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Innovation in Entwicklungsländern: OECD berät Peru

Seit 2007 können sich Staaten freiwillig einer Begutachtung ihrer nationalen Innovations- und Forschungspolitik durch die OECD unterziehen („OECD Reviews of Innovation Policy“). Neben einigen OECD-Mitgliedsländern wurden bereits drei wichtige aufstrebende Wirtschaftsmächte – China, Russland und Südafrika – begutachtet. Mit Peru wendet sich die OECD erstmals einem Entwicklungsland zu, das nicht als aufstrebende Wirtschaftsmacht eingestuft wird. Darüber hinaus wird die Organisation bald generell einen stärkeren Fokus auf die Themen Forschung, Innovation und Entwicklung legen.

Ausgangspunkt der OECD ist die Feststellung, dass Peru sehr wenig öffentliche und private Ressourcen in FuE investiert. Im Jahr 2004, dem letzten Jahr, für das Statistiken (von ungewisser Qualität) verfügbar sind, waren dies lediglich 0.15 % des BIP. Zum Vergleich: Brasilien gab 0.9 % des BIP aus, Chile 0.65 %, Mexiko 0.43 %, und Südafrika 0.86 %. Seitdem sind die FuE-Ausgaben in diesen Ländern weiter angestiegen, während sie in Peru wahrscheinlich stagniert haben oder nur marginal gestiegen sind.

Schwache Innovationsleistungen Perus z.B. bei Patenten sind bis zu einem gewissen Grad die Folge von niedrigen Investitionen im Wissenssektor sowie von Ineffizienz im Innovationssystem, die verhindert, dass sich Investitionen auszahlen.

Zwar werden in Peru mehr Ressourcen für FuE benötigt. Gleichzeitig muss jedoch die Kapazität, Wissen durch Humanressourcen zu absorbieren, gestärkt werden. Wie die Erfahrung der erfolgreichsten Länder zeigt, hängt die Leistung der Innovationssysteme auch von Faktoren ab, die Erzeugung, Aneignung, Diffusion und Anwendung von Wissen und Technologie fördern. Diese Faktoren, die sicher stellen, dass öffentliche Ressourcen eine gute Hebelwirkung auf private Innovationsaktivitäten haben, schließen ein:

  • Design von Institutionen und Governance, das flexible Politikantworten ermöglicht, und das eine Duplizierung von Unterstützungsprogrammen vermeidet; 
  • Günstige Rahmenbedingungen für öffentliche Forschungs- und Technologietransferinstitutionen;
  • Abwesenheit von rechtlichen oder regulativen Restriktionen, die die Hebelwirkung öffentlicher Ressourcen auf private Innovationsaktivitäten negativ beeinflussen;
  • Ein Politikmix, der einen funktionierenden Kreislauf von Angebot und Nachfrage für die Entwicklung von Wissenschaft und Technologie in Gang setzt;
  • Öfffentliche Unterstützung und Anreize, die helfen, Marktversagen oder systemisches Versagen wie mangelnde Investitionen in wissensbasierte Aktivitäten zu bewältigen, vor allem jene, die auf Kooperation und Technologiediffusion abzielen.

Auf all diesen Gebieten sind große Verbesserungen notwendig, um sicher zu stellen, dass ein Mittelzuwachs Perus Innovationsfähigkeit tatsächlich stärken kann und gleichzeitig dazu beiträgt, soziale Herausforderungen zu bewältigen.

Abonnenten der OECDiLibrary haben Zugang zum Volltext der Studie, Nichtabonnenten zu einer Leseversion. Die Druckversion kann über den OECD Bookshop bestellt werden (siehe unten).

Zukünftig wird sich die OECD verstärkt mit dem Thema Innovation und Entwicklung beschäftigen. Im September 2011 war das neue OECD-Programm IHERD "Innovation, Research and Higher Education for Development" lanciert worden, unter dem bis 2014 Analysen zur Bedeutung von Forschung, Innovation und Hochschulbildung für Entwicklungsländer durchgeführt werden. Das Projekt erhält eine Förderung von SIDA, der schwedischen Agentur für Entwicklungszusammenarbeit. Darüber hinaus wird das Thema Innovation ein wichtiger Bestandteil einer neuen OECD-Strategie für Entwicklung sein, die im Mai 2012 von dem höchsten Gremium der OECD, dem Ministerrat, verabschiedet werden soll.

Quelle: OECD und IB des BMBF Redaktion: von Sonja Bugdahn, DLR Projektträger Länder / Organisationen: OECD Peru Global Brasilien Chile Mexiko Schweden Südafrika Russland China Themen: Innovation Wirtschaft, Märkte

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