Überblick

EUREKA ist eine europäische Forschungsinitiative für anwendungsorientierte Forschung und Entwicklung. 1985 gegründet, bietet EUREKA seither Industrie und Wissenschaft einen flexiblen Rahmen zur optimalen Durchführung von internationalen Kooperationsprojekten. Themenoffen, marktorientiert und mit flexibler und dezentraler Administration stellt EUREKA eine wichtige Ergänzung zu den Forschungsprogrammen der Europäischen Union dar.

Die Ziele von EUREKA und die Grundsätze der Zusammenarbeit sind in der "Hannover-Deklaration" festgehalten, die seit 1985 gültig ist.

Das nationale Kontaktbüro in Deutschland ist das EUREKA-Büro, dessen MitarbeiterInnen zu Fragen der Initiierung und Durchführung von Projekten, insbesondere bei der Antragstellung, Partnersuche und Finanzierung, beraten.

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Zielsetzung

Innovation ist eine Voraussetzung für internationale Wettbewerbsfähigkeit. Hier setzt EUREKA an und bietet Unternehmen und wissenschaftlichen Einrichtungen einen Rahmen zur Gestaltung von grenzüberschreitenden und marktorientierten Kooperationsprojekten auf dem Gebiet von Forschung und Entwicklung.

Die Ziele von EUREKA auf einen Blick:

  • Entwicklung von Produkten, Verfahren und Dienstleistungen für zivile Zwecke bis zur Marktreife
  • Entwicklung von europäischen Infrastrukturen und Normen
  • Lösungsfindung zu länderübergreifenden Problemen
  • Nutzung des vorhandenen Potenzials von Experten, Know-how, forschungsaktiven Einrichtungen und finanziellen Ressourcen in Europa
  • Förderung der europäischen Wettbewerbsfähigkeit auf den Weltmärkten
  • Stärkung des europäischen Binnenmarktes

Zielgruppen von EUREKA

Für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) ist EUREKA aufgrund der flexiblen Struktur und des geringen administrativen Aufwandes eine besonders geeignete Plattform für internationale Kooperationen. Die europäische Großindustrie nutzt EUREKA zum Ausbau und zur Intensivierung strategischer Allianzen (in EUREKA Clustern), um ihre Wettbewerbsfähigkeit weltweit zu sichern. Forschungseinrichtungen wiederum profitieren durch den unmittelbaren Kontakt zu Unternehmen und durch die Anwendungsnähe der Projekte.

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Mitgliedsländer und Finanzierung

http://eureka.dlr.de

Mitgliedsländer

Zum EUREKA-Netzwerk gehören insgesamt 41 Mitglieder: 40 europäische Länder (die 28 EU-Staaten sowie Island, Israel, die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien, Monaco, Montenegro, Norwegen, Russland, San Marino, Schweiz, Serbien, Ukraine, Türkei) sowie als 41. Mitglied die Europäische Union, vertreten durch die Europäische Kommission. Des Weiteren sind Südkorea, Kanada, Chile und Südafrika assoziierte Mitglieder. Eine Beteiligung von Nichtmitgliedsstaaten (Drittländer) an einzelnen EUREKA-Projekten ist grundsätzlich möglich.

Finanzierung

EUREKA ist eine Forschungsinitiative, aber kein Förderprogramm. Daher beinhaltet der EUREKA-Projektstatus nicht automatisch eine staatliche Förderung bzw. Förderzusage. Die Projektfinanzierung liegt in der Eigenverantwortung der Projektpartner. Fördermittel sind auf nationaler Ebene in den jeweiligen Heimatländern der Projektpartner zu beantragen. In Deutschland sind grundsätzlich alle nationalen und regionalen Förderprogramme offen für die Finanzierung deutscher Beiträge an EUREKA-Projekten, es gibt jedoch  mit Ausnahme von Eurostars (s.u.) keine speziell für EUREKA-Vorhaben reservierten Mittel. Die nationalen Kontaktbüros - in Deutschland das EUREKA-Büro - unterstützen gerne bei der Suche nach geeigneten Förderprogrammen oder den richtigen Ansprechpartnern.

Eurostars

Um KMU eine Zusammenarbeit auf europäischer Ebene zu ermöglichen und damit ihre Wettbewerbsfähigkeit weltweit zu stärken, hat EUREKA gemeinsam mit der Europäischen Kommission das Förderprogramm Eurostars initiiert. Eurostars richtet sich speziell an forschungstreibende KMU, die mit Partnern in anderen Mitgliedstaaten gemeinsam Forschungs- und Entwicklungsprojekte durchführen. Dabei funktioniert Eurostars nach dem gleichen Bottom-up-Prinzip wie die übergeordnete Initiative EUREKA. Charakteristisch für Eurostars sind das einfache Antragsverfahren, eine zügige internationale Begutachtung sowie die Unterstützung durch nationale EUREKA-Büros. Eurostars ist eine Maßnahme nach Artikel 185 AEUV – ein gemeinsames Programm von inzwischen 36 Mitgliedsstaaten und der Europäischen Kommission. Die Förderung der Projektteilnehmer erfolgt jeweils aus nationalen Mitteln, die durch einen Beitrag der Europäischen Kommission aufgestockt werden. Deutschland beteiligt sich mit Mitteln aus dem Bundesministerium für Bildung und Forschung. Für die Phase von Eurostars 2 (2014-2020) hat das Ministerium das Budget deutlich erhöht und rund 90 Mio. € zur Verfügung gestellt.

Seit dem Start des Programmes vor 10 Jahren haben sich insgesamt rund 18.000 Unternehmen und Forschungseinrichtungen mit fast 5.500 Projekten beworben. Die Zielgruppe der KMU stellte dabei etwa 70% aller Antragsteller. Deutschland nimmt sowohl hinsichtlich der Beteiligung als auch der Förderung die Spitzenposition ein: Rund 620 deutsche Teilnehmer beteiligten bzw. beteiligen sich mit einem Fördervolumen von bisher 64 Mio. Euro in 375 Eurostars-Projekten. Technologie-Schwerpunkte der deutschen Beteiligung sind Projekte im Bereich Biotechnologie/Medizin, ICT/Elektronik sowie Industrielle Verfahren/Transport.

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Struktur und Arbeitsweise

Gremien und Einrichtungen

Die politische Begleitung der europäischen Forschungsinitiative EUREKA und die administrative Betreuung der Projekte sind in einem dezentralen Netzwerk organisiert. In diesem sind die Regierungen aller Mitgliedsländer und die Europäische Kommission vertreten. Dieses Netzwerk organisiert sich durch folgende Gremien und Einrichtungen: Ministerkonferenz, Interparlamentarische Konferenz, Gruppe Hoher Repräsentanten, Exekutivgruppe, Nationale Projektkoordinatoren sowie durch das EUREKA-Sekretariat in Brüssel. Im jährlichen Wechsel (von Juli bis Juni) übernimmt ein Mitgliedsland den Vorsitz des Netzwerkes und koordiniert die politische und strategische Fortentwicklung von EUREKA. Die Gremien werden dabei jeweils von einem Vertreter des Vorsitzlandes geleitet. Im Juli 2017 hat Finnland für ein Jahr den Vorsitz übernommen.

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Eine Initiative vom

Projektträger