Greater Copenhagen

Die Region Greater Copenhagen erstreckt sich über 85 Kommunen im Osten Dänemarks und im Süden Schwedens. Insgesamt leben 4,3 Millionen Menschen in den vier Regionen, die sich an der Kollaboration Greater Copenhagen beteiligen. Auf dänischer Seite sind es die Regionen Seeland (Region Sjælland) sowie die Hauptstadtregion (Region Hovedstaten) und auf schwedischer Seite die Regionen Schonen (Skåne) und Halland.

Die im Jahr 2000 eröffnete Öresundverbindung zwischen der dänischen Region Sjælland mit der schwedischen Region Skåne verbindet Kopenhagen und Malmö, die größten Städte der Region. Zusammen werden sie durch die infrastrukturell ermöglichte Nähe oft auch zur Öresundregion zusammengefasst. Die Brücke unterstützt dabei Kopenhagens Stellung als „Eingangstor zu Skandinavien“ und bietet Malmö eine direkte Verbindung zu Dänemarks Hauptstadt. Allein in den urbanen Zentren der Region, Kopenhagen und Malmö, leben über 2 Millionen Menschen (1,8 Millionen in der Region der Hauptstadt Kopenhagen, 316.000 in der Kommune Malmö).

Seit dem 1. Januar 2016 besteht durch die Zusammenlegung des 1993 gegründeten Öresund-Komitees (ursprünglich zur Zusammenarbeit zwischen Kopenhagen und Malmö) mit dem Komitee Greater Copenhagen (Storkøbenhavn) eine neue Öresund-Kooperation unter dem Namen „Greater Copenhagen Committee“. Diese neue Kooperation beinhaltet unter anderem eine gemeinsame Vermarktung der gesamten Region um den Öresund unter dem Namen Greater Copenhagen, den Ausbau der internationalen Infrastruktur, grenzübergreifende Initiativen im Bereich der Wirtschaft sowie die gemeinsame Gewinnung von Investoren, Touristen und Fachkräften. Vor allem die urbanen Zentren der Region, Malmö und Kopenhagen, verfolgen die Vision, dass sich ihre Einwohner als Teil einer zusammenhängenden, dänisch-schwedischen Region verstehen.

Obwohl diese sogenannte „Öresundsintegration“ laut einer Studie der Schwedischen Handelskammer (Handelskammaren) und Dansk Erhverv (dänische Handelskammer) vor allem infolge der Finanzkrise langsamer verlaufe als geplant, hat sie vor allem für die Wirtschaft in der Region positive Folgen: In der Öresundregion haben sich zum Beispiel Bildungs- und Unternehmenscluster gebildet, unter anderem in den Stärkefeldern Informationstechnik und Medizin. Mit 190.000 Studenten, 14.000 Forschern, 19 Science Parks und 17 Universitäten ist die Region Greater Copenhagen eine der wissensintensivsten Forschungs-und Wirtschaftsregionen Skandinaviens. Kopenhagen und Malmö sind die wichtigsten Zentren der Region.

Kopenhagen ist die Hauptstadt und der wichtigste Wirtschaftsstandort Dänemarks. Die Stadt gilt als eine der führenden Bildungs- und Wirtschaftsstandorte Westeuropas. In der Region Hovedstaten gibt es vier Universitäten mit insgesamt mehr als 60.000 Studierenden (Stand 2018):

Im Doing Business Ranking der World Bank belegte Dänemark 2019 den weltweit dritten Platz und ist führend in Europa in der Kategorie „Ease of Doing Business“. So zieht die Stadt Kopenhagen, die knapp 20 Prozent des jährlichen Bruttoinlandprodukts Dänemark erwirtschaftet, auch große Konzerne an. Internationale Weltmarktführer wie Siemens, Microsoft, IBM und Cisco aber auch führende dänische Pharmazieunternehmen, wie Novo Nordisk, Astella Pharma A/S oder Pfizer Denmark unterhalten Niederlassungen in der Region der Hauptstadt. Insgesamt wird Kopenhagen jedoch hauptsächlich durch viele kleine und mittlere Unternehmen (KMU) geprägt. Nur rund 420 der über 100.000 Unternehmen in der Region der Hauptstadt haben mehr als 250 Mitarbeiter.

