StartseiteLänderHightech-RegionenDaedeok Innopolis Science Park

Kurzprofil

Der im nördlichen Yuseong-gu Bezirk der Stadt Daejeon in Südkorea gelegene Cluster Daedeok Innopolis ist mit einer Gesamtfläche von 70.4 qkm der wichtigste Forschungscluster in SüdKorea. Zu dem Cluster werden das Daedeok Research Center, Daedeok Techno Valley, Daedeok Industry Center und weitere Entwicklungsbereiche gezählt. Daedeok Innopolis zählt zu den forschungsgetriebenen Clustern, die in SüdKorea von der Zentralregierung gegründet und gefördert werden und darauf abzielen, die Regionalentwicklung in den Technologieparks in ihrer Umgebung voranzutreiben. Der Forschungscluster teilt sich räumlich in fünf Bereiche auf: Industrie, Hochschulen, Entwicklungs- und Forschungseinrichtungen, Gemeinde und Verwaltung. Diese Bereiche werden auch durch das Logo des Clusters mit den verschiedenen Farben des stilisierten "D" repräsentiert. Die Schwerpunktthemen liegen in Informationstechnologien, Biotechnologie, Nanotechnologie, Kernkraft, Raumfahrttechnik und Umwelttechnik. 

Durch die Verknüpfung von Industrie, Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Innovationsnetzwerken sowie durch die Unterstützung des Technologietransfers bzw. der gemeinsamen Entwicklung mit Forschungseinrichtungen profitieren rund 80 Technologieparks. Dabei hat sich Daedeok Innopolis ein klares Ziel gesetzt: Bis 2015 will die Region der innovativste Cluster der Welt werden. 

Die Zentralregierung hat seit der Gründung des Korean Institute for Advanced Science and Technology (KAIST) 1973 und der Etablierung der Daedeok Special Zone 1974 mehr als 30 Billionen Won (ca. 20 Mrd. Euro) investiert. Vor diesem Hintergrund arbeiten heute mehr als 10% der Forscher (ca. 7000), die in Korea einen Ph.D. in Engineering haben, in 20 Großforschungseinrichtungen und 40 unternehmenseigenen Forschungszentren im Clustergebiet. 32 öffentliche Forschungseinrichtungen, 5 Universitäten und mehr als 900 Unternehmen sind hier ansässig und 23% der nationalen Forschungsausstattung sind hier angesiedelt. Insgesamt fließen 35 % des jährlichen nationalen Forschungsbudgets in den Cluster.

Die Interaktion von wirtschafts- und forschungsgetriebenen Clustern in der Stadt Daejeon ermöglicht es Forschern aus öffentlichen Einrichtungen, Gemeinschaftsunternehmungen zu initiieren und bietet öffentlichen Einrichtungen die Möglichkeit Holdings zu gründen. Dieses innovative Umfeld kann und soll dann zu Spin-Off Unternehmen führen. 

Infrastruktur

Viele der Hauptfernstraßen Koreas führen aufgrund der zentralen Lage Daejeons durch die Stadt und der öffentliche Verkehr ist an das Schnellzugsystem Korea Train eXpress (KTX) angebunden. Der etwa 200 km entfernte Incheon International Airport ist der bedeutendste internationale Flughafen von Korea. Über den internationalen aber kleinen Flughafen Cheongju International Airport (Ziele: Inlandziele sowie Jeju-do (Island), Shanghai, Shenyang und Hong Kong) kann Daedeok Innopolis innerhalb einer halben Stunde und aufgrund seiner zentralen Lage innerhalb von 2-3 Stunden von jedem anderen Ort in Korea erreicht werden. 

Internationale Anziehungskraft

Durch spezifische Gesetze zur Förderung der Innovationskraft wurde der Cluster gestärkt. Besonders die Verabschiedung des „Daedeok Research Park Administration Law” gilt als Meilenstein in der Entwicklung. Seit dem hat sich das Wachstum beschleunigt und besonders IT-Gemeinschaftsunternehmen haben sich auch vor diesem Hintergrund in den letzten Jahren angesiedelt.

