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EU fördert Inklusionsprojekt für psychisch Erkrankte

Internationalisierung Deutschlands, Bi-/Multilaterales

Um die soziale Inklusion von Menschen mit psychischen Erkrankungen zu verbessern, fördert die Europäische Union im Rahmen des Förderprogramms Horizont 2020 ein internationales Projekt, an dem auch Ulmer Wissenschaftler beteiligt sind. Dabei geht es zum einen darum, den Betroffenen beim Umgang mit der Krankheit zu helfen. Im Fokus steht aber auch die Verbesserung der politischen Rahmenbedingungen, um die Integration ins Arbeitsleben zu erleichtern.

Menschen mit psychischen Erkrankungen leiden oft doppelt. Denn mit der Krankheit kommt häufig das Stigma. Ob als Jugendlicher in der Schule oder später am Arbeitsplatz: Die Betroffenen werden nicht selten sogar ausgegrenzt. Psychisch Erkrankte fühlen sich nicht nur isoliert, sie sind es zumeist auch. Die Europäische Union unterstützt im Rahmen des Förderprogramms „Horizont 2020“ nun für vier Jahre (2016 - 2020) ein internationales Projekt zur sozialen Inklusion von Menschen mit psychischen Erkrankungen. Die Fördersumme beläuft sich insgesamt auf knapp 500.000 Euro, rund ein Viertel davon erhält die Universität Ulm.

Das CRISP-Projekt, dessen Abkürzung für den englischen Titel „Citizenship, Recovery and Inclusive Society Partnership“ steht, wird durchgeführt von der schottischen University of Strathclyde/Glasgow, der Mental Health Foundation UK und der Universität Ulm. Weitere Kooperationspartner kommen aus Finnland und den USA, darunter die New York University, die Yale University sowie das Illinois Institute of Technology (IIT) in Chicago. Im Mittelpunkt der Auftaktveranstaltung, die Anfang Juni in Glasgow zu CRISP stattfand, standen Schwerpunktthemen wie Stigma und Diskriminierung. Dabei ging es konkret um die Verbesserung der politischen Rahmenbedingungen sowie um Initiativen zur Förderung der sozialen Integration von Menschen mit psychischen Erkrankungen.

„Wir wollen mit dem Projekt den Austausch zwischen Wissenschaft, Politik und Gesellschaft auf diesem sensiblen Gebiet verbessern“, sagt Professor Nicolas Rüsch, Leiter der Sektion Public Mental Health der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Ulm. Ganz konkret geht es dabei um die Entwicklung von Entscheidungshilfen und Interventionsmöglichkeiten, die dabei helfen sollen, die soziale Integration von Menschen mit psychischen Erkrankungen zu verbessern. Entscheidend dabei: der Stigmatisierung von Betroffenen entgegentreten. Die Ulmer Forscher arbeiten zudem an der Weiterentwicklung spezieller Gruppenprogramme zum selbstbewussten Umgang mit der eigenen psychischen Erkrankung. Die Forscher der Uni Ulm kooperieren dafür eng mit Wissenschaftlern des IIT Chicago, die die Grundlagen dieses Programms entwickelt haben.

Begleitet wird das Forschungsprojekt von kulturellen Veranstaltungen, Seminaren und Konferenzen, um möglichst breite Aufmerksamkeit für das Thema zu gewinnen und um geeignete Entscheidungshilfen sowie Interventionsmöglichkeiten in der Öffentlichkeit bekannt zu machen.  Bereits bestehende Programme aus den Projektländern sollen im Rahmen des internationalen Projektes evaluiert werden. Dazu gehört beispielsweise ein kanadisches Programm, das den Umgang mit psychisch erkrankten Mitarbeitern und Kollegen im Arbeitsumfeld verbessern soll. Angriffspunkte sind dabei zum einen die Vermittlung von Wissen zu diesem Thema aber auch die Bereitschaft, Hilfe für psychische Krisen zu leisten und gegebenenfalls selbst in Anspruch zu nehmen.

Kontakt

Prof. Dr. Nicolas Rüsch,
Leiter der Sektion Public Mental Health
der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie II
Universität Ulm und Bezirkskrankenhaus Günzburg
E-Mail: nicolas.ruesch(at)uni-ulm.de 
Tel. Martina Riegg (Sekr.): +49 731 / 500 62301

Quelle: Universität Ulm / IDW Nachrichten Redaktion: von Tim Mörsch, VDI Technologiezentrum GmbH Länder / Organisationen: EU Vereinigtes Königreich (Großbritannien) USA Themen: Ethik, Recht, Gesellschaft Lebenswissenschaften

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