Kurzprofil

Im Nordwesten Pekings befindet sich der Zhongguancun Science Park (ZSP), der größte und älteste aller Hightech-Parks in China. Der Schwerpunkt liegt auf der Elektronik und Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT), daneben spielen die Bereiche moderne Fertigungstechniken, Erneuerbare Energien, Biotechnologie und Neue Werkstoffe eine herausgehobene Rolle. Im Park existieren über 20.000 Hightech-Unternehmen, von denen knapp 190 börsennotiert sind. Mit einer Gesamtfläche von 488 km² erstreckt sich der ZSP über 16 Bezirke und Stadtteile Pekings.  Insgesamt arbeiten im ZSP 360.000 Beschäftigte, davon 60.000 im Bereich Forschung und Technologie. Zum Vergleich: Im Großraum Peking leben über 20 Mio. Menschen.

Seit der Gründung spielen Universitäten und Forschungseinrichtungen in unmittelbarer Nähe des ZSP eine bedeutende Rolle. Zu den wichtigsten Institutionen zählen die Tsinghua Universität, die Universität Peking und die Chinesische Akademie der Wissenschaften (CAS).

Der ZSP war der erste nationale Wissenschafts- und Technologiepark in China und hatte das Ziel, das Wissenskapital der Region für Innovation nutzbar zu machen. Am 13. März 2009 genehmigte der chinesische Staatsrat den Ausbau des ZSP in eine "Nationale Demonstrationszone" (Zhongguancun National Demonstration Zone).

Internationale Anziehungskraft

International genießt Zhongguancun eine hohe Anziehungskraft. Der Park wirbt Talente und Investoren aus Hightech-Regionen wie dem Silicon Valley oder der Research Triangle Region an (der ZSP wird oft auch als die "chinesische Version" des Silicon Valley betrachtet). Rund 50 der 500 führenden multinationalen Unternehmen weltweit haben mittlerweile Zweigstellen oder Forschungseinrichtungen in Zhongguancun errichtet. Zu diesen Unternehmen gehören u. a. IBM, Nokia, Motorola, Sun und Oracle.

Als eines der ersten multinationalen Unternehmen errichtete Microsoft 1998 eine F&E-Einrichtung im Zhongguancun Science Park. Auch die Tatsache, dass knapp 80 Unternehmen des ZSP an Börsen außerhalb Asiens notiert sind (ein Drittel aller börsennotierten Unternehmen in Zhongguancun), ist ein Beleg für die hohe Internationalisierung im ZSP. Ein Drittel aller chinesischen Unternehmen, die am NASDAQ gelistet sind, haben ihren Sitz in Zhongguancun.

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Der ZSP wird vom "Administrative Committee of Zhongguancun Science Park" verwaltet. Dessen Vizedirektor, Zhou Guolin, formulierte die Internationalisierungsstrategie im Juli 2013 im Strategiepapier "Zhongguancun Science Parks Action Plan (2013-2015)" (kein englischsprachiges Original verfügbar, Quelle: chinadaily.com). Demnach soll sowohl die Ansiedlung internationaler Unternehmen im Park als auch die regionale Innovation gefördert werden.

Zu dieser Internationalisierungsstrategie gehören auch Auslandsbüros in aller Welt: Zhongguancun-Außenstellen finden sich in Sydney, Bad Vilbel, Silicon Valley, Washington, Toronto, London, Tokyo und Helsinki.

Auf der von der Beratungsfirma Deloitte veröffentlichten Rangliste "Technology Fast 50 China" (TF50), einem Index der am schnellsten wachsenden chinesischen Technologieunternehmen, fanden sich 2012 24 Unternehmen aus Zhongguancun. Das Pekinger Videoportal LeTV schaffte es bereits fünfmal auf die Liste. Auch die Forbes-Liste der 200 chinesischen Unternehmen mit dem größten Potenzial listet 46 Unternehmen aus Peking. Zudem finden sich laut Forbes auch zehn der 30 erfolgreichsten chinesischen Jungunternehmer im ZSP: Über 37 Prozent der Unternehmer im ZSP sind 35 Jahre alt und jünger, das Durchschnittsalter liegt bei knapp 39 Jahren (Zum Vergleich: In Silicon Valley liegt es bei ca. 34 Jahren).

Von den 7.200 im Großraum Peking registrierten Unternehmen (rund 20 Prozent aller Hightech-Unternehmen in China) befindet sich mit 6.000 der Großteil in Zhongguancun. Auch die Zahl der Patente unterstreicht diese Bedeutung. Im Jahr 2011 wurden in Zhongguancun 21.900 Patente beantragt, von denen 12.600 erteilt wurden. Die Zahl der im ZSP erteilten Patente wuchs 2012 im Vergleich zum Jahr 2011 um 30 Prozent.

Im Jahr 2012 investierte die Regierung in Peking umgerechnet knapp 1,2 Mrd. EUR in die Vermarktung von 243 Hightech-Projekten. Gleichzeitig profitierten fast 1.500 ortsansässige Unternehmen von Investitionsanreizen wie etwa reduzierten Steuern auf Technologietransfers.

