StartseiteLänderHightech-RegionenGrenoble / Lyon High Tech Cluster

Kurzprofil

Die Region Rhône-Alpes liegt im Südosten Frankreichs und ist mit einer Fläche von knapp 44.000 Quadratkilometern die drittgrößte Region des Landes und mit über sechs Millionen Einwohnern die bevölkerungsreichste Region hinter der Île-de-France (Ballungsraum Paris). Mit den Städten Lyon und Grenoble, die hier unter dem Namen "High Tech Cluster" zusammenfassend betrachtet werden, beherbergt die Region bedeutende Forschungs- und Entwicklungs(F&E)-zentren, die Stärken in mehreren Themenfeldern sowie eine gute Infrastruktur aufweisen.

Lyon ist die Hauptstadt der Region Rhône-Alpes und mit knapp 500.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt Frankreichs nach Paris und Marseille. Die gleichnamige Agglomeration ist mit rund 1,3 Millionen Einwohnern die größte in Rhône-Alpes. Die Stadt Grenoble, die aufgrund ihrer Lage auch "Hauptstadt der Alpen" genannt wird, hat über 155.000 Einwohner und ist die drittgrößte Stadt der Region. Der Ballungsraum Grenoble hat eine Bevölkerung von 665.000, insgesamt leben somit in der Clusterregion fast zwei Millionen Menschen.

International betrachtet gilt der Cluster als gelungenes Beispiel eines europäischen Hochtechnologieclusters, der mit großem Engagement öffentlicher und privater Akteure entstanden ist. Von besonderer Bedeutung ist die Vielzahl national und international agierender Wettbewerbspole (Pôles de Compétitivité), die Stärken in den Bereichen Mikro- und Nanotechnologie, Biotechnologie, Lebenswissenschaften, Informations- und Kommunikationstechnologie und dem Energiesektor aufweisen und zu wichtigen und treibenden Akteuren des Clusters gehören. Nach Paris ist Grenoble/Lyon der wichtigste Standort sowohl privater als auch öffentlicher Forschung in Frankreich. Wirtschaftlich betrachtet ist die Region Rhône-Alpes die zweitwichtigste Region Frankreichs und zählt zu den bedeutendsten europäischen Wirtschaftsregionen.

Aufgrund seiner hohen Innovationskraft, der Verfügbarkeit gut ausgebildeter Arbeitskräfte, internationaler Orientierung und einer hervorragenden Infrastruktur strahlt der Cluster eine hohe Anziehungskraft auf Unternehmen im In- und Ausland aus. Im Cluster ansässig sind unter anderem Unternehmen wie Hewlett Packard, STMicroelectronics, Cegid, Sanofi und Bayer CropScience.

Internationale Anziehungskraft

Der Hochtechnologiecluster in der Rhône-Alpes-Region gehört zu den wichtigsten und stärksten Wirtschafts- und Wissenschaftsstandorten Frankreichs. Das fDi Magazine listet die Städte Lyon und Grenoble im European Cities and Regions of the Future 2012/2013-Ranking in den Top 10 von sieben Kategorien: Western European Cities (Lyon Rang 10), FDI Strategy Western Europe (Grenoble Rang 7, Lyon Rang 8), Small Cities Human Resources (Lyon als bestplatzierte französische Stadt Rang 3), Small Cities Economic Potential (Lyon als bestplatzierte französische Stadt Rang 7), Small Cities Quality of Life (Lyon Rang 10), Small Cities FDI Strategy (Lyon Rang 4) und Micro Cities FDI Strategy (Grenoble Rang 3).

Im European Cities Monitor 2011 von Cushman & Wakefield gehört Lyon mit Rang 19 zu den 20 besten europäischen Städten hinsichtlich der Unternehmensansiedlungen. Die Platzierung erfolgte aufgrund folgender Unterplatzierungen: Einfacher Marktzugang (17), Verfügbarkeit qualifizierter Arbeitskräfte (22), Qualität der Telekommunikationsmöglichkeiten (21), externe Verkehrsanbindung (19), Personalkosten (20), inländischer Transport (15), Lebensqualität der Belegschaft (18), Freiheit von Umweltverschmutzung (15). Die gute Lebensqualität attestiert auch das Beratungsunternehmen Mercer in seinem Quality of Living Worldwide Ranking 2012 auf weltweiter Ebene, in dem Lyon Rang 39 belegt.

