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Energietechnologien

Diese Seite zeigt eine Zusammenstellung der fachlichen Aktivitäten aus den Länderberichten zum Thema "Energietechnologien". Die vollständigen Länderberichte finden Sie auf den Seiten der jeweiligen Länder.

Aktivitäten: Inhalte

1Afrika

1.1 Südafrika

Energie

Angesichts der südafrikanischen Energiekrise, die sich 2008 weiter zugespitzt hat, unternimmt die Regierung seitdem große Anstrengungen im Bereich Energieforschung und Entwicklung alternativer Energien. Der 2011 verabschiedete Integrated Resource Plan for Electricity 2010-2030 (IRP) soll zukünftigen Engpässen in der Energieversorgung entgegenwirken. Südafrika deckt seinen Strombedarf gegenwärtig zu ca 90% mit fossilen Brennstoffen (in aller erster Linie mit Kohle aus heimischem Bergbau), Nuklearenergie und Erneuerbaren Energien (EE) steuern in etwa zu gleichen Teilen den übrigen Bedarf bei. Südafrika hat sich zum Ziel gesetzt, den Anteil von Erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung bis 2030 auf mindestens 22% zu erhöhen und parallel den Anteil der aus Kohle gewonnenen Elektrizität auf 45% zu senken. Der eingeführte "Renewable Energy Feed-In Tarif" (REFIT), ein Einspeisetarif für erneuerbare Energien, verbessert die Bedingungen für die kommerzielle Nutzung dieser Energien. Zudem begann die Regierung mit der Einführung grüner Steuern, um die Forschung im Bereich umweltfreundlicher Technologien  voranzutreiben.

Signifikante Forschungskapazitäten im Bereich saubere Kohltechnologien liegen bei SANERI und dem Energie-Zentrum der Forschungseinrichtung CSIR, im Bereich Nuklearenergie vor allem bei der South African Nuclear Energy Corporation (NECSA) sowie verschiedenen Universitäten. Eine führende Rolle im Bereich Erneuerbare Energien spielt u.a. das Centre for Sustainable Energy Studies an der Universität Stellenbosch. Außerdem wurden insgesamt drei Kompetenzzentren (Centre for Competence for Catalysis, das Hydrogen Infrastructure Centre of Competence und das Centre for Systems Integration and Validations) zur Umsetzung der südafrikanischen Wasserstoffstrategie "Hydrogen South Africa" eingerichtet.

Quelle:

South Africa Yearbook 2014/2015 - Science and Technology

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1.2 Ägypten

Energieforschung

Hier steht die Entwicklung von neuen und erneuerbaren Energien im Mittelpunkt. Darüber hinaus geht es um die Sicherstellung der Energieversorgung sowie Energieeffizienz, d.h. der effizienteren Nutzung vorhandener Energiequellen. Insbesondere Windenergie, Photovoltaik (Concentrated solar power) und Nutzung von Nanotechnologie stehen im Zentrum der Forschung.

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2Amerika

2.1 Argentinien

Energie

Das Energiesekretariat (Secretaría de Energía) koordiniert die Aktivitäten des Bereiches und veröffentlicht den Nationalplan für Energie. Im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen die traditionellen Energien Öl, Gas und Wasser, die die Hauptenergiequellen des Landes sind. Der aktuelle Plan (2004 - 2019) setzt weitere Schwerpunkte im Bereich Wasser- und Windkraft sowie Biokraftstoffe.

Solarenergie
Der einst viel versprechende Sektor der Solarenergie verlor nach Kürzung der staatlichen Investitionen für Forschung und Entwicklung seit 1985 an Bedeutung. Noch heute leidet er unter der mangelnden staatlichen Unterstützung. 

In Argentinien gibt es aktuell sechs Solarmessstationen, die dem Nationalen Wetterdienst zugeordnet sind. Ebenso liegen Karten und Tabellen zur Solarstrahlung vor. Solarenergie wird in zwei Bereichen angewandt:

  1. Photovoltaik: Die Nationale Kommission für Atomarenergie (CNEA) und einige privaten Firmen beschäftigen sich u.a. mit dem Bau von Sonnenkollektoren. Angewandt werden sie in nationalen Projekten wie dem Projekt zur Elektrifizierung ländlicher Gebiete sowie für die in Argentinien gebauten Satelliten. Die Forschung und Entwicklung in diesem Bereich ist eher begrenzt. Die Solarzellen werden meistens importiert. 
  2. Thermische Solarenergie: In Argentinien begann vor einigen Jahren die Nachfrage nach biothermischen Produkten zu wachsen. Dementsprechend gewann die Erforschung und Entwicklung dieses Bereiches an Bedeutung. Es werden Projekte der angewandten Forschung in Zusammenhang mit bioklimatischen Gebäuden, Sonnenenergieanlagen und Wasserdestillationsanlagen durchgeführt. 

Die wichtigsten Forschungseinrichtungen sind das Institut für nicht konventionelle Energien (Instituto Nacional de Energías No Convencionales, INENCO), die Nationale Universität von Salta und das CONICET, das eigene Forschungsprojekte in diesem Bereich durchführt.

Windenergie
Ganz Patagonien ist starken Winden ausgesetzt, die für die Erzeugung von Energie genutzt werden könnten. Diese Energieressource wird bisher kaum genutzt. Hierfür sind zwei Gründe maßgeblich: Zum einen sind die Preise für konventionell erzeugte elektrische Energie in Argentinien noch so niedrig, dass Windenergie hiermit nicht konkurrieren kann. Zum anderen können Produzenten von Windenergie wegen der Windabhängigkeit keine festen Strommengen garantieren. 

Angesicht des Preisanstiegs auf dem internationalen Öl- und Gasmarkt und der absehbaren Erschöpfung der konventionellen argentinischen Energieressourcen Öl und Gas ist damit zu rechnen, dass Windenergie - neben der Wasserkraft - für die Zukunft Argentiniens eine wichtige Rolle spielen wird. 

Die argentinische Regierung unterstützt diese Entwicklung mit dem Gesetz über erneuerbare Energien (Ley de Energías Renovables). Dieses reicht aber offensichtlich noch nicht aus, um die Entwicklung sowie den Bau und Betrieb von Windenergieanlagen für die großen Energiekonzerne interessant zu machen. 

Seit 1985 ist das Regionale Zentrum für Windenergie (Centro Regional de Energía Eólica, CREE) in Patagonien in Betrieb. Dank seiner Bemühungen gibt es detaillierte Windkraftkarten für die gesamte Region und Studien über das Potential der Windenergie. Von Buenos Aires bis Santa Cruz sind 14 kleine Windkraftparks in Betrieb, die ein Gesamtpotential von 30 MW haben. Damit wird 0,1 % des Energiekonsums Argentiniens abgedeckt. 