In Peking werden über 40 Prozent aller öffentlichen wissenschaftlichen und technologischen Projekte in China realisiert. Eine Umfrage unter 204 Unternehmen im Park ergab, dass 178 von ihnen technologische Innovationsaktivitäten seit 1999 ausgeführt haben (87,3 Prozent). 133 (65,2 Prozent) von ihnen hatten eigene Abteilungen für Forschung und Entwicklung (F&E).

Der Umsatz aller im ZSP ansässigen Unternehmen lag 2012 bei 284,8 Mrd. EUR. Der Exportwert aller registrierten Hightech-Unternehmen betrug im selben Jahr ca. 19,8 Mrd. EUR, womit der Wert gegenüber 2011 um 28,4 Prozent gestiegen ist. Das wichtigste Exportziel ist Europa. Die Finanzdirektinvestitionen in den ZSP betrugen 2008 23,7 Mrd. USD.

Der ZSP arbeitet mit privaten Kreditanstalten zusammen, um den Investoren attraktive Finanzierungsmöglichkeiten anzubieten. Die Regierung setzt darüber hinaus steuerliche Anreize: Die ersten drei Jahre zahlen Hightech-Unternehmen keine Steuern, die darauffolgenden drei Jahre jeweils nur 50 Prozent des normalen Steuersatzes.

Weitere Anreize für Beschäftigte und Unternehmer sind beispielsweise reduzierte Mieten, vergleichsweise attraktive Löhne und Gründungsförderungen. Über 10.000 Chinesen sind nach ihrer Ausbildung im Ausland zurückgekehrt und haben im ZSP über 4.200 Unternehmen gegründet. Trotz der Erweiterung des ZSP um zahlreiche Subparks in den letzten Jahren wird aufgrund der vielen Unternehmensgründungen der Büroraum immer knapper. Mittlerweile sind weniger als ein Prozent der Büroflächen frei, 2009 waren noch 5 Prozent der Bürofläche verfügbar.

Beeindruckend ist die Schnelligkeit, mit der Unternehmensgründungen in Zhongguancun stattfinden: Ein Unternehmen braucht im Durchschnitt nur 4,2 Tage, bevor es aktiv werden kann.

Eines von vielen Netzwerken, das die Internationalisierung des ZSP vorantreibt, ist die Zhongguancun Development Group (ZDG). Die ZDG ist ein staatliches Wissenschafts- und Technologie-Unternehmen, das im Oktober 2013 ein Kooperationsabkommen mit dem kanadischen Medical Devices Innovation Institute (MDI²) für den Technologietransfer unterzeichnet hat. Auch errichtete die ZDG zusammen mit Invest Ottawa im Oktober das ZDG Ottawa International Incubation Center in Ottawa, Kanada. Bereits im 2012 richtete die ZDG ein internationales Inkubationszentrum im Silicon Valley ein.

2013 veranstaltete das China Hightech Industry Center zusammen mit dem Entrepreneur China Magazine im ZSP die erste Zhongguancun Silicon Valley Innovation & Entrepreneurship Competition, die sich an chinesische und US-amerikanische Start-Ups richtete.

Zu den für die im ZSP vertretenen Stärkefelder relevanten Leitmessen gehören beispielsweise die Airport & Air Traffic Expo China (alle zwei Jahre), die China Foodtech (alle zwei Jahre) und die jährlich stattfindende China International Green Food & Organic Food Exhibition. Die  China International Nuclear Power Industry Expo fand 2013 bereits zum zehnten Mal statt.

Auch die jährliche ChinICT-Konferenz (wörtlich übersetzt: "Tech Stars in China"), die größte chinesische Informationstechnologie-Messe, findet im Tsinghua University Science Park statt. Erst 2005 ins Leben gerufen, wird die ChinICT inzwischen weltweit wahrgenommen: Zu den Rednern zählten in den vergangenen Jahren etwa IWF-Direktorin Christine Lagarde und Vorstandsmitglieder von Google, Microsoft und Yahoo. Das amerikanische Online-Magazin TechCrunch überträgt die ChinICT mittlerweile live im Internet.

Vertreter fast aller Branchen in Zhongguancun besuchen alle zwei Jahre die China International Environmental Protection & Exhibition Conference. Mit über 50.000 Besuchern und 600 Ausstellern aus 20 Ländern gehört sie zu den größten Messen im ZSP.

Der Zhongguancun Science Park weckt das Interesse vieler Wirtschaftsakteure aus der ganzen Welt. Erkennbar ist dies zum Beispiel an der Vielzahl von Delegationsreisen nach Zhongguancun im Jahr 2012, darunter deutsche, französische, australische, iranische, kolumbianische und usbekische Vertreter. Auch eine russische Gesandtschaft aus dem Cluster Skolkovo besuchte den ZSP 2012; eine Kooperationsvereinbarung zwischen beiden Parks ist geplant.

Im Juli 2015 bekam Peking den Zuschlag für die Ausrichtung der Olympischen Winterspiele 2022, bei denen sechs Wettkampfstätten, die für die Olympischen Sommerspiele 2008 gebaut wurden, wieder genutzt werden können (Redaktionsdatum: 31. Juli 2015).

