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Helmholtz-Zentrum koordiniert EU-Forschungsnetzwerk für Ionentechnologie

Berichterstattung weltweit

Das vom Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) initiierte EU-Netzwerkprojekt "Fokussierte Ionentechnologie für Nanomaterialien - FIT4NANO" will Forschende sowie Unternehmen aus ganz Europa zusammenbringen, um die Technologie gemeinsam weiterzuentwickeln und neue Anwendungen zu erschließen.

FIT4NANO will Akteure aus der Entwicklung und Herstellung sowie Anwenderinnen und Anwender aus ganz Europa miteinander vernetzen und Kontakt- und Austauschmöglichkeiten schaffen. Ziel ist es, die grundlegenden Erkenntnisse zur Nutzung fokussierter Ionenstrahlen (Focused Ion Beam, FIB) zusammenzuführen, Kooperationen zu ermöglichen und gemeinsam neue Produkte und Anwendungstechniken zu entwickeln. An dem Projekt nehmen rund 80 experimentelle und theoretische Arbeitsgruppen aus 30 Ländern teil.

Der fein fokussierte Ionenstrahl ist ein nützliches Werkzeug in der Nanotechnologie sowie in der Analytik und könnte zukünftig für viele weitere Anwendungen u. a. in der Halbleiterindustrie, bei der Modifizierung von 2D-Materialien sowie in der Medizin bedeutsam werden. Einen aktuellen Beitrag leisten Ionenstrahlphysikerinnen und -physikern bereits zur Entwicklung neuer Vakzine gegen Corona-Viren.

Das auf vier Jahre angelegte Programm startete Mitte Oktober 2020 mit einem Kick-off-Meeting. Inhaltlich wurden drei Schwerpunkte definiert: Die Weiterentwicklung der fokussierten Ionenstrahltechnologie, ihre Anwendung auf nanostrukturierte Funktionsmaterialien und der theoretische Hintergrund zu den Wechselwirkungen zwischen Ionen und Festkörpern. Für den Austausch und Wissenstransfer untereinander sind u. a. jährliche projektweite Treffen und gemeinsame Veröffentlichungen geplant. Für die Netzwerkaktivitäten stellt das EU-Programm COST (European Cooperation in Science and Technology) pro Jahr bis zu 120.000 Euro bereit.

Die größte Arbeitsgruppe bilden Anwender, die fokussierte Ionenstrahlen für die Materialanalyse und die Herstellung neuartiger Nanomaterialien in einer Größenordnung unter 10 Nanometer nutzen wollen. Besonders stark vertreten sind hier Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus "forschungs- und innovationsschwächeren" europäischen Staaten, sogenannte Zielstaaten für Inklusion (Inclusiveness Targeted Countries, ITC). In einer anderen Gruppe kooperieren akademische und kommerzielle Technologieentwicklerinnen und -entwickler, um weitere Ionenquellen wie Eisen-, Kobalt- oder Nickellegierungen für FIB-Anwendungen nutzbar zu machen oder neue verbesserte Werkzeuge zu entwickeln. Die Wechselwirkungen zwischen Ionen und Festkörpern besser zu verstehen ist das Ziel der Arbeitsgruppe "Theorie und Simulation". Eine vierte Gruppe engagiert sich in der Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit und fördert nicht nur den Wissenstransfer untereinander, sondern auch den zur Industrie und interessierten Laien. In diesem Zuge sollen ein "FIB-Almanach" - eine Datenbank, die besondere Instrumente, deren Verfügbarkeit und Anwendungsspektren auflistet und ein "FIB-Atlas" mit Referenzdaten und einer Ionen- und Materialdatenbank entstehen.

Quelle: Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf via IDW Nachrichten Redaktion: von Sarafina Yamoah, VDI Technologiezentrum GmbH Länder / Organisationen: COST Themen: Netzwerke Physik. u. chem. Techn.

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