StartseiteLänderHightech-RegionenTel Aviv / Jerusalem / Haifa Life Sciences Cluster

Kurzprofil

Der Life Sciences Cluster im Dreieck Tel Aviv/Haifa/Jerusalem hat sich um die vier wichtigsten Universitäten und Forschungsinstitute (Weizmann Institut in Rehovot nahe Tel Aviv, Universität Jerusalem, Universität Tel Aviv und Technion-Israel Technologieinstitut in Haifa) entwickelt. Die übergroße Mehrheit der über 1.000 Life Sciences Unternehmen Israels (darunter auch internationale Unternehmen wie GE Healthcare und Philips Medical) ist in dieser Clusterregion angesiedelt. Thematische Schwerpunkte sind Diagnostik, Bio-Pharmazeutika, Stammzelltherapie, Nano-Medizin/Molekulare Biologie. Die Forschung an den Universitäten wird verstärkt unter dem Aspekt der "Kapitalisierung von Wissen" entwickelt. Ein Erfolgsfaktor liegt in Unternehmensgründungen durch universitäre Spin-Offs. Ein weiterer Faktor sind Patente und deren Kommerzialisierung: Die Hebrew University of Jerusalem (HUJ) nimmt weltweit einen Spitzenplatz bezüglich der Anzahl biotechnologischer Patente ein. Die hinter den Patenten stehenden Produkte generieren jährliche Einnahmen in Höhe von ca. 2 Mrd. USD (2012).

Internationale Anziehungskraft

Die Region Tel Aviv/Haifa/Jerusalem gehört zu den weltweit führenden Life Sciences-Clustern. Sie bietet steuerliche Anreize für technologiebasierte Unternehmen, die sich dafür entscheiden, in der Region aktiv zu werden. Hinzu kommt, dass Jerusalem innerhalb Israels den Entwicklungsstatus A besitzt. Hierdurch können technologiebasierte Unternehmen und Investoren die besten Zuschüsse und Steueranreize, die in Israel angeboten werden, erhalten. Der Cluster ist Standort wichtiger Messen mit internationaler Ausrichtung: Die IATI-BioMed wird jährlich in Tel Aviv organisiert. Bei der "Annual Life Sciences Conference BioMed Israel" im Jahr 2013 stand z.B. das Thema "Innovation" im Fokus, und es wurden Innovationsinstrumente behandelt wie "Crowd Wisdom" oder "The Multidisciplinary Path Toward Commercialization". Jeweils etwa 6.000 Teilnehmer aus Wissenschaft, Life Sciences Unternehmen und Finanzwelt aus diversen Ländern nahmen 2013 an der BioMed teil. 2014 wird sie erstmals mit der High-Tech Conference sowie der Israel Innovation Week verbunden ("Israel Innovation Conference"). Weiterhin führt Life Sciences Israel seit dem Jahr 2011 im zwei-jährlichen Rhythmus internationale "Partnering Events" in Tel Aviv durch.

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Thematische Stärkefelder

Im Life Sciences Cluster dominieren nach Angaben des israelischen Ministry of Industry, Trade & Labor (2012) die Kompetenzfelder medizintechnische Produkte (57% der ca. 1000 Unternehmen) und Biotechnologie (ca. 18%), gefolgt von Pharmazeutika ( 11%), Informations- und Kommunikationstechnologien im Bereich Gesundheit (ca. 8%) sowie Agrar-Biotechnologie (ca. 2%).

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Akteure und Netzwerke

Es sind vor allem folgende Organisationen, die die Clusterentwicklung unterstützen:

BioJerusalem dient als Netzknoten für alle im Bereich Life Sciences beteiligten Akteure und Interessenten. Sie ist eine Initiative der Jerusalem Development Authority und wurde mit dem Ziel gegründet, die erfolgreiche Entwicklung des Life Sciences Sektors in und um Jerusalem zu unterstützen. Sie verfügt über eine frei zugängliche Datenbank mit Informationen u.a. zu den Life Sciences Unternehmen, Universitäten, Colleges, Krankenhäusern, Technologietransferunternehmen und Laboren sowie Informationen zu Regierungs- und lokalen Autoritäten. Zu den zentralen Aufgaben von BioJerusalem gehören u.a. die Förderung von Unternehmensgründungen, deren Unterstützung während der Start-Up-Phase und der Weiterentwicklungs- und Wachstumsphase, die Gewinnung von Investitionen, die Mitverantwortung bei der Einführung neuer Dienstleistungen und Infrastruktur und die Förderung der nationalen und internationalen Netzwerkentwicklung.