Thematische Stärkefelder

Geschichte des Clusters

Chen Chunxian, ein Professor des Pekinger Instituts für Physik der chinesischen Akademie der Wissenschaften (CAS), war Ende der siebziger Jahre einer von vielen Wissenschaftlern in China, die mit dem wirtschaftlichen System im Land nicht zufrieden waren. Das Land importierte Technologien aus dem Ausland, so dass viele Forschungsergebnisse der CAS gar nicht erst kommerziell genutzt wurden. Nach einem Besuch seiner Familie in Kalifornien war Chunxian tief vom Innovationspotential des Silicon Valley beeindruckt. Nach seiner Rückkehr beschloss er, eine eigene Firma zu gründen. Mit seiner Entscheidung gewann Chunxian eine Vorbildfunktion für andere Wissenschaftler in Peking, viele von ihnen gründeten daraufhin die ersten Hightech-Unternehmen in Peking.

Durch die Anfang der achtziger Jahre in immer kürzeren Abständen verabschiedeten Wirtschaftsreformen wurden die Etats der Forschungsinstitutionen in China mehr und mehr gesenkt. Die daraus resultierende stärker werdende Notwendigkeit einer schnelleren Kommerzialisierung von Forschungsergebnissen zur Refinanzierung begünstigte die Entwicklung des ZSP.

Im Mai 1988 richtete die chinesische Zentralregierung den Zhongguancun Science Park ein. Zusätzlich etablierte die chinesische Regierung das "863-Programm" bzw. den "State High-Tech Development Plan", der seit März 1986 die Entwicklung von Spitzentechnologie in verschiedenen Themenfeldern in China vorantreiben und das Land so unabhängig von ausländischen Technologien machen sollte. Das Programm konzentrierte sich von Anfang an auf sieben spezifische Stärkefelder: Biotechnologie, Raumfahrt, Informationstechnologie, Lasertechnologie, Automatisierungstechnik, Telekommunikation und Neue Materialen. Mit der Telekommunikation und der Meerestechnik wurden zwei weitere Themenfelder im Laufe der Zeit ergänzt.

Die Reformen der achtziger Jahre, der sich verbreitende Unternehmergeist unter den Wissenschaftlern und das Program 863 bildeten die nötigen Rahmenbedingungen, damit sich der ZSP und das Innovationspotenzial dort überhaupt entwickeln konnten.

Am Ende des Jahres 1987 hatten sich in Zhongguancun bereits 148 Hightech-Unternehmen auf einer Fläche von ca. 10 km² angesiedelt. 97 der Unternehmen zählten damals schon zum Elektronik- und IKT-Sektor. 1998 waren bereits 4.500 Unternehmen registriert, 2006 über 16.000 und im Dezember 2013 über 20.000.

Im Januar 2011 verabschiedete der Staatsrat den "Development Plan Outline for Zhongguancun National Demonstration Zone (2011-2020)", welcher einen neuen Impuls für die Entwicklung des Parks mit sich brachte.

Wirtschafts- und Technologieentwicklungszonen in China

Wirtschafts- und Technologieentwicklungszonen spielen in China eine bedeutende Rolle. So gibt es allein sieben Sonderwirtschaftszonen, über 130 Wirtschafts- und Technologieentwicklungszonen und über 1.500 Industrieparks. Neben dem ZSP sind in China mittlerweile über 50 weitere Wissenschafts- und Technologieparks geschaffen worden: Insgesamt befinden sich ca. 60.000 Unternehmen mit ca. 8 Mio. Beschäftigten in diesen Parks. Zusammen steuerten alle diese Parks in China 2011 8 Prozent zum gesamten Bruttonationaleinkommen des Landes bei.

Das mit diesen Wirtschaftssonderzonen verbundene Ziel der chinesischen Regierung hat sich im Laufe der Zeit geändert: Lag der Fokus zu Beginn noch darauf, möglichst viel ausländisches Kapital ins Land zu holen, geht es heutzutage in erster Linie um die Entwicklung  von technologischer Innovation in China.

Das zeigt sich auch an den nationalen F&E-Ausgaben in China: In den letzten zwanzig Jahren haben sich die Ausgaben für Forschung und Entwicklung in China mehr als verdoppelt. 1991 lag der F&E-Anteil im Haushalt noch bei 0,73 Prozent, im Jahr 2011 lag er bereits bei 1,77 Prozent.

Struktur des Parks

Insgesamt verfügt Zhongguancun über 16 Sub-Parks, die im Laufe der Zeit errichtet worden sind. Der Haidian-Park ist mit über 13.500 Unternehmen und 550.000 Beschäftigten der wichtigste und älteste aller Subparks in Zhongguancun. In Haidian finden sich mehr als 40 Niederlassungen und F&E-Zentren der 500 größten Unternehmen der Welt. Die Bezeichnung "Chinesisches Silicon Valley" bezieht sich vor allem auf Haidian, der im Jahr 2011 einen Umsatz von umgerechnet 106,5 Mrd. EUR generierte.

