StartseiteAktuellesNachrichtenTU München feiert 10 Jahre Lehre und Forschung in Singapur

TU München feiert 10 Jahre Lehre und Forschung in Singapur

Die Technische Universität München (TUM) feiert Jubiläum in Singapur: Vor zehn Jahren gründete die TUM die erste Auslandsdependance einer deutschen Universität – mit bislang mehr als 300 Absolventen aus aller Welt. Mit dem ersten Teilzeitstudiengang der TU München wird TUM Asia künftig erneut Vorreiter sein. Seit zwei Jahren forschen zudem Wissenschaftler aus München am „TUM CREATE Center of Electromobility in Mega Cities“. Singapurs Premierminister Lee Hsien Loong und TUM-Präsident Wolfgang A. Herrmann eröffnen heute den Neubau des Forschungszentrums.

Singapur war der Auftakt zur Globalisierung der TUM, die derzeit weitere Vertretungen auf mehreren Kontinenten gründet.Studiengänge, die auf die Praxis in der Industrie zugeschnitten sind. Exzellente Wissenschaftler der TUM und der besten singapurischen Universitäten als Dozenten. Absolventen, die sowohl die europäische als auch die asiatische Wissenschaftskultur verstehen. Rund 380 Studierende sind derzeit im einzigartigen Programm des „German Institute of Science and Technology (GIST) – TUM Asia“ eingeschrieben. Aus ganz Asien, aber auch aus Europa, Amerika und Afrika werden ausgewählte Talente in fünf ingenieur- und naturwissenschaftlichen Master- sowie zwei Bachelorstudiengängen ausgebildet.

Deutsches Ingenieur-Know-how („German Engineering“) gepaart mit Erfahrung in einer der innovativsten Wissensmetropolen Asiens – von Mastern mit diesem Profil profitieren nicht zuletzt deutsche Firmen: Jeder zweite der bislang rund 320 Absolventen hat dort einen Job gefunden. Unternehmen unterstützen deshalb TUM Asia mit Dozenten, Stipendien oder Praktikumsplätzen. Nun erweitert TUM Asia sein Programm für Arbeitnehmer, die sich akademisch weiterbilden wollen, ohne dabei ihren Job aufzugeben: Das Masterprogramm Transport and Logistics gibt es künftig auch als Teilzeitstudiengang – eine weitere Premiere der TUM im Ausland.

„Vor zehn Jahren haben wir ein Schritt gewagt, den keine andere deutsche Universität je zuvor gegangen war“, sagt TUM-Präsident Wolfgang A. Herrmann. „Die Erfolgsgeschichte mit hunderten interkulturell ausgebildeten Absolventen und der immer tiefergehenderen Zusammenarbeit mit unseren singapurischen Partnern hat uns bestätigt. Heute nutzen wir die Vertrauensbasis, die wir in Singapur als der ostasiatischen Bildungsmetropole aufgebaut haben.“

Aufgrund der gegenseitigen Wertschätzung beteiligte Singapur die TUM vor zwei Jahren als einzige deutsche Universität am neuen „Campus for Research Excellence and Technological Enterprise (CREATE)“. Dort vernetzt der Stadtstaat Vertretungen der weltweit führenden Hochschulen, darunter das MIT, Berkeley und die ETH Zürich. Gemeinsam mit der singapurischen Nanyang Technological University (NTU) erforscht die TUM neue Technologien und Transportkonzepte für die Elektromobilität in Megastädten. Im Mittelpunkt steht die Entwicklung eines Elektrotaxis – ein Projekt mit enormen Herausforderungen. So soll beispielsweise die Ladezeit der Batterie auf unter 20 Minuten reduziert werden, da die meisten Taxis in Singapur rund um die Uhr im Einsatz sind. Damit ergänzt die TUM ihre Elektromobilitätsforschung in einem andersartigen Kulturkreis mit seinen spezifischen klimatischen, logistischen und soziokulturellen Gegebenheiten.