Die Boston Consulting Group bescheinigt Süd-Korea in ihrem International Innovation Index 2009 den zweiten Platz direkt hinter Singapur in der Kategorie „innovation leadership among 110 countries. Im September 2010 bewertete das Beratungshaus ein koreanisches Unternehmen als Nummer 4 in seiner Liste der Top-Ten Wertschöpfer weltweit. Als Forschungs- und Technologiepark, der sich selbst als Speerspitze der asiatischen Innovation versteht, kommt dem Cluster sicherlich ein großer Anteil an diesen Einstufungen zu.

Deutschland hat seit 1962 kumuliert etwa 9 Mrd. US$ in Korea investiert und zählt damit zu den bedeutendsten Investoren in dem Land. Im Jahr 2009 allein flossen 570 Mio. US$ nach Korea und Insgesamt ca. 300 deutsche Unternehmen sind in Korea aktiv. Beispielsweise haben sich deutsche Unternehmen wie Robert Bosch (Service und Handel) und BASF (Schwerpunkt Biotechnologie) angesiedelt.

Die bisherige Forschungs- und Entwicklungspolitik rentiert sich inzwischen: Ende 2009 waren 32000 einheimische und 6000 ausländische Patente aus Deadeok Innopolis angemeldet. Der Cluster verdiente 80 Billionen Won mit Transfergebühren für Technologien und 23 Unternehmen waren bei der nationalen Börse im KOSDAQ registriert.

Die Attraktivität des Standortes wird von der Regierung durch Steueranreize erhöht. So werden neu angesiedelte High-Tech- und Forschungsunternehmen (Companies with Up-to-Date Technologies bzw. Research Companies) auf nationaler Ebene für maximal 5 Jahre von der Einkommens- und Unternehmenssteuer befreit (3 Jahre 100%, nachfolgende 2 Jahre 50%). Auf regionaler Ebene werden die Erwerbssteuern im Zuge der Ansiedlung nicht erhoben und die Abgaben für die Gewerbeanmeldung entfallen. Weiterhin wird die Vermögenssteuer für einen Zeitraum von bis zu 10 Jahren ausgesetzt (7 Jahre 100%, nachfolgende 3 Jahre 50%). Um Forschungs- und Entwicklungszentren wie international renommierte Forschungseinrichtungen oder gemeinsame Forschungszentren anzuziehen, kann eine Förderung von bis zu 200 Tsd. Euro für deren Ansiedlung bereit gestellt werden. Preisnachlässe auf Elektrizität für Staatliche Forschungseinrichtungen und auf Wasser für Agenturen und Unternehmen sollen zusätzliche Anreize schaffen.

Der Cluster bietet zudem, mit einer Förderung von etwas mehr als 54 Mio. Euro, spezielle Unterstützungen für Investitionen und Geschäftsentwicklungen von High-Tech- und Forschungsunternehmen sowie vielversprechenden Gemeinschaftsunternehmen an.

Zudem werden Neuansiedlungen mit übergreifenden Angeboten wie dem Daedeok Connect Programm gefördert, in dem das Zusammenwirken von Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen initiiert und unterstützt wird, oder dem Daedeok High Up Programm, mit dem Experten aus den Bereichen Recht, Patente, Finanzierung und Markterschließung beratend zu Fragen von Gemeinschaftsunternehmen zu Verfügung stehen.

Der Cluster verfolgt mit der Verbindung von Industrie, Hochschulen und Forschungseinrichtungen und der Unterstützung des Technologietransfers aus dem Forschungscluster in mittlere und große Unternehmen einen Open Innovation Ansatz. Gleichzeitig wird Unterstützung bei Neugründungen durch Beratung bei der Kommerzialisierung von Technologien und spezifischen Trainings angeboten. Zudem wurde ein internationaler Ombudsmann etabliert, der bei Schwierigkeiten in der Ansiedlungs- und Orientierungsphase unterstützt. Unternehmen können gleichermaßen von den kurzen Entfernungen zu Partnern, der Unterstützung von staatlichen bzw. öffentlichen Einrichtungen mit reduzierten Gebühren, weniger stringenten Bauvorschriften in bestimmten Bezirken sowie dem gemeinsamen Marketing des Wissenschaftsparks profitieren.

