Forschungsgremien / Arbeitsweise: OECD

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Arbeitsweise

Die Arbeit des Direktorats für Wissenschaft, Technologie und Industrie (DSTI - Directorate for Science, Technology and Industry) im OECD-Sekretariat wird unter anderem durch den OECD-Ausschuss für Wissenschafts- und Technologiepolitik (Committee for Scientific and Technological Policy - CSTP) gesteuert. Zur Unterstützung der CSTP-Tätigkeiten wurden Arbeitsgruppen eingerichtet. Dies sind die

  • Arbeitsgruppe nationaler Experten für Wissenschafts- und Technologieindikatoren (National Experts on Science and Technology IndicatorsNESTI);
  • Arbeitsgruppe für Innovations- und Technologiepolitik (Working Party on Innovation and Technology Policy TIP);
  • Arbeitsgruppe für Bio-, Nano- und konvergierende Technologieen (Working Party on Biotechnology, Nanotechnology and Converging Technologies BNCT)

Eine weitere dem CSTP untergeordnete Einrichtung ist das Global Science Forum (GSF), dem OECD-Mitgliedsländer beitreten können. Derzeit sind fast alle OECD-Mitgliedsländer gleichzeitig Mitglieder des Global Science Forums. 

Die Arbeitsgruppen sowie das Global Science Forum können eigene Untergremien (Task Forces für ständige Aufgaben, Arbeitsgruppen oder Steuerungsgruppen für zeitlich begrenzte Projekte) einrichten.  

Deutschland nimmt an der Gremienarbeit durch Vertreter des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) bzw. durch Entsendung von nationalen Experten in Arbeitsgruppen und Expertengruppen teil. Der deutschen Delegation beim CSTP gehört zusätzlich eine Vertreterin der Länder (entsandt durch die KMK) an.

Andere Aktivitäten des Direktorats für Wissenschaft, Technologie und Industrie werden nicht durch das CSTP, sondern durch den Ausschuss für Industrie, Innovation und Unternehmertum (Committee for Industry, Innovation and EntrepreneurshipCIIE), den Ausschuss für Informations-, Computer- und Kommunikationspolitik (Committee for Information, Computer and Communications PolicyICCP) oder den Ausschuss für Verbraucherschutzpolitik (Committee for Consumer PolicyCCP) gesteuert.

Eine Sonderstellung nimmt die Foresight-Gruppe der OECD, das International Futures Programme (IFP), ein. Die Beteiligung der Mitgliedsländer erfolgt hauptsächlich auf Ebene der Projektgruppen.

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Gremien/Arbeitsgruppen

Ausschuss für Industrie, Innovation und Unternehmertum (CIIE)

Das Ziel von CIIE ist es, Regierungen bei der Gestaltung und Umsetzung von solchen Industrie-, Innovations- und Unternehmenspolitiken zu helfen, die mittels nachhaltiger Steigerung von Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit das Wachstum von Output, Einkommen und Wohlstand fördern.

Dabei soll CIIE grundlegende Wandlungsprozesse in der Weltwirtschaft berücksichtigen, wie die Globalisierung der Märkte, das Wachstum der Schwellenländer, die zunehmende Bedeutung von immateriellen Vermögenswerten und die langfristigen Herausforderungen durch Klimawandel, Ressourcenknappheit und den demografischen Wandel.

Ausschuss für Wissenschafts- und Technologiepolitik (CSTP)

Der OECD-Ausschuss für Wissenschafts- und Technologiepolitik CSTP hat die Aufgabe, durch Analysen und die Entwicklung von Indikatoren den Beitrag von Wissenschaft, Technologie und Innovation zu Wirtschaftswachstum und nachhaltiger Entwicklung zu stärken. Der Ausschuss soll weiterhin Informationsaustausch und Diskussion unter den Mitgliedsländern zu Instrumenten und Finanzierung von Wissenschaftspolitik anregen.

Durch die Arbeit des CSTP soll internationale Forschungskooperation und die Politikkoordination in Bezug auf den Zugang zu wissenschaftlichen Daten und Mobilität zwischen OECD-Mitgliedsländern und Nichtmitgliedsländern erleichtert werden.

Der überwiegende Teil der substantiellen Arbeit des CSTP wird im Rahmen der Arbeitsgruppen durchgeführt. Das CSTP hat jedoch auch eigene Arbeitsbereiche. Dazu gehört die Durchführung von Prüfungen von Innovationspolitiken (Reviews of Innovation Policy) sowie die Vorbereitung der Flaggschiffpublikation STI Outlook.

