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Forschungsprojekt PeopleSuN verbessert Stromzugang in Nigeria

Internationalisierung Deutschlands, Bi-/Multilaterales

Anfang Juli ging das dreijährige Forschungs- und Entwicklungsprojekt PeopleSuN an den Start. Zum Ziel hat es, den Zugang zu zuverlässiger und nachhaltiger Energie in bislang unterversorgten Regionen in Nigeria zu verbessern.

Universeller Zugang zu bezahlbarer, verlässlicher, nachhaltiger und moderner Energie ist das siebte Ziel der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung (SDG7). Derzeit sind noch mehr als 600 Millionen Menschen in Afrika nicht oder nicht ausreichend mit Strom versorgt. Dies wäre aber eine Grundvoraussetzung für weitere soziale und wirtschaftliche Entwicklungen und wird in der Entwicklungszusammenarbeit als wichtiger Meilenstein für den Kontinent angesehen. In Nigeria könnte ein rasches Wachstum des Privatsektors die staatlichen Bemühungen zur Erreichung des SDG7 unterstützen – auch dies soll mit PeopleSuN erreicht werden. PeopleSuN steht für „People Power: Optimizing Off-Grid Electricity Supply Systems in Nigeria“

Im Projekt werden Elektrifizierungsstrategien für den ländlichen Raum mithilfe von Off-Grid-Photovoltaiksystemen entwickelt – also eine vom nationalen Stromnetz unabhängige Versorgung mit Erneuerbaren Energien. Es geht dabei nicht allein um technische Lösungen, sondern insbesondere darum, ein Verständnis für lokale Bedürfnisse und realistische finanzielle Rahmen zu entwickeln, um den Einsatz von Off-Grid-Systemen optimieren zu können. Daraus sollen schließlich Empfehlungen für wirtschaftliche Bereitstellungsmodelle und konkrete politische Maßnahmen abgeleitet werden.

PeopleSuN schließt an ein Definitionsprojekt an, das das Reiner Lemoine Institut (RLI) 2019 in Nigeria durchführte. Hier wurde zunächst ein nigerianisches Partnernetzwerk gefestigt, um möglichst viele relevante Akteure miteinzubeziehen. Es wurden zudem Haushaltsbefragungen, Workshops und Interviews mit lokalen Expertinnen und Experten geführt. Bereits vorhandene Daten und Finanzierungsmaßnahmen wurden erfasst. Diese Sondierungen ergaben, dass Elektrifizierungsprojekte in Nigeria besonders häufig vor drei Herausforderungen stehen:

  • Fehlende Informationen zu Strombedarf und Zahlungsfähigkeit potenzieller Nutzerinnen und Nutzer
  • Technische Hindernisse bei der Dimensionierung und Optimierung geeigneter Off-Grid-Systeme und Dienstleistungen
  • Mangel an wirtschaftlich tragfähigen Bereitstellungsmodellen zur Off-Grid-Elektrifizierung

PeopleSuN hat das Ziel, in enger deutsch-nigerianischer Zusammenarbeit die fehlenden Daten zu erheben und offene Tools und Prozesse zu entwickeln, mit denen Elektrifizierungsprojekte geplant werden können. Diese werden durch die Anwendung an existierenden Projekten der lokalen akademischen und Industriepartner in Nigeria direkt überprüft und validiert.

Partnerinsitutionen in Deutschland sind die Technische Universität Berlin, das Wuppertal Institut, die MicroEnergy International GmbH und die Fosera GmbH&Co KG. Partner in Nigeria sind die Covenant University, die Obafemi Awolowo University, die Université Abdou Moumouni of Niamey, PowerGen Renewable Energy Ltd., Creeds Energy Ltd., das Clean Technology Hub Energy Innovation Centre sowie die Rural Electrification Agency.

Es finden regelmäßige gemeinsame Workshops statt. Das RLI koordiniert als Konsortialführer alle Aktivitäten des inter- und transdisziplinären Projekts PeopleSuN.

Die im Projekt entstehenden Tools und Daten folgen dem Open-Source-Prinzip und werden nach Projektabschluss frei zur Verfügung stehen. Dies soll volle Transparenz gewährleisten und nicht zuletzt die wissenschaftliche Reproduzierbarkeit ermöglichen.

PeopleSuN erhält eine finanzielle Förderung im Rahmen der Förderrichtlinie „CLIENT II – Internationale Partnerschaften für nachhaltige Innovationen“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Quelle: Reiner Lemoine Institut gGmbH/ IDW Nachrichten Redaktion: von Mirjam Buse, VDI Technologiezentrum GmbH Länder / Organisationen: Nigeria Themen: Energie Umwelt u. Nachhaltigkeit

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