Überblick

Die G7 und die G20 verfügen mit der Agenda 2030 über einen übergreifenden und langfristigen Bezugsrahmen für ihre Beschlüsse. Die Agenda gilt für Entwicklungsländer, Schwellenländer und Industrieländer gleichermaßen. Sie wurde auf dem Gipfel der Vereinten Nationen im September 2015 angenommen. Sowohl die G7 als auch die G20 haben sich zu den 17 Nachhaltigkeitszielen bekannt. Die G20 haben im September 2016 einen eigenen Aktionsplan zur Umsetzung der Agenda 2030 ("G20 Action Plan on the 2030 Agenda for Sustainable Development") angenommen.

Bildung sowie Forschung und Innovation werden in separaten Abschnitten vorgestellt (siehe Bildung Überblick G7 und G20, Forschung Überblick G7 und G20). Viele Beschlüsse der G7 und G20 in anderen Arbeitsbereichen setzen jedoch einen wichtigen Rahmen für Bildung, Forschung und Innovation und/oder enthalten Zusagen für verstärkte Förderung. Daher werden auf dieser Seite die folgenden Schwerpunkte dargestellt: Digitalisierung, Zusammenarbeit mit Wissenschaftsorganisationen, Zusammenarbeit mit der Wirtschaft, Entwicklungszusammenarbeit, Ernährung, Gesundheit, Umwelt und Energie.

Weitere Informationen
Dokumente

Digitalisierung

G7/G8

Das Thema Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) wurde sporadisch auch von den G7/G8 aufgenommen (z.B. Okinawa Charter on Global Information Society 2000, G8 Declaration in Deauville). 2016 hat Japan ein erstes Treffen der IKT-Minister organisiert, auf dem eigene Beschlüsse getroffen wurden („Charter for the Digitally Connected World“ sowie „Action Plan on Implementing the Charter“). Zu den wichtigsten strategischen Zielsetzungen der G7 gehört die Förderung des Zugangs zu IKT. Die G7 unterstützen das Ziel, bis zum Jahr 2020 zusätzlich 1,5 Mrd. Menschen Zugang zum Internet zu verschaffen. Weitere strategische Zielsetzungen sind die Förderung des freien Informationsflusses und die Förderung von Innovation, die Nutzung von IKT zur Bewältigung von globalen Herausforderungen und umfassende internationale Kooperation, auch in Bezug auf Forschungsinitiativen. Das Thema Informations- und Kommunikationstechnologien wird unter italienischem Vorsitz im Jahr 2017 durch ein eigenes G7-Ministertreffen weiter vorangetrieben, das unmittelbar vor dem Treffen der G7-Wissenschaftsminister stattfindet (siehe unter Forschung G7 Informations- und Kommunikationstechnologien).

G20

Digitale Technologien waren im Jahr 2016 vor dem Hintergrund eines insgesamt schwachen Wirtschaftswachstums auch ein Schwerpunkt der chinesischen G20-Präsidentschaft. Die Staats- und Regierungschefs nahmen die "G20 Digital Economy and Cooperation Initiative" an. Die Prinzipien der G20 sind in diesem Bereich häufig deckungsgleich mit denen der G7. So bekennen sich die G20 ebenfalls zu freiem Informationsfluss und zu dem Ziel, bis zum Jahr 2020 weiteren 1,5 Mrd. Menschen Zugang zum Internet zu verschaffen. In Bezug auf Innovation betonen die G20, dass sowohl Innovation der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) selbst gefördert werden soll, als auch die Innovation von IKT-getriebenen Aktivitäten von Unternehmen. Zusätzlich haben die Staats- und Regierungschefs 2016 den „G20 New Industrial Revolution Action Plan“ beschlossen. Ziel ist es bestimmte IKT-Anwendungen (zum Beispiel Internet of Things, Big Data, Cloud Computing, Künstliche Intelligenz (AI), Robotik) voranzutreiben und mit Produktionstechnologien zu verbinden, um neue Produktions- und Geschäftsmodelle wie Smart Manufacturing und Anpassung an Kundenwünsche („Customization“) zu fördern. Die Initiative ist Teil einer weiteren G20-Initiative zur Innovationsförderung (Näheres siehe unter Forschung G20 Innovationsförderung). Im Jahr 2017 findet dazu unter deutschem Vorsitz das erste G20-Digitalministertreffen statt.