Der Tech Cluster zeichnet sich durch eine hervorragende Infrastruktur aus: Sowohl Lyon als auch Grenoble sind über internationale Flughäfen aus dem In- und Ausland gut zu erreichen. Der Aéroport Lyon Saint Exupéry (englisch: Saint-Exupéry International Airport) liegt etwa 25 Kilometer östlich vom Stadtkern Lyons entfernt und gehört mit knapp 8,5 Millionen Passagieren (2011, täglich bis zu 34.000 Fluggäste), 59 Fluglinien und Direktflügen zu 115 Zielen zu den vier höchstfrequentierten Flughäfen Frankreichs. Erreichbar ist der Flughafen von Lyon und Grenoble sowohl mit dem Rhônexpress, dem Hochgeschwindigkeitszug TGV und verschiedenen Buslinien. Der Aéroport de Grenoble-Isère (Grenoble-Isère Airport) liegt etwa 40 Kilometer nordwestlich von Grenoble und wird hauptsächlich von Charterfluggesellschaften angeflogen. Neben den beiden Flughäfen für zivilen planmäßigen Luftverkehr gibt es außerdem zehn Kilometer östlich von Lyon den kleinen Aéroport de Lyon-Bron (Lyon-Bron Airport), der u.a. von Business- und Privatjets angeflogen wird.

Der öffentliche Nah- und Fernverkehr ist in beiden Städten durch gut ausgebaute Straßen- und U-Bahnnetze und die Anbindung an den Hochgeschwindigkeitszug TGV (Gare de Grenoble, Gare de Lyon-Part-Dieu) gewährleistet. Außerdem gibt es in Grenoble und Lyon eine Vielzahl von Autobahnanbindungen:

  • Grenoble: A48 nach Lyon, A49 Richtung Rhône-Tal über Valence, A41 Richtung Chambéry, Alpen und Italien
  • Lyon: A6 nach Paris, A7 nach Marseille, A42 nach Genf, A43 nach Grenoble

Die Region Rhônes-Alpes ist hinter der Region Île-de-France der zweitgrößte Wirtschaftsraum Frankreichs. 2011 erwirtschaftete die Region mit etwa 193 Milliarden Euro fast zehn Prozent des Bruttoinlandproduktes Frankreichs. Auch im Außenhandel nimmt die Region eine wichtige Rolle ein: Rund elf Prozent (knapp 48 Milliarden Euro 2011) der Exporte Frankreichs stammen aus der Region, 9,5 Prozent der nationalen Einfuhren (knapp 47,5 Milliarden Euro) gehen in die Region. Etwa die Hälfte des Außenhandels kommt mit den Mitgliedern der Europäischen Union zustande; wichtigste Handelspartner sind die Nachbarländer Deutschland, Belgien, Spanien und Italien.

2012 war Rhône-Alpes mit 118 erfolgreich eingeworbenen Investitionen einer der attraktivsten Standorte des Landes für Finanzdirektinvestitionen; die Hauptinvestoren stammen dabei aus Deutschland, den Vereinigten Staaten, der Schweiz, Kanada, Japan und Italien. Insgesamt sind in der Region über 4.600 ausländische Unternehmen mit 215.000 Arbeitsplätzen tätig. Seit 2004 konnten durch ausländische Direktinvestitionen mehr als 32.500 neue Jobs entstehen.

Der Cluster besitzt eine hohe Innovationskraft: Im Innovation Cities Top 100 Index 2011 platziert sich Lyon global auf Platz 8, im europäischen Vergleich als zweitbeste französische Stadt auf dem fünften Platz. Der Cluster profitiert von seiner Lage in einer dynamischen und innovativen Region, die durch eine gute Forschungspolitik unterstützt wird. Rhône-Alpes erreicht in der Europäischen Union den fünften Platz hinsichtlich der Ausgaben für Forschung und Entwicklung (F&E) und ist die neuntplatzierte Region im Bereich der Patentanmeldungen privater und öffentlicher Akteure. 16 Prozent der französischen Patente stammen aus der Region, darüber hinaus hat die Region über 650 öffentliche Forschungslabore und 28.000 fest angestellte Forscher (Stand 2010).