Forschung und Entwicklung im Bereich der Windenergie betreibt das staatliche Unternehmen für Technologieentwicklung INVAP. Zurzeit wird an der Entwicklung eines eigenen Prototyps einer Windkraftanlage gearbeitet (Windkraftanlage IVS), die robuster gebaut ist als die klassischen Anlagen. Damit ist sie geeignet, die starken Winde Patagoniens zu nutzen. 

Das private metallurgische Großunternehmen IMPSA (Industrias Metalúrgicas Pescarmona) beschäftigt sich mit der Erforschung, Entwicklung und Produktion eigener Windkraftanlagen. Entwickelt wurden zwei neue Anlagen mit jeweils 1,5 MW Leistung (IWP77 für Windklasse 2 und IWP70 für Windklasse 1), die seit diesem Jahr weltweit vermarktet werden. Der Nationale Energieplan 2004 - 2019 plant weitere Großprojekte in Patagonien und der östlichen Pampa. Bis 2020 sollen über 800 MW der Energie aus Windkraft gewonnen werden.

Biokraftstoff
Die argentinische Regierung interessiert sich für die Erweiterung des Energiespektrums des Landes und für den Export energetischer Produkte. Dementsprechend steigt seit einigen Jahren das Interesse an alternativen Kraftstoffen wie Bioethanol und Biodiesel. Zur Unterstützung dieses Sektors wurde 2006 die beratende Kommission für die Produktionsförderung und nachhaltige Nutzung von Biostoffen (Comisión Nacional Asesora para la Promoción de la Producción y Uso Sustentable de Biocombustibles) ernannt. Das Sekretariat für Agrikultur, Viehzucht, Fischerei und Lebensmittel (SAGPyA) ist für die Aktivitäten des Bereiches und die Vorbereitung des Nationalen Programms für Biostoffe (Programa Nacional de Biocombustibles) zuständig. 

Mittlere und große private Produktionsstätten für Biokraftstoffe sind vor kurzem errichtet worden bzw. werden zurzeit gebaut. Forschung und Entwicklung spielen bei einer steigenden Produktion eine wichtige Rolle. Die Schwerpunkte der Forschung liegen auf der experimentellen Untersuchung von nicht konventionellen Anbaupflanzen, die auf bisher nicht nutzbaren Anbauflächen kultiviert werden können, der Beständigkeit der Pflanzen gegen Krankheiten, Seuchen, Frost, Dürre und Salz sowie auf der morphologischen Veränderung von Pflanzen und der Verbesserung ihrer Ertragskraft. 

Das wichtigste staatliche Forschungszentrum ist das Nationale Institut für Agrartechnologie ( Instituto Nacional de Tecnología Agropecuaria, INTA). Forschung wird ebenfalls in zahlreichen kleinen, privaten und regionalen Forschungseinrichtungen betrieben wie die der Unternehmen Bioceres, Nidera und Syngenta. Hervorzuheben ist der private Ölkonzern Repsol YPF. Dieser plant, in den Bereich der Biokraftstoffe einzusteigen und hat dafür bereits ein Forschungszentrum für Biobrennstoffe (Centro de Investigación en Biocombustibles) in der Provinz Buenos Aires errichtet. Von 2008 bis 2013 hat sich die Produktion von Biokraftstoff mit knapp 3 Mio. Tonnen mehr als vervierfacht.

Energiewirtschaft
Eine wichtige Institution für Forschungsaktivitäten in diesem Sektor ist das gemeinnützige Energiewirtschaftsinstitut der Stiftung Bariloche (IDEE/FB). Neben dem breiten Forschungsangebot wird seit 1998 in Verbindung mit der staatlichen Universität Comahue (UNC) ein Master in Energiewirtschaft angeboten. 

Besonderer Fokus wird auf die Analyse der speziellen Probleme Argentiniens und anderer lateinamerikanischer Schwellenländer im Kontext der internationalen energiewirtschaftlichen Situation gelegt. 

Finanzielle Unterstützung erhält das Institut durch verschiedene staatliche und internationale Einrichtungen, wie die Interamerikanische Entwicklungsbank oder die EU. Diese erlaubt eine enge Zusammenarbeit mit energiewirtschaftlichen Instituten auf internationaler Ebene. So konnten beispielsweise Projekte mit Einrichtungen in Kuwait, China, Spanien und Dänemark realisiert werden.

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2.2 Brasilien

Energie

Die wirtschaftliche Entwicklung Brasiliens lässt den Energiebedarf des Landes immer stärker ansteigen. Um einer Energieknappheit und den Herausforderungen der Energieverteilung angesichts der Größe des Landes zu begegnen investiert die Regierung nachhaltig in den Energiesektor und unterschiedliche Energiequellen und –träger. Forschung zu fossilen, nuklearen und erneuerbaren Energien ist als strategisches Ziel im Nationalen Aktionsplan Wissenschaft festgeschrieben. 
2008 entdeckte das staatliche Energieunternehmen PETROBRAS zahlreiche Ölfelder vor der brasilianischen Küste. Mit diesen verfügt das Land nun über umfangreiche Erdölreserven. Petrobras betreibt ein eigenes Forschungszentrum, CENPES, mit Sitz in Rio de Janeiro, das für die Prospektion von Lagerstätten, aber auch für die Entwicklung der Tiefseefördertechnologie verantwortlich ist. 

Neben der Forschung zu den traditionellen Energiebereichen Erdöl und Erdgas erlangen auch erneuerbare Energien immer mehr Bedeutung als Forschungsschwerpunkte Brasiliens. Das große Potenzial der Sonnenergie soll künftig stärker genutzt werden. Als öffentlichwirksame Maßnahmen wurden z. B. zur Fußball-WM 2014 Stadien mit Photovoltaikanlagen ausgestattet.

Etwa drei Viertel der elektrischen Energie Brasiliens stammt aus Wasserkraftwerken.  Das im Bau befindlichen Belo-Monte-Wasserkraftwerk am Rio Xingu im Amazonas-Gebiet soll das drittgrößte dieser Art weltweit werden. Nach der Fertigstellung des umstrittenen Projekts soll eine Leistung von mehr als 11 Gigawatt zur Verfügung stehen.

Eine weltweite Vorreiterrolle nimmt Brasilien im Bereich der Bioethanolproduktion ein und baut diesen Sektor weiter aus. Um die Forschung im Sektor Bio-Energien gezielt zu fördern, wurden seitens der brasilianischen Regierung mehrere Programme initiiert, wie das Nationale Biodieselprogramm (Programa Nacional de Produção e Uso de Biodiesel - PNPB) sowie der Nationale Plan für Agroenergie (Plano Nacional de Agroenergía, 2006-2011).

