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Europäische Kommission veröffentlicht Aktionsplan zur Förderung der Bio-Produktion

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Der EU-Kommissar für Landwirtschaft Janusz Wojciechowski hat am 25. März einen Aktionsplan zur Förderung der Bio-Produktion vorgestellt. Ziel der Europäischen Kommission ist es, die ökologische/biologische Landwirtschaft entscheidend voranzubringen und entsprechend die Produktion und den Verbrauch von Bio-Erzeugnissen zu steigern. 30 Prozent des Budgets ist für Forschung und Innovation vorgesehen.

Derzeit werden etwa 8,5 % der landwirtschaftlichen Fläche in der EU ökologisch/biologisch bewirtschaftet, beim gegenwärtigen Wachstum würde dieser Anteil bis 2030 auf 15-18 % ansteigen. Der Aktionsplan sieht vor, dass bis 2030 25 % der genutzten Flächen in der gesamten EU ökologisch bewirtschaftet und Bio-Aquakulturen ausgebaut werden.

Dazu benennt der Aktionsplan 23 Maßnahmen, die die Kommission ergreifen möchte. Sie sind strukturiert entlang dreier Schwerpunktbereiche, namentlich Förderung des Verbrauchs von Bio-Erzeugnissen, Ausbau der Produktion sowie die Stärkung der Nachhaltigkeit des Sektors. Es ist vorgesehen, mind. 30 % des Budgets für Forschung und Innovation im Bereich Land-, Forstwirtschaft und ländliche Räume für spezifische Topics mit Bezug zum Biosektor zu verwenden. Forschungsprojekte sollen neben weiteren die folgenden Bereiche abdecken:

  • Bewusstseinswandel bei landwirtschaftlichen Erzeugern und Konsumenten
  • Steigerung der Ernteerträge
  • Genetische Biodiversität
  • Alternativen zu umstrittenen Produkten

Entsprechende Topics sollen über die thematischen Cluster, aber auch die künftige Mission „Soil health and food“ sowie über die entsprechenden Partnerschaften implementiert werden. Forschungsergebnisse sollen über die Europäische Innovationspartnerschaft AGRI sowie über das Agricultural Knowledge and Innovation System (AKIS) verbreitet werden, um in den Mitgliedsstaaten größtmögliche Wirkung zu entfalten.

Die Kommission zudem ruft die Mitgliedstaaten auf, nationale Aktionspläne für den Bio-Sektor auszuarbeiten, um den Anteil der ökologisch/biologisch bewirtschafteten Fläche auf nationaler Ebene zu erhöhen. Derzeit bestehen zwischen den Mitgliedstaaten große Unterschiede in Bezug auf den Anteil des Bio-Sektors, der von 0,5 % bis über 25 % reicht.

In einer Studie der Universität Wien in Zusammenarbeit mit dem Thünen-Institut für Biodiversität, dem schweizerischen Kompetenzzentrum Agroscope und der US-amerikanischen Columbia University wurden 209 Landwirtinnen und Landwirte sowie 98 Umweltwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler aus Deutschland und Österreich befragt. Es konnte festgestellt werden, dass Akteure aus Wissenschaft und Praxis die Bedeutung von biologischer Vielfalt für die landwirtschaftliche Produktion sehr unterschiedlich einschätzen, was auf unterschiedliche Informationsquellen und Kommunikationslücken zurückzuführen ist. Folglich ist der Bereich „Bewusstseinswandel bei landwirtschaftlichen Erzeugern und Konsumenten“ ein entscheidender Aspekt zur Erreichung des Ziels zur Nachhaltigkeit und Biodiversität.

Es wird entscheidend auf einen steigenden Verbrauch von Bio-Erzeugnissen ankommen, um die Landwirtinnen und Landwirte zur Umstellung auf die ökologische/biologische Landwirtschaft zu bewegen und deren Rentabilität und Widerstandsfähigkeit zu erhöhen. Daher werden im Aktionsplan mehrere konkrete Maßnahmen vorgeschlagen, mit denen die Nachfrage angekurbelt, das Verbrauchervertrauen bewahrt und Bio-Lebensmittel den Bürgerinnen und Bürgern nähergebracht werden sollen. Dazu gehört: Information und Kommunikation über die ökologische/biologische Produktion, Förderung des Verbrauchs von Bio-Erzeugnissen, Förderung des Angebots von Bio-Erzeugnissen in öffentlichen Kantinen über das öffentliche Auftragswesen und Ausbau der Verteilung von Bio-Erzeugnissen im Rahmen des EU-Schulprogramms.

Der Aktionsplan wurde in der EU-Biodiversitätsstrategie sowie in der Strategie „Vom Hof auf den Tisch“ (From farm to fork), welche im Mai vergangenen Jahres veröffentlicht wurden, angekündgt. Beide Strategiepapiere sind wichtige Bestandteile des Europäischen Green Deal und sollen eine Transformation hin zu nachhaltigeren Lebensmittelsystemen ermöglichen und zugleich den Verlust an Artenvielfalt (Biodiversität) aufhalten.

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Quelle: Kooperationsstelle EU der Wissenschaftsorganisationen / Europäische Kommission / Thünen-Institut Redaktion: von Anna März, VDI Technologiezentrum GmbH Länder / Organisationen: EU Themen: Engineering und Produktion Strategie und Rahmenbedingungen Umwelt u. Nachhaltigkeit

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