Für private Forschungseinrichtungen bzw. Unternehmensausgaben in F&E gibt die französische Regierung einen Anreiz durch eine Steuergutschrift auf Forschungsausgaben ("Crédit d'impôt recherche", CIR): Für F&E-Ausgaben bis zu einer Höhe von 100 Millionen Euro kann eine Steuergutschrift von 30 Prozent geltend gemacht werden, bei höheren Ausgaben fünf Prozent. Für kleinere und mittlere Unternehmen (KMUs) wurde der Betrag ab 2013 auch auf Innovationsausgaben ausgeweitet; bis zu dem Höchstbetrag von 400.000 Euro kann eine Steuergutschrift von 20 Prozent geltend gemacht werden.

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Thematische Stärkefelder

Lyon/Grenoble ist ein Hochtechnologiecluster mit Stärken in fünf Exzellenzfeldern: Mikro- und Nanotechnologien, Lebenswissenschaften und Biotechnologie, „grüne“ Chemie, Umwelttechnologie sowie neue Energietechnologien.

Mikro- und Nanotechnologien:

Für Forschung und Entwicklung im Bereich der Mikro- und Nanotechnologien ist der Cluster, insbesondere die Stadt Grenoble, ein wichtiges Zentrum. Eng verbunden ist dieses Stärkefeld mit Disziplinen der Informations- und Kommunikationstechnologien, u.a. im Bereich der Mikroelektronik und der Softwareentwicklung, und auch der Lebenswissenschaften. In diesem Stärkefeld arbeiten fast 30.000 Spezialisten; Kooperationen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft werden gefördert. Zu den bedeutendsten Firmen in Grenoble zählen Schneider Electric, STMicroelectronics, NXP Semiconductors (Philips), Freescale, CapGemini, France Telecom, Bull, Soitec, Atmel, Trixell, Sofradir, Sofileta, Ulis, Silicomp, und Teamlog. Mit der European Synchrotron Radiation Facility (ESRF), einer multinationalen Großforschungseinrichtung, verfügt Grenoble über das größte Synchrotron in Europa und das drittgrößte weltweit.

Den Grundstein für die rasche Entwicklung des Sektors legten das Kommissariat für Kernenergie (Commissariat à l’énergie atomique et aux énergies alternatives, CEA) und das Grenoble Institute of Technology mit der Eröffnung des Innovationscampus Minatec. In dem 20 Hektar großen Exzellenzzentrum arbeiten 2.400 Forscher, 1.200 Studenten werden ausgebildet und 600 Experten sind für den Technologietransfer zuständig. Das jährliche Budget beläuft sich auf 300 Millionen Euro und die Einrichtung gehört zu den führenden F&E-Institutionen Europas im Bereich der Mikro- und Nanotechnologien. Auch der internationale Wettbewerbspol Minalogic wurde in Grenoble angesiedelt, der in hohem Maße Akteure aus Wissenschaft und Wirtschaft miteinander vernetzt. (Mehr unter 4. Akteure und Netzwerke)

Zu weiteren führenden öffentlichen Forschungseinrichtungen zählen das Laboratoire d'Electronique des Technologies de l'Information des Kommissariats für Kernenergie (CEA-Leti, eines der größten Institute für anwendungsorientierte Forschung in Mikroelektronik und Nanotechnologie), das Institut National de Recherche en Informatique et en Automatique (Inria, Forschung fokussiert auf Informatik, Kontrolltheorie und angewandte Mathematik), das Centre National de la Recherche Scientifique Grenoble (CNRS, unterteilt in acht weitere Forschungseinrichtungen, u.a. für Kern- und Teilchenphysik, Lebenswissenschaften und Informationstechnik) und Verimag (führendes Zentrum für eingebettete Systeme).

Lebenswissenschaften und Biotechnologie

Die Bereiche Life Science und Biotechnologie sind im Cluster interdisziplinär ausgerichtet und zeichnen sich durch Kooperationen mit Akteuren aus Medizin, IKT, Nanotechnologie und Physik aus. In der Region Rhône-Alpes konzentrieren sich 17 Prozent der nationalen Gesundheitsindustrie, fast 90 Prozent (rund 30.000 Arbeitsplätze) davon im Cluster. 23 Prozent der privaten Forschung und Entwicklung in Frankreich finden in Lyon und Grenoble statt.  

