Kurzprofil

Die im Nordwesten der ostchinesischen Provinz Jiangsu gelegene Stadt Xuzhou ist Heimat von über 9 Mio. Einwohnern und verfügt über ein Verwaltungsgebiet von etwa 11.250 km², das sich auf Kreisebene auf aus fünf Stadtbezirken, drei Kreisen und zwei kreisfreien Städten zusammensetzt. Lange galt Xuzhou, das auf eine mehr als 5000-jährige Geschichte zurückblickt, als Durchfahrtsstraße zu den benachbarten Provinzen Shandong, Henan, Shanxi, Hebei sowie Anhui und lediglich als Kohlestandort wirtschaftlich relevant.

Seit Beginn der Neunziger Jahre vollzog Xuzhou eine beeindruckende wirtschaftliche Entwicklung: hinsichtlich des jährlichen Wirtschaftswachstums liegt es seit mehreren Jahren auf Rang eins aller Städte in der Provinz Jiangsu.

Im Cluster sind eine ganze Reihe verschiedener Forschungs- und Industrieparks gelegen, die zur Förderung der regionalen Wirtschaft mit Fokus auf die vorhandenen Stärkefelder errichtet wurden.

Die wichtigste Entwicklungszone, die 1992 errichtete Xuzhou Economic and Technological  Development Zone (XETDZ), wurde 2010 von der chinesischen Regierung zur "National-level development zone" erhoben. Zu den prominenten Industriefeldern zählen der Maschinenbau, (Neue) Energie und Lebensmittelerzeugung, darüber hinaus wird der Bereich Umwelttechnologien stark gefördert.

Internationale Anziehungskraft

  • Das China Institute of City Competitiveness sah Xuzhou im RankingThe 12th list of Chinese Cities in Growth and Competitiveness” auf Platz 30 von 296 untersuchten Städten.
  • Hinsichtlich der Attraktivität wurde Xuzhou 2013 in einem Ranking vom China Institute of City Competitiveness in Hong Kong als siebtschönste Stadt in China gelistet.
  • Im Ranking “The Safest Chinese Cities of 2013” belegte Xuzhou sogar Rang 6 (2010 noch Platz 26).
  • Im Bericht „CHAMPS – China’s fastest-growing cities“ der Economist Intelligence Unit von 2010 belegte Xuzhou den fünfzehnten Platz.
  • Im Dezember 2013 wurde Xuzhou zum vierten Mal der Titel „National Advanced City of Science and Technology Progress“ vom chinesischen Ministerium für Wissenschaft und Technologie verliehen. Die Auszeichnung würdigt die besondere Stärke Xuzhous in Wissenschaft und Technologie sowie das Potenzial für eine nachhaltige Stadtentwicklung.

Die Liste der 500 größten Unternehmen Chinas für 2013 führt vier Unternehmen aus Xuzhou auf, dazu gehören: XCMG-Gruppe, Xuzhou Kohle-GmbH Gruppe, Huaixia-Gruppe und Vivi-Gruppe. Xuzhou hat sich darüber hinaus auch zum attraktiven Standort für ausländische multinationale Unternehmen entwickelt: Firmen wie Caterpillar, Liebherr, ArvinMeritor, ThyssenKrupp, Saint-Gobain, Aventis und Hoechst sind mit Niederlassungen in Xuzhou vertreten.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Xuzhous betrug im Jahr 2013 umgerechnet ca. 53,5 Mrd. EUR, mit einem durchschnittlichen Wachstum zwischen 14 – 17 Prozent gehört Xuzhou zu den wirtschaftlich stärksten Städten der Provinz Jiangsu. Die Provinz Jiangsu wiederum zeichnete im Jahr 2012 für rund zehn Prozent des gesamten chinesischen BIPs verantwortlich, womit Sie hinter Guangdong die zweitstärkste chinesische Provinz ist.

Insgesamt betrug die Summe der Finanzdirektinvestitionen nach Xuzhou im Jahr 2012 1,7 Mrd. USD, die FDIs in die gesamte Provinz Jiangsu betrugen 2012 ca. 36 Mrd. USD. Unternehmen aus Jiangsu investierten 2012 ca. 13,9 Mrd. USD 2012 in ca. 3.000 Projekte in Übersee mit einem Volumen von 13,75 Mrd. USD.