Heute übergeben Singapurs Premierminister Lee Hsien Loong und Präsident Herrmann die Räume des „TUM CREATE Center of Electromobility in Mega Cities“ für mehr als 100 Wissenschaftler im neuen Campus-Gebäude ihrer Bestimmung. Zugleich wird Herrmann die Gründung des „Graduate Centre TUM CREATE“ verkünden. Die derzeit rund 70 Doktoranden bekommen hier überfachliche Qualifikationen vermittelt, von Führungskompetenz bis zu Managementkenntnissen. Wie alle Graduiertenzentren der TU München wird das neue Zentrum in das zentrale TUM Graduate School-System eingebunden. So erhalten die Doktoranden aus Singapur die Möglichkeit, sich mit Promovierenden anderer Fächer auszutauschen.

„Die Wettbewerbsfähigkeit der Wissenschaftsgesellschaften entscheidet sich heute an ihrer Allianzfähigkeit und an ihrer internationalen Vernetzung“, sagt TUM-Präsident Herrmann. „Der CREATE Campus ist ein Paradebeispiel für intensiven Wissensaustausch, der den technologischen Fortschritt in allen beteiligten Ländern vorantreibt.“ Den Weg, die besten Köpfe weltweit zusammenzuführen, hat die TUM in den vergangenen Jahren konsequent verfolgt: Nach Büros in Peking und Mumbai gründete sie jüngst Vertretungen in São Paulo und Brüssel. In dieser Woche eröffnete sie ihre Dependance in Kairo. Eine Niederlassung an der Ostküste der USA ist in Vorbereitung.

Zum Jubiläum in Asien will die TU München der singapurischen Gesellschaft für ihre Gastfreundschaft danken und schon die Nachwuchstalente fördern. Sie finanziert deshalb das Projekt „Building The Future“, das weniger privilegierte Kinder für Technik und Naturwissenschaften begeistern soll. Die TUM lädt jedes Jahr zwei Schüler aus Singapur nach Deutschland ein. Dort werden sie Labore der TUM besichtigen und die Nobelpreisträger-Tagung in Lindau besuchen. Am Schülerforschungszentrum Berchtesgadener Land gewinnen sie erste Erfahrungen im wissenschaftlichen Arbeiten.

Meilensteine der Technischen Universität München in Singapur

  • 2002 Die TUM gründet das „German Institute of Science and Technology (GIST) – TUM Asia“ als privatwirtschaftliche Tochter in Singapur. Es ist die erste Dependance einer deutschen Universität im Ausland. Unterstützt wird sie von der singapurischen Regierung, vom DAAD und dem deutschen Bundesministerium für Bildung und Forschung. Organisiert ist das GIST als Private Limited, die eigenwirtschaftlich arbeitet.
  • 2002 Industrial Chemistry als erster Masterstudiengang in Kooperation mit der National University of Singapore (NSU)
  • 2005-2009 Masterstudiengänge Integrated Circuit Design, Microelectronics, Aerospace Engineering sowie Transport and Logistics starten, teils in Kooperation mit der NSU und der Nanyang Technological University (NTU)
  • 2010 TUM Asia gründet die Forschungstochter „TUM CREATE Center of Electromobility in Mega Cities“. Sie wird neben Forschungszentren anderer Spitzenuniversitäten Teil des neuen „Campus for Research Excellence and Technological Enterprise (CREATE)“. Gemeinsames PhD-Programm mit der NTU, finanzielle Förderung durch die National Research Fundation Singapore
  • 2010 Erster Bachelorstudiengang Electrical Engineering and Information Technology. Kooperationspartner ist das Singapore Institute of Technology (SIT). Ein Jahr später folgt der Bachelor Chemical Engineering.
  • 2012 TUM CREATE zieht in einen Neubau des CREATE Campus, den die Republik Singapur zur Verfügung stellt. Gründung des „Graduate Centre TUM CREATE“
  • 2012 Transport and Logistics auch als Teilzeitstudiengang

TUM Asia hatte bislang circa 320 Absolventen. Derzeit sind rund 380 Studierende eingeschrieben.

Quelle: Technische Universität München Redaktion: von Miguel Krux, VDI Technologiezentrum GmbH Länder / Organisationen: Singapur Themen: Bildung und Hochschulen Infrastruktur Netzwerke

Weitere Informationen

Eine Initiative vom

Projektträger