Bildungsgremien / Arbeitsweise: OECD

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Arbeitsweise

Der steigenden Bedeutung der bildungspolitischen Arbeit in der OECD wurde mit der Ausgründung des Bildungsdirektorates (Education Directorate) innerhalb des OECD-Sekretariats im Jahr 2002 Rechnung getragen.

Der OECD-Ausschuss für Bildungspolitik (Education Policy Committee – EDPC) hat als hochrangiges mitgliedstaatliches Gremium die Aufgabe, die Aktivitäten des  Bildungsdirektorats zu steuern.

Die Verwaltungsräte (Governing Boards) für CERIPISA und IMHE sind als sogenannte Level 1-Gremien dem Ministerrat direkt verantwortlich und stehen damit grundsätzlich auf derselben Stufe wie EDPC. Der Ausschuss EDPC trägt jedoch die Gesamtverantwortung für die Kohärenz, Qualität und Kommunikation der OECD-Arbeit zur Bildung. 

Innerhalb des Bildungsdirektorats stellt das Zentrum für Forschung und Innovation im Bildungswesen (Centre for Educational Research and Innovation - CERI) eine eigenständige Einheit mit einer langen Tradition dar. Die Arbeit von CERI wird daher auch durch ein eigenes mitgliedsstaatliches Gremium, den CERI-Verwaltungsrat (Centre for Educational Research and Innovation Governing BoardCERI GB) gesteuert.

Für die Steuerung des Sonderprogrames PISA wurde ein eigener mitgliedstaatlicher Verwaltungsrat des Programms zur internationalen Bewertung von Schülerleistungen (Programme for International Student Asessment Governing BoardPISA GB) eingerichtet.

Deutschland nimmt an der Gremienarbeit jeweils durch einen Bundes- und einen Landesvertreter teil. Die Abstimmung zwischen Bund/Ländern erfolgt im Vorlauf der Sitzungen unter Einbindung der Kultusministerkonferenz (KMK).

Das Programm für Institutionelles Management der Hochschulbildung (IMHE) wird durch ein eigenes Gremium, den IMHE-Verwaltungsrat (Institutional Management in Higher Education Governing BoardIMHE GB) gesteuert. Eine Besonderheit von IMHE besteht darin, dass es als offenes Forum von Hochschulen bzw. Hochschulforschungseinrichtungen aus den OECD-Mitgliedsländern arbeitet. Ministerien mit Verantwortung für Hochschulbildung können ebenfalls als Mitglieder beitreten. Deutschland ist auf Regierungsebene in IMHE jedoch nicht vertreten (siehe unten).

Der Ausschuss für Bildungspolitik EDPC hat eine Kontrollfunktion für eine Reihe von spezifischen Gremien. Dazu gehören die Räte der Teilnehmerländer (Board of Participating Countries) für

  • das Programm zur internationalen Bewertung von Kompetenzen von Erwachsenen (Programme for the International Assessment of Adult CompetenciesPIAAC BPC);
  • die Internationale Erhebung zu Lehren und Lernen (Teaching and Learning International SurveyTALIS BPC) und
  • das Zentrum für effektive Lernumgebung (Centre for Effective Learning EnvironmentsCELE BP). Das Programm des Zentrums CELE ersetzt das 2008 beendete Programm für Bildungsbauten (Programme on Educational Building - PEB).

Direkt dem EDPC untergeordnet sind außerdem das Netzwerk für frühkindliche Bildung und Pflege (Network on Early Childhood Education and Care - ECEC Networksiehe unten) sowie verschiedene nationale Expertengruppen, die für die Steuerung von Projekten eingerichtet wurden.

Die INES-Arbeitsgruppe zur Entwicklung von Bildungsindikatoren (Working Party on Indicators of Educational Systems - INES Working Party) ist sowohl dem EDPC als auch dem CERI Governing Board verantworlich. Sie wird durch verschiedene INES-Netzwerke unterstützt.

Deutschland ist im Rat der Teilnehmerländer für PIAAC sowie in der INES-Arbeitsgruppe und den INES-Netzwerken vertreten; eine Beteiligung an CELE und TALIS erfolgt bisher nicht.

Gremien/Aktivitäten

Ausschuss für Bildungspolitik (EDPC)

Der Ausschuss EDPC steuert ein eigenes Programm von Bildungsforschungsprojekten. Diese haben gewöhnlich eine deutlich stärker bildungspolitische Ausrichtung als die Projekte, die das Zentrum für Bildungsforschung und Innovation CERI durchführt. In die Verantwortung des EDPC fallen weiterhin die Prüfungen der Bildungspolitiken einzelner Länder.

Die Entwicklung von Bildungsindikatoren durch die INES-Arbeitsgruppe wird gemeinsam durch den Ausschuss EDPC und den CERI-Verwaltungsrat betreut.

Im Jahr 2006 hat das EDPC zur Thematik der frühkindlichen Bildung ein Netzwerk (Network on Early Childhood Education and CareECEC Network) eingerichtet, welches dem länderübergreifenden Austausch von Erfahrungen, Forschungsergebnissen und Best Practice zu frühkindlicher Bildung dient. Das Netzwerk soll den Kontakt zwischen Forschern und Praktikern erleichtern und als Clearing House für Forschungsergebnisse fungieren.

Zu dem Arbeitsprogramm des EDPC gehört die Durchführung formeller und informeller Bildungsministertreffen, um den politischen Austausch und Dialog auf hoher politischer Ebene zu fördern.

