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Kanadische Regierung stellt Haushalt 2022 vor: Fokus auf Innovation

Berichterstattung weltweit

Am 7. April stellte die kanadische Regierung den Haushalt für das Anfang April angelaufene Fiskaljahr 2022 vor. Mit der Ankündigung einer neuen Innovationsagentur und der Fortführung der Finanzierung der kanadischen Innovationscluster liegt der Fokus in Forschung und Entwicklung vor allem auf der Förderung von Innovationen.

Die Einrichtung einer nationalen Innovation and Investment Agency ist der größte Posten des neuen Haushalts im Bereich Forschung und Entwicklung. Die Agentur soll noch im laufenden Haushaltsjahr eingerichtet werden und über ein Budget von einer Milliarde CAD (740 Mio. EUR) für fünf Jahre verfügen. Sie soll nach dem Vorbild der israelischen Innovation Authority und der finnischen Förderagentur TEKES aufgebaut werden. Die kanadische Regierung kündigte an, bis zum Ende dieses Jahres weitere Details zur geplanten Agentur vorzulegen.

Die Förderung der 2017 eingerichteten fünf kanadischen Innovationscluster wird fortgeführt. Die kanadische Regierung stellt hierfür 750 Millionen CAD (556 Mio. EUR) über einen Zeitraum von sechs Jahren zur Verfügung. Ziel ist es, auf die bisherige Arbeit der Cluster – in den Bereichen pflanzenbasierte Proteinalternativen, ozeanbasierte Industrien, fortschrittliche Fertigung, digitale Technologien, Künstliche Intelligenz – aufzubauen und diese an neue Prioritäten der Regierung wie Klimawandel und stabile Lieferketten anzupassen.

Zum Schutz des geistigen Eigentums stellt die Regierung über den neuen Haushalt zusätzlich zur laufenden Förderung von 22,9 Millionen CAD (17 Mio. EUR) weitere Mittel in Höhe von rund 97 Millionen CAD (72 Mio. EUR) für die kommenden fünf Jahre bereit. Damit soll der Aufbau eines „world-class intellectual property regime“ finanziert werden. Für den Schutz der kanadischen Forschung vor ausländischer Einflussnahme stehen darüber hinaus Mittel in Höhe von 160 Millionen CAD (119 Mio. EUR) zur Verfügung.

Für das Canada Excellence Research Chairs Programm sind im Budget 2022 Aufwendungen in Höhe von 38,3 Millionen CAD (28 Mio. EUR) vorgesehen. Die Mittel stehen ab dem Haushaltsjahr 2023-24 zur Verfügung und sollen über vier Jahre 12 bis 25 neue Exzellenzlehrstühle für renommierte Forschende aus dem Ausland finanzieren. Zudem wird ein neues Lehrstuhlprogramm im Bereich Cybersicherheit aufgebaut, für das weitere 17,7 Millionen CAD (13 Mio. EUR) für fünf Jahre vorgesehen sind.

Zur Förderung schwarzer Menschen in der Wissenschaft stockt die kanadische Regierung ihre Mittel auf. In den kommenden fünf Jahren stehen den nationalen Förderräten zusätzlich 41 Millionen CAD (30 Mio. EUR) zur Verfügung, um gezielt schwarze Studierende mit Stipendien beim Aufbau einer Forschungskarriere zu unterstützen.

Weitere Mittel für Forschung und Entwicklung sind in den Budgets zur Förderung des kanadischen Halbleitersektors, kleiner modualer Atomreaktoren, nachhaltiger Agrartechnologien und Anpassung an den Klimawandel sowie im Rahmen der angekündigten nationalen Strategie für kritische Minieralien vorgesehen. Zudem erhalten die National Institutes of Health 40 Millionen CAD (30 Mio. EUR) zur Erforschung von Long-COVID, Demenz und Gehirngesundheit.

Laut der kanadischen Zeitschrift University Affairs hat die kanadische Regierung damit längest nicht alle der 2021 gegeben Wahlversprechen gehalten. So sei ursprünglich vorgesehen gewesen 1.000 neue Lehrstühle über das Canada Research Chair Programm einzurichten und eine jährliche Förderung von 100 Millionen CAD (74 Mio. EUR) für risikoreiche Forschungsvorhaben, sogenannte "Moonshot"-Projekte, bereitzustellen.

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Quelle: Government of Canada, University Affairs Redaktion: von Tim Mörsch, VDI Technologiezentrum GmbH Länder / Organisationen: Kanada Themen: Förderung Innovation Strategie und Rahmenbedingungen

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