Im ersten Quartal 2014 wurden 21 neue ausländische Unternehmen in Xuzhou registriert, womit die Zahl der ausländischen Unternehmen in Xuzhou auf 1.370 und das Investitionskapital auf 18,4 Mrd. USD anstieg.

Xuzhou ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt und fungiert als Brückenkopf zwischen Ostchina und Mittel- und Westchina sowie zwischen der Wirtschaftszone im Yangtze-Flussdelta und der Wirtschaftszone um den Bohai-See. Die 2011 eingeweihte Hochgeschwindigkeitsstrecke Peking-Shanghai (auch bekannt als Jinghu-Linie) durchquert den Bahnhof Xuzhou-Ost, womit Shanghai in zwei und Peking in zweieinhalb Stunden erreichbar sind.

Xuzhou verfügt über einen eigenen Flughafen, den Xuzhou Guanyin Airport, der sich 40 km südöstlich der Stadt befindet; 20 inländische Flughäfen werden von hier aus angeflogen. Der nächste Hafen ist der Lianyungang Port, auch das Autobahnnetz in und um Xuzhou herum gehört zu den modernsten in ganz China. So fungiert Xuzhou als Verbindungsknoten zwischen der ostchinesischen Küste und dem Inland.

Die von der Provinzregierung Jiangsu mit organisierte, jährliche China International Construction Machinery Fair findet im November 2014 in Xuzhou statt. Im November 2013 reiste eine größere schweizerische Delegation in den Cluster. Die Delegation bestand aus Vertretern insgesamt 15 schweizerischer Unternehmen unterschiedlicher Branchen.

Im April 2014 traf sich eine Delegation aus Xuzhou mit dem weißrussischen Vizeministerpräsidenten Anatoli Tozik. Bereits 2013 hatten China und Weißrussland ein umfassendes strategisches Partnerschaftsabkommen unterzeichnet, zu dessen Bestandteilen unter anderem die Errichtung des China-Belarus Industrial Park nahe Minsk zählen. Xuzhou strebt in diesem Zusammenhang Wirtschafts- und Handelskooperationen zwischen Unternehmen aus Xuzhou und Weißrussland in den Bereichen Anlagenbau, Landwirtschaft, Lebensmittelverarbeitung und Biomedizin an.

Thematische Stärkefelder

Bis in die Neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts hinein hatte Xuzhou noch als "coal city" gegolten. Der starke Fokus auf den Kohleabbau hatte jedoch Umweltschäden zufolge, u.a. schrumpfte der Anteil der Waldflächen in Xuzhou zwischenzeitlich auf unter ein Prozent.

Ab 2001 war die Mehrzahl der Kohlequellen erschöpft und die Xuzhou Coal Mining Group Corporation (XMC) gezwungen, ca. 60% ihrer Kohlebergwerke zu schließen.

Eine wirtschaftliche Neuausrichtung der Stadt wurde notwendig, hin zu nachhaltigen Konzepten und der Förderung von Umwelttechnologien und neuen Energien. Der Strukturwandel der Stadt kann als erfolgreich bezeichnet werden: 2013 wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Xuzhous um zwölf Prozent auf umgerechnet 53,5 Mrd. EUR, während das BIP Chinas im gleichen Jahr nur um sieben Prozent wuchs.

Umweltschutz, erneuerbare Energien und Energieeffizienz sowie moderne Technologien im Maschinenbau sind die Schwerpunkte, mit denen der Strukturwandel in der lange Zeit vom Bergbau geprägten Region weiter vorangetrieben werden soll.

3.1 Energie

Im Januar 2014 wurde der XEDZ der Titel "National Eco-industrial Demonstration Park" verleihen, da die XEDZ die 24 notwendigen Standards, zu denen etwa die Abdeckung von Wertschöpfungsketten und ein nachhaltiger Landschaftsbau zählt,  erfüllt hatte.

