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Frankreich: Fahrplan der Nationalen Forschungsinfrastrukturen aktualisiert

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Parallel zum Vorgehen auf EU-Ebene hat Frankreich die Übersicht seiner nationalen Forschungsinfrastrukturen überarbeitet.

Im Rahmen des Europäischen Strategieforums für Forschungsinfrastrukturen (European Scientific Forum for Research Infrastructures, ESFRI) hat sich Frankreich an der Aktualisierung des Fahrplans der europäischen Forschungsinfrastrukturen beteiligt. Die aktuelle ESFRI Roadmap 2016 wurde am 10. März 2016 veröffentlicht. Parallel dazu hat Frankreich seinen eigenen Fahrplan für Forschungsinfrastrukturen (Feuille de route nationale des Infrastructures de recherche) aktualisiert. Mit diesem „Schaltplan“ hat der Staat nun eine solide Grundlage für mehrjährige Handlungspläne. Zuletzt war das Dokument 2012 aktualisiert worden.

Der Nationale Fahrplan erfasst 95 Infrastrukturen, die nach neun Themenbereichen geordnet sind (Geistes- und Sozialwissenschaften; Wissenschaften des Erdsystems und der Umwelt; Energie; Biologie und Gesundheit; Material- und Ingenieurwissenschaften; Astronomie und Astrophysik; Hochenergie- und Nuklearphysik; Digitaltechnologien und –wissenschaft; Mathematik; Wissenschaftliche und technische Informationen).

Form und Inhalt der Strukturen sind sehr unterschiedlich und können sich wie folgt unterscheiden:

  • Ein Standort: feste Infrastrukturen, meist ein großes Instrument, das spezielle Räumlichkeiten benötigt.
  • Verteilte Standorte: Flotten, Netzwerke von Instrumenten oder Plattformen, Sammlungen, Archive oder wissenschaftliche Bibliotheken
  • Immaterielle Infrastrukturen: virtuelle Forschungsinfrastrukturen, Datenbanken
  • Infrastrukturen auf Basis menschlicher Netzwerke (Kohorten, Experten etc.)

Je nach Art der Infrastruktur (national oder multinational, Steuerung, Finanzvolumen) werden weiterhin vier Typen unterschieden:

  • Internationale Organisationen (Organisations Internationales, OI) auf Basis bi- oder multilateraler Abkommen
  • Sehr große Forschungsinfrastrukturen (Très Grandes Infrastructures de Recherche, TGIR): Instrumente, die Teil europäischer oder internationaler Partnerschaften sind, insbesondere als Teil des ESFRI oder eine wichtige Rolle für Industrie- oder Innovationsnetzwerke spielen
  • Forschungsinfrastrukturen (Infrastructures de Recherche, IR): Infrastrukturen einzelner Einrichtungen, einer der fünf Forschungsallianzen oder Infrastrukturen die im Rahmen der französischen Exzellenzinitiative PIA (Programme d’investissement d’avenir) unterstützt wurden (insbesondere als „Exzellente Infrastruktur“ (Equipement d’Excellence).
  • Projekte (Projets): Infrastrukturen, die noch nicht ausgereift genug sind, um als TGIR oder IR klassifiziert zu werden aber bereits für die französische Forschungslandschaft wichtig.

Falls sich die Nationale Infrastruktur in eine europäische einfügt, ist dies im Dokument angegeben. So vertritt zum Beispiel die Infrastruktur Huma-Num zur Unterstützung der Digitalisierung der Geistes- und Sozialwissenschaften Frankreich auf europäischer Ebene beim Projekt DARIAH (Digital Research Infrastructure for the Arts and the Humanities).

Der Staatssekretär für Hochschulwesen und Forschung, Thierry Mandon, beglückwünschte anlässlich des Kolloquiums „Große Forschungsinfrastrukturen“ (24./25. März 2016) die wissenschaftliche Gemeinschaft, die Forschungseinrichtungen und die Abteilungen des Ministeriums für die Diskussionen auf hohem Niveau und ihre Koordinierungsarbeit im Dienste der Landesinteressen.

Der Fahrplan (auf Französisch) findet sich in den Dokumenten-Links (siehe unten).

Quelle: MENESR Redaktion: von Kathleen Schlütter, Deutsch-Französische Hochschule Länder / Organisationen: Frankreich EU Themen: Netzwerke Infrastruktur

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