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Umwelt und Nachhaltigkeit

Diese Seite zeigt eine Zusammenstellung der fachlichen Aktivitäten aus den Länderberichten zum Thema "Umwelt und Nachhaltigkeit". Die vollständigen Länderberichte finden Sie auf den Seiten der jeweiligen Länder.

1Afrika

1.1 Südafrika

Umwelt- und Klimaforschung

Eng verknüpft mit dem Thema Energie sind die Herausforderungen des Klimawandels.
Die Federführung im Bereich Globaler Klimawandel liegt beim Department of Environmental Affairs. Zu den Forschungsbereichen gehören Biodiversität, Antarktis- und Meeresforschung, Erdbeobachtung und Geoforschung.
Südafrikanische Universitäten sind Mitglieder des Klimakonsortiums für das südliche und östliche Afrika (SEACC), welches sich die Einbindung lokaler Forschungseinrichtungen in die regionale Klimaforschung und die Schaffung lokaler Kapazitäten zum Ziel gesetzt hat. Gründungsinstitutionen sind die Nelson Mandela Metropolitan University, die Rhodes University, University of Fort Hare, der Sustainable Seas Trust und die Wilderness Foundation.
Das vor einigen Jahren gegründeten Exzellenzzentren, das Applied Centre for Climate and Earth Systems Science (ACCESS), bündelt die Aktivitäten verschiedener Universitäten und Institute im Bereich Klimaforschung.

Der Antarktis und dem Südlichen Ozean kommt für das globale Klima große Bedeutung zu. Südafrika ist eines der wenigen Länder mit einer Basis in der Antarktis Das "South African National Antarctic Programme" (SANAP) unterstützt Forschungsaufenthalte in der Antarktis und bietet Forschungsmöglichkeiten in den Bereichen Physik, Geo-, Lebens-, Meeres- und Polarwissenschaften.

April 2015 starteten die NRF und das Südafrikanische Umweltbeobachtungs-Netzwerk SAEON an der Nelson Mandela Metropolitan Universität in Partnerschaft mit dem Ministerium für Umwelt, Ozeane und Küsten (DEA) ein internationales ozeanographisches Projekt namens "Agulhas" im Bereich der Langzeit-Klimaforschung in der Meereswissenschaft.

Wasser ist in Südafrika aufgrund der sich stetig verschärfenden Wasserknappheit nach wie vor ein wichtiges politisches und wissenschaftliches Thema. Federführend ist die Water Research Commission (WRC). Die Hauptfelder südafrikanischer Wasserforschung sind Wasserressourcenmanagement, mit Wasser verknüpfte Ökosysteme, Wassernutzung und Abfallmanagement und landwirtschaftlicher Wasserverbrauch. Ein akutes Problem ist die Verschmutzung von Grundwasser durch Bergbaufolgeschäden (Acid Mine Drainage).

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1.2 Ägypten

Umwelt- und Klimaforschung

In einem durch überdurchschnittlich hohes Bevölkerungswachstum und extremer Knappheit von fruchtbarem Land und Wasser geprägten Land wie Ägypten ist der Schutz der Umwelt ein zentrales Thema. Geforscht wird hier jedoch eher indirekt und vor allem im Bereich der Landwirtschaft und Ernährung z.B. zur Effizienz von Saatgut oder Möglichkeiten zum nachhaltigen Ausbau von Aqua-Kultur und Fischerei.

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2Amerika

2.1 Argentinien

Umwelt- und Klimaforschung

Antarktisforschung
Die argentinischen Aktivitäten in der Antarktis begannen bereits 1904 mit dem Aufbau einer Wetterstation auf der Laurieinsel. Zurzeit operieren dort sechs ganzjährige und sieben saisonale wissenschaftliche Stationen. Auf der Seymour Insel befindet sich die Zentralstation Marambio.  

Die 1968 gegründete Nationale Direktion für die Antarktis (Dirección Nacional de la Antártida) plant, leitet, koordiniert und kontrolliert die argentinischen wissenschaftlichen und technischen Aktivitäten. Sie ist dem Außenministerium zugeordnet. 