In der Pharmabranche sind vier der größten Unternehmen Frankreichs im Cluster ansässig: Sanofi Pasteur, Merial, bioMérieux und Genzyme. Mit Merial, Vetoquinol und Pfizer sind drei der größten Global Player der Branche vertreten. Zu weiteren wichtigen Akteuren zählen außerdem Roche, Merck, Becton and Dickinson und Bayer CropScience.

Der bedeutendste Forschungsverbund ist der Wettbewerbspol Lyonbiopole, mit 20 Forschungseinrichtungen. (Mehr dazu unter 4. Akteure und Netzwerke)

Weitere bedeutende Einrichtungen sind u.a.:

In Grenoble (mit Forschungsschwerpunkten):

In Lyon (mit Forschungsschwerpunkten):

"Grüne" Chemie, Umwelt- und neue Energietechnologien

Der Cluster gehört in diesem Stärkefeld zu den führenden Standorten in Frankreich und Europa. Grenoble ist in vier Themengebieten besonders stark aufgestellt: Wasserstoff- und Brennstoffzellen, Photovoltaik und ihre Wohnnutzung, Mikro-Energiequellen für mobile Geräte und Smart Grids (intelligente Stromnetze). Lyon deckt weitere Forschungs- und Industriefelder ab: Nachhaltige Chemieindustrie, Transportbranche, Gebäude, Solarenergie sowie Clean Technologies (Wasser, Luft und Boden).

Aufgrund der Konzentration von F&E-Zentren und Industriepartner im Bereich der neuen und nachhaltigen Energietechnologien ist die Region Rhônes-Alpes in Frankreich führend. Ein Viertel der Unternehmen, die in dieser Branche spezialisiert sind, sind im Cluster ansässig, ebenso wie über 2.500 Menschen in der Forschung tätig sind. Die regionale Chemieindustrie hat einen jährlichen Umsatz von etwa 12,3 Millionen Euro und ist mit 48.000 Arbeitsplätzen und 3.000 Spezialisten in F&E national führend. Zu den wichtigsten Unternehmen zählen hier: Schneider Electric, STMIcroelectronics, Photowatt, Air Liquide, Gaz et Electricité de Grenoble, Solarforce, Philips, Toshiba, Volvo und Michelin.

Wichtige Forschungseinrichtungen des Clusters in diesem Stärkefeld sind: Laboratoire d’Innovation pour les Technologies des Energies Nouvelles et les nanomatériaux, Grenoble Génie Electrique (G2E Lab), Scientifique et Technique du Bâtiment (CSTB) und Institut Carnot Energie du Futur.

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Akteure und Netzwerke

Zu den wichtigsten Akteuren im Clustergebiet zählen die nationalen und internationalen Wettbewerbspole (Pôles de Compétitivité). Diese thematisch und regional ausgerichteten Netzwerke verbinden die Akteure entlang der Wertschöpfungskette und werden im Rahmen des gleichnamigen Programms staatlich gefördert. Ziel ist die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der französischen Wirtschaft in den führenden Wirtschaftszweigen durch die Steigerung des Innovationspotentials, vornehmlich der industriellen Aktivitäten mit technologischer Ausrichtung, sowie die Erhöhung der Attraktivität Frankreichs durch eine verstärkte internationale Sichtbarkeit. Im Cluster wurden sieben solcher Pôles etabliert, zwei davon (Lyonbiopôle und Minalogic) fallen unter die „höchste“ Kategorie der international etablierten Cluster („Pôles mondiaux“), einer (Axelera) ist als Pôle mit „globaler Ambition“ oder globaler Ausrichtung („Pôle á vocation mondiale“) eingestuft, alle weiteren sind Cluster mit primär nationaler Ausrichtung („Pôles nationaux“).