Nach oben

Weitere Informationen
Nachrichten

Zusammenarbeit mit Wissenschaftsorganisationen

T20

Die T20 sind ein politisch unabhängiges Netzwerk von Forschungsinstituten sowie Think Tanks aus den G20-Ländern, das seit 2012 aufgebaut wurde. Die T20 organisieren einen Dialog unter ihren Mitgliedern und beraten die G20 auf wissenschaftlicher Grundlage. Die deutsche Bundesregierung hat für die Zeit der deutschen G20-Präsidentschaft das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) sowie das Deutsche Institut für Entwicklungspolitik (DIE) mit der Organisation des T20-Prozesses beauftragt.

G7- und G20-Akademien

Seit dem Gipfeltreffen 2005 in Gleneagles erarbeiten die nationalen Akademien der G7 Staaten im Vorfelds der Gipfeltreffens der Staats- und Regierungschefs jedes Jahr wissenschaftsbasierte Empfehlungen zu den dort verhandelten Themen (S7). Häufig werden Akademien anderer Staaten mit einbezogen. Deutschland ist durch die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina vertreten. Unter deutschem Vorsitz unterstützen die Akademien der G20-Länder 2017 erstmals den G20-Prozess ("Science20").

G8-HORCs 

Die sogenannten G8-HORCs (Head of Research Councils) setzen sich aus den großen Forschungsförderorganisationen der G8-Länder zusammen; sie treffen sich bereits seit den achtziger Jahren einmal jährlich. Zwischen 2010 und 2012 haben die G8-HORCs eine eigene gemeinsame Förderinitiative durchgeführt. Die Idee dazu wurde in Zusammenarbeit zwischen der Leitung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) entwickelt.

Nach oben

Zusammenarbeit mit der Wirtschaft

G7/G8

2007 wurde auf Initiative des Bundesverbandes Deutscher Industrie (BDI) im Vorfeld des G8-Gipfels der Staats- und Regierungschefs erstmals ein sogenannter "G8 Business Summit" durchgeführt. Diese Gipfel werden bis heute im jährlichen Rhythmus fortgesetzt (inzwischen als B7). Teilnehmer sind Vertreter der Spitzenwirtschaftsverbände der G7-Staaten, die in einer Erklärung ihre Erwartungen an den G7-Gipfel formulieren. Deutschland wird durch den Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) vertreten (B7-Prozess).

G20 

Nach der Durchführung des ersten „G20 Seoul Business Summit“ im Jahr 2011 wurde der B20-Prozess verstetigt. Die Federführung liegt bei dem Vorsitzland der G20. Im Jahr 2017 üben daher der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), der Bundesverband der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) sowie der Deutsche Industrie- und Handelstag (DIHK) gemeinsam den Vorsitz der B20 aus (B20-Prozess unter deutscher Präsidentschaft). Sie berufen Vertreter von Wirtschaftsverbänden und Firmen in international zusammen gesetzte Arbeitsgruppen. Dort werden konkrete Politikvorschläge für die gesamte G20-Agenda entwickelt. Die Prioritäten der B20 werden einer breiteren Öffentlichkeit auf dem sogenannten "B20 Summit" am 2. und 3. Mai 2017 vorgestellt. Am 18. Mai folgt die sogenannte „B20 Health Conference“, die sich auf den Beitrag der Wirtschaft zur Entwicklung widerstandsfähiger, verantwortlicher und reaktionsschneller Gesundheitssysteme konzentriert.

Nach oben

Entwicklungszusammenarbeit

G7/G8

Die G7/G8 hatten bereits seit dem Jahr 2000 einen starken Fokus auf die Kooperation mit Afrika, insbesondere Subsahara-Afrika, gelegt und haben teilweise sehr großzügige finanzielle Zusagen gemacht. Dies war eine Antwort auf die afrikanische Reforminitiative Neue Partnerschaft für Afrikas Entwicklung ("New Partnership for African Development" - NEPAD). Daneben gibt es zahlreiche Einzelzusagen der G7, bestimmte Ziele zu unterstützen. Unter deutschem Vorsitz wurde 2015 eine G7-Initiative für erneuerbare Energien in Afrika ergriffen. Angestrebt wird, bis zum Jahr 2020 Energieleistungen im Umfang von 10.000 Megawatt in Subsahara-Afrika bereitzustellen („Initiative zur Absicherung von Klimarisiken“). Seit 2011 bieten die G7 allen reformorientierten Ländern des Mittleren und Nahen Ostens und Nordafrika Unterstützung unter der „Deauville-Partnerschaft“ an. Derzeit gehören dazu Ägypten, Tunesien, Marokko, Jordanien, Libyen sowie der Jemen.

