StartseiteAktuellesNachrichtenInternationale Rankings bleiben fragwürdig: Neue Wege einschlagen

Internationale Rankings bleiben fragwürdig: Neue Wege einschlagen

Alle großen internationalen Rankings wie das Shanghai-Ranking oder das des Times Higher Education Supplement basieren auf höchst zweifelhaften methodischen Ansätzen. Aus Mangel an international vergleichbaren Daten wird vor allem auf Datenbanken mit bibliographischen Informationen zurückgegriffen. Diese erfassen aber nur einen Teil der tatsächlich veröffentlichten Literatur, die Zuordnung der Autoren zu einer bestimmten Einrichtung ist oft nicht möglich, Geistes- und Sozialwissenschaften werden kaum erfasst und der angelsächsische Sprachraum wird bevorzugt. Soweit auf so genannte Expertenurteile zurückgegriffen wird, besteht das Problem des zu geringen Rücklaufs. Diese seit einiger Zeit bekannten Probleme wurden jetzt in einer Studie der Europäischen Rektorenkonferenz (EUA) noch einmal ausführlich belegt.

„Rankings erfassen zudem nur drei bis fünf Prozent der weltweit vorhandenen knapp 17.000 akademischen Institutionen“, so die Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Professor Dr. Margret Wintermantel heute in Berlin. „Sie leisten also keinen substanziellen Beitrag zu mehr Transparenz – weder für international mobile Studierende und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler noch für die strategischen Planungen der Hochschulleitungen. Zu denken gibt, dass immer mehr Hochschulen viel Geld in die Verbesserung ihrer Ranking-Positionen investieren statt das Geld wirklich in die Verbesserung von Forschung und Lehre zu stecken.“

Anfang Juni 2011 wurde nach zweijähriger Laufzeit das von der Europäischen Kommission finanzierte Projekt „U-Multirank“ abgeschlossen. Das Projekt-Konsortium, an dem unter anderem das deutsche Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) beteiligt war, berücksichtigt die meisten relevanten Kritikpunkte an den bestehenden internationalen Rankings und stellt damit einen Fortschritt zu den gängigen großen Rankings dar. Die Umsetzbarkeit des Konzepts wurde in einer empirischen Testphase überprüft. Bisher steht aber nicht fest, ob und wie das Konzept organisatorisch und finanziell umgesetzt werden kann.

Download der Studie unter: http://www.eua.be/pubs/Global_University_Rankings_and_Their_Impact.pdf

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Susanne Schilden
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Quelle: Hochschulrektorenkonferenz (HRK) Redaktion: Länder / Organisationen: EU Global Deutschland Themen: Bildung und Hochschulen Strategie und Rahmenbedingungen

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