Arbeitsgruppe nationaler Experten für Wissenschafts- und Technologieindikatoren (NESTI)

Die Arbeitsgruppe nationaler Experten für Wissenschafts- und Technologieindikatoren NESTI ist die älteste Arbeitsgruppe des CSTP: Sie arbeitet seit 40 Jahren im Wissenschafts- und Technologiebereich. Dabei ermittelt NESTI systematisch den Bedarf nach statistischen Indikatoren, und kodifiziert dieses Wissen in Form von Handbüchern (Manuals), die die routinierte Datensammlung und Dateninterpretation erlauben.

Arbeitsgruppe für Innovations- und Technologiepolitik (TIP)

Die Arbeitsgruppe für Innovations- und Technologiepolitik (TIP) wurde 1993 geschaffen. Allgemeine Ziele sind der Informationsaustausch zum Design, der Umsetzung und der Evaluation von Innovationspolitiken sowie die genauere Untersuchung spezifischer Innovationspolitiken und die Förderung internationaler Zusammenarbeit.

TIP ist auch zuständig für den Aufbau der Innovation Policy Platform IPP, die  Informationen für politische Entscheidungsträger bereitstellen soll.

Arbeitsgruppe zu Biotechnologie, Nanotechnologie und übergreifenden Technologien

Am 1. Januar 2015 wurden die Arbeitsgruppe für Biotechnologie (WPB) und die Arbeitsgruppe für Nanotechnologie (WPN) in der Arbeitsgruppe für Biotechnologie, Nanotechnologie und konvergierende Technologien (Working Party on Biotechnology, Nanotechnology and Converging Technologies (BNCT)) zusammengeführt.

Schwerpunkt der BNCT-AG sind politische Fragen in den aufstrebenden Technologiefeldern Bio-, Nano- und Konvergenztechnologien. Die AG hat das Ziel, Vorschläge für die Politikgestaltung und zu Lösungen für globale Herausforderungen beizutragen. Fragestellungen reichen von Forschung und technologische Entwicklung, Innovation und Vermarktung, Normen und gesetzliche Vorschriften, Best-Practice-Beispiele, ethische, rechtliche und soziale Fragen, öffentliches Engagement, Bildung, Kompetenzen und Ausbildung, Forschungsorganisation, Mess- und Bewertungsmethoden und Werkzeuge. Insbesondere wird BNCT zu politischen Fragen für die verantwortungsvolle Entwicklung der Biotechnologie, Nanotechnologie und konvergierende Technologien beraten und die Mitgliedstaaten beraten.

Global Science Forum (GSF)

Das Global Science Forum dient dem forschungspolitischen Austausch von OECD-Mitgliedsländern und Beobachterländern im Bereich der Grundlagenforschung.

Es trifft sich zwei Mal im Jahr. Auf Vorschlag der Mitgliedsländer entscheidet das Gremium über die Durchführung von gemeinsamen Aktivitäten. Die Aktivitäten werden normalerweise innerhalb von ein bis zwei Jahren mit der Annahme eines Abschlussberichts zu Ende gebracht, der Empfehlungen für Wissenschaftspolitiker und/oder Wissenschaftler enthalten kann.

Das Global Science Forum bilanzierte zum 20jährigen Jubiläum seine Aktivitäten in einer Broschüre. Das Forum hat sich im Wesentlichen auf zwei Arten von Aktivitäten konzentriert:

  • Entwicklung von strategischen Visionen und Roadmaps für ausgewählte Wissenschaftsgebiete;
  • Untersuchungen von wissenschaftspolitischen Themen, besonders im Hinblick auf Forschungsinfrastukturen und internationale FuE-Kooperation.

International Futures Programme (IFP)

Das IFP ist die Foresight Gruppe der OECD. Sie war seit 1990 im Sekretariat des Generalsekretärs angesiedelt, wurde aber 2011 in das Wissenschaftsdirektorat überführt, um eine engere Kooperation mit den Wissenschaftsausschüssen zu ermöglichen. IFP erforscht aufkommende Themen und bringt neue Perspektiven zur Anwendung. Die Arbeit wird überwiegend durch freiwillige Beiträge von Regierungen, Unternehmen und Stiftungen finanziert. Die Förderer der IFP-Projekte bilden Steuerungsgruppen. Insgesamt waren in den letzten Jahren 26 Mitgliedsländer in die Aktivitäten des IFP involviert.

OECD Space Forum

Unter dem IFP wurde 2006 das OECD Space Forum gegründet. Das Forum erarbeitet Statistiken und analysiert, wie sich Raumfahrttechnologie auf Wirtschaft und Gesellschaft auswirkt.  Mitglieder sind derzeit  Raumfahrtagenturen und -zentren aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Kanada, Norwegen, der EU und den USA.

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