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Fusion: Université de Paris entsteht am 1. Januar 2020

Berichterstattung weltweit

Die französischen Universitäten Paris Descartes (Paris 5) und Paris Diderot (Paris 7) sowie das Pariser Institut für Geophysik fusionieren am 1. Januar 2020 zur Université de Paris.

Die Gründung der Université de Paris wurde am 21. März 2019 durch ein entsprechendes Dekret offiziell bestätigt. Bereits vor einem Jahr wurde das Projekt unter dem Label „Idex“ in die französische Exzellenzinitiative aufgenommen. Der deutlich größere Verbund „Sorbonne-Paris-Cité“, dem die Einrichtungen angehören, war 2016 nach einer negativen Evaluierung aus der Förderung gefallen.

Neben dem Exzellenzlabel und den damit einhergehenden jährlich etwa 20 Millionen Euro Fördergeldern soll die Fusion vor allem international für mehr Sichtbarkeit sorgen. Nach den Berechnungen der Projektpartner wird die Université de Paris im kommenden Shanghai-Ranking Platz 53 belegen und dort publikationsstärkste französische Universität werden. Fast jeder zehnte wissenschaftliche Artikel in Frankreich wird aus dieser Hochschule stammen. Sie wird 58.000 Studierende, 4.500 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, 3.000 Verwaltungs- und technische Angestellte sowie 156 Forschungsinstitute vereinen.

Das Pariser Institut für Geophysik (Institut de physique du globe de Paris, IPGP) behält in der Université de Paris im Gegenteil zu den beiden Universitäten seinen Namen und seine Rechtspersönlichkeit. Dennoch bilden alle drei Partner gemeinsam eine reguläre Universität (mit dem Rechtsstatus einer „Öffentlichen Einrichtung mit wissenschaftlichem, kulturellem und berufsbildendem Charakter“/„Établissement public à caractère scientifique, culturel et professionnel“ – wie die allermeisten der öffentlichen Universitäten in Frankreich). Diese wird drei Fakultäten umfassen: Gesundheitswissenschaften, Naturwissenschaften und Geistes- und Sozialwissenschaften. Interdisziplinarität ist für die Universitäten Paris Diderot und Paris Descartes ein gleichermaßen wichtiges Thema und beide Hochschulen bieten Doppelbachelor (zum Beispiel Rechtswissenschaften/Informatik) an. Dieses Angebot wollen sie gemeinsam ausbauen auch wenn sich an den aktuellen, akkreditierten Studiengängen vorerst nichts ändern soll. Auch sind keine Umzüge geplant – die drei Partner sind hauptsächlich im Quartier Latin im Zentrum angesiedelt – und die Forschungsinstitute bestehen bis auf weiteres in ihrer bisherigen Form fort. Wie die Präsidentin der Universität Paris Diderot, Christine Clerici, dem Online-Magazin Educpros.fr gegenüber betonte, sollen trotz angestrebter Synergien keine Stellen gestrichen werden.

Als nächster Schritt wird vom Staat ein vorläufiger Verwalter ernannt, der die Fusion vorbereitet. Ende April muss er oder sie den Umstrukturierungsplan für die Hochschulangestellten vorlegen. Im Mai sollen dann die Wahlen zum künftigen Verwaltungsrat und im Juni des Präsidiums der neuen Universität durchgeführt werden.

Im Pariser Großraum mit ursprünglich 13 Universitäten hatten die Universitäten Paris Sorbonne (Paris 4) und Pierre-et-Marie-Curie (Paris 6) als erste fusioniert und am 1. Januar 2018 die Sorbonne Université gegründet. Ebenfalls im kommenden Jahr entsteht die Université de Saclay aus drei weiteren Pariser Universitäten und mehreren anderen Hochschulen. In den Regionen haben bereits seit 2009 an einigen Standorten mit mehreren Universitäten Fusionen stattgefunden, unter anderem in Straßburg, Aix-en-Provence/Marseille sowie Bordeaux.

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Quelle: Educpros.fr Redaktion: von Kathleen Schlütter, Deutsch-Französische Hochschule Länder / Organisationen: Frankreich Themen: Bildung und Hochschulen Strategie und Rahmenbedingungen

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