Die hervorragende Forschungs- und Entwicklungsinfrastruktur zieht das Interesse von Unternehmen weltweit an. Wie Direktinvestitionen getätigt werden können, wird auf der Webseite der Innopolis Foundation erläutert.

Im Daejeon Convention Center (DCC) und den zugehörigen Veranstaltungsstätten können Großveranstaltungen aller Art durchgeführt werden. So fand 2010 die Weltkonferenz der International Association of Science Parks (ISAP) im DCC aufgrund der erfolgreichen Bewerbung des Clusters statt. 

Die weltweite Vernetzung nimmt einen großen Stellenwert ein. Kooperationen werden sowohl auf Wirtschafts- als auch auf Wissenschaftsseite geschlossen, um Märkte zu erschließen oder Innovationen voranzutreiben. Die Satrec Initiative-US ist bspw. eine Kooperation von Satri, einem der führenden Satellitenhersteller aus Korea, und von SpaceWorks Commercial aus den USA. Die Unternehmen bieten gemeinsam Erdbeobachtungssatelliten im amerikanischen Markt an. Um den Datenaustausch zwischen den Partnern zu ermöglichen, wurde unter der Kontrolle des United States Department of State Directorate of Defense Trade Controls (DDTC) das Technical Assistance Agreement (TAA) vereinbart.

Besonders aufgrund seines Know-Hows im Bereich der Kernforschung ist der Cluster Ziel zahlreicher Delegationsreisen. Beispielhaft seien folgende Besuche genanntIndian delegation visited KAERIDelegations from nuclear emerging countries visited KAERIUS DOE Science Mission visited KAERI

Die verschiedenen Universitäten pflegen mehrere hundert Beziehungen zu weltweiten Partneruniversitäten, darunter auch zahlreiche aus Deutschland.

Thematische Stärkefelder

Die öffentlichen Ausgaben für Forschung und Entwicklung betrugen im Jahr 2010 4,7% des gesamten Staathaushaltes und verteilten sich wie folgt auf die Forschungsfelder: Biotechnologie, Nanotechnologie und Umwelttechnik 29,9%, Luft- und Raumfahrt 23%, Wissenschaftler und Anlagen (sic) 20,8%, Information und Elektronik 15,3%, Maschinen 11%. Die Schwerpunkte liegen in Informationstechnologien, Biotechnologie, Nanotechnologie, Kernkraft, Raumfahrt- und Umwelttechnik. Themen wie Telekommunikation, Wasserkraft, Kernfusion, Brennstoffzellen, Maschinenbau, Neue Werkstoffe, Robotik oder Pharmazie wird besondere Beachtung geschenkt.

In Daejeon sind 232 Forschungs- und Bildungseinrichtungen angesiedelt. Die bekanntesten Forschungseinrichtungen sind neben dem Korean Institute for Advanced Science and Technology (KAIST) das Electronic Telecommunications Research Institute (ETRI) und das Korean Aerospace Research Institute (KARI). Das KARI hat bspw. in einer Entwicklungspartnerschaft mit der französischen Astrium (100% Tochter der EADS) den ersten in Europa hergestellten, geostationären Satelliten entwickelt.

Ein Leuchtturm der privaten Forschungsszene in Daejeon ist das Forschungszentrum des größten Chemieunternehmens in Südkorea, LG Chem. Hier arbeiten 1000 Wissenschaftler an Themen wie OLEDs (Organische LEDs), die als Schlüsseltechnologien für zukünftige Entwicklungen betrachtet werden.

Das besondere Interesse des Clusters liegt in der Initiierung von „venture companies“, d.h. Gemeinschaftsunternehmen. Gemeinschaftsunternehmen bezeichnet vereinfacht Unternehmen, die auf Basis technologischer Entwicklungen aus den Forschungseinrichtungen zusammen mit privaten Investoren gegründet und betrieben werden. Die Gemeinschaftsunternehmen werden dabei in drei Gruppen eingeteilt: „Research Companies“, Unternehmen mit “Up-to date technologies” und im KOSDAQ gelistete Unternehmen.

