StartseiteAktuellesNachrichtenSHARE Berlin Institut: Europas größtes sozialwissenschaftliches Panel kommt in die Hauptstadt

SHARE Berlin Institut: Europas größtes sozialwissenschaftliches Panel kommt in die Hauptstadt

Internationalisierung Deutschlands, Bi-/Multilaterales

Der Survey of Health, Ageing and Retirement in Europe (SHARE) wird künftig den Wissenschaftsstandort Berlin bereichern. Dazu wurde jetzt der Gesellschaftsvertrag für das neue SHARE Berlin Institut unterzeichnet. SHARE ist eine europäische Forschungsinfrastruktur, die seit 2004 die Lebenssituation europäischer Bürgerinnen und Bürger untersucht und erforscht. SHARE wird unter anderem von der Europäischen Kommission, dem US National Institute on Aging und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

SHARE (Survey of Health, Ageing and Retirement in Europe) ist eine Europäische Forschungsinfrastruktur, die das Leben europäischer Bürgerinnen und Bürgern aus gesundheitlicher, sozialer, wirtschaftlicher und umweltbezogener Perspektive untersucht. Sie bezieht dabei den gesamten Lebensverlauf der Befragten ein und möchte vor allem untersuchen, inwieweit sozial-, wirtschafts- und gesundheitspolitische Maßnahmen das Leben der Menschen geprägt haben. Von 2004 bis heute wurden in 530.000 Interviews rund 140.000 Menschen im Alter von 50 Jahren oder älter aus 28 europäischen Ländern und Israel befragt. Somit ist SHARE die größte europäische sozialwissenschaftliche Panelstudie und stellt darüber hinaus international vergleichbare Mikrodaten bereit. SHARE entfaltet seine globale Wirkung nicht nur durch die strikte Harmonisierung über alle EU-Staaten hinweg, sondern auch durch die Einbettung in ein Netzwerk von Schwesterstudien auf der ganzen Welt, von Amerika bis Asien.

SHARE wird künftig von vier führenden Forschungseinrichtungen getragen, bestehend aus dem Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB), dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), der Charité – Universitätsmedizin Berlin und dem Deutschen Zentrum für Altersfragen (DZA). SHARE Berlin wird darüber hinaus eng mit dem Robert Koch-Institut (RKI) zusammenarbeiten. Das neue Verbundprojekt ist ein positives Signal für die Berliner Forschungslandschaft, den Standort als Drehscheibe für internationale, datenbasierte Forschung zu stärken. Der Forschungsverbund wird zudem durch die unmittelbar beteiligten Einrichtungen die interdisziplinäre und internationale Forschung in Deutschland voranbringen.

SHARE hat derzeit mehr als 14.000 wissenschaftliche Nutzerinnen und Nutzer weltweit, wobei Deutschland den größten Anteil stellt. Im Durchschnitt wird jeden Tag eine wissenschaftliche Arbeit auf der Datenbasis von SHARE veröffentlicht. Die Daten dienen sowohl der Grundlagenforschung als auch der evidenzbasierten Politikberatung auf europäischer und nationaler Ebene. Durch den Umzug nach Berlin werden neue Synergien entstehen, die sowohl der Grundlagenforschung als auch der evidenzbasierten Politikberatung in Deutschland zugutekommen werden.

Hintergrund

SHARE ist zu einer wichtigen Säule der Europäischen Forschungslandschaft geworden. Bereits 2006 wurde die Studie für das Europäische Strategieforum für Forschungsinfrastrukturen (ESFRI) ausgewählt. SHARE wurde zudem 2011 von der Europäischen Kommission zum ersten Konsortium für eine Europäische Forschungsinfrastruktur ernannt und darf sich daher SHARE-ERIC (European Research Infrastructure Consortium) nennen. Seit 2016 ist SHARE auch ESFRI Landmark. SHARE wird von der Europäischen Kommission (u.a. Horizon 2020), dem US National Institute on Aging und zahlreichen nationalen Förderern, insbesondere dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

Mit Gründung des SHARE Berlin Instituts soll die Fortführung und wissenschaftliche Weiterentwicklung der Studie in einem verlässlichen multidisziplinären und rechtssicheren Rahmen mit starken Partnern aus der Wissenschaft (WZB, DIW, Charité, DZA und RKI ) gewährleistet werden, die gemeinschaftlich die Nachfolge der Max‐Planck‐Gesellschaft (MPG) und der Technischen Universität München (TUM) als bisherige deutsche wissenschaftliche Partnereinrichtungen von SHARE übernehmen.

Quelle: Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung/ IDW Nachrichten Redaktion: von Mirjam Buse, VDI Technologiezentrum GmbH Länder / Organisationen: EU Themen: Geistes- und Sozialwiss. Infrastruktur

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