Die ab 2004 etablierten Wettbewerbspole wurden nach Ablauf der ersten bzw. zweiten Förderphase (2008 bzw. 2012) evaluiert. Generell wurde den Pôles attestiert, die gesteckten Ziele (u.a. Struktur-Projekte in Form von Innovationsplattformen und Mobilisierung privater Finanzmittel) erfüllt zu haben. Für die dritte Förderphase wurde ausgehend von den Empfehlungen der 2012 durchgeführten Evaluation eine Nachjustierung vorgenommen: Ab 2013 sollen Wirtschaftsabläufe und Beschäftigung in den Fokus rücken, um die Re-Industrialisierung Frankreichs voranzutreiben. Besonders KMUs sollen in folgenden Hauptbereichen begleitet werden: Zugang zu finanziellen Mitteln (Investitionen), Internationalisierung, Zugang zu Kompetenzen und Beratung. Die Pôles in der Region Rhône-Alpes konnten ihr Potenzial in den vergangenen Phasen bislang ausschöpfen, für die dritte Phase haben sie eine gute Ausgangsposition: Bei der Mittelvergabe des nationalen Programms „Zukunftsinvestitionen“ stammen über die Hälfte der finanzierten Projekte aus der Region.

Lyonbiopôle (Kategorie „international etabliert“)

Das Kompetenzzentrum für Biotechnologie und Medizintechnik wurde 2005 gegründet und ist spezialisiert auf Infektionskrankheiten und Krebsarten von Mensch und Tier sowie Impfstoffe und Diagnostik. Es wurde konzipiert als Schnittstelle zwischen dem öffentlichen und privaten Sektor und hilft bei der Entwicklung, Finanzierung und Durchführung nationaler und internationaler F&E-Projekte. 2009 wurde das Infectious Diseases Center of Lyonbiopole eröffnet, das als technologische Plattform Akteure aus Wirtschaft und Wissenschaft miteinander vernetzen soll.

Unter den Mitgliedern des Exzellenzzentrums befinden sich Global Player wie Sanofi Pasteur, BioMérieux, Merial und Genzyme. Desweiteren arbeitet Lyionbiopôle mit drei Forschungskrankenhäusern und 20 Forschungszentren zusammen. (Eine Übersicht der wichtigsten Akteure befindet sich auf der Internetseite.)

Minalogic (Kategorie „international etabliert“)

Der Pôle mondial (Grenoble) wurde im Oktober 2012 von der European Cluster Excellence Initiative (ECEI) mit dem Gold LabelCluster Organisation Management Excellence“ ausgezeichnet und ist wichtiger Akteur im Bereich der Nano- und Mikrotechnologien (Hardware, CAD Tools und Bibliotheken, Packaging Technologies, Solid-State electronic components) sowie Embedded Systems bzw. Systems on a Chip (EmSoC; Modellierung, Simulation und Validierung, Softwareinstrumente und –anwendungen für On-Chip Multiprocessor Platforms und Embedded Systems, Multiprocessor Platforms).

Minalogic hat 220 Mitglieder, darunter 174 Unternehmen (83 Prozent KMUs), Forschungszentren und –universitäten, lokale Regierungsakteure, Wirtschaftsorganisationen und private Investoren. Seit der Gründung wurden über 200 Projekte finanziert (bei einem Fördervolumen von 667 Millionen Euro und einem F&E-Gesamtbudget von 1,7 Milliarden Euro).

Axelera (Kategorie „mit globaler Ausrichtung“)

Das Ziel von Axelera ist es, wirtschaftliche und wissenschaftliche Akteure zu vernetzen und die Bereiche Chemie und Umwelt zu verbinden. Das Netzwerk hat 240 Mitglieder, darunter knapp zwei Drittel aus der Wirtschaft, und leitet F&E-Projekte (Volumen: 500 Millionen Euro) und Infrastrukturprojekte (150 Millionen Euro). Themengebiete sind: Öko-Effizienz von Herstellungsprozessen, Erhaltung und Wiederherstellung der natürlichen und urbanen Räume (Wasser- und Sedimentbehandlung, Bodenbehandlung), nachhaltige Gebäude, Bioressourcen, Müllbeseitigung/Recyclingprozesse, Transport und erneuerbare Energiequellen. Aktuell besteht eine Kooperation zum Chemie-Cluster Bayern.