Im Bereich der Förderung neuer Energien soll Xuzhou als "New Energy High-tech Industrial Base" Modellcharakter für ganz China entwickeln. Besonders die Photovoltaik-Industrie spielt eine herausgehobene Rolle im Cluster: Unternehmen wie Zhongneng Silicon, Aide Solar, Vestas und Panjet konzentrieren sich hier und sorgen für eine vollständige Abdeckung der Wertschöpfungskette von den Silizium-Werkstoffen und Wafern über Solarmodule und Batteriemodule bis hin zu Solaranlagen.

Das 20 MW PV-Kraftwerk des chinesischen Energieunternehmens GCL zählt zu den größten Solarkraftwerken in ganz China. Der Bau von Photovoltaik-Anlagen wird in China massiv gefördert: 2013 wurde mit einem Zubau von 12 Gigawatt in ganz China ein weltweiter Rekord aufgestellt.

Nach wie vor jedoch gilt Xuzhou auch als Zentrum des Kohlebergbaus in der Provinz Jiangsu. 2012 verfügte Xuzhou über Kohlevorkommen von 3,9 Mrd. t und ist mit seinen 40 Kohlekraftwerken der wichtigste Energiestandort in Ostchina. Heute gibt es noch drei Kohleminen in Xuzhou.

3.2 Maschinenbau

Der Umsatz der Maschinenbaubranche in Xuzhou betrug 2012 ca. 105 Mrd. EUR (880,3 Mrd. CNY), Xuzhou ist zudem von der chinesischen Zentralregierung zum "Zentrum der Baumaschinen-Industrie" ernannt worden. Der Umsatz des Branchenführers XCMG Construction Machinery durchbrach 2012 erstmals die Marke von 100 Mrd. CNY, womit XCMG in die Top-5 der Baumaschinenhersteller weltweit aufstieg. Das 1989 gegründete Unternehmen operiert inzwischen global, wurde im Juli 2012 Mehrheitseigentümer beim deutschen Baumaschinenhersteller Schwing und eröffnete im Oktober 2013 eine Europa-Zentrale mit angeschlossenem Zentrum für Forschung und Entwicklung in Krefeld. Bereits 2012 waren die Exporte des Unternehmens auf 1,5 Mrd. USD gestiegen, ein weiteres F&E-Zentrum ist derzeit in den USA geplant.  Das mittlerweile zweitgrößte Unternehmen der chinesischen Bauwirtschaft produziert Raupenkräne, Radlader, Maschinen zur Straßeninstandhaltung und ähnliches.

Ein weiterer großer, multinationaler Baumaschinenhersteller, der sich in Xuzhou angesiedelt hat, ist Caterpillar. Seit 1994 in der XETDZ ansässig, verfügt es heute über 6 Produktionsanlagen. Um die Produktionskosten zu senken, wurde innerhalb der XETDZ (siehe Kapitel "Akteure und Netzwerke") der Bau eines 50 Hektar großen Caterpillar-Zulieferer-Parks beschlossen.

3.3 Weitere Stärkefelder

In den Stärkefeldern Biotechnologie, neue Medikamente, IT und Software-Industrie wuchs die Zahl der registrierten Unternehmen 2013 über 50%, im Bereich Internet der Dinge, Energieeinsparung, Umweltschutz und Neue Werkstoffe stieg die Unternehmenszahl über 30%.

Die Logistikindustrie zählt zu den vier meistgeförderten Branchen in der gesamten Entwicklungszone. Ziel ist es hier, den Jahresumsatz auf über 50 Mrd. CNY zu steigern und Xuzhou zum Zentrum der Logistik in der gesamten Huaihai-Region zu machen.

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Akteure und Netzwerke

Im Cluster sind eine ganze Reihe von Technologie- und Wissenschaftsparks sowie Entwicklungszonen eingerichtet worden, um die regionale Wirtschaft zu fördern und Investitionsanreize zu bieten. Zu den wichtigsten Einrichtungen zählen:

  • China University of Mining and Technology National University Park (CNUSP)
    Der rund 2 km² große CNUSP wird finanziell durch die Stadtregierung Xuzhou gefördert, Schwerpunkte sind die hier Energiewirtschaft, Kreislaufwirtschaft und Umweltschutz. 2006 eingerichtet, hatten sich 2011 schon über 400 Unternehmen im Park niedergelassen. Der Umsatz betrug umgerechnet ca. 189 Mio. USD.