Die wissenschaftlichen Projekte werden hauptsächlich vom argentinischen Institut für die Antarktis (Instituto Antártida Argentina, IAA) durchgeführt.   

Schwerpunkte der Antarktisforschung sind:

Physikalisch-chemischer Sektor: 

  • beschreibende und dynamische Meereskunde
  • Globale Wandel des Ökosystems
  • Umweltchemie
  •  Meeresverschmutzung 
  • Atmosphäre und Astronomie

Biologischer Sektor:

  • Antarktische Ökosysteme
  • Schutz der Umwelt 
  • Rationaler Verbrauch der Ressourcen der Ozeane

Argentinien hat die Absicht geäußert, mit Ländern der Spitzenforschung enger zusammenarbeiten zu wollen. Im Fokus des Interesses steht der Transfer von Know-how. Im Hinblick darauf wurde seit 2006 das jährliche Budget erhöht und zusätzliches Geld bereitgestellt, um die bestehende Infrastruktur zu modernisieren. 


Projekte internationaler Kooperation
Im Rahmen des Internationalen Antarktis Jahres 2007-2008 arbeitet Argentinien mit den führenden Antarktisforschungseinrichtungen weltweit zusammen. Argentinische Wissenschaftler leiten bzw. wirken bei zahlreichen Projekten mit. 

In der Meeres- und Antarktisforschung arbeitet Argentinien, vertreten durch die Fakultät der Bio- und Naturwissenschaften der Staatlichen Universität Buenos Aires (UBA), eng mit dem Alfred-Wegener Institut für Meeres- und Polarforschung (AWI) zusammen. 

IAA und das Labor Bio Sidus arbeiten in dem Projekt "Genoma blanco" zusammen. Isoliert und untersucht werden Bakterien, die sich an die antarktische Umwelt angepasst haben.  

Kooperationsprojekte:  www.dna.gov.ar/CIENCIA/IPY.PDF

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2.2 Brasilien

Umwelt- und Klimaforschung

Brasilien ist das Land mit dem weltweit höchsten Maß an Biodiversität. Es werden bis zu 20 % der global vorkommenden Pflanzen- und Tierarten in den brasilianischen Ökosystemen, insbesondere im Amazonas-Regenwald, vermutet. Ein Schwerpunktthema der brasilianischen Forschungspolitik ist die Erforschung der Biodiversität und deren Nutzungspotenzial. Verschiedene Maßnahmen sind im Programm zur Erfoschung der Biodiversität (PPBio) gebündelt.

Das Amazonasgebiet wird im Rahmen des internationalen Programms LBA (The Large Scale Biosphere-Atmosphere Experiment in Amazonia) erforscht, in dem neue Erkenntnisse über die klimatologische, ökologische, biochemische und hydrologische Funktionsweise des Tropenwaldes angestrebt werden.

Wichtigste Forschungseinrichtung in Amazonien ist das Nationale Amazonasforschungsinstitut INPA in Manaus.

Nachhaltigkeitsforschung ist darüber hinaus wichtiger Aspekt der Landwirtschaftlichen Forschung Brasiliens.

Das Zentrum für Wettervorhersagen und Klimastudien (CPTEC) ist in Brasilien Referenz für Simulationsmodelle für Klimaveränderungen. Unterstützt vom Forschungsministerium MCTI wurde 2007 außerdem das Netzwerks zur Klimaforschung, dem Rede CLIMA – "Rede Brasileira de Pesquisas sobre Mudanças Climáticas Globais" eingerichtet.