Als Research Company, die ebenso wie die Unternehmen mit “Up-to date technologies“ besondere steuerliche Vorteile und finanzielle Unterstützung erhalten (vgl. Abschnitt Internationale Anziehungskraft), gelten Unternehmen, deren Ziel es ist, eine Technologie zu kommerzialisieren, die sich im Besitz einer öffentlichen Hochschule befindet. Zudem müssen die Unternehmen mindestens 20% ihres Kapitals in die Ansiedlung im Cluster investieren und dementsprechend dort ansässig sein. Bezeichnend für diese Art von Unternehmen ist, dass sie innovative Technologien mit privatem Kapital und Managementwissen zusammenbringen. Paradebeispiele sind Sun Bio Tech, die erste „research company“ im Cluster (Biotechnologie), und Macrograph (Digitale Filmtechnik).

Unternehmen mit “Up-to date technologies“ bezeichnen Gemeinschaftsunternehmen, die einheimische oder internationale Patente in dynamischen oder hoch innovativen Technologiebereichen wie IKT, Biotechnologie oder Nanotechnologie besitzen und die ihre darauf basierenden Produkte selbst produzieren und verkaufen. Unternehmen mit High-Tech-Technologien werden als solche vom Minister of Knowledge Economy ausgezeichnet. Einige dieser Unternehmen sind Satrec-I, Humax, und Kael.

Der Cluster war Pionier bei Technologien wie Halbleitern, Mobilfunk oder TFT/LCD Bildschirmen. Beispielsweise wurde hier das CDMA-Verfahren vom ETRI kommerzialisiert, wodurch ein 100 billionen Won Markt erschlossen wurde. Auch andere Entwicklungen in diesem Sektor wie WiBro (ermöglicht die Funkübertragung einer 2GB Datei unter 5 Sekunden) haben hier ihren Anfang gefunden.

Das durch den Cluster entwickelte koreanische Raumfahrtprogramm wird Stück für Stück Realität. Innovationen im Bereich von High-Tech Flugzeugen und Satelliten haben zum Start von Raketen wie der KSR III und der Entwicklung von smarten unbemannten Flugzeugen geführt. Jedoch war der erste Raketenstart am 25. August 2009 nur teilweise erfolgreich, da die Hälfte der bezahlten Ladung nicht in die Umlaufbahn gebracht werden konnte. Bei einem zweiten Startversuch im Juni 2010 explodierte die erste Raketenstufe nach nur wenigen Minuten. Die genaue Ursache konnte nicht gefunden werden. 1,3 Mrd. USD wurden in die Entwicklung der KSLV-2, einem in Korea produzierten Trägersystem, das mehr bezahlte Ladung in den Orbit transportieren kann, investiert. Der schnelle technologische Fortschritt wie die Entwicklung von multifunktionalen Satelliten oder der erste koreanische Astronaut sind weitere Meilensteine auf dem Weg ins All. 

Der Cluster ist der einer der weltweit führenden Standorte für Nukleartechnologie einschließlich der nächsten Generation von Kernreaktoren. Ein sodiumgekühlter Schnellreaktor wurde vom Atomic Energy Research Institute entwickelt und bereits in die Arabischen Emirate exportiert. Der Fokus der Aktivitäten liegt jedoch auf der Kernfusion. Das National Fusion Research Institute hat den ersten Fusionstestreaktor gebaut. Das Korea Superconducting Tokamak Advanced Research (KSTAR) hat das erste Plasma 2008 hergestellt. Dieses Ereignis hat weltweite Aufmerksamkeit auf sich gezogen, da es der erste erfolgreiche Betrieb eines Fusionsreaktors mit Nb3Sn Supraleiter war. Durch die Forschung in der Kernfusionstechnologie und der Forschung im Bereich erneuerbarer Energien durch das Korea Institute of Energy Research werden fortlaufend Anstrengungen unternommen, die Kernkompetenzen zu energetischer Unabhängigkeit und Umweltherausforderungen zu stärken. 