  • Xuzhou Economic and Technological Development Zone (XETDZ)Die Xuzhou Economic and Technological Development Zone wurde 1992 eingerichtet und verfügt über eine Gesamtfläche von ca. 160 km² über zwei Städte und drei Bezirke. In der Entwicklungszone haben sich mittlerweile über 2.000 Unternehmen angesiedelt, von denen rund 500 ausländischer Herkunft sind. In der XETDZ wird die High-Tech-Industrie, Fertigung und das Dienstleistungsgewerbe gefördert, gleichzeitig spielt die XETDZ eine Schlüsselrolle im von der Provinzregierung forcierten Strukturwandel. Die wichtigsten Sektoren in der Entwicklungszone sind Biotechnologie/Pharmazeutika, Elektronik und Fertigung, Lebensmittel- und Getränkeindustrie, Schwerindustrie, Werkzeug und Maschinenbau, Medizinische Geräte und Zubehör sowie Logistik.
    Innerhalb der XETDZ gibt es eine Reihe von untergeordneten Parks, z. B.:

    • Cleantech Industry Park: Der Cleantech Industry Park wird von der Tsinghua University in Peking gefördert und gemeinsam mit der Tsinghua Holding Group finanziert. Die gesamte Fläche des Cleantech Parks beträgt 3 km², zu den geförderten Themenfeldern zählen Neue Energien, Neue Werkstoffe, umweltfreundliche Anlagen, Reinigungs- und Recyclingequipment.

    • Xuzhou Ruhr-Industriepark: Gemeinsam mit den deutschen Universitäten Aachen, Dortmund, Duisburg-Essen und Wuppertal kooperiert die China University of Mining & Technology im Rahmen des Xuzhou Ruhr-Industrieparks, der die Grundlagen für eine ökologische und technologische Erneuerung der Region herausarbeiten soll.

    • High Speed Railway Business Park: 12km² sind für den High Speed Railway Business Park vorgesehen, der besonders die Standortvorteile der New Xuzhou High Speed Railway Station nutzen soll. Unter anderem sollen sich hier universitäre Forschung, Softwareindustrie und Dienstleistungen ansiedeln.
  • Jiangsu Xuzhou Industrial ParkIm April 2006 wurde der Bau des Jiangsu Xuzhou Industrial Parks vom National Development and Reform Committee Chinas und des Jiangsu Provinicial Governments als “provincial economic development zone” genehmigt. Der Industriepark spielt eine Schlüsselrolle in der Erschließung des Stadtbezirks Jiawang. Insgesamt sollen dem Industrial Park einmal 111 km² zur Verfügung stehen. Zu den geförderten Themenfeldern zählen hier Baumaschinen, Bergbaumaschinen und landwirtschaftliche Maschinen.

Weitere Zonen und Parks sind:

  • Eco-City Xuzhou
  • Xuzhou High-tech Zone
  • Xuzhou GCL Project
  • Wuxi-Jiawang Cooperation Industrial Park
  • Jiawang Chemical Industrial Park
  • Central Business District

2014 hat das chinesische Energieministerium im Rahmen des zwölften chinesischen Fünfjahresplans von 2011 – 2015  Xuzhou (gemeinsam mit 80 anderen chinesischen Städten) zur National New Energy Demonstration City  ernannt. Im selben Jahr wurde Xuzhou auch gemeinsam mit 29 anderen Städten zur „National E-commerce Demonstration City“ ausgezeichnet. Passend dazu wurde im Oktober 2013 die “Practice Base of E-Commerce and Internet of Things” vom Standardization Research Center of Xuzhou und dem Xuzhou Institute of Technology eröffnet, um zum einen die Entwicklung des E-commerce in Xuzhou voranzutreiben und zum anderen die Versorgung mit Fachkräften für diesen Bereich sicherzustellen.

