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Frankreich: ANR veröffentlicht Förderschwerpunkte für 2017 inklusive Möglichkeit zu internationaler Beteiligung

Berichterstattung weltweit

Die französische Forschungsagentur ANR (Agence nationale de la recherche) hat ihren Aktionsplan 2017 veröffentlicht. Er beschreibt die prioritären Handlungsfelder sowie die Ausschreibungen der Agentur für kommendes Jahr. Erstmals können sich Nachwuchswissenschaftler ohne Titel bewerben. Enthalten sind auch Sonderausschreibungen für Projekte mit internationalen Partnern.

Der Aktionsplan der ANR wurde in Abstimmung mit der Nationalen Forschungsstrategie und der strategischen Agenda „France-Europe 2020“ entwickelt, die wiederum kohärent zum europäischen Forschungsrahmenprogramm Horizon 2020 sind.

Wie auch in den letzten drei Jahren gibt es innerhalb des Aktionsplans vier transversale Schwerpunktbereiche in die die verschiedenen Ausschreibungen eingeordnet werden:

  • Die großen gesellschaftlichen Herausforderungen – hier sind neun der zehn thematischen gesellschaftlichen Herausforderungen enthalten, die in der Nationalen Forschungsstrategie sowie „France-Europe 2020“ definiert wurden (nicht enthalten ist „Raumfahrt für Europa“).
  • An den Grenzen der Forschung
  • Der Europäische Forschungsraum und die internationale Attraktivität Frankreichs
  • Wettbewerbsfähigkeit und wirtschaftliche Bedeutung der Forschung

Die Bewerber wählen dann je nach Ziel und Partnern ihres Projekts eine Kategorie und das entsprechende Instrument. Gefördert werden konkret:

  • Verbundprojekte (Projets de recherche collaborative, PRC)
  • Verbundprojekte mit Industriepartnern (Projets de recherche collaborative – Entreprises, PRCE)
  • Verbundprojekte mit internationalen Partnern im Rahmen bilateraler Abkommen (Projets de recherche collaborative – International, PRCI) – Für Deutschland: In Kooperation mit der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) wird eine Ausschreibung für alle Forschungsbereiche veröffentlicht, die von DFG und ANR gefördert werden. Für den Schwerpunktbereich „Innovative, integrierende und anpassungsfähige Gesellschaften“ wird es zudem erneut eine gemeinsame Sonderausschreibung für Geistes- und Sozialwissenschaften geben.
  • Individuelle Projekte von Nachwuchswissenschaftlern (Jeunes chercheuses et jeunes chercheurs, JCJC) – erstmals wird hierbei kein Doktortitel für eine Bewerbung vorausgesetzt.

Darüber hinaus gibt es Sonderausschreibungen mit spezifischen Förderzielen und eigenem Zeitplan. Dazu gehören im Schwerpunkt „Der Europäische Forschungsraum und die internationale Attraktivität Frankreichs“ insbesondere:

  • „Europäische oder internationale wissenschaftlichen Netzwerke“ (Montage de réseaux scientifiques européens ou internationaux, MRSEI) mit denen die ANR die Beteiligung französischer Wissenschaftler an Horizon 2020 steigern möchte; bis zu 30.000 Euro für 18 Monate
  • Die Vorbereitung auf eine Bewerbung beim European Research Council (Tremplin-ERC) – dieses Instrument ist neu und soll die Erfolgschancen auf ein Starting oder Consolidator Grant von Wissenschaftlern, die einer französischen Forschungseinrichtung angehören, erhöhen; bis zu 150.000 Euro für maximal 18 Monate

Die Förderung von Gastaufenthalten von Wissenschaftlern aus dem Ausland für 36 bis 48 Monate (Accueil de chercheurs de haut niveau, ACHN) wurde nicht in den neuen Aktionsplan aufgenommen. Der Förderzweck soll teilweise durch die Tremplin-ERC sowie die Erweiterung der JCJC-Ausschreibung abgedeckt werden.

Die Ausschreibungsdetails und Fristen veröffentlicht die ANR erstmals gesondert Ende August in Form der „Allgemeinen Ausschreibung“ (Appel à projets générique) bzw. als Sonderausschreibungen (zum Beispiel für MRSEI) auf ihrer Website.

Bewilligt werden in der Regel Projekte mit einer Laufzeit von 24 bis 48 Monaten. Die Fördersummen liegen je nach Art des Projekts zwischen 50.000 und 900.000 Euro (2016: 100.000 bis 800.000 Euro).

Quelle: ANR Redaktion: von Kathleen Schlütter, Deutsch-Französische Hochschule Länder / Organisationen: Frankreich Themen: Förderung Strategie und Rahmenbedingungen

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