Kern des Clusters ist die Hebrew University of Jerusalem. Insgesamt vier Fakultäten sind im Bereich Life Sciences aktiv: Faculty of Agricultural, Food and the Environmental Quality Sciences, Faculty of Dental Medicine, Faculty of Medicine und Faculty of Science. In diesen Fakultäten finden sich über 20 Institute, die sich spezialisierten Forschungsfeldern widmen.

Weitere wichtige Akteure sind der Jerusalem Bio Park (JBP) und der Inkubator Bioline Innovations Jerusalem (BIJ). Ersterer ist der erste auf medizinische Forschung orientierte Technologiepark in Israel. In unmittelbarer räumlicher Nähe zum medizinischen Institut der Hebrew University und zum Hadassah University Hospital gelegen, bietet er biomedizinischen Unternehmen exzellenten Infrastrukturzugang. BIJ stehen Fördermittel zur Verfügung, die ausschließlich für die Erforschung und Durchführung vorklinischer Tests und biotechnologischer Verbindungen eingesetzt werden. BIJ ist im Besitz des Biopharmaka-Konzerns BioLineRx.

Das Northern Israel Life Sciences and Biotechnology Network ist eine auf Initiative des S. Neaman Institute 2005 entstandene Kooperation zwischen Biotechnologieunternehmen und akademischen Forschern. In diesem sind zahlreiche Unternehmen, staatliche und private Inkubatoren, akademische Forscher und Forschungsinstitute der Region vertreten. Folgende Akteure finden sich in der Initiative:

  • Das Rappaport Family Institute for Research in the Medical Science ist ein unabhängiges Forschungsinstitut für biomedizinische Wissenschaft, das am Technion Israel Institute of Technology angesiedelt ist. Das Institut zielt auf die Förderung von Exzellenz in der biomedizinischen Forschung ab.
  • Die Haifa Economic Corporation wurde von der Stadtverwaltung Haifa gegründet, um die Entwicklung der Stadt zu fördern. Sie vollzieht ihre Aktivität als unabhängiges Unternehmen und konzentriert sich dabei auf Projekte zur Umweltentwicklung, Stadtinfrastruktur und Unternehmensattraktivität.
  • Das Technion-Israel Institute ist das größte Zentrum angewandter Forschung in Israel. Es beherbergt neben der Technion R&D Foundation das einzige Alfred Mann Forschungszentrum außerhalb der USA.
  • Das Samuel Neaman Institute for Advanced Studies in Science and Technology ist ein unabhängiges privat-öffentliches Institut, das gegründet worden ist, um nationale Herausforderungen in den Bereichen Wissenschaft und Technologie, Bildung, Wirtschaft und Industrie sowie soziale Entwicklung anzugehen. Besondere Bedeutung kommt neben den Netzwerken den Universitäten und Forschungseinrichtungen sowie ihren Transfereinrichtungen zu.
  • Das Weizmann Institute of Science gilt als Vorreiter der biotechnologischen Forschung und Entwicklung in Israel. Dem Erfolg des Instituts ist es zur verdanken, dass sich der benachbarte Kiryat Weizmann Wissenschaftspark zum nationalen Zentrum der Biotechnologieindustrie entwickelt hat. Die größten nationalen Unternehmen haben sich in diesem Park angesiedelt. Aber auch dutzende kleinerer Unternehmen, die pharmazeutische Mittel auf der Grundlage von Forschungsergebnissen des wissenschaftlichen Instituts entwickeln und produzieren, sind im Park zu finden. Moderne Impfstoffe, Nano-Substanzen und elektronisch-optische Elemente für Forschungswerkzeuge sind nur einige der dort erforschten Innovationen.
  • Das Weizmann Institut hat mit Yeda Research eine eigene Einrichtung zum Wissens- und Technologietransfer gegründet. Die Yeda Research and Development Company Ltd. hat zur Aufgabe, weltweit die Verwertung der Forschungsergebnisse des Weizmann Instituts einzuleiten und zu fördern. Über 20 Spin-Offs werden auf der Internetseite von Yeda Research aufgelistet.
  • Die University of Jerusalem hat ebenfalls größere Ressourcen im Bereich Life Sciences investiert. Das 1964 gegründete Yissum Technology Transfer ist die Transfereinrichtung der Universität Jerusalem. Das Transferunternehmen hat seit Gründung im Jahr 1967 mehr als 530 Technologielizenzen vergeben. Yissum ist für die Kommerzialisierung von Produkten zuständig, die jedes Jahr Verkaufseinnahmen von ca. 1 Mrd. USD einbringen. Mehr als 70 Spin-Offs (u.a. Mobileye, Keryx, Nasvax und Novagali) entstanden im Yissum. Zu den Kernaufgaben gehört die Unterstützung von lokalen und internationalen Unternehmen, die die Forschungsergebnisse bis zur Marktreife weiterentwickeln. Neben Yeda zählt Yissum zu den erfolgreichsten universitären Technologietransfereinrichtungen der Welt.
  • Das technologische Institut in Haifa (Technion) gehört ebenso zu den führenden nationalen Forschungseinrichtungen der Biotechnologie und des Technologietransfers. Das Technion Technology Transfer ist die Transferstelle der Forschungseinrichtung.
  • Ramot ist die Transfereinrichtung der Universität Tel Aviv mit ihren Instituten für Mikrobiologie und Biotechnologie. Das Transferstelle verwaltet und leitet alle Aktivitäten des Schutzes und der Kommerzialisierung von Erfindungen der Universität.
  • Auch die Hadassah Medical Organization (HMO) hat eine eigene Technologietransferstelle (Hadasit) gegründet. Durch Hadasit sind eine Vielzahl von Start-Up Unternehmen gegründet worden, von denen neun innerhalb der Hadasit Bio-Holding börsennotiert sind. Viel versprechende Innovationen wurden in den letzten Jahren im Bereich der Krebsbekämpfung und Behandlung von Schlaganfällen entwickelt.