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2.3 Kanada

Umwelt- und Klimaforschung

Das Ministerium für Umwelt und Klimawandel ist für den Umweltbereich inklusive der zugehörigen Forschungsthemen zuständig. Insgesamt arbeiten etwa 6.000 Mitarbeiter/innen für das Ministerium und in den diesem Ministerium zugehörigen Forschungsinstituten. Das jährliche Budget beträgt etwa 500 Mio. CAD, wovon ca. 80% in Forschung und Entwicklung fließen. Die Fördereinrichtung Sustainable Development Technology Canada (SDTC) wurde von der kanadischen Regierung 2001 gegründet, um die Entwicklung von Technologien und Demonstrationsvorhaben im Hinblick auf Klimawandel und Sauberkeit von Luft, Wasser und Böden zu fördern. Zwischen 2001 und 2015 hat SDTC insgesamt 320 Projekte mit 928 Mio. CAD gefördert. Die neuen Technologien generierten für die Unternehmen 2015 ein Einkommen von 1,4 Billionen CAD.

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Weitere Informationen

2.4 Mexiko

Umwelt- und Klimaforschung

Rund 75% der Bevölkerung Mexikos lebt in Städten. Dementsprechend spielen urbane Umweltfragen eine wichtige Rolle. Trotz Anstrengungen in diesen letzten zehn Jahren hat sich Umweltsituation Mexikos nicht deutlich verbessert. Die weiterhin mangelnde Umsetzung der Umweltgesetzgebung sowie die dynamische Wirtschaftsentwicklung ohne entsprechende Berücksichtigung der Umwelteinflüsse sind dafür wichtige Faktoren. Auch in der exportorientierten Landwirtschaft ist ein Wachstum zu beobachten, das mit intensivierte Bewässerung, massiver Düngemitteleinsatz, Überweidung und Abholzung der Wälder einhergeht. Weitere wichtige Punkte sind die Küstenentwicklung sowie die kommerzielle Fischerei. Ebenso hat der Klimawandel seine Wirkungen in der Landwirtschaft und Wasserversorgung gezeigt.

Mexiko zählt zu den 12 Ländern weltweit mit der größten Biodiversität. Seit 1992 ist deshalb die Nationale Kommission zur Erforschung und Nutzung der Biodiversität (CONABIO) mit der Erhaltung und Aktualisierung des Nationalen Informationssystems für Biodiversität (SNIB) beauftragt.

Mexikos Umweltprioritäten werden im Nationalen Entwicklungsplan 2013 bis 2018 und den Regierungsprogrammen (z.B. dem Nationalen Umwelt- und Naturressourcenprogramm) dargestellt. Folgende Themen sind von zentraler Bedeutung der mexikanischen Umweltpolitik:

  • Trinkwasserversorgung
  • Abwasser
  • Sonderabfall und Hausmüll
  • Bodenschutz
  • Luftreinhaltung

Im Nationalen Umwelt- und Naturressourcenprogramm wird die derzeitige Umweltsituation, Ziele und Aktionen, Projekte und Instrumente für die Zielerreichung beschrieben. Die Förderung von F&E Projekten zur Lösung von regionalen und nationalen Umweltproblemen wird als grundlegend gesehen. Als Ziele setzt sich das Land für 2030 die 100%ige Behandlung der Abwässer, die Erreichung eines Gleichgewichts zwischen verloren gegangenen und wieder aufgeforsteten Flächen, die weitere Wiederaufforstung von Wäldern und Urwäldern und einen Anteil von 16% des nationalen Territoriums an Naturschutzgebieten (Visión México 2030).

Die Umweltforschung in Mexiko orientiert sich vorwiegend an den nationalen, regionalen und lokalen Bedürfnissen an Daten und  an technologischen und administrativen Lösungen. In den Themen spiegeln sich die verschiedenen Umweltprobleme wie Wasser, Biodiversität und Klimaschutz wieder. 

Forschungsmittel im Umweltbereich mit Bezug auf nationale Interessen werden zwischen dem Nationalen Forschungsrat CONACYT und dem Umweltministerium (SEMARNAT) bzw. dem nationalen meteorologischen Dienst (CNA) zur Verfügung gestellt. Die gemischten Fonds, die gemeinsam von den Bundesstaaten und der Bundesregierung zur Verfügung gestellt werden, fördern vorwiegend angewandte Forschung und Studien. Jeder Bundesstaat ruft in diesen Ausschreibungen zur Lösung von lokalen Problemen auf.

