StartseiteAktuellesNachrichtenFünf Jahre Philipp Schwartz-Initiative für gefährdete Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler

Fünf Jahre Philipp Schwartz-Initiative für gefährdete Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler

Erfolgsgeschichten Internationalisierung Deutschlands, Bi-/Multilaterales

Als erste Forschungsorganisation Deutschlands rief die Alexander von Humboldt-Stiftung mit der Philipp Schwartz-Initiative ein Förderprogramm zum Schutz gefährdeter und verfolgter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ins Leben. Seitdem dient das Programm auf nationaler und internationaler Ebene als Vorbild.

Michelle Müntefering, Staatsministerin im Auswärtigen Amt, sagte anlässlich des 5-jährigen Bestehens der Initiative:

„Die Wissenschaftsfreiheit ist in vielen Ländern in Gefahr. Die Stipendiatinnen und Stipendiaten der Philipp Schwartz-Initiative mussten dies persönlich erfahren. An deutschen Universitäten finden sie seit nun fünf Jahren Schutz und neue Perspektiven. Die vom Auswärtigen Amt gemeinsam mit der Alexander von Humboldt-Stiftung ins Leben gerufene Initiative hat viel bewirkt beim Aufbau professioneller Strukturen zum Schutz verfolgter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und bei ihrer Integration in Deutschland.“

Im Jahr 2016 wurden die ersten Stipendien im Rahmen der Philipp Schwartz-Initiative vergeben. Seitdem haben bislang 280 gefährdete Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ihre Forschungsarbeit in Deutschland fortsetzen können. Sie kamen aus 19 unterschiedlichen Herkunftsländern, wo sie Krieg oder staatlicher Gewalt ausgesetzt waren. Inzwischen zählen 91 Forschungseinrichtungen bundesweit zu den gastgebenden Einrichtungen. 

Anlässlich des Jubiläums blickt die Humboldt-Stiftung mit der Publikation „Ein neuer Anfang“ auf die Erfolgsgeschichte Philipp Schwartz-Initiative zurück. Darin kommen unter anderem Alumni der Philipp Schwartz-Initiative wie Anan Alsheikh Haidar zu Wort. Sie berichten von ihren unterschiedlichen Hintergründen, ihren persönlichen Erfahrungen mit dem Wissenschaftssystem Deutschland und seinen Herausforderungen.

Eine Evaluation des Programms 2019 ergab, dass eine große Zahl der Geförderten unmittelbar nach ihrem Stipendium eine Anstellung vorweisen konnte. Ein weiterer Meilenstein in der Einbindung von gefährdeten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wurde im letzten Jahr genommen. Die aufnehmenden Institutionen können den Stipendiatinnen und Stipendiaten nun auch Arbeitsverträge anbieten, was die Integration in den Wissenschaftsbetrieb erleichtert.

Darüber hinaus hat die Alexander von Humboldt-Stiftung im internationalen Kontext 2019 gemeinsam mit neun Partnern das Projekt Inspireurope ins Leben gerufen. Inspireurope ist eine auf drei Jahre angelegte Initiative zur Unterstützung, Förderung und Integration gefährdeter Forschender in Europa, finanziert von der Europäischen Union als Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahme (MSCA).

Bei der Philipp Schwartz-Initiative arbeitet die Humboldt-Stiftung von Beginn an mit internationalen Partnerorganisationen wie dem Scholars at Risk Network, dem Scholar Rescue Fund und dem Council for At-Risk Academics zusammen. 

Zur Vernetzung der Akteure dient das jährlich stattfindende Philipp Schwartz Forum. Das nächste wird am 26. April 2021 als virtuelle Konferenz stattfinden. Dann geht es auch um Wissenschaftsfreiheit in Belarus.

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Quelle: Alexander von Humboldt Stiftung Redaktion: von Mirjam Buse, VDI Technologiezentrum GmbH Länder / Organisationen: Global Themen: Ethik, Recht, Gesellschaft Fachkräfte Förderung

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