Überblick

COST (European Cooperation in Science and Technology) wurde als zwischenstaatliche europäische Initiative, bei der nationale Forschungsaktivitäten in interdisziplinären Netzwerken (COST-Aktionen) zusammengeführt werden, 1971 auf Beschluss einer Ministerkonferenz gebildet. Somit ist COST das älteste Programm für transnationale Forschungs- und Technologiekooperation in Europa.

Zielsetzung

COST fördert die Vernetzung von wissenschaftlichen und technologischen Forschungsaktivitäten in Europa.

Auf diese Weise ermöglicht es einen gemeinsamen Austausch zwischen den Forschenden sowie eine verbesserte Koordination von Forschungsaktivitäten und die Verbreitung ihrer Ergebnisse. Außerdem legt COST Wert darauf, dass die Netzwerke sowohl jüngere Forschende als auch Forschende aus „Forschungs- und innovationsschwächeren“ europäischen Staaten (den sog. „Zielstaaten für Inklusion, engl. „InclusivenessTargeted Countries“) gezielt einbeziehen. Die Mittel für die Forschung stammen aus nationaler Förderung. COST fördert lediglich die Infrastruktur zur Vernetzung, wie etwa: Arbeitsgruppen, Tagungen, Workshops, kurze wissenschaftliche Austausche, Training Schools, Reisekosten und gemeinsame Veröffentlichungen.

Darüber hinaus übernimmt COST in der europäischen Forschungslandschaft eine Initiatorenrolle. Zum einen, indem über die Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) hinaus auch andere europäische Länder als vollwertige Mitglieder in COST integriert werden. Zum anderen nimmt COST eine Vorreiterrolle für Themen ein, deren Koordination auf europäischer Ebene noch nicht hinreichend etabliert ist oder für die in den notwendigerweise thematisch enger gefassten EU-Gemeinschaftsprogrammen kein Raum ist. COST kann somit flexibler auf aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen reagieren.

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Mitgliedsländer und Finanzierung

Mitgliedsländer  

An COST sind 37 Staaten beteiligt:  

  • die 28 EU-Mitgliedsstaaten;
  • Bosnien-Herzegowina, Island, ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien, Montenegro, Norwegen, Schweiz, Serbien, Türkei und
  • Israel als kooperierendes Land, kein Stimmrecht in Gremien, aber in COST-Aktionen gleichberechtigt.

Darüber hinaus ist COST offen für internationale Kooperationen. Neben den sogenannten 37 „COST Full members“, und Israel als kooperierender Staat („COST Cooperating Member“) können auch Non-COST Partner Länder („NON - COST Partner Countries“), dazu gehören die Benachbarten Staaten („COST Near Neighbour Countries“) und die Internationalen Partnerländer von COST („International Partner Countries“), zu festgelegten Bedingungen und in gegenseitigem Nutzen an COST-Aktionen teilnehmen. Die Bedinungen zur Teilnahme und Kostenerstattung finden Sie auf http://www.cost.eu/participate

Finanzierung

COST ist kein Förderprogramm mit eigenen Mitteln für die Forschungsvorhaben innerhalb der Aktionen, es fördert lediglich die Vernetzungsaktivitäten. Die Mittel dazu erhält COST durch das europäische Rahmenprogramm für Forschung und Innovation – Horizont 2020. Die in COST-Aktionen eingehende Forschungsarbeit muss von jeder teilnehmenden Hochschule, Forschungseinrichtung oder von teilnehmenden Unternehmen selbst finanziert werden, sei es aus der Grundfinanzierung oder aus öffentlichen oder privaten Projektmitteln. Deutsche Teilnehmer/innen, die sich um staatliche Förderung bemühen, können gegebenenfalls Fördermittel aus nationalen Programmen, z.B. den Fachprogrammen des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) oder der Länder beantragen. Einen speziellen Fond für die COST- Zusammenarbeit gibt es in Deutschland nicht. 

Zu den Vernetzungsaktivitäten zählen:  

  • Reisekosten und Tagegeld (Meetings, Workshops, Konferenz)
  • Organisation von Meetings, Workshops, und Konferenzen
  • Kurzzeit-Expertenaustausche von (jungen) Forschenden
  • Training Schools
  • Verbreitung von wissenschaftlichen Ergebnissen, Veröffentlichungen
  • Einrichtung einer COST-Aktions-Webseite
  • Kosten, die im Rahmen der Finanzverwaltung einer COST-Aktion entstehen
  • Workshops, Versammlungen, Seminare, Summer Schools
  • Publikationen
  • Austausch von (jungen) Wissenschaftlern.

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Struktur und Arbeitsweise

Alle Mitgliedsländer von COST sowie die Kommission der EU können Forschungsvorhaben vorschlagen (COST-Aktionen). Der Begriff "Bottom-up" steht für das wesentliche Prinzip von COST und bedeutet, dass der Anstoß für ein neue COST- Aktion "von unten", also von den Teilnehmern selbst ausgeht.

Forschende aus allen COST-Mitgliedstaaten können an jeder COST-Aktion teilnehmen, andererseits besteht keine Verpflichtung eines Mitgliedstaates, sich an allen Aktionen zu beteiligen. Das entspricht dem s.g. "à la carte"-Prinzip.

Die Finanzierung der Forschungsarbeiten erfolgt auf nationaler Ebene. Die Zusammenarbeit ist in Form von "konzertierten Aktionen" organisiert: COST- Aktionen werden zu unterschiedlichen Themen, in denen Forschungs- und Kooperationsbedarf erkannt wurde, gestartet. Jede Aktion hat ein bestimmtes Thema und ein klar definiertes Ziel, das mit aufeinander abgestimmten Forschungsaktivitäten erreicht werden soll.

Die eigentlichen Forschungsarbeiten werden auf nationaler Ebene durchgeführt und innerhalb der Aktion koordiniert. Jede Aktion bildet so einen Rahmen für die Arbeit der teilnehmenden nationalen Forschungsgruppen, die sich gegenseitig ergänzen oder unterschiedliche Aspekte des jeweiligen Themas behandeln. Durch eine Aktion haben Forschende die Möglichkeit, ein internationales Netzwerk zu schaffen, das auch über die Dauer der eigentlichen Aktion hinaus bestehen bleiben kann.

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Eine Initiative vom

Projektträger