Im Bereich Forschung und Innovation gibt es vor allem folgende Fördermittel, die für Projekte im Umweltbereich oder Klimaschutz genutzt werden können:

  • Fond für Grundlagenforschung (CONACYT-SEP)
  • Sektorfond für Forschung und Technologieentwicklung im Bereich Umwelt (SEMARNAT)
  • Sektorfond für Forschung und Technologieentwicklung im Bereich Wasser (CONAGUA-CONACYT)
  • Gemischte Fonds (Bundesregierung und Bundesstaaten)
  • Innovationsfonds (Wirtschaftsministerium, CONACYT)

Schwerpunktthemen der Fonds sind:

  • Arten- und Ökosystemerhaltung, Nachhaltige Nutzung und Gebietsordnung
  • Luftverschmutzung
  • Klimawandel
  • Toxische Substanzen und Sonderabfall
  • Wirtschaft und Umwelt

Die wichtigsten Forschungseinrichtungen sind die Institute im Bereich des Ballungsraumes der Stadt Mexiko: UNAM, UAM (Universidad Autónoma Metropolitana) , IPN, IMTA (Instituto Mexicano de Tecnología del Agua). Dennoch gibt es einige gut ausgestattete Institute in den Bundesstaaten, wie z.B. das "Instituto de Ecología" (INE) in Jalapa oder das Umweltzentrum "Centro de Calidad Ambiental" am Tec de Monterrey in Monterrey. Als herausragende Gruppen werden die Universität von Campeche (Zentrum zu Studien im Bereich der nachhaltigen Entwicklung und Nutzung von Fauna und Flora) und die Universität von San Luis de Potosí (Gesundheit und Toxikologie im Bereich Umwelt) genannt. Neben diesen Zentren gibt es die dem Nationalen Forschungsrat (CONACYT) angeschlossenen Forschungszentren, wie zum Beispiel das "Zentrum für angewandte Innovation in wettbewerbsfähigen Technologien (CIATEC)" oder das CIBNOR und CICESE (Meereswissenschaften und IKT), die sich nicht ausschließlich dem Bereich Umweltschutz widmen, sondern einzelne Projekte bearbeiten.

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3Asien

3.1 Japan

Umwelt- und Klimaforschung

Von hoher politischer Bedeutung sind Maßnahmen zur Erreichung der Ziele des Kyôto-Protokolls. Die japanische Regierung unterzeichnete am 4. Juni 2002 als 73. Staat das Klimaschutzprotokoll von Kyôto, womit sich Japan verpflichtet, seine Emissionen von Treibhausgasen bis 2012 um 6% zu reduzieren. Das Kyôto-Abkommen trat am 16. Februar 2005 in Kraft. Einige Staaten, u.a. die USA, haben das Abkommen zwar unterzeichnet, aber nicht ratifiziert. Japan einigte sich mit einigen anderen Staaten, darunter die EU und Kanada, ihre zugesagten CO2-Minderungsziele bis 2012 zu erreichen.

Das Ministry of Environment (MoE) beabsichtigt, die hierfür wirksamsten Technologien auszuwählen und ihren Einsatz sowohl in der Wirtschaft als auch im Haushaltssektor zu fördern. Energiesparende Technologien sollen detailliert analysiert und nach ihrer Effektivität ausgewählt werden.

Mit der Umweltforschung befassen sich insgesamt 13 Ministerien und Ämter. Dazu zählen u.a. Ministry of Environment (MoE), Ministry of Education, Culture, Sports, Science and Technology (MEXT), Ministry of Economy, Trade and Technology (METI), Ministry of Health, Labour and Welfare (MHLW), und Ministry of Agriculture, Forestry and Fisheries (MAFF).

Wichtige Institutionen sind u. a.

  • das Institute for Global Environmental Strategies (IGES),
  • das National Institute for Environmental Studies (NIES),
  • das National Institute for Resource and Environment (NIRE),
  • das Clean Japan Center (CJC) und
  • die New Energy and Industrial Technology Development Organization (NEDO).