Pôles der Kategorie „national“:

  • Imaginova: Der Wettbewerbspol unterstützt die nationale Branche für Computerspiele (u.a. durch Kooperation mit Electronic Arts), Kinoproduktionen, audiovisuelle und multimediale Produktionen. Forschungsbereiche sind Interaktion zwischen Mensch und Maschine, Software, Hardware, Werkzeuge und Prozesse zur Kommerzialisierung, Indexierung und Archivierung, Digitalisierung, Simulationen, Activity Tracking und Benutzerevaluierungen in Zusammenarbeit mit verschiedenen Forschungszentren und Ausbildungsstätten.
  • Lyon Urban Truck & Bus: Der Schwerpunkt liegt auf Massentransportsystemen für Personen und Güter in einem städtischen Umfeld. Das Bedürfnis nach Mobilität soll mithilfe ökologischer, gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Lösungsansätze umgesetzt werden. Die Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen alternative Kraftstoffe und Hybridmotoren, Sicherheit und Vermeidung von Unfällen, Verbesserung von Systemleistung und Komfort, Überwachung und Regulierung des Personen- und Güterverkehrs, sowie Dynamik von Passagieren und Fracht.
  • Techtera: Das Netzwerk ist im Bereich der technischen Textilien tätig. Seine Mitglieder sind Industrieunternehmen (etwa 80 Prozent) sowie Forschungs- und Bildungseinrichtungen. Technologieschwerpunkte liegen in Rohstoffen und in der Entwicklung neuer Fasern, multifunktionaler Produkte sowie von Funktionen, die Nischenmärkten gerecht werden sollen. Dazu sollen Kompetenzen unterschiedlicher Technologiesektoren wie Mikroelektronik, Biologie und Kunststofffaserindustrie vernetzt werden.
  • Tenerrdis: Der Energie-Cluster besteht zu 50 Prozent aus KMUs. Seit der Gründung wurden Kooperationsprojekte mit einem Investitionsvolumen von 15 Milliarden Euro durchgeführt. Schwerpunkte sind: Wasserstoff- und Brennstoffzellen, Biomasse, Smart Grids und Energiespeicherung, Hydroenergie, Solarenergie und energieeffiziente Gebäude.

Weitere wichtige Akteure und (internationale) Netzwerke:

  • FINOVI Foundation: Unterstützt Forschung im Bereich von Infektionskrankheiten (u.a. Hepatitis, Erkrankungen der Atemwege, nosokomiale Infektionen)
  • Synergie Lyon Cancer: Fördert innovative Grundlagenforschung, Entwicklung neuer therapeutischer und diagnostischer Produkte und klinische Forschung zum Thema Tumoren, zelluläre Immunabwehr und Mechanismen
  • METIS: Technologieplattform zur Diffusion der Mikro- und Nanotechnologien in traditionelle Industrien
  • Pôle de Recherche NanoBio (Innovationsfeld Nano- und Biotechnologie)
  • Rhône-Alpes Genopôle (Innovationsfeld Bio- und Gentechnologie)
  • Cancéropôle Lyon Auvergne Rhône-Alpes (CLARA, Innovationsfeld Medizin)

Die Region ist in europäischen Netzwerken vertreten:

  • Silicon Europe: Minalogic bildet gemeinsam mit Silicon Saxony (Dresden), Point.One (Eindhoven, Niederlande), DSP Valley (Leuven, Belgien), Wirtschaftsakteuren (Philips, NXP, Globalfoundries, u.a.) und Forschungsakteuren (CEA Leti, Fraunhofer, u.a.) den transnationalen Forschungscluster Silicon Europe. Die Intensivierung der Zusammenarbeit regionaler Kompetenzcluster soll zum Wirtschaftswachstum der EU beitragen. Ziele sind beispielsweise die Förderung und Markteinführung von Mikro- und Nanoelektronik, die Sicherung des europäischen Know-hows für Europa und die Öffnung neuer Märkte.
  • Instruct: Der Cluster ist über dieses Forschungsnetzwerk mit Akteuren aus der Tschechischen Republik, Deutschland (Instruct Centre - Germany 1 am Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried und Instruct Centre - Germany 2 bestehend aus dem Institut für Biophysikalische Chemie an der Goethe-Universität-Frankfurt und Max-Planck-Institut für Biophysik in Frankfurt), Israel, Italien, den Niederlanden, Portugal und dem Vereinigten Königreich verbunden. Der Forschungsschwerpunkt des Netzwerks liegt in der integrierten Strukturbiologie. Vier Akteure aus Grenoble bilden das Instruct Centre - France 2: European Molecular Biology Laboratory - Grenoble (EMBL-Grenoble), European Synchrotron Radiation Facility (ESRF), Institut Laue Langevin (ILL, das darüber hinaus Mitglied im EIROforum ist) und Institut de Biologie Structurale (IBS).
  • Vier Motoren für Europa: Die Region Rhônes-Alpes ist Gründungsmitglied dieser multilateralen Arbeitsgemeinschaft, die die regionalen Wirtschaften stärken und ihren politischen Einfluss innerhalb der EU stärken soll. Gemeinsam mit Baden-Württemberg, der Autonomie Katalonien und der Lombardei bildet die Region die vier Motoren für Europa.

