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Internationale Forschungsinfrastruktur: Durchbruch bei FAIR erreicht

Internationalisierung Deutschlands, Bi-/Multilaterales

Bund und Hessen sind zur Finanzierung der Ausbaustufe ‚First Science‘ mit 518 Millionen Euro bereit. Nun sind die internationalen Gesellschafter gefordert, ebenfalls ihre entsprechenden Anteile aufzubringen.

Mit dem Projekt Facility for Antiproton and Ion Research (FAIR) soll exzellente Grundlagenforschung im Bereich der Kernphysik in Deutschland und Europa ermöglicht werden. Bei der Umsetzung des Vorhabens kam es seit der Unterzeichnung des völkerrechtlichen Vertrages im Jahr 2010 mehrfach zu deutlichen Kostensteigerungen und Verschiebung der vorgesehenen Inbetriebnahme.

Der FAIR-Council hat nun im Nachgang einer Sondersitzung über den Fortgang des Projektes entschieden. Dazu erklärt Bundesforschungsministerin Bettina Stark-Watzinger:

"Die Realisierung von komplexen Forschungsinfrastrukturen in Deutschland ist unter den derzeitigen Rahmenbedingungen eine besondere Herausforderung. Umso mehr freue ich mich, dass wir jetzt einen Durchbruch erreicht haben, der die FAIR-Ausbaustufe ‚First Science‘ ermöglicht, bekannte Risiken berücksichtigt und einen Baustopp verhindert. Der Bund und das Land Hessen sind aufgrund der exzellenten Bewertung bei der wissenschaftlichen Begutachtung des FAIR-Projekts bereit, diese Ausbaustufe mit weiteren 518 Millionen Euro zu finanzieren. Denn FAIR hat Entdeckungspotential von Weltrang. Mit der Ausbaustufe ‚First Science‘ wollen wir die wissenschaftliche Grundlage für eine international exzellente Grundlagenforschung mit Transferpotenzial und eine führende Rolle in der Kernphysik legen. Nun sind die internationalen Gesellschafter gefordert, ebenfalls ihre entsprechenden Anteile aufzubringen."

In jüngerer Vergangenheit haben unter anderem die Corona-Pandemie und der Russland-Ukraine-Konflikt zu weiteren signifikanten Kostensteigerungen geführt. Daher ist Deutschland und den internationalen Partnern im FAIR-Projekt eine Finanzierung des Vollausbaus der FAIR-Anlage auch mit Blick auf andere zentrale Forschungsvorhaben derzeit nicht möglich.

Im Jahr 2022 hat eine wissenschaftliche Begutachtung von unabhängigen Fachleuten bestätigt, dass die mit FAIR geplante Forschung weiterhin exzellent ist und zahlreiche weltweite Alleinstellungsmerkmale besitzt. Daher hat der Bund gemeinsam mit dem Land Hessen dem FAIR-Council vorgeschlagen, den Start von herausragender Forschung in der kostengünstigen Ausbaustufe "First Science" zu ermöglichen. Damit können Experimente durchgeführt werden, welche detaillierte Einblicke unter anderem in die Elemententstehung im Universum ermöglichen oder auch solche, die langfristig satellitengestütztes autonomes Fahren und andere effiziente Methoden der Verkehrsteuerung ermöglichen könnten.

Die Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst Angela Dorn ergänzt:

"FAIR ist ein wissenschaftliches, aber auch ein technologisches und finanzielles Großprojekt, das Forschung in neuen Dimensionen ermöglichen will. Angesichts der bereits in der Vergangenheit und nun erneut infolge des völkerrechtswidrigen Angriffs der Russischen Föderation auf die Ukraine gestiegenen Kosten stehen wir in besonderer Verantwortung. Wir haben das Controlling verbessert und darauf hingewirkt, dass das Vorhaben durch ein unabhängiges Experten-Gremium evaluiert wurde. Auf dieser Basis haben wir uns für die zügige Fertigstellung des Bauabschnitts First Science eingesetzt, denn dieser ermöglicht in einem vertretbaren Kostenrahmen eine international konkurrenzfähige Forschung. Für den Wissenschaftsstandort Hessen wird diese Anlage eine wertvolle Bereicherung sein."

Der Finanzierungsbeitrag von Bund und Hessen beträgt 518 Millionen Euro mit einem Bundesanteil von 449 Millionen Euro. Auch ein möglicher Projektabbruch wurde durchkalkuliert und wäre praktisch genauso teuer gewesen wie die Ausbaustufe "First Science".

Quelle: Bundesministerium für Bildung und Forschung Redaktion: von Felix Kessinger, VDI Technologiezentrum GmbH Länder / Organisationen: Deutschland Global Themen: Grundlagenforschung Infrastruktur Physik. u. chem. Techn.

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