Schwerpunktthemen der mit öffentlichen Mitteln geförderten Forschung sind gegenwärtig:

  • Luftverschmutzung,
  • Recycling,
  • Überwachungs- und Messtechnik (insbes. mit Blick auf Dioxine und Umwelthormone),
  • Abschätzung und Bewertung von Umweltschäden,
  • Analyse der Systemzusammenhänge bei Umweltschäden,
  • Erhalt der natürlichen Umwelt und
  • globale Umweltfragen.

Das Global Environment Research Program fördert die gemeinsame Forschung mit Entwicklungsländern, sowie die Ausbildung qualifizierter Umweltwissenschaftler, vor allem in Ost- und Südostasien (Schwerpunkt Volksrepublik China), durch die Ausschreibung von Eco-Frontier-Fellowships für drei- bis neunmonatige Forschungsaufenthalte in Japan.

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3.2 Jordanien

Umwelt- und Klimaforschung

Als ein durch überdurchschnittlich hohes Bevölkerungswachstum und extremer Knappheit von fruchtbarem Land und Wasser geprägtes Land, ist der Schutz der Umwelt ein zentrales Thema. Dieses wird jedoch eher indirekt und vor allem im Bereich der Landwirtschaft und Ressourceneffizienz erforscht. Zu den wichtigsten Themen gehören u.a. die Gewährleistung und Sicherstellung der Wasserqualität, die effiziente Nutzung von Wasser und Wassermanagement (nicht nur, aber vor allem in der Landwirtschaft), innovative Techniken zur Wasseraufbereitung sowie Abwassermanagement.

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3.3 Palästinensische Gebiete

Umwelt- und Klimaforschung

Umwelt und Klima, insbesondere die Sicherheit der Versorgung mit Lebensmitteln und Wasser, sind wie in den meisten Ländern der arabischen Welt auch in den Palästinensischen Gebieten wichtige Themen. Mehr als zehn Institute arbeiten an den Universitäten Al-Azhar, An-Najah, Bethlehem, Birzeit und Hebron (Indikatoren für Bildung) zu Themen wie der Qualität und den Auswirkungen von Umweltverschmutzung, um eine nachhaltige Sicherung der Lebensgrundlage gewährleisten zu können.

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4Europa

4.1 Frankreich

Umwelt- und Klimaforschung

Mit dem Gesetz zur Energiewende 2015, der Nationalen Strategie für nachhaltige Entwicklung 2015-2020, der Nationalen und internationalen Strategie Frankreichs für Wasser, Ozeane und Klima sowie dem Gesetz zur Bewahrung der Biodiversität, der Natur und der Landschaften 2017 hat sich Frankreich ambitionierte Ziele für die Umwelt- und Klimaforschung gesetzt. Aufgrund seiner Überseegebiete setzt sich das Land zudem besonders für den Schutz der Meere ein. Unter dem neuen Staatspräsidenten Emmanuel Macron und vor dem Hintergrund des angekündigten US-amerikanischen Austritts aus dem Weltklimaabkommen engagiert sich Frankreich noch stärker. 2017 startete beispielsweise ein Programm, um ausländische Klima-, Energie- und Erdsystemforscher nach Frankreich zu holen („Make our Planet great again“), an dem sich Deutschland mit 15 Millionen Euro beteiligt.

In der Allianz für die Umwelt AllEnvi sind die wichtigsten Forschungseinrichtungen aus diesem Bereich vereint. Dazu zählen insbesondere das Französische Institut für Nutzung der Meere IFREMER, das Nationale Institut für Agronomieforschung INRA und das Nationale Forschungsinstitut für Agrar- und Umwelttechnik IRSTEA. Elf Prozent der FuE-Ausgaben bzw. 5,1 Milliarden Euro wurden 2014 für Umwelt- und Klimaforschung ausgegeben, davon 65 Prozent von Unternehmen. Ihr Anteil an der Umwelt- und Klimaforschung hat sich seit 2000 verdreifacht.