Nuklearenergie 

Mit geschätzten 309.000 t Uranreserven liegt Brasilien an sechster Stelle unter den Ländern mit Uranvorkommen. Im Jahr 2010 wurde nach langjähriger Pause der Bau des Atomkraftwerks Angra III wieder aufgenommen.
Im Bereich der Nuklearenergie sind besonders die Forschungsaktivitäten der Nationalen Kommission für Nuklearenergie (CNEN) von Relevanz. CNEN ist dem Wissenschaftsministerium MCTI nachgeordnet und verfügt über mehrere regionale Zentren, die der Forschung und Ausbildung in Nukleartechnologien und Nuklearer Sicherheit dienen. 
Im Mehrjahresplan des Wissenschaftsministeriums hat der Ausbau der Atomforschung eine bedeutende Position: etwa 12% des Budgets des Wissenschaftsministeriums MCTI fließt in Programme und Strukturen zur Forschung für Nuklearenergie.

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2.3 Kanada

Energie

Für den Energiesektor ist wie auch z.B. für die Themen Forstwirtschaft und Geologie/Rohstoffe, das Ministerium für natürliche Ressourcen (NRCan) zuständig. Kanada ist ein rohstoffreiches Land und verfügt über erhebliche Reserven an fossilen Energieträgern wie Erdöl und Uran. Andererseits ist sich Kanada der Nachteile ihrer Nutzung bewusst: Die Verfügbarkeit der fossilen Brennstoffe ist endlich und der Abbau sowie der Gebrauch bergen Risiken und nicht einschätzbare Folgen. In diesem Spannungsfeld agiert die kanadische Energiepolitik. Einerseits wird die Nutzung der fossilen Energien vorangetrieben, auf der anderen Seite werden aber auch vielfältige Aktivitäten zur Energieeffizienz und zur Nutzung alternativer Energien gefördert. Auch im Bereich der CO2-Abscheidung und -Speicherung (CCS) ist Kanada sehr aktiv.

Das ministeriumseigene Office of Energy Research and Development (OERD) verteilt Gelder an 13 Regierungsstellen, die Forschung und Entwicklung im Bereich Energie durchführen. Eine zentrale Einrichtung ist das CANMET Energy Technology Centre (CETC), das auch dem Ministerium für natürliche Ressourcen (NRCan) untersteht. Die Einrichtung, die Forschung und Entwicklung an drei Standorten durchführt, arbeitet eng mit Industrie und Regierungsorganisationen zusammen.

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Weitere Informationen

2.4 Mexiko

Energie

Erneuerbare Energien ist kein neues Thema in Mexiko. Bereits Anfang der 60 ziger Jahre gab es einzelne Forschungsgruppen an der Nationale Universität von Mexiko (UNAM), der Autonomen Universität Metropolitana (UAM) und dem Forschungszentrum für Höhere Studien des Nationalen Polytechnischen Instituts (CINVESTAV), die sich vor allem auf Solarenergie konzentrierten. In der Energiepolitik wurde das Thema jedoch erst seit 2004 in Bezug auf eine verstärkte Förderung dieser Energien diskutiert.

Durch den zunehmenden Druck der Konsequenzen des Klimawandels auf Umwelt und Wirtschaft nahm das Thema an Relevanz in Mexiko zu. Der Bundeshaushalt wurde daher um 20 Prozent für das "Programm in nachhaltiger Energienutzung und Energieeffizienz" erhöht. Bis 2024 ist es Ziel der Regierungspolitik, 35 Prozent des Energiebedarfs durch erneuerbare Energien abzudecken. Probleme liegen jedoch noch in der Abhängigkeit von importierter Technologie und fehlender Fachkräfte.

Die Forschungsschwerpunkte sind Solarenergie, Photovoltaik (Materialien), Windenergie, Geothermie, Bioenergie, Wasserstoff und  Gezeiten- bzw. Wellenenergie. Die Forschung im Bereich Erneuerbare Energie wird hauptsächlich durch eigene Bundesmittel finanziert. Auch die Bundesstaaten finanzieren einige Forschungsarbeiten und Studien.

Wichtige Forschungsbereiche

  • Solarenergie:

Energieforschungszentrum "Centro de Investigación en Energía (CIE)";   Instituto de Investigaciones Eléctricas (IIE), Centro de Investigación y Estudios Avanzados (CINVESTAV) forschen speziell in Solarthermie und Photovoltaik; UAM-A, Universität von Sonora, ITESM- Campus Monterrey, INAOE.

  • Bioenergie: 

Nationales Forschungsinstitut für Forst- und Landwirtschaft "Instituto Nacional de Investigación Forestal, Agrícola y Pecuaria (INIFAP)", Biotechnologieinstitut der UNAM "Instituto de Biotecnología-UNAM", Entwicklungszentrum für biotische Produkte des IPN "Centro de Desarrollo de Productos Bióticos (CEPROBI-IPN)" forscht speziell Biodiesel; Universität von Guadalajara und IIE.

  • Windenergie:

IIE, Universitäten "Universidad de Colima" (Windenergiepotenzialstudie), "Tecnológico de Oaxaca", und "Universidad de Chihuahua".

  • Geothermie:

Nationale Nuklearforschungsinstitut "Instituto Nacional de Investigaciones Nucleares (ININ)" und IIE.

Wichtigste Forschungszentren und Forschergruppen:

Das Institut für Elektrische Forschung "Instituto de Investigaciones Eléctricas (IIE)":
Forschungsschwerpunkt: Geothermie, Wasserstoffenergie, Windenergie und Solarenergie, insbesondere  Solarthermie. Forschung wird auch im Bereich der Photovoltaik (Materialien) betrieben.

Das Zentrum für Energieforschung der UNAM "Centro de Investigación en Energía (CIE)":
Dieses Zentrum zählt 45 Forschern und widmet sich ausschließlich der Solarenergieforschung. Mehr als 15 Patente oder Autorenrechte sind auf das Zentrum eingetragen. Die drei großen Forschungsgebiete sind: solare Materialien, energetische Systeme und Thermodynamik. Unter der Führung dieses Zentrums entstand das "Nationale Labor für Solarkonzentration und Solarchemie".

Die Höhere Schule für Physik-Mathematik "Escuela Superior de Física Matemática (IPN)":
Diese Hochschule gehört dem Nationalen Polytechnikum "Instituto Nacional Politécnico (IPN)" an. Forschungsschwerpunkt: Materialforschung und Festkörperphysik für Solarzellen mit verschiedenen Elementen, wie Te-Cd, Cu-Indium–Galium-Selenium Verbindungen.

