Historie G7 und G20

G7/G8

Die G7/G8 bekennen sich seit vielen Jahren zur Unterstützung von Forschung und Wissenschaft und haben eine Reihe von Initiativen angestoßen, so z.B. 1987 das internationale Programme zur Analyse komplexer Mechanismen lebender Systeme ("Human Frontier Science Program HFSP"). Ein weiteres Beispiel ist der Aufbau eines Globalen Erdbeobachtungssystems der Systeme („Global Earth Observation System of Systems GEOSS“), das auf den G8-Gipfel in Evian 2003 zurückgeht.

Allerdings fehlte lange Zeit eine zusammenhängende Forschungsagenda. Einem ersten Treffen der G8-Wissenschaftsminister 2008 unter japanischem Vorsitz folgten zunächst keine weiteren Treffen. 2013 trafen die G8-Wissenschaftsminister unter britischem Vorsitz in London erste konkrete Beschlüsse zur Forschungspolitik. Diese Beschlüsse wurden unter deutschem Vorsitz 2015 zu einer eigenen G7-Forschungsagenda weiter entwickelt Abschlusserklärung der G7-Wissenschaftsminister 2015 in Berlin). Gleichzeitig wurden die Treffen der G7-Wissenschaftsminister verstetigt. Im Jahr 2016 fand das Forschungsministertreffen unter japanischem Vorsitz in Tsukuba statt (Abschlusserklärung der G7-Wissenschaftsminister 2016).

Neben den G7-Wissenschaftsministern haben auch die G7-Staats- und Regierungschefs mit den Beschlüssen zur Gesundheit einen Einfluss auf die G7-Forschungsagenda ("Ise-Shima Vision on Global Health"). Dazu kommen Beschlüsse der G7-Minister für Informations- und Kommunikationstechnologien, die auch Forschung betreffen ("Action Plan on Implementing the Charter for the Digitally Connected World"). 

Unter italienischem Vorsitz wird im September 2017 sowohl ein Treffen der G7-Minister für Industrie und Informations- und Kommunikationstechnologien als auch ein Treffen der G7-Wissenschaftsminister stattfinden.  

G20

In der G20 konzentrierten sich zunächst die Agrarminister auf Agrarforschung zur Sicherstellung der Ernährung einer wachsenden Weltbevölkerung. Da das Wirtschaftswachstum in den G20-Ländern schwächelt, ergriff China im Jahr 2016 die Initiative und setzte das Thema Innovation auf die Tagesordnung. Der G20-Gipfel in Hangzhou bekannte sich zu einem gemeinsamen Handlungsrahmen für Innovation (G20 Blueprint on Innovative Growth"). Konkretisiert wurde dieser Rahmen zum einen durch den "G20 2016 Innovation Action Plan", sowie Initiativen für bestimmte Schlüsseltechnologien ("G20 New Industrial Revolution Action Plan", "G20 Digital Economy Development and Cooperation Initiative"). 

Diese Agenda wird durch ein erstes Treffen der G20-Digitalminister im Jahr 2017 unter deutschem Vorsitz weiter verfolgt. 

Ziele G7 und G20

Die Ansätze der G7 und der G20 in den Bereichen Wissenschaft, Forschung und Innovation unterscheiden sich. Die G7 sieht Forschung seit 2015 als ein wichtiges Mittel, um globale Herausforderungen zu bewältigen, insbesondere in den Bereichen Umwelt und Gesundheit. Die G7 hat darüber hinaus eine Reihe von Querschnittthemen auf die Agenda gesetzt. Die Förderung von Informations- und Kommunikationstechnologien dient der Bewältigung von globalen Herausforderungen. Der sich verstärkenden Ungleichheit innerhalb der Gesellschaft wollen die G7 durch inklusive Innovation entgegentreten. Die führende Rolle der G7-Staaten in den Bereichen Wissenschaft und Technologie soll durch die Mobilisierung von Nachwuchskräften gesichert werden. Die gemeinsame Nutzung von Forschungsinfrastrukturen entlastet die öffentlichen Haushalte, während Open Science die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass Forschungsdaten und Forschungsergebnisse sinnvoll genutzt werden.

Die G20 haben im Vergleich zur G7 bisher erst in Ansätzen eine Forschungsagenda zur Bewältigung globaler Herausforderungen entwickelt. Der Schwerpunkt liegt dabei seit 2011 auf der langfristigen Sicherstellung der Welternährung vor dem Hintergrund steigender Bevölkerungszahlen. Im Bereich Gesundheit wird voraussichtlich ab 2017 eine G20-Agenda entwickelt. Die G20 sieht darüber hinaus Innovationsförderung vor allem als Mittel an, um die Wirtschaft zu beleben und ein höheres Wachstum zu erreichen.
 

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