G20

Die G20 hat im Jahr 2010 einen  mehrjährigen Aktionsplan für Entwicklung  angenommen, der gezielte Maßnahmen in ausgewählten Schlüsselbereichen unter Einbindung des Privatsektors vorsieht. Seit 2015 bietet die Agenda 2030 mit den 17 Nachhaltigkeitszielen („Sustainable Development Goals“) einen weitaus ehrgeizigeren Bezugsrahmen für die G20, auf den mit einem eigenen Aktionsplan geantwortet wurde („G20 Action Plan on the 2030 Agenda for Sustainable Development“). Seit 2015 ist ein Fokus auf Afrika erkennbar, zunächst mit einem eigenen Aktionsplan, mit dem unter anderem der Zugang zu Elektrizität in Subsahara-Afrika verbessert werden soll ("G20 Energy Access Action Plan"). Außerdem beschlossen die G20 unter chinesischem Vorsitz im Jahr 2016, die Industrialisierung Afrikas voranzutreiben. In ihrer Erklärung betonen sie die Chancen und Vorteile Afrikas bei der Industrialisierung, z.B. bei den natürlichen Ressourcen, der Demographie, der Verstädterung und der aufstrebenden Mittelschicht. Wissenschaft, Technologie und Innovation werden ausdrücklich als kritische Mittel zur Industrialisierung in Afrika hervorgehoben. Die G20 streben daher an, Kapazitäten aufzubauen und Innovationen zu stärken („G20 Initiative on Supporting Industrialization in Africa and Least Developed Countries").

Nach oben

Weitere Informationen
Dokumente

Ernährung

G7/G8

Das Thema Ernährung rückte Ende des letzten Jahrzehnts an die Spitze der G7/G8-Agenda, bedingt durch stark ansteigende Lebensmittelpreise im Frühjahr 2008. Der G8 gelang es relativ schnell, das Thema Ernährungssicherheit global zu verankern. Bereits bei der 2009 unterzeichneten "L'Aquila Initiative für Ernährungssicherheit" ging der Kreis von Unterzeichnerstaaten mit 28 deutlich über die G8 hinaus; daneben beteiligten sich zahlreiche internationale Regierungsorganisationen wie die FAO. Zur Umsetzung wurde unter anderem ein multilaterales Programm wie GAFSP (World Bank GAFSP - Global Agriculture and Food Security Program, siehe Anhang) geschaffen. 2015 setzten sich die G7 auf dem Gipfel von St. Elmau unter deutschem Vorsitz das Ziel, 500 Millionen Menschen aus Armut und Unterernährung zu befreien. Zur Umsetzung hat die G7 2016 die sogenannte „G7 Vision for Action on Food Security and Nutrition“ entwickelt. Dazu gehört das Ziel, die Forschungen im Bereich der klimafreundlichen Landwirtschaft zu verstärken.

G20

Ausgangspunkt für die G20-Agrarminister ist eine Prognose, nach der die Weltbevölkerung bis 2050 auf über 9 Milliarden Menschen anwachsen wird. In der Folge müsste die Agrarproduktion weltweit um etwa 60 Prozent gesteigert werden.  Vor diesem Hintergrund wurde 2014 das „G20 Food Security and Nutrition Framework“ angenommen, das drei Hauptziele festlegt. Benötigt werden steigende verantwortliche Investitionen in die Agrarproduktion und eine bessere Entlohnung für Produzenten wie Bauern und Landarbeiter. Die G20 erkennen an, dass das dritte Ziel, die nachhaltige Steigerung der landwirtschaftlichen Produktivität vor allem durch Forschung, Entwicklung, Innovation und Technologietransfer zu erreichen sein wird. Dabei sind insbesondere Familienbetriebe, die in kleinem Maßstab produzieren, mit einzubeziehen. Dazu gibt es konkrete Forschungsinitiativen (siehe unter Forschung G20 Agrarforschung). Im Januar 2016 haben die G20-Landwirtschaftsminister unter deutschem Vorsitz einen eigenen G20-Aktionsplan für Wasser beschlossen.

Nach oben

Gesundheit

G7/G8

Die Bekämpfung ansteckender Krankheiten war von den G8 schon früh zu einem weltweiten Ziel erklärt und mit erheblichen Mitteln unterstützt worden. In Genua wurde bereits 2001 der Beschluss gefasst, den Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria ("Global Fund") einzurichten. Allerdings finanziert der Fonds nicht primär die Entwicklung neuer Arzneimittel oder Impfstoffe: im Vordergrund stehen Zugang zu Prävention, Behandlung, Versorgung und Unterstützung. Im Rahmen der Agenda 2030 wurde festgelegt, dass bis zum Jahr 2030 Aids, Tuberkulose und Malaria (sowie die vernachlässigten Tropenkrankheiten) besiegt sein sollten (Nachhaltigkeitsziel 3.3). Zu diesem Zweck sind G7-Länder weiterhin aufgerufen, Beiträge zu dem "Global Fund" zu leisten.