Zentrum für Forschung und Höhere Studien "Centro de Investigación y Estudios Avanzados del Instituto Politécnico Nacional (CINVESTAV)":
CINVESTAV ist vor allem im Bereich der Grundlagenforschung bekannt. Mehr als 550 Projekte werden in diesem Zentrum bearbeitet. In Querétaro wird vor allem im Bereich der optoelektronischen Materialien, Dünnschichtfilmen von Halbleitern geforscht; in Mérida (Yucatán) im Bereich der farbsensitiven organischen Photovoltaikzellen (Nano- und Biomaterialien) und im Bundesdistrikt im Bereich der elektrischen Aspekte der Solarzellen.

Weitere kleinere Gruppen befinden sich an der Universidad Autónoma Metropolitana –Azcapozalco, an der Universidad de Sonora, der Universität von Chihuahua, am Instituto Tecnológico y de Estudios Superiores de Monterrey in Monterrey, an der Universidad Autónoma de Nuevo León, am Forschungszentrum für Optik "Centro de Investigaciones en Óptica" in León, an der Universidad Autónoma de Guanajuato und an mehreren Technologischen Instituten z.B. in Laguna, Lerdo (Durango), Tuxtla Gutierrez und Cancún. Diese kleineren Gruppen bieten Kurse im Bereich der Erneuerbaren Energien an und entwickeln kleinere Projekte.

Forschungsnetzwerke
Reine Forschungsnetzwerke sind in Mexiko kaum außerhalb der vom Nationalen Forschungsrat (CONACYT) geförderten zu finden. Im Bereich der Erneuerbaren Energien wird bisher nur das "Netzwerk zu Energiequellen" angeführt. Ziel dieses Netzwerkes ist die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Institutionen zu fördern.

Politische Rahmenbedingungen
Die nationale Energiepolitik wird im Sektorprogramm für Energie (El Programa Sectorial de Energía) festgelegt. Dieses Programm wiederum leitet sich vom "Nationalen Entwicklungsplan" ab. Bis 2030 will die mexikanische Bundesregierung etwa sechs Prozent der Elektrizitätserzeugung mit Windenergie erreichen. Als Aktionslinien werden vor allem die Sicherstellung der Energieversorgung der Wirtschaft und die Stärkung der staatseigenen Betriebe des Sektors genannt. Die Nationale Energiestrategie vom Energieministerium definiert drei Achsen: energetische Sicherheit, wirtschaftliche und produktive Effizienz, Nachhaltigkeit in Bezug auf Umwelt.

Hauptsächlich drei Ministerien arbeiten in den Themen erneuerbare Energien:

  • Das Bundeswirtschaftsministerium "Secretaría de Economía (SE)", zuständig für die Schaffung von Marktanreizen;
  • Das Energieministerium "Secretaría de Energía (SENER)" zuständig für die Energiepolitik und Regulierung des gesamten Energiesektors mit dem Ziel eine wettbewerbsfähige und hochqualitative Energieversorgung zu sichern, die auch wirtschaftlich und umweltgerecht ist;
  • Das Umweltministerium "Secretaría de Medio Ambiente y Recursos Naturales (SEMARNAT)", zuständig für die Regulierung der Umweltaspekte bei der Nutzung von erneuerbaren Energien.

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3Asien

3.1 Indien

Energie

Ein für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes unabdingbarer Bereich ist die Energieforschung. Die zivile Kernenergieforschung, die sich auf die Entwicklung eines kompletten, geschlossenen Brennstoffkreislaufs, also auch auf die Wiederaufarbeitung und -verwendung des Plutoniums in schnellen Brütern, konzentriert, wird im Wesentlichen von den Forschungseinrichtungen des Department für Atomenergie durchgeführt. Neben dem Ausbau der Energieversorgung durch Kernenergie setzt die indische Regierung insbesondere auf regenerative Energien. Die Tatsache, dass es in Indien ein Ministerium für Neue und Erneuerbare Energien gibt (Ministry of New and Renewable Energy Resources (MNRE), früher: Ministry of Non-Conventional Energy Sources - MNES), unterstreicht die politische Bedeutung des Themas. Der Anteil der erneuerbaren Energien an der Gesamterzeugung beträgt derzeit 14,8 Prozent und soll bis 2030 auf 40 Prozent der Energieerzeugung ausgebaut werden (Jahresbericht 2016 des MNRE). Bei den erneuerbaren Energien liegt die Windenergie mit einem Anteil von 57 Prozent derzeit vor der Solarenergie mit 18 Prozent. Indien ist weltweit drittgrößter Produzent von Windenergie sowie weltweit der viertgrößte Exporteur von Windenergieanlagen. Zur weiteren Förderung der erneuerbaren Energien hat die indische Regierung eine Reihe von steuerlichen Anreizen und direkten Fördermöglichkeiten geschaffen (Quellen: Annual Report Indian MNRE, GIZ-IGEF).

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3.2 Japan

Energie

Die eingeschränkten Energieressourcen Japans stehen im Widerspruch zu den Energieanforderungen des Landes. Dies – zusammen mit den Anforderungen des Kyoto-Protokolls - führt zu verstärkten Investitionen in Energieformen, die im Land hergestellt werden können. Im Jahr 2012 lag der Anteil an (importiertem) Öl an der landesweiten Energie bei 53%, während er 1975 noch bei 73,5% lag.

Die Energiepolitik der neuen Regierung unter Abe hat noch keine klare Kontur. Premierminister Abe hat erklärt, dass aus seiner Sicht KKWs sicher zu betreiben seien und er somit auch ihren Neubau nicht ausschließe. Ein Entwurf eines "Energy Basic Plan" ist Mitte 2013 ausgearbeitet worden.  

In der Vergangenheit wurde aufbauend auf den Anforderungen des Kyoto-Protokolls auf Forschung in den Bereichen Kernenergie, Brennstoffzellen, Photovoltaik, Biomasse, fossile Brennstoffe und Energieeffizienz gesetzt.

Japan ist an internationalen Programmen, wie ITER (mit China, der EU, Korea, Russland und den USA) beteiligt. 2012 bestand Japans Energiebedarf zu 48% aus Erdöl, zu 19% aus Kohle, zu 13% aus Nuklearquellen, zu 14% aus Erdgas, zu 5% aus erneuerbaren Energien und zu 2% aus neuen Energieformen (wie zum Beispiel Brennstoffzellen).

Das WE-NET ist bis zum Jahr 2020 angelegt und zielt auf den Transport und die Speicherung von Wasserstoff ab, der durch Elektrolyse mittels erneuerbarer Energien aus Wasser hergestellt wird. So erzeugter Wasserstoff soll als clean energy die Grundlage für ein weltweites Energienetzwerk bilden. WE-NET wurde 1993 im Rahmen des New Sunshine Project begonnen. Die erste Phase des Projekts, Entwicklung von Technologien zur Wasserstoffproduktion, -transport, -lagerung und -nutzung, wurde 1998 erfolgreich beendet. Seit 1999 wird die Entwicklung einer Gasturbine verstärkt vorangetrieben. Die Organisation NEDO (New Energy and Industrial Development Organization) hat begonnen, die Einführung von Pilottankstellen zur Wasserstoffversorgung künftiger schadstofffreier Wasserstofffahrzeuge zu beschleunigen und den Betrieb aufgenommen.