Unternehmen, die sich im Park ansiedeln möchten, müssen bestimmten Auflagen genügen. Zu den Regularien gehört beispielsweise die Bestimmung, dass die Hälfte der Einnahmen eines Unternehmens aus Hightech-Projekten stammen müssen, die F&E-Ausgaben mindestens drei Prozent des gesamten Umsatzes betragen müssen und mindestens 20 Prozent aller Beschäftigten über einen Hochschulabschluss verfügen.

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Übersicht aller Subparks in Zhongguancun

Ergänzungspark

Fläche

Unternehmen

Beschäftigte

Baujahr

Xicheng Park

5,5 km²

k.a.

k.a.

1994

Daxing Biomedicine Industrial Base

9,63 km²

20

2.400

2002

Haidian Park

133,06 km²

13.500

550.000

k.a.

Fengtai Park

5 km²

1.500

110.000

1991

Yizhuang Park

7,5 km²

4.000

k.a.

1999

Shijingshan Park

k.a.

600

k.a.

2006

Changping Park

11,48 km²

1350

66.000

1991

Electronics Town

16,8 km²

k.a.

k.a.

1999

Tongzhou Park

11,41 km²

360

5.800

2006

Chaoyang Park

16,8 km²

k.a.

k.a.

2007

Yonghe Park

2,9 km²

1.700

k.a.

2006

Pinggu Park

5,08 km²

k.a.

k.a.

2012

Yanqing Park

4,91 km²

1.500

k.a.

2010

Miyun Park

12,55 km²

200

33.000

1992

Fangshan

15,73 km²

k.a.

k.a.

1992

Dongcheng

2,903 km²

k.a.

k.a.

2006

Thematische Stärkefelder

Elektronik und IKT sind die mit Abstand wichtigsten Branchen im gesamten Park. Umweltschutz, erneuerbare Energien und neue Materialen sind diejenigen Industriezweige, die zuletzt die höchsten Wachstumsraten verzeichneten.

Elektronik und IKT:  Die "elektronische Informationsindustrie" (electronic information industry) ist die mit Abstand wichtigste Branche im gesamten Park. 2011 lag der Anteil der Unternehmen bei 50 Prozent. Die Branche erwirtschaftete 2011 umgerechnet einen Umsatz von ca. 95 Mrd. EUR.

Zhongguancun verzeichnet einige Innovationen und Durchbrüche im Bereich der VLSI (Very Large – Scale Integration), der mobilen Kommunikationstechnologien der neuen Generation, im Cloud Computing, im Internet der Dinge und dem mobilen Internet. Bezüglich der VLSI ist die Wertschöpfungskette komplett abgedeckt, da sich von den Halbleitermaterialien über das High-End Chip-Design bis zur Chipproduktion alles im Bereich des ZSP angesiedelt hat.

Weitere Schwerpunkte der Unternehmen im IKT-Bereich sind u. a. Cloud Sicherheit, Cloud Speicher, hochauflösende Monitore und E-Books. Auch Baidu, der größte chinesische Suchmaschinenanbieter, dessen Website zu den fünf weltweit am häufigsten aufgerufenen gehört, hat seinen Sitz in Zhongguancun.

Neue Werkstoffe: Der Anteil der wachsenden Branche am gesamten Umsatz des Parks betrug 2010 6,7 Prozent. Moderne Funktions- und Strukturmaterialien, die im ZSP entwickelt wurden, werden in der Informationsindustrie, der Biotechnologie, den Erneuerbaren Energien und der Raumfahrtindustrie verwendet.

Im Zusammenhang mit dem "Development Plan of Zhongguancun National Innovation Demonstration Zone (2011 – 2020)" soll die Werkstoffindustrie gerade im Hinblick auf Elektronik und IKT, die Biotechnologie und die Raumfahrtindustrie noch weiter gestärkt werden.

Biotechnologie und Pharma: Die biomedizinische Sparte erwirtschaftete im Jahr 2011 einen Umsatz von ca. 9,5 Mrd. EUR. Mit einer Wachstumsrate von 25,9 Prozent gehört sie zu den schnell wachsenden Branchen im ZSP. Die Branche zeichnet für verschiedene Innovationen verantwortlich, im pharmazeutischen Bereich ist die Entwicklung eines Impfstoffes gegen den SARS-Virus ein Beispiel. Einer Gruppe von Forschern am National Institute of Biological Science gelang es darüber hinaus, den Virusrezeptor des Hepatitis-B-Virus zu lokalisieren. Langfristig wird diese Entdeckung dabei helfen, neue Medikamente gegen die Infektionskrankheit zu entwickeln.  

Seit 2006 hat die Biomedical Contract Research Organization Alliance (CRO) ihren Sitz im Park. CRO hat eine öffentliche Plattform eingerichtet, um die internationalen Märkte mit dem chinesischen Markt zu verbinden. Durch ausländische Experten und Wissenschaftler soll zudem die F&E-Kompetenz der biotechnologischen Unternehmen im Park gestärkt werden. Mittlerweile gibt es ca. 50 Unternehmen, die Mitglied in der Organisation sind und gemeinsam versuchen, die Wertschöpfungskette in der Medikamentenentwicklung abzudecken.

