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Frankreich: Förderung der universitären Weiterbildungsangebote

Die französische Bildungsministerin Najat Vallaud-Belkacem plant, die Position der Universitäten als Anbieter für berufliche Weiterbildung zu stärken. Sie beauftragte den Präsidenten der Universität Cergy-Pontoise, François Germinet, mit einer Studie, um hierfür geeignete Maßnahmen zu identifizieren.

In der Wissensgesellschaft steige das Qualifikationsniveau der Bevölkerung schnell und die Universitäten sollten zu den wichtigsten Akteuren des lebenslangen Lernens zu gehören, teilte das Bildungsministerium mit. Die Entwicklung der beruflichen Weiterbildung an der Universität sei für die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit als auch für die soziale Mobilität von Bedeutung, so das Ministerium weiter. Einerseits könnten Angestellte an der Universität ihre Kompetenzen erweitern und sich beruflich neu orientieren, andererseits sei Weiterbildung für die Universitäten eine Möglichkeit, zusätzliche Einkommensquellen zu erschließen.

Aktuell werden in Frankreich 3,1 % des Weiterbildungsmarktes von Hochschulen abgedeckt. Das Ministerium möchte, dass dieser Anteil ausgebaut wird. François Germinet werde "konkrete und umsetzbare Maßnahmen vorschlagen sowie Blockaden aller Art identifizieren, um allen Universitäten die Möglichkeit zu geben, ihre Weiterbildungsstrategie zu erneuern und an den aktuellen sozio-ökonomischen Kontext anzupassen", sagte die Ministerin anlässlich seiner Ernennung im Rahmen der "Begegnungen Universitäten-Unternehmen" (Rencontres Universités-Entreprises) am 19. März 2015. Vallaud-Belkacem betonte, François Germinet habe seine Universität in vorbildlicher Weise mit einer Weiterbildungspolitik ausgestattet, er sei der richtige Mann für die Aufgabe.

Der Professor für Mathematik soll der Bildungsministerin seinen Bericht spätestens im Juli 2015 übergeben. Die Umsetzung der dort vorgeschlagenen Maßnahmen ist bereits zum Wintersemester 2015/2016 geplant.

Hintergrund

Das Bildungsministerium, die französische Hochschulrektorenkonferenz (Conférence des Présidents d’Université, CPU), die Konferenz der französischen Ingenieurhochschulen (Conférence des directeurs des écoles françaises d'ingénieurs, Cdéfi) und 17 Berufsgruppen wollen im Bereich des lebenslangen Lernens enger zusammen zu arbeiten und haben hierfür 2013 ein Protokoll unterzeichnet. Zudem führte ein Gesetz zur Berufsausbildung (Februar 2014) für jeden Mitarbeiter ab 1.1.2015 ein persönliches Weiterbildungskonto ein. Dieses darf nur noch für zertifizierte Weiterbildungsangebote genutzt werden. Der zuständige branchenübergreifende Rat für Beschäftigung und Ausbildung (Conseil paritaire interprofessionnel national pour l'emploi et la formation, Copanef) veröffentlichte im November 2014 eine erste Liste zugelassener Angebote, auf der sich jedoch kaum universitäre Bachelor- und Masterstudiengänge wieder fanden.

Quelle: MENESR, EducPros.fr Redaktion: von Kathleen Schlütter, Deutsch-Französische Hochschule Länder / Organisationen: Frankreich Themen: Berufs- und Weiterbildung Bildung und Hochschulen

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