Die zentralen Branchen in Kopenhagen sind Life Sciences, Cleantech, Informations- und Kommunikationstechnik (IKT), Transport und Logistik, die Kreativindustrie sowie die Lebensmittelindustrie. In diesen Bereichen hat Kopenhagen verschiedene Cluster mit weltweit führenden Unternehmen, Forschungs- und Bildungsinstituten. Beispielhaft hierfür sind das dänisch-schwedische Life Science Cluster MediconValley sowie das Cleantech Cluster CLEAN, das 2009 in Kopenhagen gegründet wurde und mittlerweile fünf weitere dänische Standorte sowie einen Standort in Flensburg umfasst. Außerdem gibt es im Großraum Kopenhagen vier sogenannte Science Cities, die als Innovation Hubs für Start-ups, führende Unternehmen, Universitäten und Forschungsinstitute fungieren.

Auch die schwedische Provinz Skåne län mit den Städten Malmö, Lund, Helsingborg und Kristianstad ist mit ihren insgesamt 1,36 Millionen Einwohnern und einem Anteil von gut 11 Prozent am schwedischen Bruttoinlandsprodukt von wirtschaftlicher Bedeutung für die Region Greater Copenhagen. Zu den zentralen Branchen auf schwedischer Seite gehören die Automobilindustrie, die Technologiebranche (darunter Cleantech, Health Tech und Internet of Things), die Life Sciences, die Lebensmittel- und Verpackungsindustrie, Retail und E-Commerce, die Logistikbranche und die Immobilienwirtschaft. In diesen Bereichen existieren in der Provinz Skåne verschiedene Cluster, wobei das grenzübergreifende, dänisch-schwedische Cluster MediconValley sowie das Digitale Medien-Cluster Media Evolution mit jeweils über 400 Mitgliedsunternehmen bzw. Organisationen zu den bedeutendsten gehören.

Malmö gilt in Schweden als wachsender Start-up-Hub. Dafür stehen vor allem der Businessinkubator Minc und die Messe Nordic Next für Investoren. Hinter Stockholm und Kopenhagen ist Malmö, noch vor Oslo und Helsinki, die Stadt mit der dritthöchsten Gewinnung von Investitionen in den nordischen Staaten (2016).

Auch die Stadt Lund ist, auch durch die Universität Lund, die zu den Top 100 der weltweit besten Universitäten gilt, ein bedeutender Standort für die schwedische Start-up-Szene. Im Bereich der Elektromobilität ist hier beispielhaft das Start-up UNITI zu nennen, das aus der Uni Lund hervorgegangen ist und unter anderem gemeinsam mit Siemens in die Serienproduktion des Elektroautos One geht. Zudem hat Bosch 2016 in Lund eine Entwicklungseinheit eröffnet, die sich unter anderem mit der Vernetzung von Fahrzeugen und Kfz-Sicherheit über das Internet of Things beschäftigt. Die gesamte Region Skåne gilt als bedeutender schwedischer Standort für die Automobilbranche.

Auf schwedischer Seite der Region Greater Copenhagen gibt es mit den Universitäten von Lund, Malmö und Kristianstad sowie mit der World Maritime University in Malmö und der Swedish University of Agricultural Sciences fünf Hochschulen mit über 55.000 Studierenden, die mit den Universitäten auf dänischer Seite kooperieren.

Auch deutsche Akteure arbeiten eng mit Akteuren in der Region zusammen. So kooperiert die Stadt Hamburg zum Beispiel seit vielen Jahren mit der Öresundregion und ist von 2019-2022 gemeinsam mit der Universität Hamburg und weiteren Akteuren aus der deutschen, dänischen, schwedischen und norwegischen Wirtschaft und Wissenschaft Teil des Life Science-Projekts „Hanseatic League of Science (HALOS)“.

Ansprechpartner für deutsche Unternehmen mit Interesse an der Region Greater Copenhagen sind die Deutsch-Dänische Handelskammer mit Sitz in Kopenhagen sowie die Deutsch-Schwedische Handelskammer mit Büro in Malmö. Die Kammern arbeiten eng mit den regionalen Wirtschaftsförderungen zusammen, wie Invest in Skåne auf schwedischer Seite und Copenhagen Capacity auf dänischer Seite (gebündelt in Form von Greater Copenhagen Investments). Auf der Webseite der Region Greater Copenhagen wird zudem auf weitere Ansprechpartner verwiesen.

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