Dem EDPC obliegt auch die Aufgabe, die Beziehungen zu den Nichtmitgliedsländern im Bereich Bildung zu pflegen. Der Kreis der Länder, die an der OECD-Arbeit zur Bildung Interesse haben, geht dabei weit über den Kreis der Beitrittsländer und der Länder der vertieften Zusammenarbeit hinaus.

Im Jahr 2005 wurde unter der Leitung des EDPC erstmals das OECD Global  Forum on Education organisiert. Ziel des Forums ist es, die OECD-Netzwerke von Regierungsbeamten und Bildungsexperten zu stärken und einen weiteren Kreis von Nichtmitgliedsländern und NGOs einzubeziehen. Das Forum soll dazu beitragen, die wichtigsten Trends und Fragen bei der Anpassung von Bildungssystemen an den Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft zu identifizieren. Die Arbeit des Forums kann die Basis für engere Länderkooperationen legen.

Das Forum wurde nach seiner erfolgreichen Einführung 2005 in Chile im Jahr 2008 in der Dominikanischen Republik durchgeführt. Eine weitere Veranstaltung des Forums ist für 2010 geplant.

Zentrum für Bildungsforschung und Innovation (CERI)

Das Centre for Educational Research and Innovation (CERI) wurde im Juni 1968 gegründet. Alle OECD-Mitgliedsländer nehmen daran teil. CERI besitzt ein eigenes Lenkungsgremium, den CERI-Governing Board, in das jeder Teilnehmerstaat einen nationalen Experten entsendet. Das CERI hat eine Vorreiterrolle im Bereich der internationalen Bildungsforschung.

Die Hauptziele von CERI sind die Förderung und Unterstützung von Forschungsaktivitäten im Bildungsbereich und die Förderung und Unterstützung von Pilotvorhaben im Hinblick auf die Einführung und Erprobung von Innovationen im Bildungssystem. Die Arbeiten des CERI sind stärker explorativ und auf innovative Aspekte der Bildungspolitik und der Bildungsforschung ausgerichtet als die Arbeiten des restlichen Bildungsdirektorats. Daher ist CERI auch für die bildungsbezogenen Beiträge zur Innovationsstrategie der OECD zuständig.

CERI hat seine Arbeit in den letzten 40 Jahren in einer Broschüre bilanziert. Zu seinen aktuellen und abgeschlossenen Vorhaben macht CERI eine eigene Webseite zugänglich.

Regionale OECD-CERI Seminare werden für die deutschsprachigen und für die spanischsprachigen Länder durchgeführt. Es sind Serien von Foren, in denen ein Austausch von Regierungsbeamten, Bildungsforschern und Praktikern zu Politiken, Strategien, Innovationen und guter Praxis stattfindet. Beide Seiten können von diesen Seminaren profitieren: Auf der einen Seite gewinnt CERI einen besseren Einblick in die besonders wichtigen Fragen und Themen für die deutsch-/spanischsprachigen Regionen. Auf der anderen Seite haben die Teilnehmerländer einen größere internationale Arena für den Austausch von Ansichten und Praktiken.

Deutschland führt zusammen mit der Schweiz und Österreich seit 1977 die Serie der deutschsprachigen CERI-Seminare (CERI-German-speaking Seminars) durch.

Programm zur internationalen Bewertung von Schülerleistungen (PISA)

Der PISA-Verwaltungsrat beaufsichtigt und begleitet die PISA-Studie von mitgliedstaatlicher Seite. Aufgaben des Verwaltungsrats sind beispielsweise die Kontrolle des Budgets, die Setzung von Prioritäten und die Ergebniskontrolle im Hinblick auf pünktliche Lieferung und Qualität von Publikationen.  

Die operative Durchführung der PISA-Studie wird von einem internationalen Konsortium nationaler Projektmanager koordiniert. Das Deutsche Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) in Frankfurt am Main hat im Auftrag der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland (KMK) das nationale Projektmanagement für PISA 2009 in Deutschland übernommen. Die Leitung liegt bei Prof. Dr. Eckhart Klieme.

Programm für Institutionelles Management in der Hochschulbildung (IMHE)

Das IMHE-Programm wurde 1977 im Rahmen der OECD eingeführt.  Aufgrund der offenen Struktur bildet IMHE ein weltweites Forum für Entscheidungsträger in Hochschulen, Bildungs-/Forschungsministerien und Regierungen. Auf Konferenzen, in Projekten und OECD-Publikationen werden Entwicklungen und aktuelle Probleme in Hochschulmanagement/-politik analysiert, Fallstudien evaluiert und Strategien entwickelt.

Die deutschen Mitglieder von IMHE bzw. des IMHE-Verwaltungsrates sind das Institut für Forschungsinformation und Qualitätssicherung und die Hochschulrektorenkonferenz (HRK).  

Seit 2008 ist der IMHE-Verwaltungsrat für die Konzipierung und Durchführung der Machbarkeitsstudie zur internationalen Ergebnisbewertung von Hochschulbildung (International Assessment of Higher Education Learning Outcomes - AHELO) zuständig. Der Untersuchungsfokus soll auf den Ergebnissen einzelner Hochschulen - nicht von Ländersystemen - liegen. Der IMHE-Verwaltungsrat hat eine Gruppe nationaler Experten eingerichtet, die am Design der Machbarkeitsstudie mitwirken. Obwohl Deutschland sich an der Studie selbst nicht beteiligt, kann es durch einen Vertreter in der Gruppe nationaler Experten, Prof. Dr. Stefan Hornbostel (Institut für Forschungsinformation und Qualitätssicherung), zur Konzipierung beitragen.  

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