Wichtige Akteure im Bereich der Forschung und Entwicklung im Cluster sind u.a. die bereits erwähnte China University of Mining & Technology, das Xuzhou Medical College, die Xuzhou Normal University und das Xuzhou Institute of Technology.

Das Low Carbon Energy Institute der University of Mining and Technology betreibt Grundlagenforschung, Technologietransfer, Begabtenförderung und unterstützt die Internationalisierung des Clusters.

Zur Förderung des Exports und des Außenhandels unterzeichneten die Stadtregierung Xuzhou und die China Exim-Bank ein Kooperationsabkommen, mit dessen Hilfe insgesamt 17 Projekte mit einem Darlehensvertrag über 12 Mrd. CNY gefördert werden. Zu den Kooperationsfeldern zählen die Kreditvergabe, Informationsaustausch, praxisnahe Business-Trainings und mehr.

Zu den Förderinstrumenten im Cluster zählt der „Innovation and Entrepreneurship Talents Introduction Plan“ in Xuzhou. Im Jahr 2013 wurden so 63 Teilnehmern Darlehen in Höhe von 38,5 Mio. CNY genehmigt.

4.1 Deutsche Kooperationen in Xuzhou

Bereits seit 2002 kooperiert XCMG mit Thyssen Krupp unter dem Namen Xuzhou Rothe Erde Slewing Bearing (XREB). XREB hat sich auf Großwälzlager und die Herstellung industrieller Stahlkugeln spezialisiert.

Im selben Jahr unterzeichneten der Vize-Gouverneur der Provinz Jiangsu und die damalige NRW-Wirtschaftsministerin Christa Thoben eine „Gemeinsame Erklärung zwischen der Provinz Jiangsu und dem Land Nordrhein-Westfalen“. Über das „Chinesisch-Deutsche Forschungszentrum für Energien und ökologische Umwelt der Bergbaugebiete“ sollen so Kooperationen zwischen Universitäten, Hochschulen und wissenschaftlichen Forschungseinrichtungen aus Nordrhein-Westfalen und der Provinz Jiangsu gefördert werden. Weiterer Bestandteil der Kooperation zwischen Jiangsu und NRW ist der Xuzhou Ruhr-Industriepark im Osten (s.o.).

Eine wichtige Plattform in puncto nachhaltiger Entwicklung von Bergbauregionen ist das „Chinesisch-Deutsche Zentrum für Energie und ökologische Umwelt in Bergbauregionen (Sino-German Center for Energy and Ecological Environment in Mining Areas)“, das 2009 auf Initiative des Bundeskanzlers a.D. Gerhard Schröder ins Leben gerufen wurde. Im Zentrum steht die Kooperation von Hochschulen, Unternehmen und Kommunen beider Länder für eine zukunftsorientierte Entwicklung von Bergbauregionen im Sinne wirtschaftlicher und ökologischer Nachhaltigkeit. Mithilfe der bilateralen Kooperationsplattform soll die Ausbildung von Fachkräften, die Erforschung neuer Technologien sowie der Technologietransfer gefördert werden. Darüber hinaus koordiniert das Zentrum die bilateralen Stipendien zwischen Xuzhou und Deutschland.

Die mit dem o.g. Zentrum kooperierende Technische Fachhochschule Georg Agricola Bochum hat seit 2011 rund 150 Führungskräfte des Bergbaukonzerns Xuzhou Coal Mine Group auf den Gebieten Arbeitssicherheit, Gewinnungstechnik und Strukturwandel geschult. Auch der „Masterplan für Bergsenkungsgebiete“ ist mithilfe des Chinesisch-Deutschen Zentrums für Energie und ökologische Umwelt in Bergbauregionen entworfen worden.

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Bildung, Qualifikation und Fachkräfte

Xuzhou verfügt über die größte Konzentration von Fachkräften in der gesamten Provinz Jiangsu. Insgesamt gibt es elf Hochschuleinrichtungen, darunter die China University of Mining and Technology, das Xuzhou Medical College, die Xuzhou Normal University, das Xuzhou Institute of Technology u.a.