Maschinenbau: Die Fünf-Achsen-Dreh- und Frässchneidemaschine von Beijing No 1 Machine Tool Plant und Sany Heavy Machinery zählen zu den herausragenden Innovationen im Bereich des Maschinenbaus. In den nächsten zehn Jahren will man sich in der Branche auf die Entwicklung von Hochtechnologie konzentrieren, die gleichzeitig sehr leicht und intelligent ist.

Raumfahrtindustrie: Kern der Raumfahrtindustrie in Zhongguancun ist das BeiDou Navigation Satellite System. Zu den in dieser Branche wichtigen Unternehmen zählen außerdem: Beijing BDStar Navigation Co Ltd, Beijing Guozhiheng Power Management Technology Co Ltd, Beijing Unistrong Science & Technology Co Ltd, OLinkStar Co Ltd und Beidou Tianhui (Beijing) Technology Corporation.

Erneuerbare Energien und Stromnetze: Die erneuerbaren Energien sind hinter der elektronischen Informationsindustrie mittlerweile die zweitwichtigste Branche im Park. Drei der fünf größten chinesischen Windenergieunternehmen sitzen in Zhongguancun, dazu gibt es 160 Unternehmen aus der Solarenergie-Branche. Die Branche erzielte 2011 einen Umsatz von umgerechnet 6,1 Mrd. EUR.

Wind- und Solarenergie sind die wesentlichen Schwerpunkte im Bereich erneuerbarer Energien. Im Bereich der intelligenten Stromnetze gehört das Ultrahochspannungssystem, an dessen Entwicklung und Einsatz auch das China Electric Power Research Institute (CEPRI) mit Sitz in Haidian beteiligt ist, zu den nennenswerten Innovationen.

Für die Zukunft liegt eine wesentliche Aufgabe in der Vermeidung von Energieengpässen und der Unterstützung des Wandels in eine klimafreundliche Industrie. Gefördert wird zudem die Forschung und Entwicklung zum Einsatz von Biomasse zur Energieversorgung.

Alternativ angetriebene Fahrzeuge: Auch im Bereich der Elektro-Fahrzeug-Industrie ist die Wertschöpfungskette im ZSP komplett abgedeckt. Antriebsmotoren, Kraftzellen und intelligente Übertragungssysteme werden von Unternehmen im ZSP hergestellt. Nennenswerte Unternehmen im Stärkefeld sind China Tex Mechanical & Electrical Engineering, Enhancement Electric Technology und Broad-Ocean Motor.

Die Elektro-Fahrzeug-Industrie ist von der chinesischen Regierung als Zukunftsindustrie identifiziert worden, bis 2020 sollen 5 Mio. New Energy Vehicles (NEV) verkauft werden. Als besonderer Anreiz wird der Kauf eines Elektroautos in China von der Zentralregierung mit rund 7.500 EUR subventioniert, zusätzlich steuern die Provinzen Zuschüsse bei (in Peking umgerechnet 5.000 EUR). Um von einem möglichen Elektrofahrzeug-Boom in China zu profitieren, haben mittlerweile viele japanische und europäische Automobilfirmen Joint Ventures mit chinesischen Firmen gegründet. Zu diesen Joint Ventures zählt beispielsweise Zinoro, das aus BMW und dem chinesischen Automobilunternehmen Brilliance besteht. Zinoro plant, ab 2014 einen Kompakt-SUV in China anzubieten.

Kultur- und Kreativindustrie: In Zhongguancun befinden sich die führenden Technologieanbieter für Virtual Reality Technology und für Produktion und Verbreitung digitaler Inhalte. Digitaltechnik und digitale Erkennungstechnologie der Firma Crystal CG kamen beispielsweise bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking und 2012 in London zum Einsatz.

Akteure und Netzwerke

Die Verwaltung des ZSP obliegt dem Administrative Comittee of Zhongguancun Science Park, das dem Beijing Municipal Government unterstellt ist. Die chinesische Zentralregierung ist zuständig für Strategie und Rahmenbedingungen des ZSP.

Das Administrative Committee of Zhongguancun Science Park führte 2008 das “One plus six”-Instrument ein, mit dem die Innovation von Unternehmen und Forschungsinstituten gefördert und die Kommerzialisierung neuer Technologien beschleunigt werden soll. “One” bezieht sich hierbei auf ein zentrales Kreativitätszentrum, “Six” auf sechs neue strategische Grundsätze wie Verbesserung der Aktionärsrechte, Steuersenkungen, Verbesserung der Rechte der Forschungsinstitute in Bezug auf ihre Forschungsergebnisse, Förderung von Hightech-Unternehmen, Verwaltung von Forschungsförderung und der Liberalisierung des inländischen Marktes.