Besonders in den Bereichen Halbleitertechnik, Organische LED oder Kohlenstoff-Nanoröhren werden zusammen mit Forschungseinrichtungen wie dem National Nanofab Center in den Technologiefeldern Biotechnologie oder Informationstechnik enorme Potenziale erwartet.

Ein weiteres Beispiel für die Bedeutung von Entwicklungen im Cluster ist in der Entwicklung der Touchtechnologie, wie sie in modernen Mobiltelefonen oder Computern zur Bedienung verwendet wird, zu finden. Das Korea Research Institute of Standards and Science (KRISS) hat bisher durch Kommerzialisierung dieser Technologie in erfolgreichen Produkten 160 Mrd. Won Umsatz erzielt. Charakteristisch für diese Erfolgsgeschichte und bezeichnend für die Natur von Spin-Offs ist, dass die Ingenieure im Zuge einer ganz anderen Entwicklung, nämlich der Entwicklung von Sensoren für künstliche Haut, diese Technologie entwickelten.

Ebenso zukunftsweisend ist die Entwicklung von transparenten Speichermedien durch das KAIST. Die Besonderheit liegt darin, dass der Speicher ähnlich wie USB-Flashspeicher keine Spannung benötigt, um gespeicherte Daten zu behalten, die Herstellung einfacher und die Lebenserwartung größer ist als die von konventionellen CMOS Speichern.

Der Cluster besitzt durch dieses Innovationspotential auch eine große Anziehungskraft für ausländische Partner: Das Cavendish-KAIST Joint Research Center (Center for nanoelectronics, spintronics, biophysics, optoeletronics) wurde 2004 gegründet, Texas Instruments hat die Zusammenarbeit mit dem KAIST 2005 aufgenommen und Norsat eröffnete 2008 ein Satelliten Forschungszentrum mit dem ETRI. Eine Aufstellung weiterer Forschungszentren mit ausländischen Partnern kann hier eingesehen werden.

Akteure und Netzwerke

Laut einem Bericht der deutschen Botschaft in Seoul ist für Korea "die internationale FuE-Zusammenarbeit Außenwirtschaftspolitik". Dementsprechend pflegen alle Universitäten weltweite Forschungsbeziehungen zu anderen Universitäten, darunter auch zu Deutschland. So hat bspw. die Chungnam National University die deutschen Hochschulen Universität Dortmund, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und die  Fachhochschule München als Partner während die Hannam University (HNU) Daedeok Valley mit der FH Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven kooperiert.

Aber auch Forschungskooperationen in der Wirtschaft sind vorhanden: Der Technologiepark Heidelberg unterhält seit einigen Jahren eine enge Beziehung zu dem Cluster. Neuere Entwicklungspartnerschaften in den Bereichen Biotechnologie, der Biomedizin und der Medizintechnik intensivieren die Beziehungen.

Im Cluster sind eine Reihe von Akteuren und Netzwerken zum Marketing und zur Unterstützung bei der Ansiedlung oder Kooperationsanbahnung aktiv. Beinahe jede Forschungseinrichtung und Universität bietet Programme zur Initiierung von Spin-Offs an. Durch gemeinsame Forschung und Entwicklung oder Technologietransfers von öffentlichen Einrichtungen und Beratungsorganisationen werden Gemeinschaftsunternehmen auf einen guten Start vorbereitet.

Beispielsweise ist die INNOPOLIS Foundation die übergeordnete Organisation, die die Forschungseinrichtungen, Universitäten und Gemeinschaftsunternehmen repräsentiert. Die Seite liefert aktuelle Informationen zu Forschung und Entwicklung sowie zu Geschäftsmöglichkeiten im Cluster.

Ansprechpartner im Cluster

Koreanische Seiten:

Bildung, Qualifikation und Fachkräfte

Im Cluster ist eine Vielzahl von Forschungseinrichtungen konzentriert. Insgesamt arbeiten mehr als 10% der Forscher (ca. 7000), die in Korea einen Ph.D. in Engineering haben im Cluster. 