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4.2 Polen

Umwelt- und Klimaforschung

2013 wurde die 19. UN-Weltklimakonferenz in Warschau, Polen ausgerichtet. Zentrale Themen waren die Bereitstellung von Fonds für die Anpassung an den Klimawandel besonders im für Entwicklungsländer vorgesehen, der Waldschutz und der Umgang mit Klimaschäden.

In allen Fragen rund um den Bereich Umwelt und Umweltforschung kann das zuständige Umweltministerium Informationen erteilen:
 
Ministry of Environment
52/54 Wawelska Str.
00-922 Warsaw 
Poland 

Tel.: (+48 22) 57 92 900
www.mos.gov.pl/index_main.shtml
 
Institut für Umweltschutz

Das Institut  für Umweltschutz beschäftigt sich mit Forschung, technischer Hilfestellung und Informationsbereitstellung auf dem weitgefächerten Sektor des Umweltschutzes. Die sehr ausführlichen Seiten der Homepage des Institutes informieren über alle Aktivitäten.
 
Institute of Environmental Protection
ul. Krucza 5/11d
00-548 Warsaw
Tel.:: +22 621-3670
Fax: +22 629-52-63
e-mail: office@ios.edu.pl
www.ios.edu.pl

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5Multilaterales

5.1 G7/G8 - G20

Umwelt

G7/G8

Zwischen 1998 und 2009 waren die G8 im Bereich Umwelt stark engagiert. Bis zum Jahr 2009 fanden regelmäßig Treffen der G8-Umweltminister mit umfangreichen Beschlüssen statt. In Bezug auf Biodiversität setzten die G8 vor allem auf einen Ansatz, der den ökonomischen Wert der Biodiversität hervorhob. Dazu wurde zwischen 2008-10 die unabhängige Studie "Die Ökonomie der Ökosysteme und der Biodiversität" (TEEB) durchgeführt. Nach der Wirtschaftskrise 2008 nahm die Bedeutung des Umweltthemas auf der G7/G8-Gipfelagenda vorübergehend deutlich ab. 2015 kam die Trendwende: Zunächst belebte die deutsche Bundesregierung die G7-Umweltagenda wieder, indem sie eine neue G7-Allianz zu Ressourceneffizienz schuf, sowie einen Aktionsplan zur Bekämpfung der Meeresvermüllung annahm (Link zum Annex zur Abschlusserklärung des G7-Gipfels 2015). Ende des Jahres 2015 wurde das Pariser Klimaschutzabkommen, ein Meilenstein internationaler Umweltpolitik, unterzeichnet. Ein weiterer Meilenstein ist die 2015 durch die Vereinten Nationen beschlossene Agenda 2030 für Nachhaltige Entwicklung. Vor diesem Hintergrund organisierte die japanische G7-Präsidentschaft 2016 erneut ein Treffen der G7-Umweltminister in Toyama (Abschlusserklärung). Auch für 2017 ist ein entsprechendes Treffen unter italienischem Vorsitz geplant.
In Bezug auf den Klimawandel bekennen sich die G7-Staats- und Regierungschefs zu einer Vorreiterrolle bei der aktiven Umsetzung des Paris-Abkommens. Unter japanischem Vorsitz 2016 wurde vor allem das Thema Ressourceneffizienz aufgenommen und weiterentwickelt („Toyama Framework on Material Cycle“). Das Ziel ist unter anderem, Technologien für die energieeffiziente Wiedergewinnung von Rohstoffen zu entwickeln.

G20

Die G20 bekennen sich zum Pariser Klimaschutzabkommen. Die Klimapolitik wird von den G20 vor allem in Bezug auf das globale Finanzsystem und die Finanzpolitik eingeordnet („G20 Climate Finance Study Group“). Die G20 streben an, das Pariser Klimaschutzabkommen so bald wie möglich zu ratifizieren und pünktlich umzusetzen und rufen dazu auf, mehr Ressourcen zur Bekämpfung des Klimawandels zu mobilisieren. 