Unter japanischem Vorsitz war das Thema Gesundheit im Jahr 2016 eine Priorität ("G7 Ise-Shima Vision for Global Health"). Die Staats- und Regierungschefs der G7 bekannten sich in der Abschlusserklärung des G7-Gipfels in Ise-Shima zu folgenden Zielen:

  • Förderung der allgemeinen Gesundheitsversorgung („Universal Health Coverage“), basierend auf Nachhaltigkeitsziel 3.8 der Agenda 2030;
  • Stärkung der Reaktionsfähigkeit auf Krisenfälle im Bereich der öffentlichen Gesundheit. Ausgangspunkt sind hier die Erfahrungen mit der Ebola-Krise;
  • Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen: Dieses Thema war ursprünglich von dem Wissenschaftsministertreffen 2013 in London in die G7 eingebracht worden. Im Jahr 2015 nahm die Weltgesundheitsorganisation WHO einen globalen Aktionsplan dazu an.
  • Förderung von Forschung und Entwicklung sowie von Innovation in diesen und anderen Gesundheitsbereichen.

Auf der Basis dieser Beschlüsse und derjenigen der G7-Wissenschaftsminister gibt es inzwischen eine eigene G7-Forschungsagenda für Gesundheit (siehe unter Forschung G7 Globale Gesundheit).

G20

Erstmals wird 2017 unter deutschem Vorsitz ein Treffen der G20-Gesundheitsminister stattfinden. Dabei wird das Thema „globale Gesundheit“ auf die Tagesordnung rücken. Schwerpunkte werden sich unter anderem an der Arbeit der G7 orientieren: Globale Notfallsysteme für Infektionskrankheiten, bessere Gesundheitssysteme in den Entwicklungsländern sowie Antibiotikaresistenzen. Die Staats- und Regierungschefs der G20 können diese Beschlüsse aufgreifen und darauf aufbauen.

Nach oben

Weitere Informationen
Links/Institutionen
Dokumente

Umwelt

G7/G8

Zwischen 1998 und 2009 waren die G8 im Bereich Umwelt stark engagiert. Bis zum Jahr 2009 fanden regelmäßig Treffen der G8-Umweltminister mit umfangreichen Beschlüssen statt. In Bezug auf Biodiversität setzten die G8 vor allem auf einen Ansatz, der den ökonomischen Wert der Biodiversität hervorhob. Dazu wurde zwischen 2008-10 die unabhängige Studie "Die Ökonomie der Ökosysteme und der Biodiversität" (TEEB) durchgeführt. Nach der Wirtschaftskrise 2008 nahm die Bedeutung des Umweltthemas auf der G7/G8-Gipfelagenda vorübergehend deutlich ab. 2015 kam die Trendwende: Zunächst belebte die deutsche Bundesregierung die G7-Umweltagenda wieder, indem sie eine neue G7-Allianz zu Ressourceneffizienz schuf, sowie einen Aktionsplan zur Bekämpfung der Meeresvermüllung annahm (Link zum Annex zur Abschlusserklärung des G7-Gipfels 2015). Ende des Jahres 2015 wurde das Pariser Klimaschutzabkommen, ein Meilenstein internationaler Umweltpolitik, unterzeichnet. Ein weiterer Meilenstein ist die 2015 durch die Vereinten Nationen beschlossene Agenda 2030 für Nachhaltige Entwicklung. Vor diesem Hintergrund organisierte die japanische G7-Präsidentschaft 2016 erneut ein Treffen der G7-Umweltminister in Toyama (Abschlusserklärung). Auch für 2017 ist ein entsprechendes Treffen unter italienischem Vorsitz geplant.
In Bezug auf den Klimawandel bekennen sich die G7-Staats- und Regierungschefs zu einer Vorreiterrolle bei der aktiven Umsetzung des Paris-Abkommens. Unter japanischem Vorsitz 2016 wurde vor allem das Thema Ressourceneffizienz aufgenommen und weiterentwickelt („Toyama Framework on Material Cycle“). Das Ziel ist unter anderem, Technologien für die energieeffiziente Wiedergewinnung von Rohstoffen zu entwickeln.