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3.3 Jordanien

Energieforschung

Hier stehen die effiziente Nutzung von Energie, Energieeffizienz und erneuerbare Energien im Vordergrund. Insbesondere liegen Photovoltaik, Windenergie und Bio-Energie im Zentrum der Forschung.

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3.4 Republik Korea (Südkorea)

Energie

Unter dem Programm „3020 Erneuerbare-Energien-Projekt“ des Energieministeriums MOTIE soll der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung von 7 Prozent (2016) auf 20 Prozent im Jahr 2030 angehoben werden. Unter den erneuerbaren Energien liegt in Südkorea die Solarenergie vor Wasserkraft und Windkraft an erster Stelle. Seitens des MOTIE sind für die nächsten Jahre mehrere Projekte im Bereich Solarenergie in Planung, große koreanische Konzerne wie LG Electronics und Hanwha Q Cells (größter Produzent von Solarzellen und Solarmodulen weltweit) vergrößern derzeit ihre Produktionskapazitäten im Solarbereich und versuchen, auf ausländischen Märkten damit Fuß zu fassen. Atomstrom zählt in Korea bislang zur „Grünen Energie“. Der Anteil des Atomstroms an der gesamten Stromproduktionskapazität in Korea soll von 22,4 Prozent in 2014 auf über 28 Prozent bis 2029 ansteigen. Es gibt momentan 25 aktive Reaktoren. Gleichzeitig plant das Forschungsministerium MSIT 2018 ein Drittel des FuE-Budgets für Kernenergie (68,7 Mrd. Won, 63 Mio. USD) für die Technologieentwicklung zum Abriss und zur Sicherheit von Atomanlagen ausgegeben werden (Quelle: 19.12.2017; Korea Economic Daily).

Die Investitionen und Projektzielsetzungen in Forschung und Entwicklung reflektieren die Abkehr von der Kohleenergie. Hauptinvestor ist das Wissenschaftsministerium MSIT. 2011 investierte das Ministerium in das 9-jährige "Korean CCS 2020 Project" 157 Mio. USD. Organisiert vom Korea Carbon Capture and Sequestration R&D Center unterstützt dieses Projekt drei Themen: Innovative Technologien zur Kohlenstoff-Filterung, Integration vom Kohlenstofffilterung und Aufbewahrung, und CO2 Nutzbarmachung. Neben der Implementierung von Green-Coal Technologien im eigenen Land ist der Technologieexport Ziel dieser FuE-Investition.

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3.5 Türkei

Energie

Die türkische Regierung hat eine herausragende gesetzliche und technische Reform im Energiesektor erreicht. Dazu gehört unter anderem die Restrukturierung der Energiemärkte entlang einer wettbewerbsstärkeren und transparenteren Leitlinie, die nun dazu führt, dass mehr Erneuerbare Energien identifiziert und genutzt, sowie Energieeffizienz und neue "saubere" Technologien subventioniert werden. Vor dem Hintergrund der hochgradigen Abhängigkeit von fossilen Energieträgern, der geringen Energieeffizienz und der geringfügigen Nutzung von Erneuerbaren Energien, wird die Wichtigkeit der neuen Leitlinie und der Intensivierung der Energieforschung deutlich.
ARDEB unterstützt Forschungsunternehmen im Bereich Erneuerbare Energien, saubere Kohlentechnologien, Biomasseproduktion und Energieeffizienz.

TEYDEB bietet Unterstützung für industrielle F&E-Projekte in Form von individuellen Programmen zu verschiedenen Themen an. Es verfolgt das Ziel die Industrie für F&E zu sensibilisieren und ermutigt den privaten Sektor in F&E und Innovationen zu investieren, indem Risiken mitgetragen werden.
Das Energie Institut des TÜBITAK Marmara Forschungszentrums forscht an Brennstoffzellen, Kohle- und Biomassevergasung, Wasserstoff-Brennstoff-Technologien, Leistungselektronik und Batteriezellen.
Genaue Daten zu den Ausgaben im Energie F&E-Bereich sind derzeit nicht erhältlich, das TÜBITAK schätzt die Ausgaben der nächsten zehn Jahr jedoch auf insgesamt 42,5 Millionen Euro.

Quellen: Energy Research Knowledge Centre - Turkey; TÜBITAK

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4Europa

4.1 Frankreich

Energie

Nuklearenergie und erneuerbare Energien sind die beiden großen Schwerpunkte der französischen Energieforschung. Insbesondere durch das 2015 verabschiedete Gesetz zur Energiewende („Loi transition énergétique pour la croissance verte“) hat letztere eine neue Dynamik erhalten. Das Gesetz sieht etwa vor, den nationalen Energieverbrauch bis 2050 zu halbieren sowie den Anteil der Nukleartechnik an der Stromerzeugung mittelfristig auf 50 Prozent der Gesamtversorgung zu reduzieren. Für Energieforschung wurden 2016 876 Millionen Euro vom Staat bereitgestellt, die mit 600 Millionen Euro zum Großteil an den wichtigsten Forschungsakteur, die Behörde für Atom- und erneuerbare Energien CEA, flossen. Dort wird unter anderem an der Verlängerung der Lebensdauer von Atomreaktoren sowie der Reaktoren der 4. Generation geforscht. Die wichtigsten Forschungsakteure sind in der Nationalen Allianz für Energieforschung Ancre („Alliance nationale de coordination de la recherche pour l’énergie“) organisiert. Im Bereich der Cluster („Pôles de compétitivité“) spielt vor allem das Thema Energieeinsparung und Netzmanagement eine Rolle. Zwölf von 68 Clustern widmen sich der Energieforschung. Insbesondere die Region um Grenoble und Lyon ist hier stark.

Im Jahr 2015 wurde der „Technocampus Océan“ in der Nähe von Nantes eröffnet, eine 17.000 m² große Anlage, die sich der angewandten Forschung im Bereich erneuerbare Meeresenergien widmet. Bei Bordeaux steht zudem die größte Solaranlage der Welt.

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4.2 Polen

Energieforschung

Das Polnische Energiegesetz vom 10.4.1997 (veröffentlicht im Gesetzblatt Dziennik Ustaw Nr. 54 Pos. 348) behandelt die Themen Sicherheit der nationalen Energieversorgung, erneuerbare Energien, Schutz von Verbraucherrechten, effiziente und rationale Nutzung von Energie und Brennstoffen sowie Kostenminimierung.