Für die Ansiedlung von Hightech-Industrie (insbesondere im Haidian Park) sind Partnerschaften zwischen Universitäten und Unternehmen unverzichtbar. Die Unternehmen vergeben Forschungsaufträge an Universitäten oder gehen gemeinsam mit diesen Forschungskooperationen ein. Gleichzeitig fördern die Unternehmen die Forschung der Universitäten. Einige Universitäten und Forschungseinrichtungen wiederum investieren in Unternehmen, wie zum Beispiel die Chinesische Akademie der Wissenschaften (CAS), die seit dessen Gründung einen großen Anteil am PC-Hersteller Lenovo hält. Weitere Beispiele sind Capital Bio (Tsinghua Universität – Ausgliederung) und Tsinghua Unigroup (Tsinghua Universität – Ausgliederung).

Ein Problem im ZSP ist, dass es bislang zu wenig Fördermittel für Start-Ups in sehr frühen Phasen der Unternehmensgründung gibt, meist wird erst in einer sehr späten Phase des Start-Ups in das Unternehmen investiert. Sogenannte Business Angel Investment Fonds machen derzeit nur 20 Prozent der Wagniskapitalfonds in China aus. Die Ursache hierfür liegt darin, dass viele Unternehmer der ersten Generation heute nicht über die notwendigen finanziellen Mittel verfügen, um überhaupt als Business Angel auftreten zu können.

Innovation Works ist ein privater Inkubator in Peking, der bis April 2012 47 Startups gefördert hat. 18 von ihnen haben die erste Finanzierungsrunde (70 Mio. USD) abgeschlossen.

Unternehmen aus Software- und Informationsdienstleistungen, der Spieleindustrie und der TV- und Zeitungsbranche sind in der Haidian Creative Industry Association organisiert. Das im  Haidian Park ansässige Netzwerk hat es sich zur Aufgabe gemacht, ihre Mitglieder besonders in Fragen des Urheberrechts zu unterstützen und die Beziehungen zwischen Unternehmen und der chinesischen Zentralregierung zu fördern. Zudem unterstützt das Netzwerk die Umsetzung von Rahmenstrategien wie das „11th Five Year Plan program for the Haidian Creative Industry“ und den „Beijing Haidian Park Creative Industry Development Plan“.

Im September 2013 unterzeichnete das Zhongguancun Administrative Committee eine Rahmenvereinbarung mit der Deutschen Börse Frankfurt, die es zukünftig Unternehmen aus Zhongguancun leichter macht, an der deutschen Börse gelistet zu werden. Mit anderen Börsen wie der New York Stock Exchange, dem NASDAQ und dem Hong Kong Exchange gibt es bereits länger Kooperationsvereinbarungen.

Bereits im April 2009  wurde die China – Finland Strategic ICT Alliance mit Kick-Off-Veranstaltungen in Shanghai und Peking ins Leben gerufen. Ziel ist es, Kooperationsmöglichkeiten im Bereich IKT zwischen Finnland und China zu fördern – sowohl im wirtschaftlichen als auch im wissenschaftlichen Bereich. 2012 hat TEKES einen Bericht über die ICT Alliance veröffentlicht.

Zu den deutschen Ansprechpartnern in Zhongguancun gehört die Auslandshandelskammer in China mit Büros in Peking, Shanghai und Guangzhou. Sie vertreten deutsche Wirtschaftsinteressen in der Region und fördern als Kammerorganisation für deutsche Unternehmen die Zusammenarbeit mit chinesischen Unternehmen.

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Bildung, Qualifikation und Fachkräfte

Der Zhongguancun Science Park verfügt über eine der größten Konzentrationen von wissenschaftlichen und intellektuellen Ressourcen in ganz China. Über 30 Fach- und Hochschulen befinden sich im Einzugsgebiet des Parks, dazu über 200 nationale und regionale Forschungseinrichtungen. Ergänzt wird der ZSP  von 17 universitären Wissenschaftsparks, wie dem Tsinghua University Science Park, dem Peking University Science Park, dem Beijing University of Aeronautics & Astronautics Science Park und dem Beijing Institute of Technologies Science Park.

Unter den Beschäftigten ist der Bachelor mit 38,5 Prozent (Stand 2011) der weitverbreiteteste Studienabschluss, über einen Masterabschluss verfügen 9,6 Prozent. Doktoren und Professoren machen nur 1 Prozent der Beschäftigten aus.

Die 1949 gegründete Chinesische Akademie der Wissenschaften (CAS) hat Ihren Sitz in Peking. Sie ist die nationale Akademie für Naturwissenschaften, Mathematik und Ingenieurswesen in China und gliedert sich in sieben Abteilungen (Mathematik, Physik, Chemie, Biowissenschaften, Medizin, Geowissenschaften, Informatik und Technische Wissenschaften). Die Akademie ist 2012 vom Fachmagazin Nature als zwölftbeste Forschungseinrichtung der Welt ausgezeichnet worden.

Im Laufe der Zeit haben sich zahlreiche Ausgliederungen aus der Akademie entwickelt, Lenovo bildet hier ein prominentes Beispiel: Die "New Technology Company", das Vorläuferunternehmen von Lenovo, gliederte sich 1984 aus der CAS aus. Zuvor hatten sich im Zeitraum von 1983 bis 1984 die vier Vorreiterunternehmen aus der CAS entwickelt: Kehai Corporation, Jinghai Corporation, Stone Group and Xintong Corporation. Der Erfolg dieser frühen Ausgliederungen half dabei, den chinesischen Reformen im Bereich der Innovationspolitik den Weg zu bahnen (Torch-Programm 1988). Die CAS-Ausgliederungen fungierten als Modell für die heutigen High-Technology Development Zones.