Die weltweit bekanntesten Institute vor Ort sind neben dem Korea Advanced Institute of Science and Technology (KAIST) (s. u.) das Electronic Telecommunications Research Institute (ETRI) und das Korean Aerospace Research Institute (KARI). Hinzu kommen das National Fusion Research Institute und das Korea Institute of Energy Research (KIER).

Das KAIST belegt im weltweiten Times Higher Education Ranking Platz 94 (2011) Besonders der Sprung in der Platzierung von Platz 132 (2007) nach Platz 95 (2008) zeigt beeindruckend das Aufstreben der Forschungseinrichtung. In den “2011 QS Asian University Rankings”, einem Vergleich von 448 Universitäten aus 11 asiatischen Ländern, belegt das KAIST Platz 11 (2008 Platz 13). Damit zählt die 1971 gegründete Einrichtung zu Koreas international bedeutendsten Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Die Einrichtung hat einen 280 Hektar großen Campus im Cluster und eine 27 Hektar großen Campus in Seoul. 2008 studierten hier 8200 Menschen, davon 270 internationale Studierende, in ca. 570 Studienfächern. 2007 verfügte das KAIST über ein Budget von 397 Mio. USD. Davon wurden 124 Mio. USD von der Regierung bereitgestellt, 128 Mio. USD aus Drittmittelprojekten akquiriert und 145 Mio. USD mit Spenden und anderen Zuwendungen erzielt.

Das ETRI ist die größte öffentlich geförderte Forschungseinrichtung in Korea, die die Entwicklung innovativer Ideen, die  Entwicklung neuer Technologien wie DRAM oder CDMA und die Ausbildung von Nachwuchskräften in 5 Forschungslaboratorien mit insgesamt 1736 Beschäftigten vorantreibt. 

Das KARI ist die Luft- und Raumfahrtagentur Südkoreas. Im Vordergrund der 1981 gegründeten Einrichtung steht die Raumfahrttechnologie. Weitere Schwerpunkte sind in der Entwicklung eines smarten, unbemannten Flugzeugs zur Fernerkundung und eine koreanischen Hubschraubers zu finden.

Das NFRI forscht in der Kernfusionstechnologie und ist aktiv in das weltgrößte gemeinsame Fusionsprojekt, dem International Thermonuclear Experimental Reactor (ITER), involviert. In diesem Projekt beteiligen sich sieben Länder, um die Fusionsenergie nutzbar zu machen. Das NFRI hat zudem seit 1998 eine Kooperation mit dem Max-Planck Institut für Plasmaphysik (Max-Planck IPP).

Das KIER beschäftigt sich seit seiner Gründung 1977 mit neuen, sauberen Energien und deren effizienten Nutzung mit Blick auf die langfristige, sichere Nutzung. Mit insgesamt 361 Mitarbeitern und einem Budget von 187 Mio. Won (2010) treibt es seine Themen in Korea voran. In Deutschland unterhält das KIER Partnerschaften zu dem Deutschen Windenergie Institut GmbH und dem Forschungszentrum Jülich.

Die Chungnam National University betreibt neben der juristischen und der medizinischen Fakultät eine Graduiertenschule für grüne Energietechnologien, die gemeinsam mit öffentlichen Forschungseinrichtungen und der University-Industry Collaboration Foundation betrieben wird. Die Schwerpunkte liegen in Informationstechnologien, Biotechnologien und Nanotechnologien. Die Universität weist die größte Anzahl von herausragenden wissenschaftlichen Veröffentlichungen in Korea auf. 

Als einzige Bildungseinrichtung in Korea wird die University of Science and Technology von öffentlichen Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen getragen, denn 29 öffentliche Forschungseinrichtungen mit führenden Wissenschaftlern bilden zusammen die Universität. Vor diesem Hintergrund bietet die Universität neueste Einrichtungen und Ausrüstungen und ein Ausbildungsprogramm, das nationale Projekte ermöglicht. Die wesentlichen Entwicklungen an der Universität sind optische Ultrapräzisionstechnologien, Hochleistungsspiegel für die Verwendung in Teleskopen, die Aufschlüsselung des menschlichen Chromosoms 11 und die vollständige Sequenzierung der Erbinformationen von marinen Mikroorganismen.

