StartseiteAktuellesNachrichtenAufstieg des asiatisch-pazifischen Raums in der Forschung

Aufstieg des asiatisch-pazifischen Raums in der Forschung

Der asiatisch-pazifische Raum hat sich über die letzten 15 Jahre neben Europa und Nordamerika als eine der wichtigsten Forschungsregionen etabliert. Neue Analysen anhand des Nature-Index beleuchten, welche Länder und Institutionen zur Spitzenforschung beitragen.

Über die letzten zwei Jahrzehnte haben sich die Zentren der globalen „Wissensproduktion“ deutlich verschoben. In den 1990er Jahren dominierten bei den jährlichen Publikationszahlen noch Nordamerika und Europa. Seitdem hat die asiatisch-pazifische Region aufgeholt und bildet heute ein weiteres Schwergewicht in der Forschung. Vor allem der Aufstieg Chinas in die Liga der Besten ist bemerkenswert. China hat sich von 1996 bis 2013 vom neunten auf den zweiten Rang hinter den USA vorgearbeitet. Einen ähnlichen Aufstieg zeigt Indien, wobei das Land mit Rang 7 auch 2013 noch deutlich hinter China und Deutschland liegt. Japan war bis in das letzte Jahrzehnt hinein nach den USA die führende Forschungsnation weltweit, ist seitdem aber auf Rang 5 zurückgefallen. Die Werte basieren auf der reinen Anzahl an Fachpublikationen, die in der Datenbank SCImago des Wissenschaftsverlags Elsevier erfasst sind.
Eine differenziertere Sicht im Hinblick auf die Qualität der Publikationen erlaubt der von der Nature Publishing Group (NPG) in Zusammenarbeit mit Digital Science  entwickelte „Nature Index“. Der Index erfasst die führenden Fachzeitschriften in den Bereichen Chemie, Geo- und Umweltwissenschaften, Lebenswissenschaften und Physik – insgesamt 68 Journals.

Auf Grundlage dreier Indikatoren hat Nature kürzlich die Rolle des asiatisch-pazifischen Raums in der globalen Forschungslandschaft für das Jahr 2014 beleuchtet. Basierend auf dem WFC wurde ein globaler Wert von 51 189 ermittelt. Daran hat Nordamerika den größten Anteil (19 534) gefolgt von Europa (16 871) und Asien-Pazifik (13 431); alle anderen Regionen (Afrika, Lateinamerika, Zentralasien sowie der Nahe und Mittlere Osten) haben demnach nur eine marginale Bedeutung in der Spitzenforschung.

China führend in Chemie und Umwelt

Blickt man innerhalb der asiatisch-pazifischen Region auf die einzelnen Länder und ihre Stärken in den einzelnen Fachdisziplinen so ergibt sich folgendes Bild: China dominiert auf dem Gebiet der Chemie, dahinter folgen mit deutlichem Abstand Japan und Südkorea. Ein ähnliches Verhältnis zeigt sich in der Physik. In den Geo- und Umweltwissenschaften ist China ebenfalls führend, gefolgt von Japan und Australien. Nur in den Lebenswissenschaften liegt Japan leicht vor China, danach folgen Australien und Südkorea. Indien, neben China die aufstrebende Wissenschaftsnation in der Region, bietet vor allem in Chemie und Physik außergewöhnliche Leistungen (jeweils Rang 4). Bemerkenswert ist die Rolle von Singapur, als Stadtstaat mit 5,5 Millionen Einwohnern belegt es in Chemie und den Lebenswissenschaften Rang 5.

Der Trend zu internationaler Zusammenarbeit in der Forschung erfasst auch die Länder der asiatisch-pazifischen Region. Auffallend ist, dass die führenden Wissenschaftsnationen ganz überwiegend Kooperationen außerhalb der Region suchen. Nur Brunei, Bangladesch, die Philippinen und Tonga arbeiten in größerem Umfang (40% und mehr) mit Wissenschaftlern aus dem asiatisch-pazifischen Raum zusammen.

Nature listet darüber hinaus die führenden Universitäten und Forschungseinrichtungen der asiatisch-pazifischen Region - insgesamt und untergliedert nach Fachdisziplinen - auf. In der Gesamtschau befinden sich unter den zehn besten Institutionen fünf in China, drei in Japan und zwei in Singapur. Spitzenreiter ist die Chinese Academy of Sciences (CAS), die allerdings mit über 104 Forschungsinstituten und 49 000 Wissenschaftlern auch über das größte Potential verfügt. Auf die Plätze 2 und 3 kommen die University of Tokyo und die Peking University.

Die Langfassung des Artikels findet sich in der Aprilausgabe der Naturwissenschaftlichen Rundschau.

Redaktion: von , DLR Projektträger, Europäische und internationale Länder / Organisationen: China Indien Japan Singapur Republik Korea (Südkorea) Themen: sonstiges / Querschnittsaktivitäten

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