Unweit des Alten Sommerpalastes befindet sich eine der renommiertesten Universitäten Chinas: Die 1911 gegründete Tsinghua Universität. Sie liegt im nordwestlichen Stadtteil Haidian und grenzt unmittelbar an die Universität Peking. Über 40.000 Studenten sind an der Tsinghua eingeschrieben: 15.100 Untergraduierte, 16.500 Graduierte und ca. 9.300 Doktoranden. Knapp 6,5 Prozent der Studenten sind internationaler Herkunft. Unter den Alumni finden sich eine Vielzahl herausragender Wissenschaftler und bedeutender Unternehmer und Staatsmänner.

Tsinghua blickt auf eine lange Tradition hinsichtlich der Entwicklung strategischer Partnerschaften und Kooperationen mit renommierten Universitäten in der ganzen Welt zurück. Allein mit deutschen Universitäten bestehen derzeit neun strategische Kooperationen (RWTH Aachen, Ruhr-Universität Bochum, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, TU Berlin, TU Darmstadt, TU Dresden, TU München, Karlsruher Institut für Technologie und Universität Stuttgart). Die Tsinghua University ist zusätzlich Mitglied in der Global Engineering Excellence Initiative (GEE) und dem Global Engineering Internship Program (GEIP).

Die University of Science and Technology Beijing (USTB) untersteht direkt dem chinesischen Bildungsministerium. Im Stadtteil Haidian gelegen, liegt ihr Ausbildungsschwerpunkt im ingenieurtechnischen Bereich. Daneben existieren Studienangebote in den Bereichen Management, Geisteswissenschaften, Wirtschaft und Rechtswissenschaften. Die USTB verfügt über neun Fakultäten mit 39 Studiengängen. An der USTB studieren 14.000 Studenten, davon 1.200 Doktoranden.

Das Beijing Institute of Technology (BIT) ist eine öffentliche Universität in Haidian und eine der führenden Forschungsuniversitäten in China. Das BIT kooperiert mit elf chinesischen Provinzen, 40 Stadt- und Bezirksregierungen und 90 Bildungseinrichtungen in 29 Ländern. Weiterhin arbeitet die Universität mit mehr als 100 großen chinesischen und internationalen Unternehmen zusammen.

Am BIT studieren ca. 44.000 (ca. 2.500 Doktoranden). Der Fokus liegt traditionell auf der polytechnischen Ausbildung und Forschung. Das BIT ist eine multidisziplinäre Universität mit umfangreichen akademischen Disziplinen in Technik, Wissenschaft, Management, Humanwissenschaften, Wirtschaft, Jura und Pädagogik und verfügt über 43 Forschungsinstitute und –zentren.

Die Beijing University of Posts and Telecommunications (BUPT) betreibt Lehre und Forschung im Bereich der kabellosen Kommunikation und der Computer- und Elektrotechnik.  

Des Weiteren gehört die BUPT zu den Universitäten, die seit 1995 im "Projekt 211", einem vom Bildungsministerium der Volksrepublik China durchgeführten Projekt zur Eliteförderung, gefördert werden. Seitdem hat die BUPT die Qualität der Lehre, der wissenschaftlichen Forschung, des Managements und ihre Verwaltungseffizienz deutlich verbessern können. An der BUPT studieren ca. 21.000 Studenten.

Die Beijing University of Aeronautics & Astronautics (auch: Beihang University) wurde 1952 gegründet. Der Schwerpunkt der Universität liegt auf der Luft- und Raumfahrt; darüber hinaus besteht ein breites Angebot an Studiengängen in den Bereichen Naturwissenschaften, Technologie, Recht, Ökonomie, Management, Philosophie, Fremdsprachen und Bildung. Seit 2005 besteht mit der "École Centrale", der führenden französischen Grande École im ingenieurwissenschaftlichen Bereich, eine Kooperation und ein gemeinsamer Studiengang mit dem Namen "École Centrale de Pékin". Die Beihang Universität gehört zu den zehn besten technischen Universitäten Chinas. An der Hochschule studieren 23.000 Studenten.

Internationale Austauschprogramme und Kooperationsvereinbarungen sind von der Beihang Universität intensiv und aktiv entwickelt worden: Inzwischen betreibt die Universität Kooperationen mit 152 Universitäten und Forschungsinstituten aus 40 Ländern.

Seit den neunziger Jahren ist die Beihang Universität eine der wenigen Universitäten in China, deren internationale Master- und Doktorprogramme in Englisch gehalten werden. Auch Bachelor-Studiengänge werden in Englisch angeboten.