Seit einiger Zeit gibt es in Polen ein gestiegenes Interesse an der Nutzbarmachung erneuerbarer Energien, die bisher unter 10 % am Gesamtenergieverbrauch ausmachen. Die polnische Regierung hatte in ihrer National Renewable Energy Strategy im Jahr 2001 eine gesetzliche Grundlage geschaffen. Der Anteil der erneuerbaren Energien in der Versorgung des Landes hat in 2011 einen Anteil von 11,2 % erreicht und soll bis 2020 sogar 14 % der gesamten primären Energieversorgung abdecken. Ein neues Projekt des Wirtschaftsministeriums sieht vor, den Anteil der erneuerbaren Energien bis ins Jahr 2030 auf 16 % zu steigern. Windkraft und Biomasse haben in diesem Bereich die größten Wachstumspotenziale. Die Entwicklung von Windkraftanlagen wird in Polen staatlich gefördert.

  • Reduzierung des Energieverbrauchs im Produktionsprozess beim Entwurf, der Herstellung, dem Gebrauch und der Verwertung sowie Leistungsverbesserung im Rahmen der Energieproduktion;
  • Effizienzsteigerung bei der Energieerzeugung;
  • Verminderung des Energieverbrauchs in Industrieprozessen;
  • Verringerung der Verluste bei der Durchleitung und Verteilung von Energie;
  • Einführung von Energienachfrage-Managementsystemen zur Steigerung der Effizienz beim Energieverbrauch.

Hierzu waren laut Energiestrategie bis 2008 folgende Aufgaben zu bewältigen:

  • Durchführung von Informationskampagnen zur Angemessenheit und Rentabilität der Anwendung besonders energieeffizienter Produkte;
  • Ausarbeitung eines Anreizsystems zur Verbesserung der Effizienz bei der Energieerzeugung;
  • Überprüfung ausgewählter Industriezweige hinsichtlich der Möglichkeit, den Energieverbrauch zu senken;
  • Durchführung von Kampagnen zur Förderung von Energienachfrage-Management.

Photovoltaik

Die Photovoltaik hat in Polen nur eine kleine Basis, ist aber im Wachstum begriffen. Am 2002 gegründete Centre of Photovoltaics an der Warsaw University of Technology (www.pv.pl) arbeiten mehr als 15 Forschergruppen im Bereich der Photovoltaik. Viele dieser Arbeitsgruppen sind eher klein und beschäftigen sich mit Materialwissenschaften im Bereich Silikon und dünnen amorphen und polykristallinen Schichten als einem Ergebnis der Expertise aus Forschungsprogrammen in der Halbleitertechnologie.Andere Gruppen forschen im Bereich Fabrikation und testen Anwendungen und Produkte.
Das vor einigen Jahren aufgelegte Regierungsprogramm Photovoltaic for the Energy Needs of Poland” (2000-2002) war für polnische Wissenschaftler in diesem Forschungsgebiet sehr wichtig und legte den Grundstein für die entsprechenden Forschungsaktivitäten.
Um die photovoltaischen Anwendungen in Polen populärer zu machen, wurden verschiedene Demonstrationsprojekte durchgeführt, die den praktischen Vorteil der Photovoltaik unterstreichen. Mittlerweile werden z.B. im Großraum Warschau mehr als 250 Verkehrsampeln durch Photovoltaik mit Energie versorgt, auch an Tankstellen und Häuserfassaden sind Photovoltaikanlage zu sehen. Zudem soll ein neues Fördergesetz für 2014 verabschiedet werden. Sowohl existierende, als auch neue Erneuerbare-Energien-Anlagen können von der festgeschriebenen Förderung profitieren. Dabei werden dann Einspeisetarife eingeführt, die über ein Auktionsmodell verteilt werden sollen. Dieses Fördergesetz soll bis Ende 2035 greifen.

Biomasse

Das Centre of Excellence RECEPOL (Renewable Energy Centre of Excellence and Competence in Poland) befindet sich am EC Baltic Renewable Energy Centre (EC BREC) und gehört zum Institute for Building Mechanisation and Electrification of Agriculture (IBMER) in Warschau. RECEPOL (www.ecbrec.pl) organisiert das Subnetzwerk zu Biomasse und Bioenergie und hat eine signifikante Bedeutung für die Förderung erneuerbarer Energien in Polen. Das Zentrum führt interdisziplinäre Untersuchungen im Bereich der erneuerbaren Energien durch, z.B. der Nutzung von Bioenergie in der Forst- und Landwirtschaft und bemüht sich um eine Standardisierung der Analysemethoden für Biokraftstoffe.
Um die Ziele Polens im Bereich der erneuerbaren Energien zu erreichen, bedarf es einer signifikanten Steigerung der Kapazität für kleine Biomasseanlagen (8.000 MW), holzbefeuerter Wärmekraftwerken (4.000 MW) und strohbefeuerter Wärmekraftwerke (1.000 MW) bis zum Jahr 2010.
Die polnische Regierung erwartete einen Anteil von 4% bei der Befeuerung von Kohlekraftwerken durch Biomasse im Jahr 2010, entsprechend 10-12 Mio. m3 Biomassetreibstoff. Aus derzeitigen Holzernteaktivitäten resultieren in etwa 2,5 Mio. m3 Holz. Vorteilhaft in Polen ist, dass fast 60% des Landes für die Landwirtschaft genutzt wird und über 29% mit Wald bedeckt sind.

2013 ist das weltweit größte Biomasse-Kraftwerk von GDF Suez in Polen in Betrieb genommen worden. Die Anlage steht in Polaniec im Süden Polens und wird ausschließlich mit Biomasse befeuert.

Quelle: GDF SUEZ Energia Polska SA www.gdfsuez-globalenergy.com/de/unsere-praesenz-in-europa/polen/

