrales Exekutivorgan der Ukraine für die Gestaltung und Umsetzung der staatlichen Politik im Bereich der Weltraumtätigkeit. Die SWU gilt gleichzeitig als Hauptauftraggeber für die Arbeiten zur Erforschung und Nutzung des Weltalls, die FuE im Bereich der Projektierung, Herstellung und Erprobung der Weltraumtechnik, die Sicherung der Nutzung und Verbesserung der Objekte der oberirdischen Infrastruktur.

Die Weltraumtätigkeit in der Ukraine basiert auf Weltraumprogrammen, die jeweils für 5 Jahre gelten. Das gültige Allgemeinstaatliche wissenschaftlich-technische Weltraum-Sonderprogramm für den Zeitraum 2013-2017 wurde durch das Gesetz der Ukraine vom 5. September 2013 Nr. 439-VII verabschiedet. Für das Jahr 2014 wurde durch das Programm eine Finanzierung in Höhe von 228,5 Mio. UAH vorgesehen, aus Geldmangel wurden jedoch lediglich 67,88 Mio. UAH aus dem Staatshaushalt zur Verfügung gestellt.

Das Programm umfasst folgende Aufgaben:

  • Fernerkundung der Erdoberfläche aus dem Weltall,
  • Verbesserung der Weltraumsysteme für Telekommunikation und Navigation,
  • Weltraumtätigkeit für nationale Sicherheit und Verteidigung,
  • Durchführung von Weltraumforschungen,
  • Entwicklung von Weltraumkomplexen,
  • Sicherung der industriellen und technologischen Entwicklung,
  • Vertiefung der internationalen Zusammenarbeit,
  • Sonstige Maßnahmen.

Informationen über die geplante Förderung der Einzelprogramme und Maßnahmen sowie über die vergebenen Fördermittel sind auf der Homepage der SWU veröffentlicht.

Wissenschafts- und Technologiezentrum in der Ukraine (UWTZ)

Die Tätigkeit des Wissenschafts- und Technologiezentrums in der Ukraine zielt zentral auf die Beschäftigung von Wissenschaftlern aus der ehemaligen Militärforschung im nichtmilitärischen Bereich ab. Dabei bot das UWTZ seit 1995 ca. 21.000 Wissenschaftlern (ca. 13.000 davon aus dem militärischen Bereich) eine zivile Forschungsperspektive. Gefördert wurden ca. 2.000 Projekte mit einem Gesamtvolumen im Wert von ca. 244 Mio. USD, davon ca. 65,7 Mio. USD aus EU-Mitteln. Über 80% dieser Finanzierung, ca. 207 Mio. USD, flossen in ukrainische Forschungseinrichtungen.

Die traditionellen "regulären" Projekte (direkte Finanzierung durch die Geberländer) werden seit 2013 nicht mehr gefördert. Bis zu 85% des jährlichen Fördervolumens wird über die Partnerprojekte (PPs) und Projekte mit Kofinanzierung (bisherige Bezeichnung: Targeted R&D Initiatives) ausgegeben, z. B. durch gemeinsame Bekanntmachungen mit der NAdWU. Diese Umstellung auf die Partnerfinanzierung ergab eine Steigerung des jährlichen Fördervolumens: von ca. 13 Mio. USD im Jahr 2010 auf über 20 Mio. USD im Jahr 2013.

Insgesamt 33 deutsche Forschungseinrichtungen (darunter die Helmholtz-Forschungszentren in Jülich und Karlsruhe, das Max-Planck-Institut für Plasmaphysik, das Helmholtz-Zentrum München, die GSI Darmstadt), Universitäten (darunter Stuttgart und Münster) sowie Privatunternehmen (z. B. SALEC System GmbH, SCHOTT AG, Aerosensing Radar-Systeme GmbH) beteiligten sich an 45 derartigen Projekten mit einem Fördervolumen von ca. 2,52 Mio. EUR und ca. 1,1 Mio. USD.

Traditionell stehen die Themenbereiche Biotechnologie, Agrarwissenschaften und Medizin im Mittelpunkt der UWTZ-Aktivitäten (2012: 28 Projekte mit ca. 3,6 Mio. USD Fördermitteln). Weitere Bereiche sind die industriellen Technologien (15 Projekte mit ebenfalls ca. 3,6 Mio. USD) und Materialforschung (17 Projekten mit ca. 2 Mio. USD). Seit 2012 läuft eine Sonderinitiative zur Fukushima/Tschernobyl-Folgen mit Förderung aus Japan und den USA (Department of Energy). Ein EU-Projekt zur Sicherung der Antiplaque-Station auf der Krim wurde 2013 abgeschlossen. Als Consultant nimmt STCU an der EU CBRN Risk Mitigation Centre of Excellence Initiative teil.

Eine Initiative vom

Projektträger