G20

Die G20 bekennen sich zum Pariser Klimaschutzabkommen. Die Klimapolitik wird von den G20 vor allem in Bezug auf das globale Finanzsystem und die Finanzpolitik eingeordnet („G20 Climate Finance Study Group“). Die G20 streben an, das Pariser Klimaschutzabkommen so bald wie möglich zu ratifizieren und pünktlich umzusetzen und rufen dazu auf, mehr Ressourcen zur Bekämpfung des Klimawandels zu mobilisieren. 

Nach oben

Weitere Informationen
Dokumente

Energie

G7/G8

Das Thema Energie rückte in der Mitte des letzten Jahrzehnts an die Spitze der G7/G8-Agenda. Gründe waren die zunehmende Besorgnis über den Klimawandel und die Explosion der Energiepreise. Ein G8-Meilenstein im Bereich Energie war der Beschluss zum Gleneagles-Aktionsplan zu Klimawandel, sauberer Energie und nachhaltiger Entwicklung (2005) einschließlich einer Globalen Partnerschaft für Bioenergie (GBEP).
Inzwischen hat die G20 ein immer stärkeres Engagement für die Themen Energieeffizienz und erneuerbare Energien (s. unten) entwickelt. Auch die G7 bekennt sich nach wie vor dazu. Unter deutschem Vorsitz wurde 2015 eine G7-Initiative für erneuerbare Energien in Afrika ergriffen. Angestrebt wird, bis zum Jahr 2020 Energieleistungen im Umfang von 10.000 Megawatt in Subsahara-Afrika bereitzustellen („Initiative zur Absicherung von Klimarisiken“). Zur Bekämpfung des Klimawandels unter dem Pariser Klimaschutzabkommen will die G7 Innovation verstärkt fördern, vor allem im Rahmen der Initiative „Mission Innovation“ (siehe unter Forschung G7 Saubere Energien). 

Seit der Ukraine-Krise und dem Ausscheiden Russlands aus der damaligen G8-Gruppe konzentriert sich die G7 stärker auf das Thema Energiesicherheit mit einer Reihe von Initiativen seit 2014. Außerdem unterstützen und beraten die G7 die Ukraine bei der Durchführung einer Energiereform. 

G20

Bereits 2009 unterstrichen die G20 in der Abschlusserklärung zu Pittsburgh ihr Interesse an dem Thema Energie. Im Jahr 2014 wurden eigene G20-Prinzipien zur Zusammenarbeit im Bereich Energie („G20 Principles on Energy Collaboration“) angenommen, die neben der Abschaffung von Subventionen für fossile Brennstoffe vor allem Zugang zu Energieversorgung, Effizienz und erneuerbare Energien ins Blickfeld nehmen. 2015 und 2016 fanden Treffen der G20-Energieminister statt.
Der “G20 Energy Efficiency Action Plan” wurde 2014 unter australischem Vorsitz angenommen, ein darauf basierendes Programm in 2016. Es gibt sechs Hauptbereiche: Fahrzeuge, vernetzte Anwendungen, Finanzen, Gebäude, industrielle Prozesse und die Erzeugung von Elektrizität. Die G20 verpflichten sich unter einer der sogenannten vier freiwilligen Säulen, Unterstützung für Forschung, Entwicklung und Verbreitung von energieffizienten Technologien zu leisten. Koordiniert wird die Arbeit durch die im Jahr 2009 von der G7 lancierte Internationale Partnerschaft für Energieeffizienzkooperation IPEEC (Sekretariat bei der Internationalen Energieagentur IEA).
Aktuell haben ca. 1.1 Mrd. Menschen keinen Zugang zur Elektrizität. Der „G20 Energy Access Action Plan: Voluntary Collaboration on Energy Access“ zielt darauf ab, allen Menschen Zugang zu erschwinglicher, verlässlicher und nachhaltiger Energieversorgung zu geben. Der Aktionsplan legte in 2015 zunächst den Fokus auf Subsahara-Afrika, und wurde im Jahr 2016 unter chinesischem Vorsitz auf die Asien-Pazifik-Region ausgedehnt.
Der im Jahr 2016 unter chinesischem Vorsitz angenommene “G20 Voluntary Action Plan on Renewable Energy” zielt darauf ab, den Anteil erneuerbarer Energien im Energiemix der G20-Staaten deutlich zu erhöhen. In diesem Kontext sollen auch Fallstudien zu Beispielen erfolgreicher Innovationen im Bereich erneuerbarer Energien durchgeführt werden. Bei der Umsetzung des Plans spielt die Agentur IRENA („International Renewable Energy Agency“) mit Sitz in Bonn eine wichtige Rolle. 

Nach oben

Weitere Informationen
Links/Institutionen
Dokumente

Eine Initiative vom

Projektträger