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Bildung, Qualifikation und Fachkräfte

Zu den herausragenden Stärken gehört der sehr gute Ausbildungstand der Arbeitskräfte. Ca. 1.800 Absolventen im Bereich Life Sciences verlassen jährlich die akademischen Institutionen. Zudem findet man in diesem Cluster die höchste Anzahl an Life-Sciences-Doktoranden in ganz Israel.

2007 wurde die israelische BioAbroad als Non-Profit-Organisation geschaffen, die nach eigenen Angaben zum größten Netzwerk israelischer Wissenschaftler und Manager im Ausland avanciert ist. BioAbroad hat sich zum Ziel gesetzt, die israelischen Wissenschaftler im Ausland zu vernetzen, um sie für eine Beschäftigung durch israelische Unternehmen und Forschungsinstitutionen erreichbar zu machen. Im Zeitraum von 2007 bis 2013 haben sich ca. 1.100 Mitglieder BioAbroad angeschlossen. Die meisten Wissenschaftler bei BioAbroad befinden sich in den USA.

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Entwicklungsdynamik

Die Life Sciences Wirtschaft ist das am stärksten wachsende Segment der Region. Seine Dynamik verdeutlichen folgende Zahlen: Vor 1996 waren ca. 180 Life Sciences-Unternehmen im Clusterdreieck Tel-Aviv-Haifa-Jerusalem angesiedelt. 2013 sind es bereits um die 1.000 Unternehmen, und im Schnitt kommen jährlich ca. 40 neue Unternehmen hinzu. Diese Dynamik hat in den letzten fünf Jahren stark zugenommen. In dieser Zeit sind ca. 40% aller derzeitigen Life-Sciences-Unternehmen gegründet worden. Es wird davon ausgegangen, dass ca. ein Drittel von ihnen bereits Einnahmen generieren, wobei auch Blockbuster-Medikamente zum Erfolg des Clusters beigetragen haben. Darunter befinden sich Medikamente wie Copaxone und Rebif, mit denen jährlich Umsätze von ca. 5 Mrd. USD erwirtschaftet werden. Israel insgesamt hat weltweit eine der höchsten Raten bei Unternehmensgründungen (BDO 2013).

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