Die chinesische Regierung beschloss im Dezember 2008 die aktive Anwerbung ausländischer Top-Wissenschaftler mithilfe des sogenannten 1.000-Talents-Plans. Das Ziel ist es, im Ausland tätige (auch chinesische) Wissenschaftler für sowohl kurzfristige Forschungsprojekte als auch langfristige Forschung nach China zu holen. Die Auswahlkriterien, die die chinesische Regierung hierfür formuliert hat, sind sehr hoch: Die Bewerber sollten bereits einige wissenschaftliche Artikel in den zentralen Fachzeitschriften veröffentlicht haben oder mit namhaften Preisen ausgezeichnet worden sein und ihr Studium an einer Universität mit Weltrang abgeschlossen haben. Der Nutzen des 1.000-Talents-Plans wird sowohl in China als auch international kontrovers diskutiert. Kritiker bemängeln, dass viele der Wissenschaftler nur befristete Forschungsaufenthalte in China absolvieren, um danach wieder ins Ausland zurückzukehren. Die Zahl derjenigen Wissenschaftler, die dauerhaft in China bleiben, ist noch nicht veröffentlicht worden.

Den Wissenschaftlern werden dabei spezielle Anreize geboten, wie beispielsweise vergünstigte Häuser, finanzielle Zuschüsse sowie steuerfreie Ausbildungen für deren Kinder. 92 Prozent der Chinesen, die 2002 eine naturwissenschaftliche oder technische Promotion erlangt haben, blieben bis 2007 in den USA und kehrten nicht in ihre Heimat zurück. Das Programm läuft noch bis 2018.

Rund 770 Talente konnten mittels des Programms nach Peking gelotst werden, 80 Prozent von ihnen arbeiten jetzt in Zhongguancun. Zusätzlich zu dem Programm wurden Kooperationsabkommen mit Sydney, Brüssel und Helsinki geschlossen, um Zhongguancun für Talente attraktiv zu machen.

Ein ähnliches Programm ist das Beijing Overseas Talent Project, mit dessen Hilfe chinesische Wissenschaftler und Studenten aus Übersee in ihre Heimat zurückgeholt werden sollen.

Die "Rückkehrer" sind für den ZSP besonders wichtig: Bis 2006 sind über 275.000 chinesische Wissenschaftler und Studenten aus Übersee in ihre Heimat zurückgekehrt, 5.000 von ihnen gründeten 2.000 Hightech-Firmen in Zhongguancun.

Ein Beispiel hierfür ist etwa LHWT Microelectronics. Das Unternehmen wurde 2001 vom Rückkehrer Dr. Guoliang Shou gegründet, der zuvor an der Universität Tokyo promoviert hatte. Auch Baidu, die chinesische Suchmachine mit Sitz in Zhongguancun, wurde im Jahr 2000 von einem aus dem Ausland zurückgekehrten Studenten gegründet.

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Entwicklungsdynamik

Die im Rahmen des "Development Plan for Zhongguancun Science Park (2011-2020)", der vom chinesischen Staatsrat veröffentlicht wurde,  vordersten Innovations- und Entwicklungsziele im Zhongguancun Science Park bis 2015 bestehen in

1. der Etablierung von Mechanismen zur Förderung der unabhängigen Innovation

2. der Verbesserung der nationalen Innovationsfähigkeiten

3. der Einrichtung eines speziellen Talentbereichs in Zhongguancun

4. der Mobilisierung und Belebung des Unternehmertums und der Innovation

5. der Erhöhung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit des ZSP

6. der Verbesserung der Internationalisierungsstrategie des ZSP

Ein neuer Dreijahresplan für Süd-Peking (2013 – 2015) ist im März 2013 vorgestellt worden. Der neue Plan ist eine Fortsetzung des vorhergegangenen Dreijahresplans (2010 – 2012). Eckpunkte des neuen Papiers sind unter anderem der Bau eines neuen Flughafens in Peking und die Förderung der industriellen Entwicklung in Süd-Peking. Neben der Schaffung von Industriegebieten mit Vorbildcharakter geht es auch ausdrücklich um die Steigerung der Lebensqualität. Dazu zählen beispielsweise die Verbesserung der Ausbildungsqualität, die Verbesserung des Gesundheitswesens und die Sicherung der Wasserversorgung; weiter soll die Infrastruktur verbessert werden, um die regionale wirtschaftliche Entwicklung zu fördern und insgesamt mehr kommunalpolitische Unterstützung geboten werden. Darüber hinaus ist Peking darum bemüht, die urbane Umgebung der Stadt weiter zu entwickeln und die Infrastruktur, insbesondere in dem Gebiet des Zhongguancun Science Parks, auszubauen.

Eines der dringendsten Probleme wird in den kommenden Jahren in der Verfügbarkeit von Führungskräften mit internationaler Erfahrung liegen. So werden in China nach einer Studie des Center for China and Globalisation bis 2023 ca. 75.000 Führungskräfte benötigt; verfügbar sind jedoch nur 3.000 – 5.000 Manager mit der notwendigen internationalen Erfahrung.

Insgesamt sind die Zukunftschancen positiv zu bewerten, nicht zuletzt, weil der ZSP in den vergangenen Jahren trotz der Auswirkungen der Finanzkrise die Zahl der neugegründeten Hightech-Unternehmen von Jahr zu Jahr steigern konnte.

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