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EU-Kommission will 8 Milliarden Euro für europäisches Hochleistungsrechnen mobilisieren

Berichterstattung weltweit

Die Europäische Kommission hat eine neue Verordnung für das Gemeinsame Unternehmen für europäisches Hochleistungsrechnen (GU EuroHPC) vorgeschlagen, um die führende Rolle Europas in den Bereichen Hochleistungsrechnen und Quanteninformatik zu erhalten und auszubauen. Dieser Vorschlag würde Investitionen in Höhe von 8 Mrd. Euro in die nächste Supercomputer-Generation ermöglichen.

Das Gemeinsame Unternehmen EuroHPC wurde 2018 gegründet, um die EU in die Lage zu versetzen, im Bereich des Hochleistungsrechnens durch die Bündelung der Ressourcen der EU, der beteiligten Länder (bisher 32) und privater Partner Weltrang zu erlangen. Durch das GU EuroHPC wurden seit seiner Einrichtung die Investitionen in das Hochleistungsrechnen auf europäischer Ebene erheblich gesteigert. Allein im Zeitraum 2019–2020 werden sich die öffentlichen Investitionen des Gemeinsamen Unternehmens auf rund 1,1 Mrd. Euro belaufen. Das bedeutet auf europäischer Ebene einen Nettoanstieg um fast 250 Mio. Euro pro Jahr gegenüber der Zeit vor 2018.

Mit dem jetzt vorgelegten Vorschlag sollen die bestehende Verordnung des Rates auf den neusten Stand gebracht und das Budget für den Zeitraum 2021 - 2033 auf 8 Mrd. Euro erhöht werden. Dieses setzt sich zusammen aus einer EU-Investition in Höhe von 3,5 Mrd. Euro aus dem nächsten mehrjährigen Finanzrahmen, zu gleichen Teilen aus den teilnehmenden Mitgliedstaaten des GU EuroHPC und 1 Mrd. Euro Investitionen von den privaten Mitgliedern. Über den neuen Haushalt wird derzeit noch verhandelt. Er soll auch aus Mitteln der Programme "Horizont Europa", "Digitales Europa" und der Fazilität „Connecting Europe“ unterstützt werden.

Mit den bisherigen Mitteln wird das GU EuroHPC bis Anfang 2021 drei Vor-Exa-Systeme aufbauen (mindestens 1017 Rechenoperationen pro Sekunde), die zu den fünf besten Supercomputern der Welt gehören werden, sowie fünf Peta-Systeme (mindestens 1015 Rechenoperationen pro Sekunde), die unter den Top 50 sein werden. Diese neuen Anlagen werden die auf europäischer Ebene verfügbare Hochleistungsrechenkapazität um das Achtfache steigern. Als weitere Meilensteine sind Exa-Supercomputer, die mehr als eine Trillion (1018) Rechenoperationen pro Sekunde ausführen können und Quantencomputer und Hybridrechner, in denen Quantenelemente und klassische Rechentechnik miteinander kombiniert werden, geplant.

Diese Supercomputer-Infrastruktur könnte für über 800 Anwendungen und komplexe Aufgaben in vielen verschiedenen Bereichen wie Gesundheit, Energie, Ingenieurwesen und Klimaforschung eingesetzt werden.

Das GU EuroHPC unterstützt auch die Schaffung von 33 nationalen Kompetenzzentren, die sich auf lokaler Ebene für den leichteren Zugang zum europäischen Hochleistungsrechnen in verschiedenen Wirtschaftszweigen einsetzen, verschiedensten Anwendern, darunter öffentlichen Stellen, industriellen Anwendern und insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen, Lösungen nach Maß anbieten und somit letztendlich die Kenntnisse und das Fachwissen im Bereich dieser Technologien in Europa stärken werden.

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Quelle: Europäische Kommission, Vertretung in Deutschland Redaktion: von Anna März, VDI TZ GmbH Länder / Organisationen: EU Themen: Information u. Kommunikation Infrastruktur Strategie und Rahmenbedingungen

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