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IEA - Entwicklung kohlenstoffarmer Technologien

Die Internationale Energieagentur IEA hat im Auftrag des G8-Gipfels von Toyako (2008) und unter Einbeziehung der Mitgliedsländer Zeitpläne (Roadmaps) für die Entwicklung verschiedener kohlenstoffarmer Technologien erarbeitet: Low Carbon Technology Energy Roadmaps.

Übergreifendes Ziel ist es, die globale Entwicklung und den Einsatz der Technologien so voranzubringen, dass bis 2050 eine Halbierung der CO2-Emissionen erreicht werden kann. Die Roadmaps informieren Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft über Zwischenziele und vorrangig zu treffende Maßnahmen. 

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Technologieaktionspläne für klimafreundliche Technologien

Im Juli 2009 beauftragte das Major Economies Forum (MEF) die Mitgliedsländer (G8 plus G5 plus Australien, Indonesien und Südkorea), bis zum November für zehn klimafreundliche Technologien sogenannte Technologieaktionspläne ("Technology Action Plans") zu entwerfen. Je nach Interessenlage wurden die MEF-Mitglieder aktiv. Deutschland entwarf zusammen mit Spanien den Plan für Solarenergie und zusammen mit Spanien und Dänemark den Plan für Windenergie. Die im Dezember 2009 veröffentlichten Aktionspläne bestimmen für jeden der zehn Technologiebereiche CO2-Einsparpotentiale und sie identifizieren Probleme bei deren Entwicklung und Einsatz sowie bewährte Lösungsansätze. Regierungen können vor allem durch öffentliche Investitionen, die Schaffung von stabilen staatlichen Rahmenbedingungen und den Austausch von Informationen fördernd tätig werden. 

Nachdem das MEF nicht mehr länger tagt, haben die Technologieaktionspläne eine Reihe gemeinsamer Initiativen des Nachfolgergremiums Clean Energy Ministerial (CEM) inspiriert. Der Schwerpunkt liegt auf dem Austausch von Informationen. Deutschland hat gemeinsam mit Spanien den Vorsitz der Multilateral Solar and Wind Working Group inne. 

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Studie zur Ökonomie der Ökosysteme und der Biodiversität

Auf Initiative Deutschlands und der Europäischen Kommission hin beschlossen 2007 die G8-G5 Umweltminister einen Anstoß für die Untersuchung des globalen wirtschaftlichen Nutzens der biologischen Vielfalt zu geben. 

Die unabhängige Studie "Die Ökonomie der Ökosysteme und der Biodiversität" (The Economics of Ecosystems and Biodiversity - TEEB) wurde unter der Schirmherrschaft des United Nations Environment Programme (UNEP) mit finanzieller Unterstützung von Deutschland, Großbritannien, der EU, Norwegen, den Niederlanden und Schweden durchgeführt. 

Im Jahr 2009 wurde zunächst ein themenspezifischer TEEB-Sachstandbericht zum Klimawandel veröffentlicht. In der zweiten Phase wurden vier zielgruppenspezifische Einzelberichte erstellt:

  • TEEB-Bericht für politische Entscheidungsträger
  • TEEB-Bericht für lokale und regionale Entscheidungsträger
  • TEEB-Bericht für Unternehmen
  • TEEB- Bericht für Bürger.

Im Oktober 2010 wurde der TEEB-Abschlussbericht: "Mainstreaming the Economics of Nature: A synthesis of the approach, conclusions and recommendations of TEEB"("Die ökonomische Bedeutung der Natur in Entscheidungsprozesse integrieren") veröffentlicht. 

Eine dritte Phase der TEEB-Arbeit konzentriert sich auf die Unterstützung von nationalen, regionalen, lokalen und themenspezifischen Berichten.

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Zukunft der Meere und Ozeane

Die G7-Wissenschaftsminister werden auch hier durch eine Expertengruppe bzw. Arbeitsgruppe unterstützt. Basierend auf den Empfehlungen eines G7-Expertenworkshops zu Zukunft der Ozeane und Meere (März 2016), sehen sie vor allem Bedarf für eine Initiative zur verbesserten globalen Beobachtung der Meere und Ozeane, etwa für die Überwachung des Klimawandels und der marinen Artenvielfalt (Abschlusserklärung der G7-Wissenschaftsminister 2016).