Die Daeduk University widmet sich der Zusammenarbeit von Industrie und Wissenschaft und ist darauf ausgerichtet, gezielt Inhalte zu vermitteln, die junge Talente für die Herausforderungen in Gemeinschaftsunternehmen vorbereiten.

Die Hannam University (HNU) Daedeok Valley Campus ist spezialisiert auf BIO-Nano Wissenschaften. Die zugehörige Fakultät  hat sich schnell als die Anlaufstelle in diesem Themenfeld etabliert. Ein weiterer Eckpfeiler der HNU ist das Institut für die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft, das verschiedene Forschungs- und Entwicklungsdienstleistungen in Verbindung mit im Cluster ansässigen Forschungseinrichtungen und Gemeinschaftsunternehmen anbietet.

Die bedeutendsten Forschungseinrichtungen aus der Wirtschaft sind das Samsung Heavy Industries Daedeok Research Institute, der LG Chem Research Park und das SK Energy Institute of Technology.

Das Ministry of Knowledge Economy (MKE) hat 2009 die Forschungsausgaben der 15 größten Unternehmen in Korea veröffentlicht, von denen einige Forschungszentren im Cluster betreiben (in 100 Mio. Won): LG Display 7.743, Samsung Electronics 7.300, Kia Motor 7.146, Hynix 6.728, POSCO 4.543, KT 3.711, SK Telecom 2.889, KEPCO, 2.326, LG Chemical 2.236, Hyundai Mobis 2.043, LG Electronics 1.900, Hyundai Automotive, 1.300, Doosan Heavy Industries 1.003, SK Energy 860 und Hyundai Heavy Industries 721. Damit zählen LG, Samsung, Kia Motor und Hynix zu den weltweit führenden Unternehmen in Forschung und Entwicklung.

Entwicklungsdynamik

Das hoch innovative Forschungs- und Entwicklungsökosystem ist der optimale Nährboden für zukunftsweisende Entwicklungen. Das Cluster verfügt in jeder Hinsicht über genügend Ressourcen, um sein ambitioniertes Ziel, eines der bedeutendsten Forschungscluster weltweit zu werden, weiter zu verfolgen.

International wird sich die Anziehungskraft als Forschungs- und Entwicklungsstandort weiter erhöhen, wenn die sogenannte, nationale „577-Initiative“ umgesetzt wird. Hier wird vorgesehen, die jährlichen Ausgaben im Forschungssektor von 3,37 % 2009 (34 Billionen KRW) auf fünf Prozent des BIP in 2012 zu erhöhen, um in sieben Schwerpunkten die Entwicklung besonders voranzutreiben, damit Korea zu den sieben führenden Wissenschafts- und Technologiestaaten weltweit zählen kann. Dreiviertel der fünf Prozent sollen dabei aus der Wirtschaft kommen. Dies soll durch Steueranreize wie die Reduzierung der Steuern auf Investitionen in Forschung und Entwicklung angeregt werden. Die Ausgaben für den Forschungs- und Entwicklungssektor ließen Korea 2009 sich direkt hinter Japan aber noch vor den USA und China platzieren. Details zu der 577-Initiative können im Länderbericht Süd-Korea nachgelesen werden

Im Rahmen der IASP Conference 2010 (s. o) wurde die Daedeok Green Initiative vorgestellt, die das „Grüne Wachstum“ des Clusters forcieren soll. Zuvor, während der UNESCO-WTA International Training Workshop “Green Growth based on the Science Park Initiatives”, wurde die Entwicklung des Clusters und dessen Rolle im Sinne des “grünen Wachstums” aufgezeigt (vgl. „Science Park in context of the Sustainable Development towards Green Growth” in der Dokumentation S. 55 ff. des pdf-Dokuments).

Eine Initiative vom

Projektträger