Die bereits 1909 gegründete China University of Mining & Technology (CUMT) ist eine “national key university” im Rahmen des „Projekts 211“ des chinesischen Staatsrats und ist als eine der Top-Hochschulen Chinas wichtigste Universität im Cluster. Die Hochschule unterhält sowohl in Xuzhou (Bachelor-Studiengänge) als auch in der Hauptstadt Peking (Graduiertenschule und Forschungseinrichtung) eine Dependance. Die Universität unterhält die für China bedeutendste Fakultät für Bergbau, im chinesischen Ranking nehmen die Fakultät für Vermessungswesen Platz zwei und die Fakultät für Landentwicklung Platz fünf ein. Schwerpunkt der Hochschule ist das Ingenieurwesen mit verschiedenen technischen Ausrichtungen, traditionell stark ist jedoch die Affinität zur Bergbautechnik. Derzeit sind rund 25.000 Bachelor-Studenten und 5.000 Masterstudenten und Doktoranden an der CUMT eingeschrieben. 170 Studenten sind internationaler Herkunft. Die Universität Duisburg-Essen unterhält Kooperationsbeziehungen mit der CUMT.

Am Xuzhou Institute of Technology (XZIT) sind derzeit ca. 20.000 Studenten eingeschrieben. Es bestehen Austauschkooperationen mit sechs Universitäten weltweit, 100 Studenten des XZIT absolvieren jedes Jahr Auslandssemester in Übersee. 30 internationale Dozenten lehren an der XZIT, 40 Studenten aus dem Ausland (u.a. Südkorea und Großbritannien) studieren an der Hochschule.

In der gesamten Provinz Jiangsu gibt es 80 Fachschulen und 46 Universitäten mit insgesamt 200.000 Studenten.

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Entwicklungsdynamik

Die chinesische nationale Entwicklungs- und Reformkommission (National Development and Reform Commission, NDRC) verfügte im April 2014 die Umsetzung von 21 Pilotprojekten urban-industrieller Räume zur Umsiedelung und Umgestaltung. Eines dieser Projekte betraf auch Xuzhou: Der Stadtteil Gulou, in dem sich Chemie- und Leichtindustrie konzentrieren, steht durch die Expansion der Stadt Xuzhou nun inmitten von Wohn- und Geschäftsvierteln, was einen Umzug der ca. 140 ansässigen Unternehmen notwendig macht. Dieser soll bis 2015 abgeschlossen sein. Der Stadtteil Gulou soll daraufhin bis 2022 modernisiert und umweltfreundlicher gestaltet werden.

Insgesamt kann der Strukturwandel in Xuzhou als erfolgreich angesehen werden. Der Anteil der Waldflächen beträgt mittlerweile wieder knapp 30 Prozent und zwischen 2006 und 2013 konnte die Stadt einen Bevölkerungszuwachs von mehr als 400.000 Einwohnern verzeichnen. Der Spagat zwischen konventioneller Kohleenergie einerseits (Xuzhou verfügt nach wie vor über erhebliche Kohlevorräte) und der Förderung und Investition in neue Energien wie Photovoltaik-Anlagen andererseits scheint zu gelingen und lässt die entwicklungsdynamische Aussicht für Xuzhou damit in einem positiven Licht erscheinen. Die internationale Bedeutung des Clusters wird nach wie vor durch das Engagement von Unternehmen wie Caterpillar und XCMG illustriert.

Der mittlerweile abgeschlossene Bau der Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Shanghai und Peking hat auch zu einer verbesserten infrastrukturellen Anbindung des Clusters gesorgt und fördert die Vernetzung und Kooperation von Unternehmen und Hochschulen mit solchen aus der Hauptstadt Peking als auch mit ausländischen Akteuren. Mit der hohen Einwohnerzahl Xuzhous (über 3 Mio. Einwohner leben im direkten Stadtgebiet) und seiner strategisch günstigen Lage bietet Xuzhou zusätzlich Zugang zu einem potenziell großen Absatzmarkt. Im Juni 2017 bestätigte der chinesische Staatsrat den aktualisierten Stadtentwicklungsplan für Xuzhou.

Akteure im Cluster

Länderbericht China

Karten zum Cluster

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