Im Cluster sind folgende Wirtschaftsfördereinrichtungen ansässig: Isère France, L'Agence d’Étude et de Promotion de l’Isère (AEPI), beide für Grenoble) und Lyon Area Economic Development Agency (ADERLY, für Lyon).

Deutschland unterhält in Lyon eine konsularische Vertretung.

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Bildung, Qualifikation und Fachkräfte

Nach der Île-de-France weist die Region Rhône-Alpes die höchste Konzentration von höheren Bildungseinrichtungen und Forschungszentren, in denen auch Studenten ausgebildet werden, auf. Allein in Lyon sind mit über 160.000 Studenten (Stand 2010) über zehn Prozent der Studierenden Frankreichs eingeschrieben. In der gesamten Region gibt es 240.000 Studenten, 185.000 davon sind an einer Universität oder einer der 26 Elitehochschulen des Landes ("Grandes Écoles", 16 in Lyon, zehn in Grenoble) eingeschrieben.

Im Cluster gibt es sechs Universitäten (mit Schwerpunkten):

Das Innovationspotenzial der verschiedenen Stärkefelder spiegelt sich in der regionalen Verfügbarkeit gut ausgebildeter Fachkräfte wider. Im Chemie- und Umweltsektor arbeiten 48.000 Fachkräfte und 3.000 Forscher, alleine in der Energiebranche arbeiten 2.500 fest angestellte Forscher. Der Gesundheitssektor und die Life Sciences stellen 50.000 Arbeitsplätze und 6.500 Forschungsstellen, im Bereich Mikro- und Nanotechnologie sind in den über 50 Forschungszentren mehr als 2.000 Spezialisten tätig und knapp 50.000 Fachkräfte.

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Entwicklungsdynamik

Für die zweite Phase der Wettbewerbspole von 2009-2012 wurden von Seiten der französischen Regierung 1,5 Milliarden Euro für verschiedene Forschungs- und Entwicklungsfonds bewilligt. Die Region Rhône-Alpes erhielt 22 Prozent der bereitgestellten Gelder. Aus den Evaluationsergebnissen dieser Phase lässt sich erkennen, dass sich positive Ergebnisse eingestellt haben; viele Unternehmen berichteten von einem Zuwachs von Investitionen im Bereich F&E.

Mit dem Jahr 2013 beginnt die dritte Förderphase der Pôle de Competitivité: Mithilfe der Regierungsstrategie soll ein wichtiger Schritt zur Re-Industrialisierung Frankreichs gemacht werden. Die in Forschungsprojekten entstandenen Innovationen und Technologien sollen mithilfe regionaler Entwicklungsstrategien und der Regierung für bestimmte Zielmärkte erschlossen werden, ebenso sollen Technologie- und Wissenstransfer verstärkt werden. Darüber hinaus soll das Bildungsangebot ausgebaut werden.  

Bei der Mittelvergabe des nationalen Programms "Zukunftsinvestitionen" konnte die Region Rhône-Alpes überdurchschnittlich abschneiden: Von den 72 bewilligten nationalen Projekten stammen 37 aus der Region. Die Regierung Rhône-Alpes wird die Projekte mit zusätzlichen 3,8 Millionen Euro unterstützen. Die Qualität und das Innovationspotenzial der F&E-Projekte sprechen dafür, dass sich der Cluster weiterhin dynamisch entwickeln wird.

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