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5.2 OECD

Umwelt

Eine intakte Umwelt ist die Lebensgrundlage für den Menschen und die Voraussetzung für eine starke und solide Wirtschaftsentwicklung. Die OECD hilft ihren Mitgliedsländern, eine effiziente und effektive Politik zur Bewältigung von Umweltproblemen und zur nachhaltigen Bewirtschaftung von Naturressourcen zu konzipieren und umzusetzen. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei umweltschonenden Konsum- und Produktionsstrukturen (Quelle OECD Berlin Centre).

Zuständig sind der Ausschuss für Umweltpolitik (Environment Policy Committee - EPC) und das Umweltdirektorat (Environment Directorate - ENV) im Sekretariat. 

Ein traditionelles Instrument ist der Umweltprüfbericht: alle vier bis fünf Jahre analysiert die OECD die Umweltpolitik der Mitgliedsländer sowie einiger Nichtmitglieder. Die Empfehlungen spiegeln den Konsens der OECD-Mitglieder wider. Auch Umweltinnovation wird thematisiert, wie z.B. in dem Umweltprüfbericht 2012 zu Deutschland.

Im Bereich der Nanomaterialien ist es Ziel der OECD, zur Entwicklung eines strengen Systems für Sicherheitsüberprüfungen beizutragen.

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Weitere Informationen

6Ozeanien

6.1 Australien

Umwelt- und Klimaforschung

Auf dem Felde der Umwelt- und Klimaforschung ist die Commonwealth Scientific and Industrial Research Organisation (CSIRO) aktiv, die einen Forschungsbereich "Environment" eingerichtet hat.

Schwerpunkte der australischen Umweltforschung sind:

  • Biodiversity & Ecology,
  • Bushfires: Bushfire research for safer communities,
  • Climate & Weather: Specialised weather forecasting service,
  • Environmental Monitoring & Analysis,
  • Forests: Measuring water use in plantation trees,
  • Oceans: Understanding and predicting climate change,
  • Pest Management: Managing insect pests and weeds,
  • Pollution: Understanding contaminants,
  • Salinity & Acidity: Predicting the levels of water and salt in our catchments,
  • Sustainability: Understanding changing landscapes using advanced analytical techniques,
  • Waste Management,
  • Water: Reliable ocean forecasts.

Weiterhin befasst sich das "Water for a Healthy Country Flagship" der CSIRO mit Umweltfragen und deckt dabei folgende Bereiche ab:

  • Across the Fenceline: combating dryland salinity,
  • Creating water smart city systems,
  • Farm Water Futures,
  • Great Barrier Reef floodplain renewal,
  • Great Barrier Reef sustainable grazing,
  • Increasing irrigation efficiency across the Murray Region,
  • Integrated land and water planning in the Mallee,
  • Integrated livestock business systems,
  • Livestock for a sustainable environment,
  • Making best use of environmental water in the Murray Valley.

Der CSIRO ist dabei, im Umweltbereich im weiteren Sinne zwei Global Precincts einzurichten, in Brisbane den Ecosciences Precinct und in Canberra den Natural and Environmental Precint auf- bzw. auszubauen.

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6.2 Neuseeland

Umwelt- und Klimaforschung

Neuseeland ist ein Forschungsstützpunkt, der sich von den südpazifischen Inseln bis zur Antarktis erstreckt. Neuseeländische Wissenschaftler leisten Pionierarbeit in der Entwicklung neuer Technologien, so beispielsweise durch die Entdeckung veränderter Ursachen für die Entstehung von Treibhausgasen. Neuseeländische Wissenschaftler spielen auch eine führende Rolle im weltweiten Verständnis des Ozonabbaus und der Variabilität der UV-Strahlung und leisten einen internationalen, wichtigen Beitrag zur globalen und regionalen Klimamodellierung.

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