Geothermische Energie

In Polen hat die Geothermie aufgrund des Vorhandenseins dreier ausgedehnter sogenannter sedimentärer „geothermischer Provinzen“, die etwa unter 80% der Landesfläche zu finden sind, ein hohes Potenzial für die Nutzung dieser Energieform. Bisher wurde die Erdwärme in Polen lediglich zur Erwärmung von Schwimmanlagen genutzt, andere Anwendungen wie Gewächshausheizung, Fischzucht oder das Trocknen von Holz lief bisher nur in einem experimentellen Stadium.
Vor kurzen sind eine Reihe geothermischer Anlagen in Betrieb genommen worden, so z.B. in Zakopane, einem Skisportzentrum Polens, wo mit Erdwärme etwa 80.000 Menschen mit Wärme versorgt werden. Die Nutzung der Erdwärme ist zwar kapitalintensiv, die Betriebskosten sind jedoch gering. Die Nutzung von Erdwärme hat der Region große Vorteile gebracht, denn die in einem Tal gelegene Stadt litt oft unter einer Smogsituation durch intensiven Kohlehausbrand. Die Emissionen konnten um etwa 210.000 Tonnen CO2, 1.200 Tonnen Schwefeldioxid und etwa 400 Tonnen Partikel reduziert werden.
Ein weiteres großes Projekt läuft in Pyrzyce mit einer Leistung von 27 MW, von denen 60% aus Erdwärme produziert werden, die verbleibenden 40% aus Erdgas. Die Anlage ersetzt 68 uneffiziente alte kohlebefeuerte Anlagen, die pro Jahr etwa 30.000 t Kohle verbrauchten. Durch die Anwendung der Erdwärme konnte die CO2-Emissionen von 85.000 Tonnen auf 4.500 Tonnen pro Jahr reduziert werden.
Geologische Untersuchungen haben ergeben, dass Erdwärme in 70% des Landes zur Verfügung steht und damit die Möglichkeit, zur Energieversorgung des Landes effektiv beizutragen. 

Andere Energiequellen

Der Anteil der nutzbaren Windenergie stieg in den vergangenen Jahren an. Waren es 2000 von 33 MW, stieg die Produktion bis 2005 schon auf über 70 MW. Die Nutzung von sowohl On- als auch Off-Shore-Windenergie ermöglicht einen signifikanten Beitrag von Energie im Bereich der erneuerbaren Energien in Polen. Untersuchungen haben gezeigt, dass etwa 30% des Landes für die Gewinnung von Windenergie geeignet sind, davon 5% übermäßig gut. Daher ist es keine Überraschung, dass Windenenergie 40% Anteil an der Herstellung von Strom aus erneuerbaren Energien besitzt. Polen besitzt ein gutes technologisches Potenzial für die Entwicklung und lokale Herstellung von Windanlagen, jedoch muss mehr Akzeptanz für diese Energiequelle im Land geschaffen werden.
 
Im Bereich der Energiegewinnung aus Wasserkraft gibt es ebenfalls ein Potenzial, besonders für Anlagen im kleinen Maßstab. Wasserkraftanlagen sind eher in den südlichen und westlichen Landesteilen zu finden und werden von Pumped Storage Power Plants Company (PSPP) betrieben (etwa 25 mit >1.500 MW). PSPP möchte einen Anteil von 15% an der polnischen Stromerzeugung erreichen.

Insgesamt hat sich das Land zum Ziel gesetzt, den Anteil erneuerbarer Energien an der Gesamtproduktion bis 2030 auf 20% zu steigern.

Quelle: Ecoquent Positions www.ecoquent-positions.com/polen-erneuerbare-energien-und-der-polnische-energiemarkt/, Energie Agentur NRW www.energieagentur.nrw.de/international/page.asp?TopCatID=17137&CatID=22349&RubrikID=22349

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4.3 Russland

Energie

Das russische Energieministerium überreichte am 15. April 2012 dem damaligen Ministerpräsidenten Medvedev einen Entwurf für ein neues Erneuerbare-Energien-Gesetz. Dieser sieht finanzielle Unterstützung für Investoren in Höhe von zwei Milliarden US-Dollar vor, um den Ausbau von Erneuerbare-Energien-Projekten weiter voranzutreiben.

Der neue Gesetzesentwurf ist Teil des bereits im November 2010 verabschiedeten Regierungsprogramms "Energy Efficiency and Energy Development in Russia 2013-2020". Die russische Regierung strebt durch den Ausbau der Erneuerbaren Energien eine Reduktion ihrer Abhängigkeit von Erdöl und –gas an. Derzeit trägt die Stromproduktion aus Erneuerbaren Energien nur ein Prozent zur russischen Stromversorgung bei. Nach dem neuen Gesetzesentwurf sollen sie bis zum Jahr 2020 mit 2,5 Prozent zur nationalen Stromerzeugung beitragen.

Weitere Informationen unter http://www.e-apbe.ru/en/news/index.php?ELEMENT_ID=206086

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5Multilaterales

5.1 G7/G8 - G20

Energie

G7/G8

Das Thema Energie rückte in der Mitte des letzten Jahrzehnts an die Spitze der G7/G8-Agenda. Gründe waren die zunehmende Besorgnis über den Klimawandel und die Explosion der Energiepreise. Ein G8-Meilenstein im Bereich Energie war der Beschluss zum Gleneagles-Aktionsplan zu Klimawandel, sauberer Energie und nachhaltiger Entwicklung (2005) einschließlich einer Globalen Partnerschaft für Bioenergie (GBEP).
Inzwischen hat die G20 ein immer stärkeres Engagement für die Themen Energieeffizienz und erneuerbare Energien (s. unten) entwickelt. Auch die G7 bekennt sich nach wie vor dazu. Unter deutschem Vorsitz wurde 2015 eine G7-Initiative für erneuerbare Energien in Afrika ergriffen. Angestrebt wird, bis zum Jahr 2020 Energieleistungen im Umfang von 10.000 Megawatt in Subsahara-Afrika bereitzustellen („Initiative zur Absicherung von Klimarisiken“). Zur Bekämpfung des Klimawandels unter dem Pariser Klimaschutzabkommen will die G7 Innovation verstärkt fördern, vor allem im Rahmen der Initiative „Mission Innovation“ (siehe unter Forschung G7 Saubere Energien). 

Seit der Ukraine-Krise und dem Ausscheiden Russlands aus der damaligen G8-Gruppe konzentriert sich die G7 stärker auf das Thema Energiesicherheit mit einer Reihe von Initiativen seit 2014. Außerdem unterstützen und beraten die G7 die Ukraine bei der Durchführung einer Energiereform. 

