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Gemeinsam lehren und lernen – digital und international

Internationalisierung Deutschlands, Bi-/Multilaterales

Der DAAD fördert drei kollaborative Lehrveranstaltungen der JLU und ihrer Partneruniversitäten. Die Zusammenarbeit in der digitalen Lehre soll in den nächsten Jahren weiter ausgebaut werden.

Um die digitale internationale Lehre an der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) weiter zu stärken, holt die JLU auch ihre Partneruniversitäten ins Boot. Ab dem kommenden Wintersemester fördert der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) im Rahmen des neuen Programms International Virtual Academic Collaboration (IVAC) drei gemeinsame digitale Lehrveranstaltungen der JLU und jeweils einer Partneruniversität in Kolumbien (Universidad de los Andes), Polen (University of Lodz) und den USA (University of Wisconsin – Madison) mit knapp 200.000 Euro. An dem Projekt VIP-CONCEPT (Virtual International Programme – Collaborative Network of Competences in E-Learning and Partner Teaching) sind Lehrende aus den drei Fachbereichen Rechtswissenschaft, Geschichts- und Kulturwissenschaften sowie Medizin beteiligt.

Julia Volz, Leiterin des Akademischen Auslandsamts (AAA) der JLU, erläutert:

Nicht nur wegen der Corona-Pandemie machen wir uns derzeit verstärkt Gedanken darüber, wie wir Studierenden, die nicht reisen können, Auslandserfahrungen und damit einen Blick über den Tellerrand ermöglichen können.“

Die drei Lehrveranstaltungen werden daher als Blaupause für digitale Lehre in internationalen Kooperationen gelten. Das Angebot soll – unabhängig von der aktuellen Pandemie-Situation – in den kommenden Jahren an der JLU kontinuierlich ausgebaut werden. Mit dem Projekt sollen zudem die digitalen, internationalen und interkulturellen Kompetenzen von Lehrenden und Studierenden gestärkt werden. Es ist Teil des Virtual International Programme (VIP), mit dem die JLU zum Wintersemester erstmals ein digitales Studium für internationale Studierende ihrer Partneruniversitäten anbietet.

Medizinstudierende der JLU und der University of Wisconsin werden sich in einer der drei Lehrveranstaltungen zwei Semester lang mit den weltweiten Auswirkungen der Corona-Pandemie beschäftigen: „Planetary Health 2020: Covid-19 and beyond” heißt das kollaborative Seminar, in dem der Blick geweitet werden soll auf die regional unterschiedlichen Auswirkungen der Pandemie. Dabei sollen die Studierenden gemeinsam mit den Lehrenden (unter anderem PD Dr. Michael Knipper vom Schwerpunktcurriculum „Global Health”) beobachten, zu welchen Ergebnissen man gelangt, wenn dieselben globalen Themen in unterschiedlichen Regionen und aus anderen Perspektiven betrachtet werden.

Am Fachbereich Geschichts- und Kulturwissenschaften werden rund 25 Studierende der JLU und der University of Lodz im Hauptseminar „Theo, wir fahr’n nach Lodz“ (geleitet von Prof. Dr. Hans-Jürgen Bömelburg und seiner polnischen Kollegin Prof. Dr. Krystyna Radziszewska) die „deutsch-polnisch-jüdische Geschichte einer Industriestadt (1820-1990)“ beleuchten.

In der dritten Lehrveranstaltung, einer deutsch-kolumbianischen Kollaboration mit der Universidad de los Andes (Bogotá), geht es unter der Leitung von Prof. Dr. Stefan Peters (Professur für Friedensforschung am Fachbereich Rechtswissenschaft der JLU) und Dr. Tatjana Louis (Universidad de los Andes) um den Umgang mit der Vergangenheit in Deutschland und Kolumbien.

Begleitend zu den Lehrveranstaltungen soll die Projektstelle eines „Instructional Designers“ eingerichtet werden, der oder die an der Schnittstelle von Didaktik und Technik Lehr-/Lern-Konzepte entwickelt, die Integration digitaler Medien in die international verzahnte Lehre verantwortet und die Lehrenden unterstützt. In diesem Zusammenhang kommt eine weitere strategische Partnerregion der JLU (Australien) ins Spiel: Die University of Southern Queensland (USQ) hat sich früh auf Online-Angebote für ihre Studierenden spezialisiert und lässt die JLU an ihren Erfahrungen teilhaben. In regelmäßigen virtuellen Meetings wird die JLU konkrete Fragestellungen mit den Expertinnen und Experten aus Australien erörtern. Auch mit der USQ sollen zudem gemeinsame digitale Lehrkonzepte (ab Sommer 2021) entwickelt werden.

Mit dem Förderprogramm IVAC unterstützt der DAAD vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie Lehrende und Hochschulen dabei, internationale Hochschulkooperationen und weltweite Mobilität unter digitalen Vorzeichen zu gestalten und auszubauen.

Quelle: Justus-Liebig-Universität Gießen/ IDW Nachrichten Redaktion: von Mirjam Buse, VDI TZ GmbH Länder / Organisationen: Kolumbien USA Polen Australien Themen: Bildung und Hochschulen Ethik, Recht, Gesellschaft Geistes- und Sozialwiss. Information u. Kommunikation Lebenswissenschaften

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