G20

Bereits 2009 unterstrichen die G20 in der Abschlusserklärung zu Pittsburgh ihr Interesse an dem Thema Energie. Im Jahr 2014 wurden eigene G20-Prinzipien zur Zusammenarbeit im Bereich Energie („G20 Principles on Energy Collaboration“) angenommen, die neben der Abschaffung von Subventionen für fossile Brennstoffe vor allem Zugang zu Energieversorgung, Effizienz und erneuerbare Energien ins Blickfeld nehmen. 2015 und 2016 fanden Treffen der G20-Energieminister statt.
Der “G20 Energy Efficiency Action Plan” wurde 2014 unter australischem Vorsitz angenommen, ein darauf basierendes Programm in 2016. Es gibt sechs Hauptbereiche: Fahrzeuge, vernetzte Anwendungen, Finanzen, Gebäude, industrielle Prozesse und die Erzeugung von Elektrizität. Die G20 verpflichten sich unter einer der sogenannten vier freiwilligen Säulen, Unterstützung für Forschung, Entwicklung und Verbreitung von energieffizienten Technologien zu leisten. Koordiniert wird die Arbeit durch die im Jahr 2009 von der G7 lancierte Internationale Partnerschaft für Energieeffizienzkooperation IPEEC (Sekretariat bei der Internationalen Energieagentur IEA).
Aktuell haben ca. 1.1 Mrd. Menschen keinen Zugang zur Elektrizität. Der „G20 Energy Access Action Plan: Voluntary Collaboration on Energy Access“ zielt darauf ab, allen Menschen Zugang zu erschwinglicher, verlässlicher und nachhaltiger Energieversorgung zu geben. Der Aktionsplan legte in 2015 zunächst den Fokus auf Subsahara-Afrika, und wurde im Jahr 2016 unter chinesischem Vorsitz auf die Asien-Pazifik-Region ausgedehnt.
Der im Jahr 2016 unter chinesischem Vorsitz angenommene “G20 Voluntary Action Plan on Renewable Energy” zielt darauf ab, den Anteil erneuerbarer Energien im Energiemix der G20-Staaten deutlich zu erhöhen. In diesem Kontext sollen auch Fallstudien zu Beispielen erfolgreicher Innovationen im Bereich erneuerbarer Energien durchgeführt werden. Bei der Umsetzung des Plans spielt die Agentur IRENA („International Renewable Energy Agency“) mit Sitz in Bonn eine wichtige Rolle. 

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IEA - Entwicklung kohlenstoffarmer Technologien

Die Internationale Energieagentur IEA hat im Auftrag des G8-Gipfels von Toyako (2008) und unter Einbeziehung der Mitgliedsländer Zeitpläne (Roadmaps) für die Entwicklung verschiedener kohlenstoffarmer Technologien erarbeitet: Low Carbon Technology Energy Roadmaps.

Übergreifendes Ziel ist es, die globale Entwicklung und den Einsatz der Technologien so voranzubringen, dass bis 2050 eine Halbierung der CO2-Emissionen erreicht werden kann. Die Roadmaps informieren Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft über Zwischenziele und vorrangig zu treffende Maßnahmen. 

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Globale Partnerschaft Bioenergie

Die Global Bioenergy Partnership (GBEP) wurde 2005 auf Beschluss des G8-Gipfels von Gleneagles eingerichtet. Sie umfasst heute 23 Länder, darunter alle G8-Länder und zwölf der G20-Länder. Dazu kommen 13 Internationale Organisationen, darunter die Europäische Kommission, die Internationale Energieagentur IEA und die FAO. 

Die Aufgabe von GBEP ist es, durch einen hochrangigen Politikdialog nationale und regionale Politikgestaltung und die Entwicklung von Märkten für Bioenergie zu fördern. Praktiken sollen in Richtung auf mehr Effizienz und Nachhaltigkeit hin verändert werden. Dazu gehört der Austausch von Informationen und Technologien durch bilaterale und multilaterale Kooperation. 

Anfang 2012 veröffentlichte GBEP wissenschaftsbasierte Bewertungsmaßstäbe und Indikatoren für die Produktion und Nutzung von Biokraftstoffen, die die Partnerschaft im Auftrag des G8-Gipfels von Toyako (2008) erarbeitet hat. In den nächsten Jahren wird GBEP die Anwendung der Indikatoren auf nationaler Ebene durch Capacity Building fördern. 

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Saubere Energien

Die G7-Wissenschaftsminister erkannten 2016 an, dass die im November 2015 gegründete Initiative  „Mission Innovation“ das beste Forum für die Förderung von Forschung und Entwicklung sowie den Austausch von Informationen zu sauberen Energietechnologien ist (Abschlusserklärung der G7-Wissenschaftsminister 2016). Im Rahmen der Mission Innovation planen die 22 Teilnehmerländer (darunter alle G7-Länder) und die EU, ihre öffentlichen FuE-Ausgaben für saubere Energien über einen Zeitraum von fünf Jahren zu verdoppeln. Insgesamt sollen die Ausgaben aller beteiligten Länder im Jahr 2020 30 Mrd. USD erreichen. 

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Links/Institutionen

5.2 OECD

Energie

Eine verlässliche, preisgünstige und umweltverträgliche Energieversorgung ist ein zentrales Fundament für die modernen Volkswirtschaften. Die OECD und ihre Tochterorganisationen, die Internationale Energieagentur (International Energy Agency - IEA) und die Agentur für Atomenergie (NEA), unterstützen die Mitgliedsländer durch die Bereitstellung von Daten und Analysen bei der Gestaltung ihrer Energiepolitik. Darüber hinaus stimmen sich die IEA-Mitgliedsländer beim Umgang mit möglichen Lieferengpässen bei der Ölversorgung ab (Quelle OECD Berlin Centre).

Der Internationalen Energieagentur IEA gehören derzeit alle OECD-Mitgliedsländer mit Ausnahme von Island und Mexiko an. Die Europäische Kommission nimmt ebenfalls teil. Die IEA hat in mehrfacher Hinsicht eine wichtige Rolle für Energieforschung. Im Bereich der Länderprüfungen von Energiepolitik werden unter anderem auch Informationen zu nationaler Energieforschung erhoben. Darüber hinaus bietet die IEA ein Repertoire von Instrumenten für die multinationale Energieforschungszusammenarbeit an. Diese können auch von Nichtmitgliedsländern genutzt werden.

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6Ozeanien

6.1 Australien alt

Energie

Australien verfolgt das ehrgeizige Ziel, bis 2020 20% seiner Energien aus erneuerbaren Quellen zu beziehen. Hierzu hatte die australische Regierung im Jahr 2009 das Australian Solar Institute gegründet, das die Forschung zur Energiegewinnung Photovoltaik und Solarthermie unterstützen sollte. Dieses ist dann in die Australian Renewable Energy Agency (ARENA) überführt worden, die rd. 2,5 Mrd. AUD für die Erforschung ud Kommerzialisierung zur Verfügung hatte. Diese hatte auch mehrere deutsch-australische Projekte gefördert. Im Zuge der Verschiebung der Forschungsprioritäten der neuen Abbot-Regierung wird ARENA aufgelöst werden.

Im Bereich der Energieforschung fördert die australische Regierung über die Commonwealth Scientific and Industrial Research Organisation (CSIRO) den als "National Flagship" eingestuften Forschungsbereich "Energy Flagship". Hierbei stehen vor allem folgende Forschungsfelder im Vordergrund:

  • Energy Efficiency: Improving energy efficiency
  • Energy & Environment: Planning Australia's energy future
  • Energy from Coal, Oil & Gas: Improving control of mine gas
  • Energy Generation & Storage
  • Energy Modelling & Decision Support: Simulator solution for national energy market
  • Renewable Energy: Hydrogen transportation - stepping on the gas

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